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Einleitung

  • Stephan Ruß-Mohl
Chapter
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 19)

Zusammenfassung

Reformpolitik/zumal soziale Reformpolitik, steht derzeit nicht hoch im Kurs. Und doch scheint die Zeit vorbei, in der im Lager des politischen Reformismus angesichts der vielbeschworenen Tendenzwende nur noch defätistisch die Unmöglichkeit von Reformpolitik in hochentwickelten Industriegesellschaften diskutiert wurde. Zumindest in der SPD wächst die “Sehnsucht nach einer neuen Reformpolitik”1) ; es häufen sich Stimmen, die — bezogen auf recht unterschiedliche Politikbereiche — einen reformerischen Neubeginn proklamieren2) oder auch, offiziös und vorsichtiger in der Intonation, Möglichkeiten einer “zweiten Phase” der Reformpolitik ventilieren3).

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Referenzen

  1. 1).
    Vgl. Spiegel Nr. 49 v. 3.12.1979, S.21 ff.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. — statt vieler — v. Hentig 1978; Strasser 1978.Google Scholar
  3. 3).
    Glotz 1978; ähnlich W. Brandt, zit.n.Spiegel Nr.49 v.3.12.1979, S. 22.Google Scholar
  4. 1).
    Glotz 1975, S. 14.Google Scholar
  5. 2).
    Vgl. die im Literaturverzeichnis aufgeführten Arbeiten von Mayntz und Scharpf.Google Scholar
  6. 3).
    Vgl. die im Literaturverzeichnis aufgeführten Arbeiten von J. Hirsch, Offe, Ronge/Schmieg, Jänicke.Google Scholar
  7. 4).
    Vgl. auch van Horn/van Meter 1976, S.57 f; Zimmermann 1978, S.582.Google Scholar
  8. 1).
    Vgl. als “Vorläufer” Downs 1972 und Luhmann 1971a; sodann: Fürst 1975; Offe 1975a; Schatz 1975; Mayntz 1977.Google Scholar
  9. 2).
    Zur Evaluierung der bundesdeutschen Politik der “inneren Reformen” vgl. Ronge/Schmieg 1973; M.Schmidt 1978; Lompe 1979; Fenner et al. 1978. Zu den amerikanischen Great Society-Programmen vgl. Levitan/Taggart 1976, sowie die Beiträge in Public Interest 34/1974 (u.a.Ginzberg/Solow 1974).Google Scholar
  10. 3).
    “... issues (are) demands which are recognized by the decisionsmakers as problems to be decided upon: they are demands which become part of the agenda for decision-makinq.” (Van der Eijk/Kok 1975, S.282 f).Google Scholar
  11. 1).
    Scharpf 1976, S. 17.Google Scholar
  12. 2).
    Charles O. Jones 1970, S. 4; May/Wildavsky 1978.Google Scholar
  13. 3).
    Grottian/Murswieck 1976, S. 403.Google Scholar
  14. 4).
    Berk et al. 1973, S. 537; weitere Verweise auf zyklische Verlaufsmuster politischer Prozesse finden sich u.a. bei Sundquist 1973–5, S. VII; Crotty 1977, S. 267.Google Scholar
  15. 5).
    Zur Eingrenzung s. S. 42 ff. u. S. 182 ff.Google Scholar
  16. 1).
    Vertreter dieser Position müssen sich allerdings die Frage gefallen lassen, ob ihre eigenen Aussagen theoretisch sonderlich gehaltvoll sind. Vgl. als Beispiel: Opp 1978.Google Scholar
  17. 1).
    Schelsky 1965a, S.472; ähnlich auch: Riker (1964, S.XI), der statt der bisherigen “elaboration of unique detail” mehr “testable and tested generalizations” fordert.Google Scholar
  18. 2).
    Luhmann 1975, S.39.Google Scholar
  19. 3).
    Meltsner 1972, S.860 f.Google Scholar
  20. 1).
