Advertisement

Naturrecht und Patrimonialstaat

  • Stefan Breuer
Chapter
  • 44 Downloads
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 42)

Zusammenfassung

Das 16. Jh., in dem sich augenfällig und unwiderruflich die ‘Dislokation’ der Religion vollzog, war zugleich die Zeit, in der eine neue Form der Synthesis in den Vordergrund trat, die für die kommenden Jahrhunderte die Geschichte nicht nur Europas bestimmen sollte: der Staat. Staatliche Organisationsformen waren zu diesem Zeitpunkt natürlich kein historisches Novum in dieser Region. Schon das Mittelalter hatte etliche Herrschaftsbildungen mit relativ entwickeltem Verwaltungsapparat, zentralisiertem Beamtentum, Steuererhebung, königlicher Rechtsprechung usw. gekannt, wie etwa die Reiche der Karolinger, Ottonen und Staufer, das normannische England oder das Regnum Siciliae, in dem sich bereits zahlreiche Elemente des frühneuzeitlichen Staates nachweisen lassen (1). Doch hatte es sich hierbei, nach einer Formulierung Th. Mayers, um ‘Personenverbandsstaaten’ gehandelt, die auf der personalen Treuebeziehung zwischen privilegierten Individuen aufbauten, damit aber jeder dauerhaften personenunabhängigen Institutionalisierung entbehrten (2). Auch wenn diese ‘Personenverbandsstaaten’ im Zuge der für das Hochmittelalter charakteristischen allgemeinen Verrechtlichung der Herrschaftsbeziehungen zunehmend ihre Grundlage in transpersonalen Legitimationsformen fanden, nach denen der Herrscher als Person nicht mehr allein das Staatswesen repräsentieren konnte, sondern nur noch Amtsträger und Verwalter des Gemeinwesens war — eine Vorstellung, die im Begriff der ‘persona ficta bzw. repraesentata’ zum Ausdruck kam — wurde die Rechts- und Staatsordnung doch nicht zu einem abstrakten Gebilde stilisiert, das ohne die Supposition realer Persönlichkeiten als handlungsfähig angesehen wurde (3).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

Genesis und Struktur des westeuropäischen Patrimonialstaates

  1. (1).
    Vgl. Mitteis 198ö, S. 236 ff., 326 ff., 424 ff.; Kern 1949, S. 81 ff.; zu den Frühformen staatlicher Organisation im Mittelalter vgl. auch Näf 1951; Strayer 1975; unter dem Aspekt der Gesetzgebung: Gagnér 1960, S. 341 ff.Google Scholar
  2. (2).
    Vgl. Mayer 1956, S. 284 ff.Google Scholar
  3. (3).
    Vgl. Walther 1976, S. 112 ff.; zur Entwicklung transpersonaler Staatsvorstellungen vgl. Beumann 1965, S.185 ff.; Kantorowicz 1957, S. 87 ff., 193 ff., 336 ff. — Daß der Begriff der fiktiven Person in der Korporationstheorie der Kanonisten entwickelt wurde und von dort aus seinen Weg in die Staatslehre fand, zeigt Gierke 1881, Bd.III, S. 243 ff.Google Scholar
  4. (4).
    Vgl. Brunner 1965, S. 133 ff., 357 ff.; Barudio 1981, S. 192, 270, 301.Google Scholar
  5. (5).
    Vgl. Quaritsch 1970, S. 54 f., 66 f.; Walther 1976, S.85.Google Scholar
  6. (6).
    Ich übernehme hier frühere Ausführungen: Breuer 1977b, S. 65 ff., freilich unter stärkerer Hervorhebung der traditionalen Aspekte des Absolutismus.Google Scholar
  7. (7).
    Vgl. Elias 1976, Bd. II, S. 26, 54, 180.Google Scholar
  8. (8).
    Zur Rolle der Stände vgl. allg. Gerhard 1956, S. 332 ff.; Oestreich 1969, S. 276 ff.; Myers 1975.Google Scholar
  9. (9).
    Vgl. Bosl 1972, S. 234; zur staufischen Italienpolitik Haverkamp 1971.Google Scholar
  10. (10).
    Vgl. Ehrenberg 1896.Google Scholar
  11. (11).
    Vgl. Engel 1971, S. 225.Google Scholar
  12. (12).
    So stieg, um nur wenige Beispiele zu nennen, die Staatsschuld Österreichs von 30 Mio. Gulden (1612) auf 71 Mio. (1720) und 605 Mio. (1800). Frankreich war am Ende der Regierungszeit Ludwigs XIV. mit über 3 Mrd. livres verschuldet, bei einem jährlichen Budget von ca. 70 Mio. Zur Entwicklung der Staatsschuld vgl. Klein 1974, S.26; Weis 1968, S. 191; allg. Parker 1974, S. 527 ff.Google Scholar
  13. (13).
    Vgl. Ehrenberg 1896, S. 14 ff. In Spanien folgten die Bankrotterklärungen einander im Abstand von wenigen Jahren: 1557, 1560, 1575, 1596, 1607, 1627, 1647 und 1653: vgl. Parker 1974, S. 569.Google Scholar
