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Zur Einordnung und Aufgabenstellung des Projekts

  • Siegfried J. Schmidt
  • Reinhard Zobel
Chapter
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Part of the Konzeption Empirische Literaturwissenschaft book series (KEL, volume 5)

Zusammenfassung

Das Projekt, über das hier berichtet wird, gehört zu den ersten vier empirischen Pilotstudien, die im Rahmen der Empirischen Theorie der LITERATUR geplant und durchgeführt worden sind.1

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Anmerkungen zu Kapitel 1

  1. 1.
    Besonderheiten der Schreibweise und Notationen sind in Schmidt, 1980, ausführlich begründet und eingeführt.Google Scholar
  2. 2.
    Literarische Produktion“ steht hier und im folgenden als Kurzform für ”Produktion Literarischer Kommunikate im LITERATUR-System“ und besagt nicht etwa, daß die Produktionsprozesse o. ä. selbst ”literarisch“ seien.Google Scholar
  3. 3.
    Arbeiten wie die von M. Curtius, 1976, zusammengestellten bilden da nur partiell eine Ausnahme; auch P. Macherey, 1974, kann wohl kaum als empirische Arbeit auf diesem Gebiet gelten.Google Scholar
  4. 4.
    Dabei handelt es sich nicht um eine Replikationsstudie im engeren Sinne, da wir die von Barron verwendeten Testverfahren nicht einfach wiederholt haben sondern, wo möglich, weiterentwickelte Verfahren benutzt haben. Da Barrons Arbeiten aber ähnliche Forschungsziele verfolgen wie unsere Studie, schien es uns sinnvoll, beide Projektarbeiten in einen Zusammenhang zu stellen, der allgemein mit “empirische Projekte zur Erforschung von Kunstproduktionsprozessen” überschrieben werden könnte.Google Scholar
  5. 5.
    Bedürfnisse werden verstanden als Momente der individuellen Triebstruktur, die stets auf ihre Vergesellschaftung angelegt ist. H. P. Dreitzel hat darauf hingewiesen, daß die Vergesellschaftung des naturhaft Vorgegebenen am,Individuum vor allem eine Leistung der Normen ist, die zugleich der wesentliche Bestandteil sozialer Rollen sind. So gesehen haben die sozialen Normen eine doppelte Funktion: auf der anthropologisch-psychologischen Ebene dienen sie der Triebregulierung, auf der soziologischen Ebene der Regulierung der Bedürfnisbefriedigung. Die naturhaften Triebe werden durch Internalisierung kultureller Normen im Sozialisationsprozeß der Tendenz nach in einer gesellschaftlich akzeptablen Form strukturiert.“ (1972:222f.)Google Scholar
  6. 6.
    Christian Enzensbergers These dazu lautet, “chwr(133) daß die Literatur besonders seit dem 18. Jahrhundert, immer weiter blind und dogmatisch überschätzt worden ist, von ihr selbst wie von ihrer Theorie, und die Behauptung dieses Buches heißt: aus Interesse überschätzt.” (1977:15)Google Scholar
  7. 7.
    H. Heißenbüttel hat die Entstehung einer solchen Einstellung im LITERATUR-System so beschrieben: “Der Akt der Befreiung, der für mich in den Konstellationen Gomringers erkennbar wurde, bedeutete, daß ich machen konnte, was ich wollte. Ich konnte alles ausprobieren und zusehen, ob es den gleichen Reiz auszuüben vermochte, den ich hier erfahren hatte. Es handelt sich nicht um Nachahmung (ich habe das versucht, aber wenig Erfolg damit gehabt), nicht um Beeinflussung im gewohnten Sinn. Es handelte sich darum, daß eine Sperre aufgebrochen war, und ich demonstriert fand, in welcher Richtung man operieren konnte, um die Sperre zu durchbrechen, und daß ich dazu fähig war, wenn ich mich nur erinnerte, auf welche Weise es demonstriert worden war.” (Einleitung zu H. Gomringer, worte sind schatten. Rowohlt: Reinbek 1969: 1 )Google Scholar