    Edelman 1977, S.143 (Übersetzung:srm).Google Scholar
  21. 2).
    Nelson 1977, S.6 mwN.Google Scholar
  22. 1).
    Integration als Forschungsstrategie kann und darf freilich nicht heißen, daß dort, wo unüberbrückbare Widersprüche und Gegensätze zwischen einzelnen Theorieansätzen bestehen, diese gleichsam wegdefiniert und mehr oder minder “gewaltsam” harmonisiert werden. Gelegentlich wird man nicht umhin können, sich für die eine und damit gegen die andere Theorie zu entscheiden. Oft jedoch beleuchten zwei scheinbar konkurrierende Erklärungsversuche nur verschiedene Seiten ein und derselben Medaille. In diesen Fällen erweist sich das “Sowohl als auch” dem “Entweder oder” überlegen.Google Scholar
  23. 2).
    Vgl. die Angaben im Literaturverzeichnis.Google Scholar
  24. 3).
    An solchen Versuchen fehlt es ohnehin nicht: Vgl. etwa Narr 1969; Etzioni 1976, S.1 ff; Almond 1973, S.5 ff; Schmid /Treiber 1975, S. 19 ff.Google Scholar
  25. 1).
    Vgl. etwa die Auseinandersetzungen zwischen den Richtungen Say/Ricardo und Sismondi/Malthus (zusammengefaßt bei Jöhr 1952, S.14 ff).Google Scholar
  26. 2).
    Marx 1970/71 NA.Google Scholar
  27. 3).
    Marx zit.n. E. Bernstein 1969 NA, S.97 mwN.Google Scholar
  28. 4).
    Keynes 1964 NA.Google Scholar
  29. 5).
    Schumpeter 1961, S.94 ff.Google Scholar
  30. 1).
    Jöhr 1952, S.372 ff, insb. S.425 u.S.588 ff.Google Scholar
  31. 2).
    Vgl. zur Einführung Friedman 1971, S.62 ff; ferner zahlreiche Kolumnen Friedmans in Newsweek.Google Scholar
  32. 1).
    Vgl. dazu ausführlicher S.212 ff.Google Scholar
  33. 2).
    Vgl. u. S.199 ff.Google Scholar
  34. 3).
    Downs 1957; die von ihm entworfene ökonomische Theorie der Politik wurde u.a. auch dahingehend weiterentwickelt, daß ökonomische Krisenzyklen als Resultat politischer Wahlzyklen interpretiert werden (vgl. etwa B. Frey 1975, S.2 90 ff; Friedman 1978). Der Hinweis auf diese — in ihrer Perspektive wohl zu einseitige — Theorieentwicklung schien uns hier auch deshalb angebracht, weil Frey den Terminus “politischer Konjunkturzyklus” in anderem Sinne verwendet als wir.Google Scholar
  35. 1).
    Downs 1972; ähnlich auch B.Frey 1972, S. 132 ff.Google Scholar
  36. 2).
    Downs 1967.Google Scholar
  37. 3).
    Vgl.u.a. R.A.Levine 1972, S. 134.Google Scholar
  38. 4).
    Beer spricht in diesem Kontext von “other-regarding imperatives of professionalism”, d.h. er will verdeutlichen, daß altruistische Orientierungen gerade für das Verhalten profes-sionalisierter Bürokraten hohen Erklärungswert haben (Beer 1977, S. 33).Google Scholar
  39. 1).
    Moynihan 1969, S.168.Google Scholar
  40. 2).
    “... altruism of any kind is a centralizing and hierarchical force, since even when there is no hint of coercion or imposition, it means that one person has decided what is good for someone else” (Beer 1977, S.32).Google Scholar
  41. 3).
    Vgl. unten S.98 u. S.119.Google Scholar
  42. 4).
    Fürst 1975, S.16 f; Crozier/Friedberg 1979, S.33 f u. S.187 ff; vgl. auch Beer 1977, S.35 ff.Google Scholar
  43. 5).
    Vgl. zum Konzept der “bounded rationality”: Simon 1957–2.Google Scholar
  44. 6).