  14. (14).
    Vgl. Weber 1922, S. 396, der unter ‘materialer Rationalität’ versteht, daß “Normen anderer qualitativer Dignität als logische Generalisierungen von abstrakten Sinndeutungen auf die Entscheidung von Rechtsproblemen Einfluß haben sollen: ethische Imperative oder utilitarische oder andere Zweckmäßigkeitsregeln oder politische Maximen, welche sowohl den Formalismus des äußeren Merkmals wie denjenigen der logischen Abstraktion durchbrechen”. Zum Begriff der materialen Rationalisierung vgl. ebenda, S. 467 ff.Google Scholar
  15. (15).
    Vgl. Strayer 1975, S. 21 ff.Google Scholar
  16. (16).
    Vgl. Barudio 1981, S. 204, 263.Google Scholar
  17. (17).
    Vgl. Brunner 1965, S. 292.Google Scholar
  18. (18).
    Vgl. Quaritsch 1970, S. 267 ff., 338.Google Scholar
  19. (19).
    Vgl. Mayer 1956, S. 294.Google Scholar
  20. (20).
    Daß die zentralisierten Verwaltungs-und Rechtssysteme der frühen Neuzeit einen Vorläufer in der mittelalterlichen Kurie hatten, zeigen Southern 1976, Odenheimer 1957 und Ulimann 1960, der besonders den stark auf ‘Positivität’ abgestellten Charakter des lus canonicum herausarbeitet. Gegenüber dem europäischen Jus commune, das zu einem großen Teil auf römischer Tradition und eingelebter Gewohnheit beruhte, genoß das Jus canonicum den Vorteil, beständig modifiziert und den veränderten Gegebenheiten angepaßt zu werden; wenn nötig, konnte es, wie erst später die Rechtssysteme des Bürgertums, rücksichtslos umgestaltet werden (vgl. Ullmann 1960, S. 520, 541, 535).Google Scholar
  21. (21).
    Vgl. Brunner 1958, S. 356.Google Scholar
  22. (22).
    Vgl. Engel 1971, S. 415 ff.; Schmidt 1965, S. 99 ff. und 194 ff. Auf den Zusammenhang zwischen moderner Bürokratie und mittelalterlicher Hierokratie, der “am stärksten stereotypierenden Macht, welche es gibt”, hat neben Max Weber (1922, S. 799, 780) schon der iunqe Marx hinqewiesen: “Der bürokratische Geist ist ein durch und durch iesuitischer, theoloqischer Geist. Die Bürokraten sind die Staatsjesuiten und Staatstheologen. Die Bürokratie ist la république prêtre”, deren “krasser Spiritualismus” sich darin zeigt, “daß sie alles machen will, d.h. daß sie den Willen zur causa prima macht, weil sie bloß tätiges Dasein ist und ihren Inhalt von außen empfängt, ihre Existenz also nur durch Formieren, Beschränken dieses Inhalts beweisen kann. Der Bürokrat hat in der Welt ein bloßes Objekt seiner Behandlung” (Marx, Kritik des Hegelschen Staatsrechts, MEW Bd. 1, S. 248, 250).Google Scholar
  23. (23).
    Marx, Erster Entwurf zum ‘Bürgerkrieg in Frankreich’, MEW Bd. 17, S. 539.Google Scholar
  24. (24).
    Vgl. Quaritsch 1970, S. 346.Google Scholar
  25. (25).
    Weber 1922, S. 684. Eine ausgezeichnete Explikation der verschiedenen Dimensionen des Patrimonialismusbegriffs bei Weber gibt Zingerle 1972, S. 46 ff.Google Scholar
  26. (26).
    Tocqueville 1978, S. 25.Google Scholar
  27. (27).
    Vgl. Engel 1971, S. 388, 424; Anderson 1979, S. 70; Büsch 1962, S. 147 ff.; Wunder 1974, S. 463.Google Scholar
  28. (28).
    Anderson 1979, S. 34, 20.Google Scholar
  29. (29).
    Marx, Kapital III, MEW Bd. 25, S. 792.Google Scholar
  30. (30).
    Weber 1922, S. 134.Google Scholar
  31. (31).
    Ebenda, S. 684.Google Scholar
  32. (32).
    Marx, Zur Judenfrage, MEW Bd. 1, S. 368.Google Scholar
  33. (33).
    Vgl. Oestreich 1969, S. 194 ff.Google Scholar
  34. (34).
    Tocqueville 1978, S. 87; vgl. auch Zur Lippe 1974, Bd.II, S. 253; Treiber / Steinert 1980, S. 33 ff.Google Scholar
  35. (35).
    Marx, Kapital I, MEW Bd. 23, S. 358.Google Scholar
  36. (36).
    Ebenda, S. 365.Google Scholar
  37. (37).
    zit.n. Hubatsch 1973, S. 234.Google Scholar
  38. (38).
    Oestreich 1969, S. 185 f.Google Scholar
  39. (39).
    Vgl. Kelsen 1962, S. 219 ff.Google Scholar
  40. (40).
    Vgl. Weber 1922, S. 130.Google Scholar

