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Gewerbeförderung und Handwerksförderung

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Part of the Fachbücher für die Wirtschaft book series (FFDW, volume 25)

Zusammenfassung

Unter dem Einfluß der technischen Entwicklung und der Wandlungen in der Bedarfsdeckung wurde das Handwerk in seinem Bestand bedroht. Wohl hat man auf dem Wege der Gemeinschaftshilfe, wie z. B. durch Genossenschaften, Niedergangserscheinungen aufzuhalten vermocht, bis etwa in der Mitte des vorigen Jahrhunderts sich die Städte und Länder des Reiches der „Förderung des Gewerbes“ annahmen. Seinerzeit entstanden die sog. Landesgewerbehallen, Landesgewerbeämter bzw. Gewerbeförderungsanstalten u. a. mit dem Ziel, den anscheinend unabwendbaren Untergang des Handwerks aufzuhalten. Allerdings waren die Maßnahmen sehr uneinheitlich und von den verschiedensten Motiven getragen. Nach dem Stand der Forschung können jedoch fünf Typen48) der Gewerbeförderung festgestellt werden.

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Literatur

  1. 48).
    Vgl. meinen Beitrag: „20 Jahre Handwerksförderung“, Schmollers Jahrbuch 64/5.Google Scholar
  2. 49).
    Vgl. „Schmoller und der Mittelstand“, Schmollers Jahrbuch 1938.Google Scholar
  3. 50).
    Detloff: „Der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag“.Google Scholar
  4. 51).
    Vgl. Beckmann, a. a. O.Google Scholar
  5. 52).
    Auf betriebswirtschaftlichem Gebiet wurde bereits bei der Gründung des Forschungsinstitutes für rationelle Betriebsführung im Handwerk eine enge Zusammenarbeit mit der Handelshochschule Mannheim herbeigeführt, während auf technischem Gebiet die Technische Hochschule Karlsruhe ihr Interesse an handwerklichen Problemen bekundete. Bis 1945 bestanden folgende Hochschuleinrichtungen: Seminar für Handwerkswirtschaft, Handelshochschule Königsberg Seminar für Handwerkskunde, Wirtschaftshochschule Berlin Seminar für Handwerkspolitik, Universität Göttingen Institut für Handwerkswirtschaft, Universität Frankfurt/Main Institut für Kleingewerbe, Hochschule für Welthandel, Wien Wissenschaftliche Zentrale für das Handwerk. Technische Hochschule, Breslau Seminar für Handwerkswirtschaft, Techn. Hochschule München. Außerdem stiftete das Deutsche Handwerksinstitut noch einige Lehraufträge, da in den Haushaltsplänen der Hochschulen keine besonderen Etatmittel zur Verfügung standen.Google Scholar
  6. 53).
    „Das Deutsche Handwerk“, Enquete-Bericht Bln., 1930.Google Scholar
  7. 54).
    Im Rahmen des Forschungsinstitutes für rationelle Betriebsführung im Handwerk hat das Seminar für Handwerkswirtschaft in der damaligen „kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen“ Abteilung an der Handelshochschule Mannheim seinen Vorläufer. Nach der Berufung des Leiters dieser Abteilung an die Handelshochschule und Universität Königsberg und der gleichzeitig stärkeren Konzentration beim Reichsstand des deutschen Handwerks im Jahre 1933 wurde an die Stelle der kaufmännischbetriebswirtschaftlichen Abteilung das Seminar für Handwerkswirtschaft als Außenstelle des Deutschen Handwerksinstitutes gegründet. Mit dieser Umwandlung wurde die Tätigkeit mehr als bisher auf Forschung und Lehre verlegt und die unmittelbare Fühlungnahme mit der Handwerkspraxis den sich seinerzeit stark vermehrenden Gewerbeförderungsstellen überlassen. Die wichtigste Aufgabe des Seminars für Handwerkswirtschaft war und ist die Erforschung der betriebswirtschaftlichen Verfassung des Handwerks und seiner Gemeinschaftseinrichtungen sowie seiner Organisationen, zunächst nach der grundsätz-lichen Seite mit dem Ziel, im Verlauf der Zeit eine Betriebswirtschaftslehre des Handwerks zu schaffen. Diese grundsätzliche Erkenntnis wurde bzw. wird auch heute wieder nach den besonderen beruflichen und handwerkszweiglichen Bedürfnissen abgewandelt, um somit schließlich zur Betriebswirtschaftslehre des Schneiderhandwerks, des Malerhandwerks, des Bauhandwerks etc. zu gelangen. Das Literaturverzeichnis zeigt den gegenwärtigen Stand des bisher Erreichten. Vor allem bringt die Untersuchung Beckmann (Habilitationsschrift: „Die Stellung des Handwerks innerhalb der Betriebswirtschaftlehre“) eine Art Bilanzierung des Standes der handwerklichen Betriebswirtschaftslehre. Selbstverständlich hat ein Hochschulinstitut auch die Aufgabe, die Lehre entsprechend zu ergänzen. Schon im Jahre 1921 wurden an der Handelshochschule Mannheim