  8. 8.
    Daneben sollte allerdings nicht übersehen werden, daß es auch für den experimentellen Produzenten das subjektive Gefühl einer gelungenen Problemlösung und Innovationsleistung geben muß; anderenfalls wäre kaum zu erklären, wie er eine tragfähige Identität aufbauen und erhalten kann.Google Scholar
  9. 9.
    Als Ausnahmen könnten eventuell solche Produktionsvorgänge erhoben werden, bei denen der experimentelle Produzent auf direkt planende oder agierende Einflüsse auf die Produktion ganz oder teilweise verzichtet; so z. B. beim “dripping”, bei Bio-Art-Prozessen des Schimmelns, Oxydierens, Korrodierens usw., beim Happening mit minimaler Partitur u.a.m. Aber auch hier ist zu berücksichtigen, daß erst durch die Entscheidung des Produzenten ein Prozeß oder Prozeß-Resultat als “Kunstwerk” für den Produzenten konstituiert und anderen Teilnehmern an Xsthetischer Kommunikation als “Kunstwerk” präsentiert wird.Google Scholar
  10. 10.
    So heißt es etwa bei J. J. P. Oud: “Paradox ausgedrückt, könnte man sagen, der Kampf des modernen Künstlers sei ein Kampf gegen das Gefühl. Der moderne Künstler strebt nach dem Allgemeinen, während das Gefühl (das Subjektive) zum Besonderen führt.” (in: Jaffé, 1967: 92 )Google Scholar
  11. 11.
    Schmidt, 1968: “Pathos der Intelligenz. Vermutungen zur Situation der Konkreten Dichtung”. In: Schmidt, Hrsg., 1968, konkrete dichtung–konkrete kunst ‘68, karlsruhe: sema, 35–45.Google Scholar
  12. 12.
    theoretisch beschäftigten wir uns vor allem mit sprachwissenschaft, denkmethoden, Wittgenstein, den neopositivisten, der kybernetikchwr(133)“ (Rühm, 1967:27)Google Scholar
  13. 13.
    mystifikation, symbolismus und metaphorik waren uns zuwiderchwr(133)“ (Rühm, 1967:25).Google Scholar
  14. 14.
    Ein einschlägiges Erlebnis berichtet Schmidt von der Bienale für Poesie in Knokke 1971, wo Mitglieder der Académie Française konkrete Dichter als “Totengräber des Abendlandes” und als “Verderber der Jugend” öffentlich beschimpften.Google Scholar
  15. 15.
    eine distanzierung von der umwelt durch indifferenz wird erprobt, das banale zum eigentlichen erklärt, die beliebigkeit von wertmass-stäben entlarvt.“ (Rühm, 1967:13)Google Scholar
  16. 16.
    kritisierten wir uns gegenseitig, so stets im bewußtsein eines exklusiven niveaus, auf dem nur unsere eigenen kriterien angemessen und akzeptabel waren. und eben die kluft zwischen unseren und den kriterien oder fehlenden kriterien unserer kollegen setzten uns von ihnen als gruppe ab.“ (Rühm, 1967:12f.)Google Scholar
  17. 17.
    Über die Anfänge der Wiener Gruppe berichtet Rühm: “jetzt, da man der entarteten kunst wieder offen begegnen konnte, erregte sie die gemüter oft bis zu handgreiflichkeiten, schon wer für sie interesse zeigte, wurde für verrückt, abwegig erklärt - erst recht die, die sie vertraten.” (a.a.O.: 7)Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1983

Authors and Affiliations

  • Siegfried J. Schmidt
    • 1
  • Reinhard Zobel
    • 2
  1. 1.SiegenDeutschland
  2. 2.KornwestheimDeutschland

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