Naturrecht und Patrimonialstaat in Frankreich

  1. (1).
    Vgl. Bois 1976, S. 313, 321.Google Scholar
  2. (2).
    Vgl. Salmon 1975, S. 31 f.Google Scholar
  3. (3).
    Jacquart 1975, S. 243; vgl. auch 256 ff.; ders. 1974, S. 119; Goubert 1968, S. 210 ff.Google Scholar
  4. (4).
    Vgl. Bois 1976, S. 329.Google Scholar
  5. (5).
    Vgl. Croot / Parker 1978, S. 43.Google Scholar
  6. (6).
    Vgl. Salmon 1975, S. 38; zur Preisrevolution vgl. allgemein Spooner 1956.Google Scholar
  7. (7).
    Jacquart 1975, S. 265.Google Scholar
  8. (8).
    Nämlich bei einem Drittel der Bevölkerung: vgl. Hobsbawm 1972, S. 98.Google Scholar
  9. (9).
    Vgl. Salmon 1975, S. 45; Jacquart 1975, S. 264.Google Scholar
  10. (10).
    Briggs 1977, S. 7 f.Google Scholar
  11. (11).
    Vgl. M. Bloch 1952, S. 138.Google Scholar
  12. (12).
    Vgl. Salmon 1975, S. 42.Google Scholar
  13. (13).
    Vgl. Jacquart 1975, S. 275.Google Scholar
  14. (14).
    Vgl. Wolfe 1972, S. 123 ff., der nachweist, daß auch Frankreich, wenngleich in beschränkterem Maße, an der Redistribution des Kirchenlandes teilnimmt, die zur gleichen Zeit in den protestantischen Ländern stattfindet. Vgl. auch Major 1962, S. 121; ders. 1963/64, S. 633.Google Scholar
  15. (15).
    Vgl. Jacquart 1975, S. 272.Google Scholar
  16. (16).
    Vgl. M. Bloch 1952, S. 135.Google Scholar
  17. (17).
    Vgl. LeRoy Ladurie 1975, S. 582 f.Google Scholar
  18. (18).
    Vgl. Major 1963/64, S. 634.Google Scholar
  19. (19).
    Vgl. Mac Farlane 1945.Google Scholar
  20. (20).
    Vgl. Major 1963/64, S. 635 ff.Google Scholar
  21. (21).
    Vgl. Wolfe 1972, S. 33; 51: “After 1453 there was no question that the tailles and aides would be raised each year; for all but a few provinces the level of the tailles was decided arbitrarily and in advance by the government; and repartition among the provinces was fixed by the king at the same time. For about three-fifths of the country, a commission was sent directly to the royal élus, spelling aut what sums had to be raised in each province and in each élection or diocese. Elus and commissioners in all but few provinces, then proceeded to levy the taxes on the authority of the king, not as the joint authority of the king and Estates”. Weil ein gewisser Schein der Konsensbildung auf diese Weise noch erhalten bleibt, spricht Wolfe nur von einem ‘de facto Absolutismus’.Google Scholar
  22. (22).
    Vgl. Koenigsberger 1978, S. 201.Google Scholar
  23. (23).
    Vgl. Schneidereit 1977, S. 72 ff.Google Scholar
  24. (24).
    Vgl. Briggs 1977, S. 5.Google Scholar
  25. (25).
    Vgl. Wolfe 1972, S. 138 f.Google Scholar
  26. (26).
    Vgl. Bourde / Temime 1971, S. 764 ff.Google Scholar
  27. (27).
    Vgl. Wolfe 1972, S. 105 ff.Google Scholar
  28. (28).
    Während Franz I. im Laufe seiner mehr als dreißigjährigen Regierungszeit ganze 725.000 livres an Renten vergibt, verkaufen seine Nachfolger zwischen 1559 und 1574 25,9 Millionen: vgl. Wolfe 1972, S. 93, 115.Google Scholar
  29. (29).
    Vgl. Wolfe 1972, S. 72, 120, 233.Google Scholar
  30. (30).
    Bodin, République, S. 742, 743.Google Scholar
  31. (31).
    Vgl. Koenigsberger 1978, S. 208, 214; ders. 1971, S. 224 ff.Google Scholar
  32. (32).
    Vgl. Salmon 1975, S. 123; zur Politik des frz. Protest, allg. Nürnberger 1948.Google Scholar
  33. (33).
    Vgl. Salmon 1975, S. 187.Google Scholar
  34. (34).
    Zu den französischen Religionskriegen des 16. Jhs. vgl. Bourde / Temime 1971, S. 772 ff.; Koenigsberger 1968, S. 282 ff.; Salmon 1975, S. 117 ff.; Briggs 1977, S. 14 ff.Google Scholar
  35. (35).
    Vgl. Schneidereit 1977, S. 53, 69.Google Scholar
  36. (36).
    Vgl. ebenda, S. 45.Google Scholar
  37. (37).
    Vgl. Wolfe 1972, S. 141 ff.Google Scholar
  38. (38).
    Vgl. Schnur 1962.Google Scholar
  39. (1).
    Der Begriff ‘Monarchomachen’ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie ‘Königsbekämpfer’. Neben den calvinistischen Monarchomachen gibt es auch katholische Monarchomachen, die hier jedoch außer Betracht bleiben sollen. Vgl. zu ihnen Wolzendorff 1916, S. 112 ff.Google Scholar
  40. (2).
    Ausführliche bio-und bibliographische Angaben finden sich in der von J. Dennert herausgegebenen deutschen Übersetzung der o.g. Schriften: vgl. Dennert 1968, S. XVI ff. u. 346 ff.; ebenso in der Einleitung J.H. Franklins zu der von ihm besorgten englischen Textauswahl (Franklin 1969); knapper Überblick bei Mesnard 1936, S. 309 ff.Google Scholar
  41. (3).
    Brutus 1579, S. 6.Google Scholar
  42. (4).
    Ebenda; vgl. Dennert 1968, S. 70: “So hat Gott Himmel und Erde aus dem Nichts geschaffen, daher ist er mit Recht der Herr und in Wahrheit der Besitzer von Himmel und Erde. Die aber, welche die Erde bewohnen, sind gleichsam seine Siedler und Pächter; und die, welche auf der Erde Recht sprechen und in irgendeiner Weise die anderen Menschen führen, sind Gottes Lehensträger und Gefolgsleute; sie sind verpflichtet, ihre Einsetzung von ihm zu empfangen und anzuerkennen.”.Google Scholar
  43. (5).
    Brutus 1579, S. 37; vgl. Dennert 1968, S. 87: “... die beide in derselben Sache und nach eigenem Willen gemeinschaftlich verpflichtet sind.”.Google Scholar
  44. (6).
