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Rückblick und Diskussion

  • Els Andringa
Part of the Konzeption Empirische Literaturwissenschaft book series (KEL, volume 27)

Zusammenfassung

Zum Schluß soll noch einmal zusammengefaßt werden, welche übergreifenden Entwicklungslinien sich abzeichnen. Das geschieht von der anfänglichen Frage aus, was sich im Laufe der Jahre verändert oder eben nicht verändert hat.

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Referenzen

  1. 1.
    Fahrlässigkeit beim Zitieren spielt wohl auch eine Rolle. Bei verschiedenen Deutungen entstand der Eindruck, daß der Interpret mehr Literatur kannte als er angab. In einigen Fällen wurde durch ein “repräsentatives” Vorbild eine Deutungsrichtung zusammengefaßt, bei anderen fanden sich Andeutungen ohne Referenz. Umgekehrt war auch in einigen Fällen deutlich, daß Interpreten ihre Vorgänger nicht kannten.Google Scholar
  2. 2.
    Daran schließen auch die immer wiederkehrenden Fragen nach der Gattungszugehörigkeit an; sie werden hier jedoch nicht noch einmal erörtert.Google Scholar
  3. 3.
    Soweit ich sehe, ist eine andere Variante im Material nicht vertreten, obwohl sie hier anschließen würde. Man könnte auch behaupten, daß die Legende die Zusammengehörigkeit oder gegenseitige Bedingtheit von Leben und Verlangen bzw. Hoffnung und den dazu gehörigen Qualen illustriere. Der Tod bedeutete dann gleichzeitig Aufhebung von Leben und Verlangen, von Hoffnung und Quälerei. Die Mitteilung des Türhüters während des Sterbens zerstört dann die (täuschende) Lebensillusion, enthält aber auch eine Vertröstung dadurch, daß sie dem Mann zur Erkenntnis der totalen Auflösung verhilft. Gesetz, Tür und Türhüter hätten dann eine (doppelte) Funktion bloß für den Lebenden; sie höben sich mit dem Tod auf.Google Scholar
  4. 4.
    Im Erkennen des Mechanismus ist die Ungreifbarkeit des Ursprungs des (moralischen) Gesetzes, auf die Derrida anspielt, mehr oder weniger vorbereitet.Google Scholar
  5. 5.
    Siehe z.B. Henel (1967).Google Scholar
  6. 6.
    In einer Abhandlung zur Intersubjektivität des Lesens bringt Bleich (1985/86) die Ideen Flecks mit dem sozialen Charakter von Lesen und Textverstehen in Zusammenhang.Google Scholar
  7. 7.
    Für Betrachtungen über solche Zusammenhänge siehe zum Beispiel Vodička (1975), Bourdieu (1984), Iser (1989).Google Scholar
  8. 8.
    Man denke hier sowohl an Innovationen in der literarischen Produktion, an Provokation und Sprengung traditioneller Formen und Themen, als auch an “Paradigmenwechser in den Poetiken und Literaturtheorien, die in polemischer Auseinandersetzung mit bestehenden Anschauungen und “Methoden” lanciert werden.Google Scholar
  9. 9.
    Empirische Nachweise für diesen Verzögerungseffekt bietet Rosengren (1989); siehe auch van Rees (1983).Google Scholar
  10. 10.
    Daß die innovative Wirkung von Interpretationen durch “Trägheit” beeinträchtigt wäre, stimmt aber nicht generell, wie manche engagierten — z.B. feministischen -Deutungen beweisen. Solche Deutungen stellen sich sowohl gegen überlieferte Interpretationsmodi, als auch gegen Sichtweisen, die von den Texten nahegelegt werden.Google Scholar
  11. 11.
    Blaudzun & Staszak (1992) zitieren in diesem Zusammenhang eine Aussage Einsteins: “Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann”. (S. 51) Doch sei gleich hinzugefügt, daß die Theorien manchmal unter dem Druck der Wahrnehmungen verändert oder aufgegeben werden müssen, sonst wären Entwicklungen in den Theorien kaum möglich.Google Scholar
  12. 12.
    Krusche (1974) fragte zum Beispiel nach der Bedingtheit der “Dissenz in der Kafka-Literatur durch das besondere Werk” (S. 11), Beicken (1979) weist darauf hin, daß das Phänomen der “Vieldeutigkeit” immer wieder zur Methodenreflexion angeregt hat, Goebel (1991) postuliert eine Verzahnung von “Neuentdecken” von Kafkas Werk und Entwicklung des amerikanischen Poststrukturalismus.Google Scholar
  13. 13.
    Aus ‘Literarische Chronik’ [August 1914] in Robert Musil (1978), S. 1468.Google Scholar
  14. 14.
    Siehe zur französischen Kafka-Rezeption Marthe Roberts Beitrag im Kafka Handbuch II (Binder 1979).Google Scholar
  15. 15.
    In dieser Studie wurde hauptsächlich von den deutsch- und englischsprachigen Deutungen Gebrauch gemacht. Die französische Forschung ist relativ unabhängig verlaufen; es fanden sich in unserem Material nur vereinzelt Hinweise auf sie. Es ist nicht ausgeschlossen, daß über Derrida und den amerikanischen Dekonstruktionismus eine intensivere Verbindung zum deutschen Sprachraum entstehen wird. Blanchots Kafka-Aufsätze sind neuerdings in deutscher Übersetzung herausgegeben worden (Blanchot 1993).Google Scholar
  16. 16.
    In: Blanchot (1981).Google Scholar
  17. 17.
    In diesem Fall schließt sich der Kreis: Nicht nur haben sich Blanchot und Derrida beide mit Kafka beschäftigt, Derrida hat sich auch ausführlich mit Blanchot auseinandergesetzt (Derrida 1986). Was die poetologischen Ideen betrifft, könnte man hier denken an die Prinzipien der Widersprüchlichkeit, der Bedeutungsverschiebung, des Labyrinthischen, die in der Poetik der Postmoderne eine wichtige Rolle spielen. Manche Bezüge ließen sich hier ausarbeiten, doch das gehört nicht mehr zur Aufgabe dieser Studie.Google Scholar
  18. 18.
    Steinmetz (1987) weist auf diesen Verstärkungseffekt hin: “Je mehr Interpretationen es zum Œuvre eines Autors gibt, desto unantastbarer wird dieses Œuvre, desto größer ist gleichsam die Verpflichtung, Verstehensschwierigkeiten zu überwinden und nicht etwa auf das Konto des Autors zu buchen. Die Interpretationsgeschichte nötigt die Interpreten in stets höherem Maße, die Werke ernstzunehmen, immer subtilere Verstehensstrategien zur Anwendung zu bringen.” (S. 389)Google Scholar
  19. 19.
    Der Ruhm eines Autors setzt sich auch in anderen Subsystemen fort. Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die moderne Parabel in Handbüchern und Lexiken auf Kafka hin definiert wird. Ein anderes Beispiel ist der Schulkanon, in dem Kafka seit Jahren zum “Kern” gehört.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

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  • Els Andringa

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