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Zusammenfassung

Der Bindungsgedanke spielt in der Finanzierungsliteratur zahlreicher Länder eine große Rolle. Meist tritt er in Form sogenannter Finanzierungsgrundsätze oder Finanzierungsregeln in Erscheinung. So finden wir fast überall den Grundsatz der Fristenkongruenz oder das Prinzip der finanzwirtschaftlichen Entsprechung, das sich von der sogenannten goldenen Bankregel herleitet und das uns in vielerlei Abwandlungen in der Finanzierungsliteratur begegnet, so zum Beispiel im deutschsprachigen Schrifttum in der Form der goldenen Bilanzregel1), in den Vereinigten Staaten in Gestalt der current ratio oder der bankers rule, der acid-test-ratio, der quick ratio u. a. m. Besonders eingehend haben sich holländische Wissenschaftler, unter ihnen vor allem N. J. Polak2), L. Th. Limperg3), J. L. Mey4), A. Th. De Lange5) und H. O. Goldschmidt6) mit diesem Problemkomplex beschäftigt. In zunehmendem Maße wird das Problem auch in Deutschland diskutiert7). Hierbei fällt auf, daß sich die Gegner der Finanzierungsregeln fast ausschließlich aus Wissenschaftlern, die Befürworter überwiegend aus Praktikern rekrutieren. Im Mittelpunkt aller dieser Überlegungen steht die Frage, auf welche Weise eine Unternehmung optimal finanziert werden könne.

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Referenzen

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  2. 1a).
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    Vgl. dazu insbesondere die Berichte über die Arbeitstagungen der Schmalen-bach-Gesellschaft in Köln am 29. März 1963 und in Frankfurt (Main) am 13. November 1964 unter dem Titel „Eigenkapital als Risikoträger“, Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung, N. F., 15. Jg. (1963), S. 217 ff. und „Gegenwartsfragen finanzieller Unternehmungsführung“, Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, N. F., 17. Jg. (1965), S. 57 ff.Google Scholar
  15. 8).
    J. L. Mey, Kritische Bemerkungen..., a. a. O., S. 524.Google Scholar
  16. 9).
    Ders., Leerboek der Bedrijfseconomie, a. a. O., S. 28. Allerdings ist der Begriff der totalen Betrachtungsweise bei Mey nicht ganz eindeutig. Während er hier vom „gesamten investierten Kapital“ spricht, stellt er an anderer Stelle (Kritische Bemerkungen..., a. a. O., S. 524) seinen Begriff der totalen Betrachtungsweise auf „die gesamte Masse des Vermögens“ ab. Da Mey jedoch der „totalen“ die bindungsfreie Finanzierung gegenüberstellt, ist anzunehmen, daß er die erstere auf das Vermögen der Unternehmung bezogen wissen will.Google Scholar
  17. 10).
    H. Albach, Zur Finanzierung von Kapitalgesellschaften durch ihre Gesellschafter, Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, 118. Band (1962), S. 676.Google Scholar
  18. 11).
    Die gleiche Unterscheidung läßt sich auch für die vermögensbezogenen Betrachtungsweisen machen, so daß man außer der Fristenkongruenz fordernden objekt-, gruppen- und gesamtvermögensbezogenen Betrachtungsweise auch von einer bin-dungsfreien objekt-, gruppen- und gesamtvermögensbezogenen Betrachtungsweise sprechen könnte. Da die holländischen Autoren bei den vermögensbezogenen Betrachtungsweisen stets Fristenkongruenz unterstellen, ist von einer solchen Unterteilung abgesehen worden.Google Scholar
  19. 12).
    J. L. Mey, Kritische Bemerkungen..., a. a. O., S. 526.Google Scholar
  20. 13).
    Mey stellt der partiellen und totalen die bindungsfreie Betrachtungsweise gegenüber, ohne diese exakt zu definieren. Es ist aber zu vermuten, daß er mit der bindungsfreien die unternehmungsbezogene, von irgendwelchen Vermögenskomplexen losgelöste Betrachtungsweise gemeint hat. Daß es im Rahmen der unternehmungsbezogenen auch eine Betrachtungsweise gibt, die nicht bindungsfrei ist, sondern auf dem Prinzip der Fristenkongruenz beruht, ist m. E. von Mey nicht gesehen worden. Überhaupt werden die Begriffe für die einzelnen Betrachtungsweisen in der holländischen Finanzierungsliteratur recht uneinheitlich verwendet. Unterschiede bestehen vor allem in der Fassung des Begriffs der totalen Betrachtungsweise.Google Scholar
  21. 14).
    Vgl. dazu auch die Darstellung der partiellen und totalen Betrachtungsweise von R.-R. Hoffmann, Beziehungen zwischen Investition und Finanzierung im Bereiche des Betriebs, Berlin 1962, S. 88 ff.Google Scholar
  22. 15).
    J. L. Mey, Kritische Bemerkungen..., a. a. O., S. 524.Google Scholar
  23. 16).
    Von der Möglichkeit, hierfür auch Eigenkapital mit entsprechender Kündigungsfrist heranziehen zu können, sei abgesehen.Google Scholar
  24. 17).
    J. L. Mey, Theoretische Bedrijfseconomie II., a. a. O., S. 277.Google Scholar
  25. 18).
    Ebenda, S. 31.Google Scholar
  26. 19).
    H. O. Goldschmidt, Financial planning in industry, a. a. O., S. 108 f.Google Scholar
  27. 20).
    J. L. Mey, Theoretische Bedrijfseconomie II., a. a. O., S. 107.Google Scholar
  28. 21).
    Vgl. dazu J. L. Mey, Theoretische Bedrijfseconomie II, a.a.O., S. 23; ders., Kritische Bemerkungen..., a. a. O., S. 524.Google Scholar
  29. 22).
    Vgl. dazu das Beispiel auf S. 25 ff.Google Scholar
  30. 23).
    H. O. Goldschmidt, Financial planning in industry, a. a. O., S. 85 ff.Google Scholar
  31. 24).
    J. L. Mey, Kritische Bemerkungen..., a. a. O., S. 524.Google Scholar
  32. 25).
    H. O. Goldschmidt, Financial planning in industry, a. a. O., S. 106.Google Scholar
  33. 26).
    Als „quantitative Liquiditätsnorm“ bezeichnet Goldschmidt seine Forderung, daß die Finanzierung ein derartiges Gleichgewicht zwischen Geldeingängen und Geldausgängen herstellen müsse, daß sowohl ein Uberschuß als auch ein Defizit an Kapital vermieden werde (a. a. O. S. 102).Google Scholar
  34. 27).
    J. L. Mey, Kritische Bemerkungen..., a. a. O., S. 527.Google Scholar
  35. 28).
    Ders., Emissie-Onderzoek, a. a. O., S. 8.Google Scholar
  36. 29).
    Ders., Kritische Bemerkungen..., a. a. O., S. 527.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1966

Authors and Affiliations

  • Ludwig Mülhaupt
    • 1
  1. 1.Universität MünsterDeutschland

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