    Brutus 1579, S. 40 f.; vgl. Dennert 1968, S. 89 f.: “Wie könnte Gott in reiner Form verehrt werden, wenn das Volk nur ein Sklave ist, mit dem es keine rechtliche Bindung geben kann? Wenn es ihm letztlich nicht möglich ist, daraufhin zu wirken, daß dies auch erfüllt wird, was es versprochen hat? Hat Gott etwa einen Bund mit einer Seite geschlossen, die weder das Recht hatte, etwas zu versprechen, noch das Versprochene zu erfüllen? Hat Gott nicht vielmehr dadurch, daß er den Bund mit dem Volk schloß und dies zu seiner Erhaltung verpflichtete, offensichtlich zeigen wollen, daß das Volk das Recht habe, ein Versprechen abzugeben, zu erfüllen und für seine Erfüllung zu sorgen?’.Google Scholar
  45. (7).
    Vgl. Brutus 15/9, S. 76 f.; vgl. Dennert 1968, S. 111.Google Scholar
  46. (8).
    Vgl. Beza 1965, S. 33; vgl. Dennert 1968, S. 6.Google Scholar
  47. (9).
    Beza 1965, S. 68; vgl. Dennert 1968, S. 37: “Bei allen Vereinbarungen und Verträgen, die in gegenseitiger Übereinstimmung zwischen den Parteien abgeschlossen werden, können die, welche den Vertrag abgeschlossen haben, ihn auch lösen und für ungültig erklären, wenn es die Vernunft erfordert. Demnach besitzen die, welche die Befugnis haben, einen König zu wählen, auch das Recht, ihn abzusetzen.”.Google Scholar
  48. (10).
    Vgl. Beza 1965, S. 75; vgl. Dennert 1968, S. 44; ders. 1964, S. 44; Mesnard 1936, S. 337 ff.Google Scholar
  49. (11).
    Hotman 1972, S. 400; vgl. Dennert 1968, S. 285: “Wie das Mündel nicht des Vormundes wegen, das Schiff nicht des Steuermannes wegen, die Herde nicht des Hirten wegen, das Heer nicht des Feldherrn wegen existiert, sondern umgekehrt die letzteren der ersteren wegen eingesetzt sind, ebenso ist nicht das Volk des Königs wegen, sondern der König des Volkes wegen geschaffen und gewählt. Denn das Volk kann ohne König bestehen, wie es bei dem Volk der Fall ist, das einer Adelsherrschaft gehorcht oder sich selbst regiert, und wie es auch für die Zeit gilt, wenn kein König vorhanden ist. Aber einen König ohne Volk kann man sich nicht einmal in Gedanken vorstellen.”.Google Scholar
  50. (12).
    Vgl. Brutus 1579, S. 195; vgl. Dennert 1968, S. 179.Google Scholar
  51. (13).
    Vgl. Brutus 1579, S. 24 f.; vgl. Dennert 1968, S. 81.Google Scholar
  52. (14).
    Beza 1965, S. 86; vgl. Dennert 1968, S. 37.Google Scholar
  53. (15).
    Brutus 1579, S. 183; vgl. Dennert 1968, S. 172.Google Scholar
  54. (16).
    Vgl. Brutus 1579, S. 170 f.; vgl. Dennert 1968, S. 165.Google Scholar
  55. (17).
    Vgl. Brutus 1579, S. 175; vgl. Dennert 1968, S. 168.Google Scholar
  56. (18).
    Beza 1865, S. 83; vgl. Dennert 1968, S. 53: “Das Kennzeichen einer Tyrannis, gleichsam ihr persönlicher Begleiter, ist halsstarrige Bosheit, die mit allen Kräften darauf ausgeht, die öffentliche Ordnung und die Gesetze, welche die Grundlage des Reiches bilden, umzustürzen.” Vgl. auch Beza 1965, S. 88 bzw. Dennert 1968, S. 58; Brutus 1579, S. 175 ff. bzw. Dennert 1968, S. 168 ff.Google Scholar
  57. (19).
    Vgl. Brutus 1579, S. 195 bzw. Dennert 1968, S. 179. Vgl. auch Thomas von Aquin 1975, 1. Buch, 6. Kap (S. 25), wo ‘auctoritate publica’ eine Absetzung des Tyrannen für möglich gehalten wird.Google Scholar
  58. (20).
    Vgl. Beza 1965, S. 80; Dennert 1968, S. 50.Google Scholar
  59. (21).
    Brutus 1579, S. 195 f.; Dennert 1968, S. 179: “Und so können auch die, welche gegen ihn die Waffen erheben, nicht mit dem Verbrechen der Majestätsverletzung belastet werden. Dieses Verbrechen kann auch gegen das Gemeinwesen begangen werden ... Dessen Beschützer aber sind die Männer, die pflichtgemäß und im Vertrauen auf ihre Stellung dem Tyrannen engegentreten. In einem solchen Fall sind es offensichtlich nicht einzelne, sondern allesamt, nicht — meine ich — die Untertanen, sondern die Inhaber der Herrschaftsgewalt, die von ihrem Verwalter Rechenschaft über sein Tun verlangen.”.Google Scholar
  60. (22).
    Vgl. Brutus 1579, S. 152, 155; Hotman 1972, S. 254 f.; vgl. Dennert 1968, S. 155, 157, 241.Google Scholar
  61. (23).
    Anklänge finden sich bereits, wie besonders Skinner 1978, Bd. II, 320 ff. hervorhebt, bei Marsilius v. Padua, Bartolus, im Konziliarismus etc.; vgl. Ulimann 1975, S. 204 ff., 214 ff.; Wilks 1963; Walther 1976.Google Scholar
  62. (24).
    So z.B. bei Gierke 1880, S. 98 ff., 143 ff.; Treumann 1895.Google Scholar
  63. (25).
    Vgl. Brutus 1579, S. 46; Dennert 1968, S. 93.Google Scholar
  64. (26).
    Vgl. Brutus 1579, S. 65; Beza 1965, S. 40; vgl. Dennert 1968, S. 105, 12.Google Scholar
  65. (27).
    Brutus 1579, S. 185; vgl. Dennert 1968, S. 173.Google Scholar
  66. (28).
    Vgl. Brutus 1579, S. 210; vgl. Dennert 1968, S. 187.Google Scholar
  67. (29).
    Beza 1965, S. 41; vgl. Dennert 1968, S. 14: “Keinem Privatmann ist es erlaubt, sich mit offener Gewalt einem Tyrannen entgegenzustellen, dessen Herrschaft das Volk vorher freiwillig anerkannt hat.”.Google Scholar
  68. (30).
    Vgl. Beza 1965, S. 76, 40; Brutus 1579, S. 212; vgl. Dennert 1968, S. 45, 12, 189.Google Scholar
  69. (31).
    Vgl. Brutus 1579, S. 214; Dennert 1968, S. 190.Google Scholar
  70. (32).
    Vgl. Calvin, Institutio, Werke Bd. 1, S. 1122; vgl. dazu auch Wolzendorff 1916, S. 95 ff.Google Scholar
  71. (33).
    Vgl. Beza 1965, S. 76, 43 f.; Dennert 1968, S. 45, 16.Google Scholar
  72. (34).
