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Zu Mumfords Auffassung der Technik als Medium und Resultat soziokultureller Entwicklung

  • Thomas Kluge
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 71)

Zusammenfassung

Im folgenden wird es um Mumfords Begriff der Megamaschine gehen bzw. um die Idee des Gegensatzes von “autoritärer und demokratischer Technik”, wie sie Mumford in dem großen und umfangreichen kulturgeschichtlichen Werk: “Mythos der Maschine” (1) entwickelt hat. In diesem Werk sind eine Vielzahl von Gedanken enthalten, wie sie in späteren ökologisch orientierten Kritiken der Technik- und Industriekultur wiederzufinden sind; so spricht C. Amery in seiner Kritik der Industriekultur (“Natur als Politik”) zum Beispiel von dem “stehenden Heer” als der ersten Maschine (2). Illichs Prinzip des “konvivialen Werkzeuges” (3) weist ähnliche Züge wie Mumfords Bestimmung der demokratischen Technik auf; ebenso das von Schumacher entwickelte Prinzip “small is beautiful” (4). E. Fromm und O. Ullrich übernehmen in ihren Technikkritiken direkt Mumfordsche Argumentationen (5).

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Literatur

  1. (1).
    L. Mumford, Mythos der Maschine, Wien 1974. (Im folgenden abgekürzt als: Mythos) .Google Scholar
  2. (2).
    C. Amery, Natur als Politik, Hamburg 1976, S. 93ff.Google Scholar
  3. (3).
    L. Illich, Selbstbegrenzung, Eine politische Kritik der Technik, Hamburg 1975, S. 30ff.Google Scholar
  4. (4).
    F. Schumacher, Rückkehr zum menschlichen Maß, Small is beautiful, Hamburg 1977.Google Scholar
  5. (5).
    E. Fronm, Revolution der Hoffnung, Hamburg 1974, S. 32ff. 0. Ullrich, Weltniveau, Berlin 1979.Google Scholar
  6. (1).
    Vgl. bei L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 15, 41, 435, 480 und 659.Google Scholar
  7. (2).
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  8. (1).
    Vgl. L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 270 und 292.Google Scholar
  9. (1).
    L. Mimford, Mythos, a.a.O., S. 427.Google Scholar
  10. (1).
    L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 222.Google Scholar
  11. (1).
    Diese Ausblendung weist aber von der Mumfordschen Systematik her gesehen eine innere Konsistenz auf: denn Kooperation als gesellschaftliche Zusammenwirkensweise versteht Mumford grundsätzlich in “Abhängigkeit soziokultureller Leitideen” (Herrschaft und Religion) und nicht etwa im Zusammenhang mit Produktionsstrukturen. Vgl. W. Ranmert, Technik, Technologie und Technische Intelligenz, in: Geschichte und Gesellschaft, Report Nr. 3, Bielefeld 1975, S.55.Google Scholar
  12. (1).
    L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 369f.Google Scholar
  13. (2).
    L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 679.Google Scholar
  14. (1).
    L. Mimford, Mythos, a.a.O., S. 556.Google Scholar
  15. (2).
    L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 525.Google Scholar
  16. (1).
    ebd., S. 439 u. 633.Google Scholar
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    ebd., S. 550ff.Google Scholar
  18. (1).
    Vgl. in diesem Sinne auch H.D. Bahr, Kritik der politischen Technologie, Frankfurt 1970, S. 29ff.Google Scholar
  19. (2).
    L. Mumford wiederholt diese Auffassung ebenfalls in seinem Aufsatz “Autoritäre und demokratische Technik”, in: Technologie und Politik, Hanburg 1980, S. 2O. “Das Leben selbst wird nicht überleben, höchstens das, was durch den Trichter des technischen Apparates paßt.”Google Scholar
  20. (1).
    L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 692f.Google Scholar
  21. (2).
    L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 692f.Google Scholar
  22. (1).
    L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 725.Google Scholar
  23. (2).
    ebd., S. 719.Google Scholar
  24. (1).
    L. Mimford, Mythos, a.a.O., S. 434.Google Scholar
  25. (2).
    vgl. oben S. 75ff.Google Scholar
  26. (3).
    Vgl. L. Mumford, Mythos, a.a.O., S. 781. Auch Mumfords Hauptargument zur Kritik der Zeit ist die Reduktion der Zeit auf einen Parameter von Bewegung.Google Scholar
  27. (1).
    Die autoritäre Technik fußt nach Mumford auf einem System, das “die menschliche Persönlichkeit eliminiert... und die Rolle der abstrakten Intelligenz überbetont...”. L. Mumford, Demokratische und autoritäre Technik, in: Technologie und Politik, Heft 16, a.a.O., S.18.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1985

Authors and Affiliations

  • Thomas Kluge

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