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Naturrecht und Religion im okzidentalen Feudalismus

  • Stefan Breuer
Chapter
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Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 42)

Zusammenfassung

Das erste Problem, das sich jeder sozialgeschichtlichen Interpretation des Naturrechts stellt, die mit dem Mittelalter einsetzt, ist auch schon die erste Barriere, an der sie zu scheitern droht. Das feudale Naturrecht ist religiöses Naturrecht; die Religion aber, mit der wir es zu tun haben — das Christentum — ist kein Spezifikum der feudalen Welt, weist vielmehr in beiden Richtungen der Zeitachse weit über diese hinaus und scheint sich somit jeder sozialhistorischen Zuordnung zu entziehen. Hat nicht das Christentum, wie die zivilisatorischen Leistungen der Kirche oder des Mönchtums belegen, gegenüber den archaischen und primitiveren Formen des Mittelalters einen ungeheuren Vorsprung gehabt, einen kulturellen Überschuß, der, weit davon entfernt, von der feudalen Produktionsweise determiniert zu werden, umgekehrt deren Richtung reguliert hat? Ist nicht die eindrucksvolle Kontinuität, die die Kirche von der Urgemeinde über die Wirren der Völkerwanderung bis in die Auseinandersetzungen des Reformationszeitalters durch allen Wandel hindurch bewahrt hat, ein unwiderlegliches Argument gegen alle Versuche, sie aus eben diesem Wandel erklären zu wollen? Und ist nicht der Sache selbst eher die gegenteilige Auffassung angemessen, wie sie am klarsten von Hegel vorgetragen wurde: daß nämlich mit dem Christentum eine Epochenschwelle in der Geschichte der Menschheit erreicht worden sei, ein Angelpunkt, der die Weltgeschichte in ein “bis hierher und von daher” teile, wobei das “von daher” sinnvoll nur als Geschichte der Realisierung der Religion zu verstehen sei, als Verwirklichung des Prinzips, das mit dem Christentum in die Welt getreten sei (1)?