    Brutus 1579, S. 47 f.; vgl. Dennert 1968, S. 94: “Wenn wir vom ganzen Volk sprechen, dann meinen wir die, welche vom Volk Vollmacht erhielten; die vom Volk gewählten Magistratspersonen, die unter dem König stehen, oder auf andere Weise bestimmte Männer, gleichsam Teilhaber an der Herrschaft und Aufseher des Königs, welche die Gemeinschaft des Volkes als Ganzes repräsentieren. Wir verstehen darunter auch die Ständeversammlungen, die nichts anderes sind als eine Auslese jedes Reichs und denen alle öffentlichen Angelegenheiten vorgetragen werden ... Diese sollen darauf sehen, daß die bürgerliche Gemeinschaft und die Kirche keinen Schaden leide. Ihre Mitglieder stehen als einzelne zwar unter dem König, als Gesamtheit aber stehen sie über ihm.”.Google Scholar
  73. (35).
    Vgl. Brutus 1579, S. 197; vgl. Dennert 1968, S. 180.Google Scholar
  74. (36).
    Vgl. Hotman 1972, S. 458, 452, 472, 476; vgl. Dennert 1968, S. 304, 305, 309, 311.Google Scholar
  75. (37).
    Brutus 1579, S. 234; Dennert 1968, S. 201: “Wenn ein Herrscher die abgesteckten Grenzen der Frömmigkeit und Gerechtigkeit gröblich verletzt, dann kann auch der Nachbar mit gutem Gewissen und berechtigterweise seine Grenzen überschreiten, nicht um in fremdes Gebiet einzudringen, sondern um jenen zum ordnungsgemäßen Einhalten seiner Grenzen zu nötigen. Wenn der fromme Herrscher diese Pflicht vergißt, handelt er gewissenlos und unbillig.”.Google Scholar
  76. (38).
    Vgl. Dennert 1968, S. XLIII; “the prevalence of Roman Law notions in the Monarchomachs” betont auch Giesey 1970, S. 53.Google Scholar
  77. (39).
    Vgl. Skinner 1978, Bd. II, S. 335.Google Scholar
  78. (1).
    Zum Verhältnis Bodins zu den Monarchomachen vgl. Salmon 1973, S. 364; zur Einordnung Bodins in das politische Denken des 16. Jhs. allg. Church 1941, S. 194 ff.Google Scholar
  79. (2).
    Der genaue Titel lautet: La response de maitre Jean Bodin au paradoxe de monsieur de Malestroit, Paris 1568.Google Scholar
  80. (3).
    Zu Bodins Biographie grundlegend: Chauviré 1914; knappe Überblicke in dt. Sprache bei Denzer 1968, S. 321 ff.; Niedhart 1976, S. 121 ff. — Die folgenden Ausführungen stützen sich im wesentlichen auf: Allen 1977, S. 394 ff.; Franklin 1973; Quaritsch 1970, S. 243 ff.; Dennert 1964, S. 56 ff.; Mesnard 1936, S. 473 ff.; Skinner 1978, Bd. II, S. 284 ff., sowie die Referate auf der intern. Bodin-Tagung in München 19 70, hrsg. von Denzer 1973. Textgrundlage ist der Faksimiledruck der Ausgabe der’ six livres de la République’ von 1583, Aalen 1977 (i.f. abgek. R).Google Scholar
  81. (4).
    Vgl. Lecler 1965, Bd. II, S. 109 ff.; Schnur 1962.Google Scholar
  82. (5).
    Allen 1977, S. 429; vgl. auch Schmitz 1939, S. 53 f.Google Scholar
  83. (6).
    Vgl. R, Préface; zu Bodins Verhältnis zu Macchiavelli vgl. Mesnard 1936, S. 474 f., 541 ff. — Daß Bodins Position zu einer weitreichenden “Absorption der Kirche durch den Staat” und damit zu einer Organisationsform führt, die bereits das Staatskirchentum Ludwigs XIV. antizipiert, zeigt Schmitz 1939, S. 21.Google Scholar
  84. (7).
    Vgl. Quaritsch 1970, S. 301.Google Scholar
  85. (8).
    Vgl. Schmitt 1934, S. 49.Google Scholar
  86. (9).
    Der Begriff der Souveränität selbst fehlt bei Calvin. “Mais l’idée est partout.” “Le grand principe, le dogme suprême de la théologie calviniste, c’est la souveraineté de Dieu” (Doumerge Bd. V, S. 387; Bd. IV, S. 361 ff.).Google Scholar
  87. (10).
    Vgl. Buddeberg 1937, S. 296. Der Wert dieser Studie wird allerdings eingeschränkt durch die zahllosen Kotaus vor der herrschenden NS-Ideologie, die die Arbeit durchziehen.Google Scholar
  88. (11).
    Vgl. Dennert 1973, S. 226; ders. 1964, S. 101 ff.Google Scholar
  89. (12).
    zit. n. Dennert 1964, S. 103.Google Scholar
  90. (13).
    Jouvenel 1955, S. 217.Google Scholar
  91. (14).
    Weber 1922, S. 30.Google Scholar
  92. (15).
    République, S. 432. Die Freiheit des Souveräns gegenüber dem positiven Recht unterliegt allerdings außer der gleich zu besprechenden naturrechtlichen Schranke zwei weiteren Schranken, auf die hier nur hingewiesen werden kann: der Souverän ist an die von ihm geschlossenen Verträge gebunden — pacta sunt servanda —, und er ist ferner den überkommenen ‘lois fondamentales’ unterworfen, namentlich den in der ‘lex salica’ festgelegten Regelungen der Thronfolge: vgl. République S. 134, 137, sowie Barudio 1981, S. 91 ff.Google Scholar
  93. (16).
    Weber 1922, S. 30.Google Scholar
  94. (17).
    Vgl. Brunner 1965, S. 107 ff., 133 ff., 253 u.ö.; Gurjewitsch 1978, S. 188 ff.; Quaritsch 1970, S. 107 ff.Google Scholar
  95. (18).
    Quaritsch 1970, S. 272.Google Scholar
  96. (19).
    Vgl. Barudio 1981, S. 204.Google Scholar
  97. (20).
    Zur Naturrechtskonzeption vgl. Chanteur 1973, S. 195 ff.Google Scholar
  98. (21).
    Vgl. Roellenbleck 1963, S. 345; ders. 1964; Chanteur 1973, S. 197 f., die auf die Nähe zu Thomas von Aquin hinweist.Google Scholar
  99. (22).
    So Dennert 1973, S. 217.Google Scholar
  100. (23).
    République, S. 133; vgl. S. 150, 156; Chanteur 1973, S. 208; Scheuner 1973, S. 386 f.Google Scholar
  101. (24).
    Vgl. Quaritsch 1970, S. 393.Google Scholar
  102. (25).
    Vgl. Euchner 1973, S. 269.Google Scholar
  103. (26).
    Dennert 1964, S. 69.Google Scholar
  104. (27).
    Vgl. Ulph 1947, S. 289 ff.; Wolfe 1972, S. 162 ff.; ders. 1968, S. 270 f.Google Scholar
  105. (28).
    Vgl. République, S. 140, 157, 877; Wolfe 1968, S. 276.Google Scholar
  106. (29).
    Vgl. République, S. 877 ff., 742 f., 913 ff., 893 f., 856, 19 ff., 29 ff.Google Scholar
  107. (30).
    Weber 1922, S. 684.Google Scholar
  108. (31).
    Vgl. Hinrichs 1973, S. 301.Google Scholar