Vorlesungen für Studierende und Abendkurse für Praktiker eingerichtet. Bis Kriegsende wurde das sowohl in Bonn und Königsberg, als auch an der Technischen Hochschule München weitergeführt. Mit der Zulassung der Handwerksbetriebslehre als wahlfreies Prüfungsfach für Diplom-Kaufleute wurde die Handwerksbetriebslehre in den Ausbildungsstoff für Diplom-Kaufleute und Diplom-Volkswirte systematisch eingebaut, so daß die auf handwerkswissenschaftlichem Gebiet verlangten Sonderkenntnisse den jungen Akademiker besonders befähigen, in den Geschäftsführungen der Organisationen und Kammern ihre erworbenen Spezialkenntnisse zu verwerten. Das Seminar für Handwerkswirtschaft hatte natürlich seit Bestehen schon Wert gelegt auf einen entsprechenden Handapparat, wozu vor allem die Bücherei und das Archiv zu zählen sind. (Sowohl Bücherei als auch Archiv konnten durch eine Verlagerung, die dank des Entgegenkommens der Stadt Wasserburg (Inn) möglich war, vor Kriegseinwirkungen geschützt werden. Sie sind heute wieder allen Interessenten im Deutschen Handwerksinstitut, München, zugänglich.) Eine enge Zusammenarbeit mit dem Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit, der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung und dem Reichswirtschaftsministerium sowie mit zahlreichen anderen wissenschaftlichen Institutionen brachte dem Seminar zusätzliche Sonderaufgaben. Der unmittelbare Erfahrungsaustausch vollzog sich nicht nur durch eine intensive Belieferung der Presse mit betriebswirtschaftlichen Artikeln, sondern auch bei den Tagungen des Reichsstandes des Deutschen Handwerks, der Reichsinnungsverbände und bei Veranstaltungen der verschiedensten Art wirkte das Seminar für Handwerkswirtschaft durch Vorträge mit, um auf diesem Wege vor allem den Vertretern der Handwerksorganisationen die Grundzüge der betriebswirtschaftlichen Führung nahezubringen. Diese Belehrung war und ist auch heute noch vor allem deshalb unerläßlich, weil nicht nur die Betriebe, sondern alle Organisationen der Wirtschaft betriebswirtschaftliche Aufgaben übernehmen müssen. Gerade auf handwerkswirtschaftlichem Gebiet ist die Ausgliederung betriebswirtschaftlicher Funktionen auf übergeordnete Institutionen von großem Einfluß auf die Lebensfähigkeit kleiner und mittlerer Betriebe, weil die Gemeinschaftsarbeit in vielen Fällen den Betrieb von Verwaltungsaufgaben so zu entlasten vermag, daß der Meister weiterhin nicht mehr über Gebühr seiner produktiven Werkstattarbeit entzogen wird.Google Scholar
  8. 55).
    Mit dem Gesetz vom 5. Juli 1939 wurde die bis dahin unter Führung des Deutschen Handwerksinstitutes auf freiwilliger Basis aufgebaute handwerksfördernde Einrichtung für das gesamte Reichsgebiet lückenlos angeordnet und unter eine Leitung und Planung gestellt. In jedem Landeshandwerksmeisterbezirk wurden Gewerbeförderungsstellen eingerichtet, die wegen teilweise sehr großen und handwerklich vielfältigen Bezirken noch weiter aufgespalten werden sollten. Grundsätzlich umfaßten die Aufgaben der Gewerbeförderungsstellen die gleichen Gebiete wie die der Förderung des Handwerks durch seine wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie waren die Mittler zwischen den Instituten bzw. Versuchsstellen und dem zu fördernden Handwerksbetrieb. Durch periodische Kurse des DHI wurde eine wirklichkeitsnahe Verbindung wechselseitig erreicht und die Erfahrung lehrte, daß damit nicht nur eine fortschreitende Förderung des Handwerks, sondern auch eine zielbewußte Steuerung aller Maßnahmen erreicht werden konnte. Bis 1945 waren 87 Gewerbeförderungsstellen eingerichtet worden, von denen ein Teil die Arbeit nach dem Krieg sofort wieder aufnahm. Zwischenzeitlich wurde darüber hinaus von einer Reihe von Handwerkskammern die Neuerrichtung von Gewerbe förderungsstellen in Angriff genommen.Google Scholar
  9. 56).
    Zur Zeit umfaßt das Deutsche Handwerksinstitut e. V. folgende Forschungsstellen: Seminar für Handwerkswirtschaft an der Universität München, Institut für Handwerkstechnik an der Technischen Hochschule Hannover, Institut für Handwerkswirtschaft an der Universität Frankfurt, Seminar für Handwerkswesen an der Universität Göttingen, Institut für Handwerkswirtschaft an der Technischen Universität Berlin, Institut für Berufsausbildung an der Universität Köln.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1952

Authors and Affiliations

  • Rößle

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