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Anmerkungen

Die gesellschaftliche Formbestimmtheit des Christentums

  1. (1).
    Hegel, Philosophie der Geschichte, Werke Bd. 12, S. 386.Google Scholar
  2. (2).
    Vgl. Weber 1972, S. 17 ff.; Jellinek 1964, S. 1 ff.; Troeltsch 1925, S. 166 ff.; zu den Beziehungen zwischen religiöser Disziplin und Fabrikdisziplin vgl. Treiber / Steinert 1980.Google Scholar
  3. (3).
    Hegel, Philosophie der Geschichte, Werke Bd. 12, S. 405.Google Scholar
  4. (4).
    Marx, Kapital I, MEW Bd. 23, S. 393; ders., Kritik des hegelschen Staatsrechts, MEW Bd. 1, S. 241.Google Scholar
  5. (5).
    Weber 1922, S. 275 ff.Google Scholar
  6. (6).
    Hegel, Philosophie der Geschichte, Werke Bd. 12, S. 386.Google Scholar
  7. (7).
    Ebenda, S. 397. Zum folgenden vgl. ausführlicher Colletti 1976, S. 229 ff.Google Scholar
  8. (8).
    Hegel, Enzyklopädie I, Werke Bd. 8, S. 312 (§ 163).Google Scholar
  9. (9).
    Marx, Theorien über den Mehrwert, MEW Bd. 26.3, S. 441.Google Scholar
  10. (10).
    Ders., Kapital I, MEW Bd. 23, S. 93.Google Scholar
  11. (11).
  12. (12).
    Ders., Theorien über den Mehrwert, MEW Bd. 26.3, S. 442.Google Scholar
  13. (13).
    Ders., Grundrisse, S. 26.Google Scholar
  14. (14).
    Müller 1975, S. 8, 24; ders. 1977, S. 118 ff.Google Scholar
  15. (15).
    Marx, Grundrisse, S. 134.Google Scholar
  16. (16).
    Vgl. Polanyi 1979, S. 387 ff.Google Scholar
  17. (17).
    Vgl. Humphreys 1978, S. 71 f.; 136 ff.Google Scholar
  18. (18).
    Vgl. Brockmeyer 1972, S. 110; Bleicken 1978, Bd. 2, S. 68.Google Scholar
  19. (19).
    Tocqueville 1976, S. 508.Google Scholar
  20. (20).
    Vgl. Theißen 1979, S. 270.Google Scholar
  21. (21).
    Zu den verschiedenen Bestimmungen des Geldes, die Marx als erster begrifflich entfaltet hat, vgl. ausführlich Müller 1977, S. 46 ff. und 60 ff.; von einem’ substantialistischen’ Ansatz her, jedoch ohne sich mit Marx auseinanderzusetzen, kommt Polanyi 1979, S. 317 ff. in mancher Hinsicht zu ähnlichen Ergebnissen. — Die ‘metaphysischen’ Implikationen der Wertformanalyse werden weiter unten ausführlicher dargestellt: vgl. Zweites Buch, 3. Kapitel, 4. Abschnitt.Google Scholar
  22. (22).
    Daß das frühe Christentum starke Analogien zu millenaristischen Bewegungen aufweist, zeigen Isenberg 1974, S. 26 ff. und v.a. Gager 1979, S. 88 ff. Die an dieser Interpretation von Malherbe 1979, S. 194 ff. im Anschluß an Judge 1979, S. 148 ff. geübte Kritik, daß das frühe Christentum eher eine von lokalen Standespersonen geförderte’ scholastische Gemeinschaft’ mit starker Affinität zu den griechischen Philosophenschulen gewesen sei, geht m.E. an Gagers Argumentation vorbei, da dieser sich erstens hauptsächlich auf die Zeit vor der Mission bezieht, während Judge die Sozialstruktur der paulinischen Gemeinden vor Augen hat, und zweitens durchaus anerkennt, “daß die frühesten Gläubigen nicht unbedingt aus den untersten sozialen und ökonomischen Schichten kamen” (S. 99). Daß Deprivation ein relativer Begriff ist, sollte sich auch in der Religionssoziologie langsam herumgesprochen haben. — Zur Soziologie des Frühchristentums vgl. auch Judge 1964; Gager 1975; Malherbe 1977.Google Scholar
  23. (23).
    Vgl. Hengel 1961; Theißen 1979, S. 83 ff.; 206 ff.Google Scholar
  24. (24).
    Vgl. Maier 1968, S. 63; Büttner / Werner 1959.Google Scholar
  25. (25).
    Troeltsch 1925, S. 124.Google Scholar
  26. (26).
    Vgl. Theißen 1979, S. 79 ff., 267 ff.Google Scholar
  27. (27).
    Vgl. Fromm 1930, S. 341; Bloch 1973, S. 135 ff. Am besten herausgearbeitet ist der anomische Zustand der jüdisch-palästinischen Gesellschaft im 1. Jh. v. Chr. bei Theißen 1979, S. 202 ff., der auf’ soziopolitischer Ebene’ den Konflikt zwischen den Organisationsformen der hellenistischen Poleis und der römischen Provinzial-verwaltung sowie zwischen aristokratischen und theokratischen Elementen im jüdischen Tempelstaat beschreibt, auf’ sozioökonomischer Ebene’ die Zerrüttung durch überhöhte Besteuerung, Konzentration von Landbesitz und soziale Entwurzelung, auf’ sozioökologischer’ Ebene das Problem einer möglichen Überbevölkerung erörtert und schließlich auf’ soziokultureller Ebene’ die Bedrohung der Identität der jüdischen Gesellschaft durch die politische Unterwerfung und die damit verbundene Möglichkeit eines Verlusts der religiösen und kulturellen Eigenständigkeit darstellt. Zur Entwicklung Palästinas vgl. außerdem Kippenberg 1978; Alfaric 1963; Kreissig 1970; Zeitlin 1967; Jeremias 1924; Grant 1926.Google Scholar
  28. (28).
    Marx, Grundrisse, S. 134 f.Google Scholar
  29. (29).
    Vgl. Weber 1924, S. 271 und 176.Google Scholar
  30. (30).
    Böhme 1977, S. 35; zur ‘Überanstrengung’ der stadtstaatlichen Strukturen in der Spätphase der Republik vgl. auch Dahlheim 1977, bes. S. 283 ff.Google Scholar
  31. (31).
    Vgl. Finley 1977, S. 99 ff.Google Scholar
  32. (32).
    Vgl. Böhme 1977, S. 59 ff.; Bleicken 1978, Bd. 2, S. 88 ff.; Anderson 1978, S. 98 ff.Google Scholar
  33. (33).
    Weber 1924, S. 276 f.Google Scholar
  34. (34).
    Vgl. Maier 1968, S. 44 ff.Google Scholar
  35. (35).
    Vgl. Jones 1971, S. 355.Google Scholar
  36. (36).
    Troeltsch 1925, S. 89.Google Scholar
  37. (37).
    Vgl. Flückiger 1954, S. 351.Google Scholar
  38. (38).
    Vgl. Weber 1924, S. 308.Google Scholar
  39. (39).
    Troeltsch 1919, S. 41.Google Scholar