Der preußische Absolutismus und das Allgemeine Landrecht von 1794

  1. (1).
    Vgl. Barudio 1981, S. 138 ff.Google Scholar
  2. (2).
    Vgl. Anderson 1978, S. 257 ff.; ders. 1979, S. 271 ff.; Brunner 1968, S. 213 ff., 225 ff.Google Scholar
  3. (3).
    Vgl. Wallerstein 1974, S. 90 ff.; Casanova / Parain 1977, S. 660 ff.; Carsten 1968, S. 123 ff.Google Scholar
  4. (4).
    Vgl. Moore 1974, S. 538.Google Scholar
  5. (5).
    Rosenberg 1966, S. 32 f.; vgl. ferner Lütge 1960, S. 188 ff.; Kellenbenz 1977, S. 234 ff.; Mottek 1971, Bd. I, S. 333 ff.; Carsten 1968, S. 135 ff.Google Scholar
  6. (6).
    Anderson 1979, S. 259; vgl. Schilfert 1975, S. 26.Google Scholar
  7. (7).
    Vgl. ebenda.Google Scholar
  8. (8).
    Anderson 1979, S. 246 f.Google Scholar
  9. (9).
    Vgl. Lütge 1960, S. 288.Google Scholar
  10. (10).
    Vgl. Opgenoorth 1971.Google Scholar
  11. (11).
    Vgl. Anderson 1979, S. 292 ff.; Oestreich 1968, S. 400 ff.; Schmoller o.J., S. 73 ff., 88 ff., 94 ff.; Carsten 1968, S. 149 ff.Google Scholar
  12. (12).
    Hintze 1967, S. 315.Google Scholar
  13. (13).
    Vgl. Schmoller o.J., S. 112.Google Scholar
  14. (14).
    Vgl. Hintze 1967, S. 318 ff.Google Scholar
  15. (15).
    Vgl. Schmoller o.J., S. 136 ff.; Hubatsch 1973, S. 152 ff.; Härtung 1961, S. 190 ff.Google Scholar
  16. (16).
    Vgl. Anderson 1979, S. 303; Oestreich 1968, S. 434; Hubatsch 1973, S. 144.Google Scholar
  17. (17).
    Vgl. ebenda, S. 120.Google Scholar
  18. (18).
    zit. n. ebenda, S. 164.Google Scholar
  19. (19).
    zit. n. Rosenberg 1966, S. 188.Google Scholar
  20. (20).
    So z.B. bei Justi, einem führenden Vertreter des Kämeralismus: “Ein wohl eingerichteter Staat muß vollkommen einer Maschine ähnlich seyn, wo alle Räder und Triebwerke auf das genaueste in einander passen, und der Regent muß der Werkmeister, die erste Triebfeder oder die Seele seyn, wenn man so sagen kann, die alles in Bewegung setzet” (1764, Bd. Ill, S. 86 f.). Vom “Maschinenwesen der Staatsverfassung” spricht auch noch Kant, Metaphysik der Sitten, A 212 / B 241.Google Scholar
  21. (21).
    Vgl. Wunder 1974, S. 463.Google Scholar
  22. (22).
    Vgl. Büsch 1962, S. 73.Google Scholar
  23. (23).
    Vgl. ebenda, S. 157 ff.; Oestreich 1968, S. 457.Google Scholar
  24. (24).
    Vgl. ebenda, S. 457; ebenso Mittenzwei 1972, S. 90 f.Google Scholar
  25. (25).
    Rosenberg 1966, S. 43.Google Scholar
  26. (26).
    Vgl. Hartung 1961, S. 154; von Aretin 1974, S. 42.Google Scholar
  27. (27).
    Vgl. Mittenzwei 1972, S. 104; Schilfert 1975, S. 167 ff.Google Scholar
  28. (28).
    Vgl. Büsch 1962, S. 147 ff., 156 sowie Müller 1964, S. 629 ff.Google Scholar
  29. (29).
    Vgl. Koselleck 1975, S. 83.Google Scholar
  30. (30).
    Vgl. Büsch 1962, S. 5.Google Scholar
  31. (31).
    Vgl. Koselleck 1975, S. 125.Google Scholar
  32. (32).
    Vgl. Schwieger 1971, S. 182.Google Scholar
  33. (33).
    Vgl. Hoffmann 1969, S. 47.Google Scholar
  34. (34).
    Vgl. Schwieger 1971, S. 218.Google Scholar
  35. (35).
    Vgl. Fischer 1955, S. 39.Google Scholar
  36. (36).
    Vgl. Hoffmann 1969, S. 58 f. Zur dezentralisierten und zentralisierten Manufaktur vgl. Krüger 1958, S. 192 ff. bzw. 206 ff.Google Scholar
  37. (37).
    Vgl. Hoffmann 1969, S. 28.Google Scholar
  38. (38).
    Vgl. Hubatsch 1973, S. 60.Google Scholar
  39. (39).
    Vgl. Oestreich 1968, S. 457.Google Scholar
  40. (40).
    Vgl. Mittenzwei 1979, S. 122; Schwieger 1971, S. 291.Google Scholar
  41. (41).
    Vgl. ebenda, S. 35.Google Scholar
  42. (42).
    Vgl. Hintze 1967, S. 19.Google Scholar
  43. (43).
    Rachel 1931, S. 12.Google Scholar
  44. (44).
    Vgl. Hubatsch 1973, S. 69; Mittenzwei 1972, S. 59 ff.; Baumgart 1979a, S. 309 ff.Google Scholar
  45. (45).
    Vgl. Sellin 1976, S. 102.Google Scholar
  46. (46).
    Friedrich der Große 1920, S. 38. Zu Friedrichs Verhältnis zur Aufklärung vgl. auch Baumgart 1979b, S. 143 ff.Google Scholar
  47. (47).
    Roscher, zit. n. Sellin 1976, S. 88.Google Scholar
  48. (48).
    Vgl. ebenda, S. 104.Google Scholar
  49. (49).
    Zur Vorbildfunktion Westeuropas, besonders Hollands und Englands vgl. Johnson 1975, S. 271 ff.; Bluche 1968, S. 341 ff.; Mittenzwei 1979, S. 129 ff.; von Aretin 1974, S. 23.Google Scholar
  50. (50).
    Vgl. Johnson 1975, S. 279.Google Scholar
  51. (51).
    Svarez, zit. n. Hubatsch 1973, S. 221.Google Scholar
  52. (1).
    Zur Unterscheidung zwischen älterem (=absolutistischem) und jüngerem (=bürgerlich-liberalem) Naturrecht in Deutschland vgl. Klippel 1976, S. 14 f. Zum Begriff des ‘preußischen Naturrechts’ vgl. Dilthey 1936, Bd. XII, S. 152 ff.Google Scholar