    Barbier 1978; vgl. auch: Crozier/Friedberg 1979, S.194 mwN.Google Scholar
  45. 1).
    G.Kirsch 1979, S.22.Google Scholar
  46. 2).
    Simon 1957–2, S.XXV u.S.39; March/Simon 1958, S.137 f.Google Scholar
  47. 3).
    Vgl. etwa die sehr expliziten Formulierungen bei G.Kirsch 1978: “Am Anfang jeglichen liberalen Denkens steht der Mensch, genauer: steht das einzelne Individuum. Von diesem Individuum... muß eine Erklärung der Gesellschaft ausgehen: Seine Entscheidungen und Handlungen, allein oder im Zusammenspiel mit anderen Individuen, ergeben als Resultate ein gesellschaftliches, politisches Geschehen... ”Google Scholar
  48. 4).
    Vgl. auch Allison 1971, S.5.Google Scholar
  49. 5).
    Rapoport, zit.n. SZ v. 27/28.8.1977 (Pol. Buch); vgl. auch: Jänicke 1979, S.16 f.Google Scholar
  50. 1).
    J.Hirsch 1974, S.219.Google Scholar
  51. 2).
    Offe/Ronge 1976, S.54 f.Google Scholar
  52. 1).
    Offe 1973, S.211 f.Google Scholar
  53. 2).
    Ebd., S.217.Google Scholar
  54. 3).
    Offe 1973.Google Scholar
  55. 4).
    Offe 1975a.Google Scholar
  56. 5).
    Daß eine solche Synthese bereits in Marx’ eigenem Werk angelegt ist, suchen zu zeigen: Godelier 1972; ferner Almond 1973, S.7 f; kritisch hierzu: Esser 1975, S.67 ff.Google Scholar
  57. 6).
    Gramsci unterstreicht zum einen gegenüber “organischen”, größere Zeiträume umspannenden Prozessen die Bedeutung von “konjunkturellen”, also eher tagespolitischen Bewegungen in der Politik; zum anderen entwickelt er ein Konzept des “integralen Staates”, der Zwangs- und Hegemonieapparat, Repressionsinstrument und Sozialisationsinstanz zugleich ist (vgl. Priester 1977, S.521 ff; ferner rekurrieren z.B. — implizit oder explizit — auf Gramsci: Blanke et al. 1975a; Hirsch 1976).Google Scholar
  58. 1).
    Vgl. Mayntz 1976, S.339. Hier wird übrigens ein forschungsstrategischer “Verfahrenstrick” erkennbar, dessen sich unter umgekehrtem Vorzeichen auch konservative Ökonomen wie Friedman und B.Frey bedienen: Beide Richtungen externalisieren die für sie kritischen Probleme. Marxistische Staatstheoretiker (meist politologischer Provenienz) verorten die Ökonomie als eigentliches Krisenzentrum, die Ökonomen dagegen das PAS.Google Scholar
  59. 1).
    Vgl. insbesondere J.Hirsch (1976, S.99 ff) — etwa mit der Feststellung, “daß politische Klassenherrschaft nicht mit der Verfügung über Produktionsmittel unmittelbar gekoppelt ist, sondern eigenen Reproduktionsmechanismen unterliegt” (S.106), sowie seine Überlegungen zum “Reproduktionsmodus bürgerlicher Herrschaft” und zur “Konjunktur der Klassenkämpfe” (S.134 ff).Google Scholar
  60. 1).
    Vgl. als grundlegende Arbeiten: Deutsch 1966–2; Luhmann 1964, 1973 NA u. 1975; Easton 1965 a u.b; Narr 1969; Naschold 1969.Google Scholar
  61. 2).
    Emery/Trist 1965; Lawrence/Lorsch 1967; Naschold 1970, S.42; Luhmann 1971 b, S.102.Google Scholar
  62. 3).
    Merton 1968 NA, S.73 ff.Google Scholar
  63. 4).
    Luhmann 1964, S.23.Google Scholar
  64. 5).
    “... alle Systeme (müssen) neben ihrem Zweck weitere Strategien der Selbsterhaltung entwickeln. Nur wo solche Selbsterhaltungsmechanismen vorhanden sind, hat es überhaupt Sinn, von System zu sprechen”. (Luhmann 1964, S.76;vgl. auch ders.1973 NA, S.143 ff).Google Scholar