Das relative Naturrecht der Kirche

  1. (1).
    Vgl. Troeltsch 1925, S. 156 ff.Google Scholar
  2. (2).
    Eine enge Beziehung zum natürlichen Sittengesetz, wie es von der späteren Naturrechtslehre entwickelt wird, findet sich in Dt.30, 11–14 sowie in Tob.4, 6 wo eine negative Fassung der ‘goldenen Regel’ auftaucht: “Was du nicht willst, das man dir tue, das tu einem andern auch nicht”. Für das Alte Testament gilt gleichwohl, daß die Gesetze des Alten Bundes nur dem Bundesvolk Israel gegeben waren und keineswegs allen Menschen; das von Jahve verheißene messianische Reich bezieht sich allein auf die jüdische “Pariagemeinschaft”, die “aus ihrer Pariastellung zur Herrenstellung in der Welt” erlöst werden soll (Weber 1922, S. 282). — Das Wort Jesu in Matth. 7,12 bietet zwar eine positive Formulierung der ‘goldenen Regel’, die zusammen mit Römer 2,14-16 durchaus für eine christliche Naturrechtslehre fruchtbar gemacht werden kann, doch setzt die christliche Offenbarung gleichzeitig alles Natürliche in so krassen Gegensatz zu Gott, daß daraus kein Maßstab des Handelns entwickelt werden kann. Der Grundgedanke der Predigt Jesu ist die Ankündigung der großen Endentscheidung, des Kommens der Gottesherrschaft; und gegenüber diesem als unmittelbar bevorstehend gedachten Ereignis verlieren die Ordnungen dieser Welt ebenso ihr Gewicht wie das natürliche Gesetz. Die scharfe Kritik, die H. Reiner an Flückiger geübt hat, wird man von daher relativieren müssen: vgl. Flückiger 1954, S. 292 ff., 284 ff.; Reiner 1954/55.Google Scholar
  3. (3).
    Troeltsch 1925, S. 170.Google Scholar
  4. (4).
    Zum Naturrecht der Stoa vgl. ders. 1919, S. 52 ff. Flückiger 1954, S. 186 ff.Google Scholar
  5. (5).
    Vgl. Tertullian, Apologetikum 38, wo es im Anschluß an die zitierte Feststellung weiter heißt: “Wir erkennen nur ein einziges Gemeinwesen für alle an, die Welt” (1915, S. 140). Zum Hintergrund vgl. Maier 1968, S.70.Google Scholar
  6. (6).
    Zum Begriff der ‘zweiten Natur’, der später bei Hegel zentral wird, vgl. Tertullian, De anima, 41.2, zit.n. Flückiger 1954, S. 286.Google Scholar
  7. (7).
    Zur Eigentumslehre der Kirchenväter vgl. ebda., S. 334ff.Google Scholar
  8. (8).
    Troeltsch 1919, S. 173 ff.; zum Gesamtkomplex vgl.ebenda, S. 52 ff., 162 ff.; ders. 1925, S. 156 ff., 166 ff.Google Scholar
  9. (9).
    Southern 1976, S. 1.Google Scholar
  10. (10).
    Troeltsch 1919, S. 206 ff.Google Scholar
  11. (11).
    Vgl. Ulimann 1960, S. 390 ff. Ullmann sieht in der Idee der ‘justitia’ eine Wurzel späterer Naturrechtskonzeptionen: vgl. ebenda, S. 400.Google Scholar
  12. (12).
    Vgl. ebenda, S. 621 ff.Google Scholar
  13. (13).
    Vgl. ebenda, S. 613.Google Scholar
  14. (14).
    Troeltsch 1919, S. 223.Google Scholar
  15. (15).
    Hegel, Philosophie der Geschichte, Werke Bd. 12, S. 392, 397.Google Scholar
  16. (16).
    Troeltsch 1919, S. 86.Google Scholar
  17. (17).
    Vgl. Dhondt 1968, S. 116; Ginzburg 1980, S. 231.Google Scholar
  18. (18).
    Vgl. Thomas 1973, S. 48 f.; zur Fortwirkung des magischen Denkens auch Gurjewitsch 1978, S. 352 ff.; Delumeau 1971, S. 227 ff.; zur Bedeutung des analogischen Denkens in Magie und Religion vgl. die Bemerkungen von Godelier 1973, S. 273 ff.Google Scholar
  19. (19).
    Hegel, Philosophie der Geschichte, Werke Bd. 12, S. 460.Google Scholar
  20. (20).
    Gierke 1881, Bd. III, S. 544 f.Google Scholar
  21. (21).
