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Bausteine zu einer Theorie der Reformkonjunktur II: Folgeprobleme von Reformzyklen — Eingrenzungen — Differenzierungen und Modifikationen

  • Stephan Ruß-Mohl
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 19)

Zusammenfassung

Angesichts der komplexen Vielfalt politischer Prozesse, bzw. konkret: realer Reformkonjunkturen, mag manchem der von uns unternommene Versuch, idealtypische Verlaufsmuster eines Reformzyklus zu skizzieren, anmaßend oder zumindest sinnlos erscheinen: nicht mehr als voluntaristische Spekulation.

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Referenzen

  1. 1).
    Luhmann 1966a.Google Scholar
  2. 2).
    Wir sind uns bewußt, daß der von uns verwendete Reformbegriff durch dieses Wortspiel überstrapaziert wird, nehmen das jedoch an diesem Punkt in Kauf, um die Funktion des Problemverarbeitungsmusters Reformzyklus besser aufhellen zu können.Google Scholar
  3. 3).
    Vgl. Frieden/Kaplan 1977–2, S.38.Google Scholar
  4. 1).
    Pressman/Wildavsky 1973, S.126.Google Scholar
  5. 2).
    v. Beyme 19 78, S. 121; ferner Ginzberg/Solow 1974, S.214; Sundquist 1973–5, S.142.Google Scholar
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    Lübbe 1978, S.93.Google Scholar
  7. 1).
    Edelman 1977, S.44 (Übersetzung: srm).Google Scholar
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    Edelman 1964, S.14.Google Scholar
  9. 3).
    Koch/Narr 1976, S.294.Google Scholar
  10. 4).
    Rieber 1979, S.11; vgl. auch Schatz 1978, S.436 u.S.452 Anm.10.Google Scholar
  11. 5).
    Luhmann 1979, S.2.Google Scholar
  12. 6).
    Die Frage nach den Bedingungen, unter denen antizipative Irnplementationsanalyse überhaupt möglich ist, wird von deren Verfechtern (z.B. Pressman/Wildavsky 1973, S.143; Bunker 1972, S.72 f; Kevenhörster/Windhoff-Héritier 1978) noch nicht deutlich genug gestellt.Google Scholar
  13. 1).
    Indes ist unsere Vorgehensweise, verschiedene Thementypen gleichsam in Schubkästen zu sortieren, nicht ganz ungefährlich: Sie vernachlässigt die genetisch-historische Dimension. Natürlich kann — bedingt durch Wertwandel, gesellschaftliche und technologische Entwicklung — ein Thema des Typs 1 zum Thema des Typs 2 oder 3 avancieren (und umgekehrt): Die Sicherung der Kapitalverwertung war nicht immer ein politisches Dauerthema; die Kernenergie ist vermutlich im Begriff, ein Dauerthema zu werden — etwa im Gegensatz zur Hochschulreform,Google Scholar
  14. 1).
    Downs 1972, S.41.Google Scholar
  15. 1).
    Vgl. Solesbury 1976, S.384 ff; Cobb/Elder 1972, S.112.Google Scholar
  16. 2).
    Downs 1972, S.41.Google Scholar
  17. 3).
    Vgl. Schelsky 1976, S.122 f; ferner Cohen/Farrar (1977, S.82): “The reformers are really at the mercy of those they are reforming.”Google Scholar
  18. 4).
    Vgl. Cobb/Elder 1972, S.122.Google Scholar
  19. 5).
    Downs 1972, S.41.Google Scholar
  20. 6).
    Den Terminus verwendet: Braybrooke 1974.Google Scholar
  21. 1).
    Vergleichbare Schlußfolgerungen finden sich bei: M.Schmidt 1978, S.221 ff; Edelman 1977, S.141; J.J.Hesse 1977, S.13; ferner — beinahe prophetisch in bezug auf den amerikanischen “Krieg gegen die Armut” — Anderson (1964, S.511).Google Scholar
  22. 2).
    Cobb/Elder 1972, S.95.Google Scholar
  23. 3).
    Vgl. oben S. 5o u. S. 138.Google Scholar
  24. 4).
    Vgl. Engels/Wenkebach 1979, S.19 ff.Google Scholar
  25. 5).
    Vgl. Edelman 1977, S.46.Google Scholar
  26. 1).
    Wamsley/Zald 1973, S.65.Google Scholar
  27. 2).
    Wolfinger 1971, S.1080.Google Scholar
  28. 3).
    Vgl. Weber 1971 NA, S.560.Google Scholar
  29. 1).
    Caiden 1971, S.125; Ch. Johnson 1966, S.84 f.Google Scholar
  30. 2).
    Schelsky 1976, S.122.Google Scholar
  31. 3).
    Vgl. oben S.30 ff.Google Scholar
  32. 1).
    Vgl. oben S.65.Google Scholar
  33. 2).
    “Movements really require a villain” (Julian Bond, zit. n. Newsweek v. 7.11.1977, S.44).Google Scholar
  34. 1).