  53. (2).
    Vgl. Wieacker 1967, S. 277.Google Scholar
  54. (3).
    Über den Einfluß des preußischen Naturrechts auf die Kodifikation vgl. allg. Wieacker 1967, S. 32 8 ff.; Dilthey 1936, Bd. XII, S. 155 ff.; Voltelini 1910, S. 65 ff.; über den Einfluß Pufendorfs, Thomasius und Wolffs vgl. die Beiträge von Denzer, Rüping und Thomann in Thieme 1979, S. 62 ff., 76 ff., 121 ff. Für Wolff vgl. auch noch Birtsch 1978, S. 59 ff.Google Scholar
  55. (4).
    Vgl. Pufendorf, De jure naturae III, 2, § 3.Google Scholar
  56. (5).
    Vgl. ebenda, III, 2, § 8.Google Scholar
  57. (6).
    Vgl. Wolff, Jus Naturae I, §§ 146, 81.Google Scholar
  58. (7).
    Val. ders., Institutiones §§ 141, 46, 115; Jus Naturae VIII, § 422; VII, §§ 254 ff.; VIII, § 430; vgl. auch Bachmann 1977, S. 107 f.Google Scholar
  59. (8).
    Wolff, Institutiones § 74.Google Scholar
  60. (9).
    Vgl. Oestreich 1966, S. 38; Denzer 1972, S. 28; Welzel 1958, S. 49; Cassirer 1922, S. 493; Bachmann 1977, S. 255;.Google Scholar
  61. (10).
    Vgl. die Untersuchung von Othmer 1970.Google Scholar
  62. (11).
    Vgl. Thomann in Thieme 1979, S. 129 f.; ders. in Wolff, Institutiones, Einl., S. XXXIV.Google Scholar
  63. (12).
    Zum Begriff der alteuropäischen societas civilis vgl. ausführlicher weiter unten, Buch II, 1. Kapitel (1).Google Scholar
  64. (13).
    Vgl. Klippel 1976, S. 94. 96; ähnlich auch Bloch 1972, S. 65 f.Google Scholar
  65. (14).
    Vgl. Pufendorf, De jure naturae II, 3, § 14.Google Scholar
  66. (15).
  67. (16).
    Vgl. ebenda, I, 1, § 8.Google Scholar
  68. (17).
    Vgl. Denzer 1972, S. 99 ff.Google Scholar
  69. (18).
    Vgl. Thomasius, Institutiones jurisprudentiae divinae, Frankfurt und Leipzig 1688, Neudruck 1963; zum Wandel von Thomasius’ Auffassungen vgl. Röd 1970, S. 151 ff.Google Scholar
  70. (19).
    Thomasius, Fundamenta I, 3, § 55.Google Scholar
  71. (20).
    Vgl. ebenda.Google Scholar
  72. (21).
    ders., Kleine Teutsche Schriften 1701, S. 94.Google Scholar
  73. (22).
    Vgl. ders., Fundamenta I, 6, § 21: “Facienda esse, quae vitam hominum reddunt et maxime diuturnam et felicissimam; et evitanda, quae vitam reddunt infelicem et mortem accelerant.”.Google Scholar
  74. (23).
    Brückner 1977, S. 184 f.; vgl. auch Rüping 1968, S. 44 ff.; Röd 1970, S. 171 ff.Google Scholar
  75. (24).
    Wolff, Vernünftige Gedancken, 1975, § 11.Google Scholar
  76. (25).
    Vgl. ders., Jus Naturae I, §§ 71, 72; Bachmann 1977, S. 98 f.Google Scholar
  77. (26).
    “Die Pflicht ist eher als das Recht, d.h. irgendeine Pflicht muß gegeben sein, bevor ein Recht formuliert werden kann”: Wolff, Jus Naturae I, § 24 (Herv.i.O. gestr.).Google Scholar
  78. (27).
    “Kein Mensch hat das Recht, ohne Einschränkung zu tun, was ihm beliebt”, ebenda I, § 148.Google Scholar
  79. (28).
    Vgl. Pufendorf, De jure naturae VII, 2, §§ 7,8; Thomasius, Institutiones III, 6, 26-29; Wolff, Jus Naturae VIII, §§ 28, 37, 38; vgl. Welzel 1958, S. 65 f.; Rüping 1968, S. 63 ff.; Denzer 1972, S. 165 ff.; Bachmann 1977, S. 130 ff.Google Scholar
  80. (29).
    “Wenn jemals gesagt wird, das Volk habe, obwohl es sich in Knechtschaft begeben habe, dennoch nicht alles Recht verloren, für sich Freiheit und Sicherheit zu fordern, so kann dies nicht anders verstanden werden, als daß das Volk sich gegen die äußerste und zudem ungerechte Gewalt des Fürsten verteidigen kann; welche Verteidigung, wenn sie Erfolg hat, die Freiheit mit sich führt”: Pufendorf, De jure naturae VII, 8, § 6.Google Scholar
  81. (30).
    “Wenn Fürsten, die dem Volk unterstehen, sich gegen die Grundgesetze und den Staat vergehen, so kann das Volk ihnen mit Gewalt Widerstand leisten. Denn wenn nämlich die Fürsten dem Volk unterstehen, liegt die höchste Gewalt nicht bei ihnen, sondern beim Volk, weshalb sie auch die Gewalt nicht anders anwenden dürfen, als gemäß den Grundgesetzen und dem Gemeinwohl”, Wolff, Jus Naturae VIII, § 1054.Google Scholar
  82. (31).
    Vgl. Pufendorf, De jure naturae VI, 1, § 11; 3, § 4 ff. Thomasius, Fundamenta III, 5; Wolff, Jus Naturae VIII, §§ 236 ff., 633 ff., 1080 ff., 1147 ff.Google Scholar
  83. (32).
    Vgl. Link 1979, S. 91.Google Scholar
  84. (33).
    Vgl. Klippel 1976, S. 15, 104 ff.Google Scholar
  85. (34).
    Vgl. Pufendorf, De jure naturae III, 4, § 9.Google Scholar
  86. (35).
    Vgl. ebenda VII, 6, §§ 2, 3.Google Scholar
  87. (36).
    Vgl. ebenda III, 4, § 6; VIII, 1, § 1; vgl. Röd 1970, S. 94; Link 1979, S. 119.Google Scholar
  88. (37).
    Vgl. Denzer 1972, S. 199.Google Scholar
  89. (38).
    Vgl. Thomasius, Institutiones I, 110 f.; Rüping 1968, S. 65; Röd 1970, S. 175 f.; Link 1979, S. 122 ff.Google Scholar