    Vgl. Thomas von Aquin, Summa theologica (i.f.abgek. S.th.), I 2, qu.91.1–91.3, ausf. qu. 9 3–95. Zur Geschichte dieser auf Augustinus zurückgehenden Unterscheidung vgl. Schubert 1924; Demmer 1961; Schilling 1914. Die Weiterentwicklung der Naturrechtslehre in der Scholastik ist dargestellt bei Grabmann 1926; Lottin 1931; für die Legisten und Dekretisten von Irnerius bis Accursius und von Gratian bis Johannes Teutonicus vgl. Weigand 1967.Google Scholar
  22. (22).
    S.th.I 2, qu. 94.2 Vgl. dort auch die weiteren Bestimmungen des Naturgesetzes: die “inclinatio homini ad bonum secundum naturam in qua communicat cum omnibus substantiis”; die “inclinatio ad aliqua magis specialia, secundum naturam in qua communicat cum ceteris animalibus”; und die “inclinatio ad bonum secundum naturam rationis, quae est sibi propria: sicut homo habet naturalem inclinationem ad hoc quod veritatem cognoscat de Deo, et ad hoc quod in societate vivat”.Google Scholar
  23. (23).
    Vgl. Welzel 1960, S. 57 ff.; Wolf 1964, S. 90 ff.; Gierke 1881, Bd. III, S. 514 ff.; Flückiger 1954, S. 447 ff.Google Scholar
  24. (24).
    Bellah 1973, S. 284 ff. unterscheidet die ‘historischen Religionen’–Buddhismus, Islam, Judentum, Christentum u.a. — von den ‘archaischen Religionen’ einerseits und der ‘frühmodernen Religion’ andererseits. Ihre Kennzeichen sind: dualistische Weltsicht, Universalismus, Transzendentalismus etc.Google Scholar
  25. (25).
    Vgl. S.th. I 2, qu. 93.1; 96.4; II 2 qu.66.2. In der Behauptung, daß schon im Urstand nicht Gleichheit unter den Menschen bestanden habe, sondern Rangverschiedenheit, unterscheidet sich Thomas vom stoisch-altchristlichen Naturrecht, wie er überhaupt den Gegensatz zwischen prä-und postlapsarischem Zustand weniger als Gegensatz zwischen absolutem und relativem Naturrecht interpretiert, denn als Verlust der übernatürlichen Gnadenvollkommenheit einer mystischen Gottesgemeinschaft: vgl. Flückiger 1954, S. 461; Troeltsch 1919, S. 258 f.Google Scholar
  26. (26).
    S.th. I 2, qu. 93.6.Google Scholar
  27. (27).
    Vgl. die Darstellung bei Troeltsch 1919, S. 256 ff.Google Scholar
  28. (28).
    Vgl. Thomas von Aquin 1975, 1.Buch, 14.Kap., S.54 ff.Google Scholar
  29. (29).
    Vgl.ders., Summa contra gentiles (i.f.S.c.G.) III, 147.Google Scholar
  30. (30).
    Troeltsch 1919, S. 271 f.Google Scholar
  31. (31).
    S.c.G. III, 64-70.Google Scholar
  32. (32).
    Hegel, Geschichte der Philosophie, Werke Bd.19, S. 588.Google Scholar
  33. (33).
    Troeltsch 1919, S. 273, 272.Google Scholar
  34. (34).
    S.th.I 2, qu.84.5;vgl. Villey 1975, S.130; Matz 1972, S. 134 f.Google Scholar
  35. (35).
    Vgl. S.c.G. III, 123.Google Scholar
  36. (36).
    S.th. I 2, qu. 96.5.Google Scholar
  37. (37).
    S.th. II 2, qu.66.2; I 2, qu. 94.5.Google Scholar
  38. (38).
    S.th. II 2, qu.63.3.Google Scholar
  39. (39).
    Vgl. S.th.II 2, qu. 32.1; qu.78.1.Google Scholar
  40. (40).
    S.th. II 2, qu.78.1.Google Scholar
  41. (41).
    Vgl. Thomas 1975, 2. Buch, 3. Kap., S. 68.Google Scholar
  42. (42).
    Vgl. S.th. II 2, qu. 77.3.Google Scholar
  43. (43).
    ebenda, qu.77.4.Google Scholar
  44. (44).
    Vgl. Gilchrist 1969, S. 60.Google Scholar
  45. (45).
    Vgl. Ullmann 1975, S. 180.Google Scholar
  46. (46).
    Vgl. S.th. I, qu.96.4.Google Scholar
  47. (47).
    Vgl. Thomas 1975, I.Buch, 15.Kap., S. 57 ff.Google Scholar
  48. (48).
    Ullmann 1975, S. 184 f.Google Scholar
  49. (49).
    Marx, Grundrisse S. 376.Google Scholar
  50. (50).
    Vgl. Godelier 1973, S. 267 ff.Google Scholar
  51. (51).
    S.th. I 2, qu. 91.2.Google Scholar
  52. (52).
    Ebenda, qu. 91.3.Google Scholar
  53. (53).
    Horkheimer o.J., S. 121.Google Scholar
  54. (54).
    Marx, Grundrisse, S. 402.Google Scholar
  55. (55).
    Hegel, Geschichte der Philosophie II, Werke Bd.19, S. 535.Google Scholar