    Vgl. Edelman 1977, S.47 ff; Beer 1976, S.128; Cobb et al. 1976, S.135 ff; Berk et al. 1973, S.575; Klages 1978, S.105; v. Beyme 1978, S.126.Google Scholar
  35. 2).
    Offe 1972c, S.71; Rich 1978, S.105.Google Scholar
  36. 3).
    Das Schachfiguren-Bild gebrauchen Wamsley/Zald 1973, S.71.Google Scholar
  37. 1).
    Zwischen erzwungenen und kalkulativen Innovationen unterscheidet Schatz (1975, S.313)- zurückführbar wohl auf die Differenzierung von “problemistic innovations” und “slack innovations” bei Cyert/March (zit.n. Walker 1977, S.444 mwN).Google Scholar
  38. 2).
    “... often, instead of the lobby creating the program, it is the program that creates the lobby” (Beer 1977, S.31).Google Scholar
  39. 1).
    Natürlich ließe sich an der Differenzierung weiterspinnen und etwa auch die horizontale Verflechtung funktionsverschiedener Einheiten (z.B. durch Einbezug des Systems der Gerichtsbarkeit und von Prozessen der Problemverschiebung zwischen Administration und Justiz) analysieren. Ansatzpunkte für solche Überlegungen finden sich bei Luhmann (1971 f, S.49), der der Gewaltenteilung die Funktion zuweist, “die parteienpolitischen (in unserem Fall: die reformpolitischen, srm) Einflüsse auf die Entscheidungsfindung stufenweise abzufiltern.” Im Rahmen der vorliegenden Arbeit kann dieser — gewiß brisante — Fragenkomplex nicht Weiterverfolgt werden.Google Scholar
  40. 2).
    Einen Überblick über Forschungsstand und Theorieansätze zur Innovationsdiffusion gibt P.Schmidt 1976.Google Scholar
  41. 1).
    Vgl. Frieden/Kaplan 1977–2, S.33 f.Google Scholar
  42. 2).
    Rein technisch gesehen, sind solche Barrieren heute angesichts hochentwickelter Kommunikationsmedien kaum noch existent; dafür dürften soziale Barrieren (unter Einschluß von Sprachbarrieren) mit dem Grad der Ausdifferenzierung und Modernisierung einer Gesellschaft an Bedeutung eher gewinnen als verlieren.Google Scholar
  43. 1).
    Vgl. — als wichtigster Bezugspunkt für die folgenden Überlegungen — Scharpf 1976.Google Scholar
  44. 2).
    Ch.O. Jones (1974, S.71 ff) hat hierzu ein Stufenmodell der Politikverflechtung entwickelt, das drei Stadien unterscheidet: (1) weak efforts by state & local governments to cope with a problem, (2) federal entry, emphasizing support for state-local regulation, (3) increments in federal authority. Vgl. ferner May 1969, S.35: “... crises... call for centralized action”.Google Scholar
  45. 3).
    Auf die vergleichsweise hohe “accessibility” lokaler politisch-administrativer Systeme für oppositionelle Gruppen verweisen auch Friedland et al. 1978, S.2o1 f.Google Scholar
  46. 1).
    Vgl. hierzu Scharpf 1976, S.19 f; ferner Offe (1975 b, S.307 f), der allerdings sehr einseitig auf die Entlastungsfunktion der Kommunen für den Zentralstaat abstellt. Ein interessantes Gegenargument hierzu formuliert Schattschneider (1975 – 2, S.10), wenn er als Ergebnis zunehmender Politikverflechtung eine wachsende Chance sieht, die verschiedenen, mit ein- und demselben materiellen Politikbereich befaßten Ebenen gegeneinander auszuspielen. (“... it is possible for contestants to move freely from one level of government to another in an attempt to find the level at which they might try most advantageously to get what they want”). Zu fragen wäre hier, welche Aktoren in der Umwelt typischerweise über die nötigen Ressourcen verfügen, um flexibel auf der jeweils für sie günstigsten Ebene Druck wirksam werden zu lassen, und welche Interessen andererseits durch den Verflechtungsprozeß von der Interessenverfolgung ausgeschlossen werden.Google Scholar
  47. 1).
    Vgl. Derthick 1972, S.94; Pressman/Wildavsky 1973, S.142.Google Scholar
  48. 2).
    Schattschneider 1975–2, S. 10.Google Scholar
  49. 3).
    Vgl. Pressman/Wildavsky 1973, S.35 ff.Google Scholar
  50. 4).
    Auf solche Lag-Strukturen verweist Elazar (1976a, S.11).Google Scholar
  51. 1).
    Mayntz 1977, S.63; vgl. auch Greenstone/Peterson 1973, S.5; Williams 1971, S.131; Pressman/Wildavsky 1973, S.135 ff; illustrativ auch: Cohen/Farrar 1977, S.82.Google Scholar