  90. (39).
    “Die natürliche Freiheit bleibt also im Hinblick auf die übrigen Handlungen unbeschränkt”, Wolff, Jus Naturae VIII, § 47.Google Scholar
  91. (40).
    Vgl. ebenda, § 89.Google Scholar
  92. (41).
    Ders., Vernünftige Gedancken, 1975, § 269.Google Scholar
  93. (42).
    Ebenda, § 253.Google Scholar
  94. (43).
    Ebenda, § 441.Google Scholar
  95. (44).
    Vgl. Brückner 1977, S. 219 ff.Google Scholar
  96. (45).
    Vgl. Wolff, Vernünftige Gedancken, 1975, § 476 ff.Google Scholar
  97. (46).
    Vgl. ebenda,§§ 379, 387 ff., 351 ff.; ders., Jus Naturae VIII, § 456.Google Scholar
  98. (47).
    Ders., Vernünftige Gedancken, 1975, § 264.Google Scholar
  99. (48).
    Dilthey 1936, Bd. XII, S. 183.Google Scholar
  100. (1).
    Vgl. Dilthey 1936, Bd. XII, S. 131 f.Google Scholar
  101. (2).
    Corpus Juris Fridericianum 1781, S. XII f.Google Scholar
  102. (3).
    Zur Geschichte dieser Auseinandersetzungen vgl. Heuer 1960, S. 193 ff.Google Scholar
  103. (4).
    Vgl. Wieacker 1967, S. 321 f.Google Scholar
  104. (5).
    Vgl. Svarez 1960; Klein 1790.Google Scholar
  105. (6).
    Vgl. Koselleck 1975, S. 31. Kosellecks Interpretation schließt im wesentlichen an Tocqueville an, der über das ALR schreibt: “Dieses Gesetzbuch ist eine wahre Verfassung im eigentlichen Sinne dieses Wortes; es hat nicht nur den Zweck, die Beziehungen der Bürger untereinander, sondern auch die Beziehungen der Bürger zum Staat zu regeln: es ist zugleich ein Zivil-,ein Strafgesetzbuch und eine Verfassung. Es beruht oder scheint vielmehr zu beruhen auf einer gewissen Anzahl allgemeiner Prinzipien, die in einer sehr philosophischen und sehr abstrakten Form ausgedrückt und in vielfacher Hinsicht denjenigen ähnlich sind, die wir in der Erklärung der Menschenrechte in der Verfassung von 1791 finden”, Tocqueville 1978, S. 222. Daß dieser “ganz moderne(n) Kopf” freilich noch auf einem “ganz mittelalterlichen Rumpf” sitzt, ist Tocqueville ebenfalls nicht entgangen: vgl. ebenda, S. 223 f.Google Scholar
  106. (7).
    Vgl. dazu ausführlicher Birtsch 1968, S. 106 ff.Google Scholar
  107. (8).
    Svarez 1960, S. 217 f.Google Scholar
  108. (9).
    Ebenda, S. 216.Google Scholar
  109. (10).
    Ebenda, S. 219.Google Scholar
  110. (11).
    Vgl. Conrad 1965, S. 14.Google Scholar
  111. (12).
    Vgl. Koselleck 1975, S. 25; Conrad 1965, S. 26.Google Scholar
  112. (13).
    Svarez 1960, S. 635.Google Scholar
  113. (14).
    So aber Thieme 1965/66, S. 7; “Akte revolutionärer Umgestaltung” meint auch Wieacker 1967, S. 324 zu sehen.Google Scholar
  114. (15).
    Vgl. Birtsch 1978, S. 100.Google Scholar
  115. (16).
    Vgl. Svarez 1960, S. 475.Google Scholar
  116. (17).
    Vgl. ebenda.Google Scholar
  117. (18).
    Ebenda, S. 479.Google Scholar
  118. (19).
    Ebenda, S. 480.Google Scholar
  119. (20).
    Koselleck 1975, S. 39.Google Scholar
  120. (21).
    Vgl. dazu auch Heuer 1960, S. 114.Google Scholar
  121. (22).
    Svarez 1960, S. 252.Google Scholar
  122. (23).
    Birtsch 1978, S. 62.Google Scholar
  123. (24).
    Svarez 1960, S. 467.Google Scholar
  124. (25).
    Ebenda, S. 313.Google Scholar
  125. (26).
    Vgl. Birtsch 1969, S. 273, 276.Google Scholar
  126. (27).
    Conrad 1958, S. 41. Einen “Ansatz zum Konstitutionalismus” sieht auch Kleinheyer 1959, S. 146, ohne für diese These freilich mehr Belege beibringen zu können als Conrad.Google Scholar
  127. (28).
    Birtsch 1968, S. 111.Google Scholar
  128. (29).
    Vgl. ebenda.Google Scholar
  129. (30).
    Vgl. ebenda, S. 105; zum Machtspruchverbot vgl. Conrad 1965, S. 18; Kleinheyer 1959, S. 87.Google Scholar
  130. (31).
    Vgl. Heuer 1960, S. 142.Google Scholar
  131. (32).
    Vgl. Birtsch 1968, S. 114.Google Scholar
  132. (33).
    Vgl. Conrad 1965, S. 22 ff.Google Scholar
  133. (34).
  134. (35).
    Vgl. Hattenhauer 1970, S. 31.Google Scholar
  135. (36).
    Birtsch 1978, S. 68.Google Scholar
  136. (37).
    Wieacker 1967, S. 333.Google Scholar

Patrimonialismus, Naturrecht und Rationalisierung

  1. (1).
    Vgl. Weber 1922, S. 30.Google Scholar
  2. (2).
    Tocqueville 1976, S. 584.Google Scholar
  3. (3).
    Ebenda, S. 6 f.Google Scholar
  4. (4).
    Ders. 1978, S. 36.Google Scholar
  5. (5).
    Elias 1976, Bd. 2, S. 204 ff., 224 ff.Google Scholar
  6. (6).
    Weber 1922, S. 130.Google Scholar
  7. (7).
    Tocqueville 1978, S. 78; ders. 1976, S. 813.Google Scholar
  8. (8).
    Vgl. Barudio 1981, S. 377 ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1983

Authors and Affiliations

  • Stefan Breuer

There are no affiliations available

Personalised recommendations