Das absolute Naturrecht der Häresien

  1. (1).
    Vgl. Grundmann 1935, S. 476 ff.; ders. 1967, S. 8 ff.; Borst 1953, S. 71 ff.;Werner 1975, S. 15 ff.; Lambert 1977, S. 7 ff.Google Scholar
  2. (2).
    Vgl. Grundmann 1967, S. 15 ff.; Cohn 1961, S. 39 ff.; Werner 1962, S. 383 ff.; Lambert 1977, S. 49 ff.Google Scholar
  3. (3).
    Vgl. Borst 1953, S. 156.Google Scholar
  4. (4).
    Vgl. ebenda, S. 214 ff.Google Scholar
  5. (5).
    Vgl. Violante 1968, S. 184; Lambert 1977, S. 118.Google Scholar
  6. (6).
    Vgl. Koch 1962, S. 16.Google Scholar
  7. (7).
    Vgl. Lambert 1977, S. 85 f.Google Scholar
  8. (8).
    Vgl. Grundmann 1967, S. 26 ff.; Borst 1953, S. 98 ff.Google Scholar
  9. (9).
    Vgl. Lambert 1977, S. 133 ff.Google Scholar
  10. (10).
    Zum italienischen Katharismus vgl. Violante 1968, S. 176 ff.Google Scholar
  11. (11).
    Zu den Waldensern vgl. allg. Grundmann 1935, S. 91 ff.; Lambert 1977, S. 67 ff., 151 ff. Zur Ausbreitung nach Mitteleuropa vgl. Erbstösser 1970, S. 119 ff.Google Scholar
  12. (12).
    Vgl. Grundmann 1967, S. 37 f.Google Scholar
  13. (13).
    Vgl. ebenda S. 49.Google Scholar
  14. (14).
    Vgl. Cohn 1961, S. 135 ff.; Grundmann 1935, S. 355 ff.; Leff 1967, Bd. I, S. 168 ff.; Töpfer 1964, S. 211 ff.Google Scholar
  15. (15).
    Vgl. Cohn 1961, S. 114 ff; Erbstösser 1970, S. 14 ff.Google Scholar
  16. (16).
    Vgl. Erbstösser/Werner 1960; Grundmann 1935, S. 319 ff.Google Scholar
  17. (17).
    Vgl. Töpfer 1964, S. 283 ff.Google Scholar
  18. (18).
    Vgl. ebenda, S. 294 ff.; Leff 1967, Bd. I, S. 191 ff.; Werner 1962, S. 39 3 ff.Google Scholar
  19. (19).
    Vgl. Werner 1975, S. 48; Evans 1931, S. 100.Google Scholar
  20. (20).
    Violante 1968, S. 187.Google Scholar
  21. (21).
    Werner 1975, S. 51.Google Scholar
  22. (22).
    Vgl. Leff 1967, Bd. I, S. 11 ff.; Violante 1968, S. 187, 194.Google Scholar
  23. (23).
    Ebenda, S. 178.Google Scholar
  24. (24).
    Vgl. Troeltsch 1919, S. 359 f.Google Scholar
  25. (25).
    Engels, Der deutsche Bauernkrieg, MEW Bd. 7, S. 343.Google Scholar
  26. (26).
    Ebenda, S. 346.Google Scholar
  27. (1).
    Huizinga 1953, S. 33.Google Scholar
  28. (2).
    Vgl. Töpfer 1964, S. 154 ff.Google Scholar
  29. (3).
    Vgl. Cohn 1961, S. 80 ff.Google Scholar
  30. (4).
    Vgl. Weber 1922, S. 311.Google Scholar
  31. (5).
    Vgl. ebenda.Google Scholar
  32. (6).
    Vgl. Seibt 1965, S. 183 ff.Google Scholar
  33. (7).
    Vgl. ders. 1967, S. 431.Google Scholar
  34. (8).
    Ebenda, S. 419.Google Scholar
  35. (9).
    Vgl. Cohn 1961, S. 197.Google Scholar
  36. (10).
    Vgl. Cistozvonov 1977, S. 42 f., der die Ergebnisse der neueren sowjetischen Forschung zusammenfaßt.Google Scholar
  37. (11).
    Jan Hus, zit. n. Macek 1965, S. 15 f.Google Scholar