  65. 1).
    Naschold (1969, S. 46 f; unterscheidet deshalb zwischen einem“Systemüberlebensmodell” und einem “Systemzielmode11”.Google Scholar
  66. 2).
    Luhmann 1971a, insbesondere S. 18 f.Google Scholar
  67. 3).
    Almond 1973, S.6; vgl. ferner Sharkansky 1970, S.4.Google Scholar
  68. 4).
    Vgl. W. Kirsch III, 1971, S.95.Google Scholar
  69. 5).
    Fach 1976, S.4.Google Scholar
  70. 1).
    Überzeugend führt — wie gesagt — Offe (1975a) eine solche Kombination vor Augen.Google Scholar
  71. 2).
    Luhmann 1966, S.92.Google Scholar
  72. 3).
    Vgl. Almond 1973, S.7 f.Google Scholar
  73. 4).
    Vgl. Luhmann 1964.Google Scholar
  74. 1).
    Tocqueville o.J. NA.Google Scholar
  75. 2).
    Burckhardt 1978 NA, S.116 ff.Google Scholar
  76. 3).
    Vgl. als Überblick v.Beyme 1973 und Jaeggi/Papcke 1974; ferner: Ch. Johnson 1966; Lindner 1972; sowie in bezug auf postrevolutionäre Prozesse Käsler 1977.Google Scholar
  77. 4).
    Vgl. v.Beyme 1973, S.23 ff.Google Scholar
  78. 5).
    Vgl. Greiffenhagen 1978, S.8.Google Scholar
  79. 1).
    Reformtheorien, die als einzige Gemeinsamkeit zwischen Revolution und Reform die Intention der Status-quo-Verän-derung sehen und sich im übrigen durch Abgrenzung gegenüber revolutionären Prozessen konturieren, verstellen sich freilich den Zugang zu solcher auf ein tieferes Verständnis von Reformprozessen zielenden Betrachtungsweise.Google Scholar
  80. 2).
    Vgl. Lindner 1972, S.224; Käsler 1977, S.40 ff.Google Scholar
  81. 3).
    Vgl. die Darstellung der Brinton’schen Revolutionstheorie bei Käsler 1977, S.39 mwN.Google Scholar
  82. 1).
    Vgl. Weber 1972–5, S.551 ff.Google Scholar
  83. 2).
    ebd. S.142 ff und S. 661 ff.Google Scholar
  84. 3).
    Michels 1925 – 2.Google Scholar
  85. 4).
    Crozier 1964; vgl. als Vorläufer zu Crozier in diesem Punkt: M.Bernstein 1955, S.82 f; Crozier selbst verweist ferner auf Gouldner (vgl. Crozier 1964, S.198).Google Scholar
  86. 5).
    Argyris 1965, insbesondere S.198 ff.Google Scholar
  87. 6).
    Downs 1967.Google Scholar
  88. 1).
    Bezugspunkt ist zumeist Emery/Trist 1965; inzwischen wurden natürlich auch differenziertere Ansätze zur Umwelt-Klassifizierung entwickelt, etwa von Aldrich 1975, S.57 ff; Evan zit. n.Negandhi 1975, S.8.Google Scholar
  89. 2).
    “Part of the inconclusiveness of past executive reorganizations lies in the fact that reorganizations are generally treated as one-shot occurences in isolation from one another”. (Greenberg 1975, S.485).Google Scholar
  90. 3).
    Goodman 1968, S.149.Google Scholar
  91. 4).
    Vgl. Barry 1975, S.14.Google Scholar
  92. 1).
    Vgl. hierzu im einzelnen die Fußnoten-Verweise auf derartige Fallstudien, insbesondere in Teil 3.Google Scholar
  93. 2).
    Wollmann 1977, S.18.Google Scholar
  94. 3).
    Vgl. hierzu exemplarisch die Community-Power-Kontroverse.Google Scholar
  95. 1).
    Dahrendorf 1978.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1981

Authors and Affiliations

  • Stephan Ruß-Mohl

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