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Glaube im Alltag

  • Heiner Barz

Zusammenfassung

Dieses Zitat einer 18jährigen Gymnasiastin aus der H-Quote ist in mehrfacher Hinsicht aufschlußreich und symptomatisch. Einmal kommt darin eine Haltung zum Ausdruck, die man als Output-Orientierung bezeichnen könnte: Was springt dabei für mich raus? Das nüchterne Kosten-NutzenKalkül hat auch von Glaubensfragen Besitz ergriffen. Zum zweiten drückt sich hier die Vorstellung der Machbarkeit aus: sofern etwas als Wirklichkeit gelten kann, muß es machbar sein! Zum dritten offenbart das Zitat, daß alte Tabus nicht mehr gelten und man ohne Berührungsängste mit allen Bestandteilen aller Traditionen experimentiert. Dann tritt mit Satan das Böse auf, an dessen wirkliches Vorhandensein in der Welt viele Jugendliche glauben — in expliziter Abgrenzung gegenüber dem Christentum, dem man die Ausgrenzung des Negativen zum Vorwurf macht. Zwar trifft man auch noch den Glauben an das Gute im Menschen, der — ganz im Sinne Rousseaus — nur durch die Erziehung verdorben würde, eine Art säkulares Derivat des christlichen Glaubens offenbar. Insbesondere bei “Häretikern” aber wird die paritätische Gewaltenteilung zwischen “einer positiven und einer negativen Macht” betont, das Yin-Yang-Prinzip als Inhalt des eigenen Glaubens spontan genannt. Und schließlich wird der letzte Beurteilungsmaßstab ins eigene Ich (nur die selbstgemachte Erfahrung zählt) verlagert.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Heiner Barz
    • 1
  1. 1.OffenbachDeutschland

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