  38. (12).
    Vgl. Kaminsky 1957, S. 104 ff.; ders. 1967, S. 7 ff.; Kalivoda 1976, S. 45 ff.Google Scholar
  39. (13).
    “Alles menschliche Recht setzt göttliches Recht ursächlich voraus. Also setzt auch alle gerechte Herrschaft von Menschen göttliches Recht in Hinblick auf Gott voraus. Aber jeder, der in Todsünde lebt, entbehrt demnach der gerechten Herrschaft in Hinsicht auf Gott. Also auch der eindeutig gerechten Herrschaft ... Also ist kein Mensch, der sich im Stande der Todsünde befindet, ein weltlicher Herr, es sei denn im anderen Wortsinne oder angeblich”, Jan Hus: Verteidigung einiger Artikel von Johann Wiclif, in: Kalivoda / Kolesnyk 1969, S. 137 f. An einer anderen Stelle leitet Hus aus dieser Interpretation des göttlichen Rechts das Widerstandsrecht der Laien ab: “Darum darf niemand einem Menschen auch nur in einer geringen Angelegenheit gehorchen, die dem göttlichen Gebot widerspricht, welches vom seligen Bernhard göttlicher Ratschlag genannt wird. Denn Apg. 5, 29 sagt Petrus: “Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen”. Darum, wie uns befohlen wird, den Vorgesetzten in erlaubten und ehrbaren Dingen zu gehorchen, unter Beachtung der Umstände, so wird uns befohlen, ihnen ins Gesicht zu widersprechen, wenn sie auf Wegen wandeln, die den göttlichen Ratschlägen und Geboten entgegengesetzt sind”. Jan Hus, Von der Kirche, in: Kalivoda / Kolesnyk 1969, S. 191.Google Scholar
  40. (14).
    Vgl. Kaminsky 1957, S. 108.Google Scholar
  41. (15).
    Vgl. ders. 1967, S. 278 ff.Google Scholar
  42. (16).
    Der Text der Vier Artikel ist übersetzt bei Kalivoda / Kolesnyk 1969, S. 245 ff.Google Scholar
  43. (17).
    Seibt 1967, S. 526.Google Scholar
  44. (18).
    Kalivoda 1976, S. 224.Google Scholar
  45. (19).
    Ebenda, S. 249.Google Scholar
  46. (20).
    Vgl. ebenda, S. 213 ff., 244 ff.Google Scholar
  47. (21).
    Vgl. ebenda, S. 225 ff.Google Scholar
  48. (22).
    Ebenda, S. 228.Google Scholar
  49. (23).
    Vgl. Kaminsky 1957, S. 102 ff.; Werner 1962, S. 598 ff.Google Scholar
  50. (24).
    Die pikardischen Artikel, abgedr. bei Kalivoda / Kolesnyk 1969, S. 298.Google Scholar
  51. (25).
    Vgl. ebenda, S. 297.Google Scholar
  52. (26).
    Vgl. Cohn 1961, S. 201.Google Scholar
  53. (27).
    Vgl. Kalivoda 1976, S. 144.Google Scholar
  54. (28).
    zit. ebenda, S. 148.Google Scholar
  55. (29).
    Ebenda, S. 199.Google Scholar
  56. (30).
    Vgl. Kaminsky 1967, S. 481 f.Google Scholar
  57. (31).
    Vgl. Werner 1959, in: Büttner/Werner 1959, S. 79 ff.; ders. 1962, S. 602 ff.; Töpfer 1963, S. 165 ff.; Kaminsky 1967, S. 418 ff.Google Scholar
  58. (32).
    Vgl. Seibt 1967, S. 518 ff. Zur Umwandlung Tabors in einen feudalen Stadtstaat vgl. Kaminsky 1967, S. 481 ff.Google Scholar
  59. (1).
    Vgl. Moeller 1977, S. 37.Google Scholar