  52. 2).
    Vgl. als Fallstudie Ruß-Mohl 1977, S.107 ff.Google Scholar
  53. 3).
    M.Schmidt 1978, S.243.Google Scholar
  54. 1).
    Luhmann 1971 a, S.18.Google Scholar
  55. 1).
    Vgl.oben S. 11 Fn.3.Google Scholar
  56. 2).
    Vorsichtig angedeutet, findet sich diese These auch bei Siegenthaler (1978, S.7 f): “Man gewinnt den Eindruck, Wenn man diesen Rhytnmus langwelliger Wachstumsschwankungen mit der Chronologie sozialer und politischer Entwicklungen vergleicht, daß den Phasen wirtschaftlicher Stagnation... regelmäßig Prozesse sozialer und politischer Reorganisation und Restabili-sierung zugeordnet gewesen sind”. Vgl. zum Zusammenhang zwischen ökonomischer Krise und politischer Stärke der Arbeiterbewegung auch Abendroth (1965, S.37 u. S.100).Google Scholar
  57. 1).
    Vgl. auch M.Schmidt 1978, S.212 ff; als Fallstudienbeispiel: Ruß-Mohl 1977, S.94 ff. Daß es natürlich auch hier äquifunktionale Mechanismen zur Drosselung von Reformpolitik gibt, läßt sich am “Krieg gegen die Armut” verdeutlichen, der unversehens ein Ende fand, als der Krieg gegen Vietnam eskalierte. “Wenn zwei Krisen sich kreuzen, so frißt momentan die stärkere sich durch die schwächere hindurch.” (Burckhardt 1978 NA, S.129).Google Scholar
  58. 2).
    Vgl. auch Jöhr 1952, S.420 ff; Liebman 1975, S.15; ferner F.C.Jones (1977, S.3) die von einem zyklischen “shift of attitudes” spricht; allgemeiner zum Zusammenhang zwischen Issue-Legitimität und Wsrtsystem: Solesbury 1976, S.38 f; empirisch hat solche Einstellungsveränderungen Inglehart (1977) untersucht und dabei in europäischen Ländern für den Zeitraum von 1970–1976 nachlassende Reformbereitschaft konstatiert.Google Scholar
  59. 1).
    Vgl. Downs 1957; B. Frey 1975 u. 1977.Google Scholar
  60. 2).
    Programmatisch bedingt — also kein Neuaufguß, sondern eine Modifikation der bereits problematisierten Schelsky-These (vgl. oben S.175).Google Scholar
  61. 1).
    J.Q. Wilson 1971 NA, S.204 mwN.Google Scholar
  62. 2).
    Vgl. Crotty 1977, S.267.Google Scholar
  63. 3).
    Vgl. zum “generationalen Rhythmus” der amerikanischen Politik: Elazar 1976; ferner F.C.Jones 1977; zum schubweisen Wachstum des politisch-administrativen Institutionensystems Kaufman (1976, S.47 ff).Google Scholar
  64. 1).
    Vgl. J.Q. Wilson 1971 NA, S.204.Google Scholar
  65. 1).
    Miles (1974, S.l ff) beschreibt anschaulich, wie das heute größte amerikanische Ministerium(Health, Education and Weifare) insgesamt fünf soziale Krisensituationen in organisationales Wachstum umgemünzt hat.Google Scholar
  66. 2).
    Outputveränderungen mit/ohne Strukturveränderungen unterschied bereits Easton 1965 b, S.124.Google Scholar
  67. 1).
    Es geht uns also auch darum, die in Mode gekommene vordergründige Unterscheidung von Verteilungskonflikten im Erwerbs-sektor (alte Themen) und den Konflikten zwischen Erwerbssektor und “residualem Bereich” (neue Themen) zu relativieren (vgl. als einen der Wortführer dieser Differenzierung; Jänicke 1978, S.27): Auch die neuen Konflikte sind Verteilungskonflikte, auch die traditionellen Verteilungskonflikte waren im Grunde Konflikte zwischen dem Produktionssektor (Gewinnrückführung/Investitionen) und dem Reproduktionssektor (Konsumoptionen/Lebensqualität).Google Scholar
  68. 2).
    Einige sich derzeit anbahnende Entwicklungen in der Medien-und Parteienlandschaft deuten momentan sogar auf eine — zumindest temporäre — “Entkorporatisierung” bzw. “Entoligarchisie-rung”: man denke nur an die Aufweichung des Dreiparteiensystems durch den SPD-internen Dauerkonflikt, die Kreuther Beschlüsse der CSU und die Wahlerfolge der Grünen; oder an die Pilotprojekte im Bereich des Kabelfernsehens, die u.U. auch inhaltlich mehr Programmvielfalt offerieren und oli-gopolisierte bzw. monopolisierte Lokalzeitungs-Märkte “aufbrechen” könnten.Google Scholar
  69. 1).
    Dror 1978, S.135.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1981

Authors and Affiliations

  • Stephan Ruß-Mohl

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