  60. (2).
    Vgl. Engels, Zum Bauernkrieg, MEW Bd. 21, S. 402; ders., Einleitung zur englischen Ausgabe der ‘Entwicklung des Sozialismus’, MEW Bd. 22, S. 300. Die beiden anderen ‘Entscheidungsschlachten’, von denen Engels spricht, sind die englische und französische Revolution.Google Scholar
  61. (3).
    Vgl. Brendler 1974, S. 23; vgl. auch Steinmetz 1972a, S. 159; ders., 1972 b, S. 111.Google Scholar
  62. (4).
    Vgl. Romano / Tenenti 1967, S. 271.Google Scholar
  63. (5).
    Lüthy 1973, S. 104.Google Scholar
  64. (6).
    Williams 1962, S. 857.Google Scholar
  65. (7).
    Vgl. Troeltsch 1919, S. 813.Google Scholar
  66. (8).
    Vgl. Williams 1962, S. XXVIII f. und 853 f.Google Scholar
  67. (9).
    Vgl. Van Dülmen 1977, S. 97.Google Scholar
  68. (10).
    Vgl. Nipperdey 1975, S. 49.Google Scholar
  69. (11).
    Vgl. Goertz 1967; Van Dülmen 1977, S. 70 ff.Google Scholar
  70. (12).
    Vgl. Hinrichs 1962, S. 174 ff.Google Scholar
  71. (13).
    Müntzer 1968, S. 504.Google Scholar
  72. (14).
    Ebenda, S. 294.Google Scholar
  73. (15).
    Ebenda, S. 548.Google Scholar
  74. (16).
    Ebenda, S. 329.Google Scholar
  75. (17).
    Zur Affinität von Handwerkerschaft und Erlösungsreligiosität vgl. Weber 1922, S. 275.Google Scholar
  76. (18).
    Vgl. Van Dülmen 1977, S. 107 ff.Google Scholar
  77. (19).
    Vgl. ebenda, S. 126; Nipperdey 1975, S. 61.Google Scholar
  78. (20).
    Vgl. Franz 1975a, S. 265; von einer’ strategischen Planung’, wie sie Franz (S. 258) und Bensing (1966, S. 92 ff.) zu sehen glauben, kann keine Rede sein: vgl. Elliger 1975, S. 691.Google Scholar
  79. (21).
    Vgl. Van Dülmen 1977, S. 144 ff.Google Scholar
  80. (22).
    Vgl. Troeltsch 1919, S. 812.Google Scholar
  81. (23).
    Vgl. Van Dülmen 1977, S. 183.Google Scholar
  82. (24).
    Vgl. Müntzer 1968, S. 228 f.Google Scholar
  83. (25).
    Vgl. Hillerbrand 1962, S. 177.Google Scholar
  84. (26).
    Vgl. Clasen 1972, S. 172 ff.Google Scholar
  85. (27).
    Vgl. Stayer 1975, S. 27 ff.; Clasen 1972, S. 174.Google Scholar
  86. (28).
    Vgl. Cohn 1961, S. 247; Plümper 1972, S. 191 ff.Google Scholar
  87. (29).
    Vgl. Van Dülmen 1977, S. 251 ff.Google Scholar
  88. (30).
    Vgl. ebenda, S. 288 f.Google Scholar
  89. (31).
    Vgl. Schilling 1975, S. 221 ff.Google Scholar
  90. (32).
    Vgl. Van Dülmen 1977, S. 298.Google Scholar
  91. (33).
    Vgl. Müntzer 1968, S. 548.Google Scholar
  92. (34).
    Vgl. Brendler 1966, S. 119; vgl. auch Ritschi 1923, S. 28 ff.Google Scholar
  93. (35).
    Vgl. Van Dülmen 1977, S. 324.Google Scholar
  94. (36).
    Vgl. Cohn 1961, S. 259.Google Scholar
  95. (37).
    Van Dülmen 1977, S. 353.Google Scholar
  96. (38).
    Anton Corvinus, Januar 1536, in: Van Dülmen 1974, S. 283.Google Scholar

Protestantisches Naturrecht: Realisation und Dislokation des Christentums

  1. (1).
    Weber 1922, S. 343.Google Scholar
  2. (2).
    Marx, Zur Judenfrage, MEW Bd. 1, S. 356.Google Scholar
  3. (3).
    Daß allerdings die Gegenreformation keine einfache Restauration war, sondern partiell durchaus zu einer ‘Modernisierung’ der politischen und religiösen Strukturen führte, zeigt Reinhard 1977.Google Scholar
  4. (4).
    Marx, Zur Judenfrage, MEW Bd. 1, S. 356.Google Scholar
  5. (5).
    Mit der Reformation, schreibt Hegel, “ist das neue, das letzte Panier aufgegeben, um welches die Völker sich sammeln, die Fahne des freien Geistes, der bei sich selbst, und zwar in der Wahrheit ist und nur in ihr bei sich selbst ist. Dies ist die Fahne, unter der wir dienen und die wir tragen. Die Zeit von da bis zu uns hat kein anderes Werk zu tun gehabt und zu tun, als dieses Prinzip in die Welt hineinzubilden, indem die Versöhnung an sich und die Wahrheit auch objektiv wird, der Form nach.”(Philosophie der Geschichte, Werke Bd. 12, S. 496).Google Scholar
  6. (6).
    Marx, Zur Judenfrage, MEW Bd. 1, S. 376.Google Scholar
  7. (7).
    Troeltsch 1925, S. 214; Tawney 1946, S. 142.Google Scholar
  8. (8).
    Troeltsch 1925, S. 205, 208.Google Scholar
  9. (9).
    ders. 1919, S. 468.Google Scholar
  10. (10).
    Vgl. Tawney 1946, S. 127 ff.Google Scholar
  11. (11).
    Troeltsch 1925, S. 211.Google Scholar
  12. (12).
    Daß die wirkliche ‘Christianisierung’ Europas erst im Zeitalter der Reformation erfolgt, ist die These von Delumeau 1971, S. 237 ff., 256 ff.Google Scholar
  13. (13).
    Weshalb auch jeder Versuch zum Scheitern verurteilt ist, eine direkte Verbindung zwischen Protestantismus und bürgerlich-demokratischem Naturrecht herzustellen, das in der Privatautonomie sein Zentrum hat. Solche Versuche finden sich u.a. bei Hundeshagen 1841, Treumann 1895, Doumerge 1927, Bd. V, S. 611 ff.; auch Troeltsch 1925, S. 183 f. Zum Themenkomplex Calvinismus und Demokratie vgl. den zusammenfassenden Forschungsbericht von Vahle 1975, S. 182 ff.Google Scholar
  14. (14).
    Hegel, Philosophie der Geschichte, Werke Bd. 12, S. 496.Google Scholar
  15. (15).
    Weber 1972, S. 127, 189.Google Scholar
  16. (16).
    Vgl. Döbert 1973, S. 310.Google Scholar
  17. (17).
    Weber 1922, S. 311.Google Scholar
  18. (18).
    Ebenda, S. 314.Google Scholar
  19. (19).
    Vgl. Troeltsch 1919, S. 649; Weber 1972, S. 100.Google Scholar
  20. (20).
    Ebenda, S. 163.Google Scholar
  21. (21).
    Luther, Werke Bd. 18, S. 80.Google Scholar
  22. (22).
    Vgl. ders., Werke Bd. 11, S. 22 ff.Google Scholar
  23. (23).
    Ebenda, S. 251.Google Scholar
  24. (24).
    Vgl. Ilting 1978, S. 275; zu Luthers Naturrechtskonzeption grundlegend: Heckel 1953, S. 47 ff., 133 ff.; ders. 1972, S. 4 ff.Google Scholar
  25. (25).
    Weber, zit. n. Schluchter 1979, S. 251.Google Scholar
  26. (26).
    Vgl. ebenda.Google Scholar
  27. (27).
    Weber 1972, S. 93.Google Scholar
  28. (28).
    Vgl. Schluchter 1979, S. 251, 229.Google Scholar
  29. (29).
    Weber 1972, S. 572.Google Scholar
  30. (30).
    Wie Kofier 1971, S. 320 meint.Google Scholar
  31. (31).
    Vgl. Bohatec 1934, S. 141 ff.Google Scholar
  32. (32).
    Walzer 1965, S. 221.Google Scholar
  33. (33).
    Ebenda, S. 305 f.Google Scholar
  34. (34).
    Troeltsch 1925, S. 205.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1983

Authors and Affiliations

  • Stefan Breuer

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