Advertisement

Die nominelle Kapitalerhöhung

  • Paul Deutsch
Chapter

Zusammenfassung

Bei der nominellen oder formellen Erhöhung des Grundkapitals von Aktiengesellschaften im Gegensatz zur effektiven Kapitalerhöhung mit Zufluß neuer Mittel erhalten die Aktionäre neue Aktien ohne Gegenleistung. Ein Unternehmen, das solcherart Aktien begibt, erhöht sein Grundkapital „aus Gesellschaftsmitteln“ zu Lasten der Rücklagen oder des Verlust- und Gewinnkontos, wenn Erträgnisse gänzlich oder teilweise nicht als Dividenden ausgezahlt werden. Die Ausgabe von Gratisaktien bewirkt lediglich eine Umbuchung von den genannten Konten auf das Grundkapitalkonto, auf dem zusätzlich satzungsmäßig und bilanziell gebundenes Aktienkapital entsteht, das sich dadurch dem Reinvermögen nähert oder angleicht1).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1).
    Beispielsweise hat der Warenhauskonzern „Au Printemps“, Paris, seit Mitte 1961 einen Mehrstufenplan der effektiven und nominellen Kapitalaufstockung verfolgt. In der ersten Stufe wurde das damalige Grundkapital in Höhe von 43,16 Mill. F unter Heraufsetzung des Nennwerts der Aktien von 50 F auf 100 F nominell verdoppelt, indem Rücklagen aufgelöst wurden. In der zweiten Stufe wurden Gratisaktien im Verhältnis 4: 1 ausgegeben, so daß das Grundkapital auf 107,90 Mill. F anstieg. In den Expansionsjahren 1962 bis 1964 wurde dieses Kapital in fünf weiteren Stufen auf 288 Mill. F aufgestockt, und zwar durch zwei effektive Erhöhungen um 71,47 Mill. F und drei nominelle um 108,87 Mill. F, also um insgesamt 180,34 Mill. F. — Auskunft der Konzernleitung vom 14. Juni 1966. Ein weiteres Beispiel der Verbindung einer nominellen und effektiven Kapitalerhöhung bietet eine „Bekanntmachung über die Erhöhung des Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln und gegen Bareinlagen“ der Continental Gummi-Werke AG, Hannover, dergemäß Mitte 1966 die Gesellschaft ihr Grundkapital von 140 Mill. DM um 126 Mill. DM aufstockte. Davon wurden den Aktionären 70 Mill. DM als Berichtigungsaktien im Verhältnis 2: 1 aus der Umwandlung von offenen Rücklagen in Grundkapital gemäß § 207 AktG überlassen und 56 Mill. DM im Verhältnis 5:2 zum Kurse von 200 °/o bei einem Börsenkurs von ca. 410 mit folgender Erklärung angeboten:,,Die Berichtigungsaktien und die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen sind bis zur Auslieferung von Einzelurkunden in Globalurkunden verbrieft, die bei der Niedersächsischen Kassenverein Aktiengesellschaft, Hannover, hinterlegt werden. Die Bezieher erhalten Gutschrift auf Depotkonto. Wir haben uns gegenüber den Zulassungsstellen der beteiligten Wertpapierbörsen unwiderruflich verpflichtet, die Globalurkunden gegen Einzelurkunden unverzüglich auszutauschen, sobald diese fertiggestellt sind. Der Druck der neuen Aktien ist eingeleitet. Bis zum Zeitpunkt des Austausches können Ansprüche auf Auslieferung von Einzelurkunden nicht geltend gemacht werden.“ Vgl. Handelsblatt vom 13. Juli 1966, Nr. 131, S. 17.Google Scholar
  2. 1).
    Vgl. hierzu auch die für die effektive Kapitalerhöhung auf S. 143 genannten Motive.Google Scholar
  3. 1).
    Vgl. hierzu Schmalenbach, Eugen, Die Aktiengesellschaft, aaO, S. 99.Google Scholar
  4. 2).
    Als Übergangsregelung gilt das Gesetz über steuerrechtliche Maßnahmen bei Erhöhung des Nennkapitals aus Gesellschaftsmitteln und bei Überlassung von eigenen Aktien an Arbeitnehmer in der Fassung vom 2. November 1961 (BGBl. I S. 1918, mit den Änderungen des Gesetzes vom 10. August 1963, BGBl. I S. 676).Google Scholar
  5. 1).
    Die Werte für das Nennkapital ergeben sich aus Tabelle 25, indem die Daten der Spalte 4 bzw. 5 durch die der Spalte 6 bzw. 7 jahresweise dividiert und die Quotienten anschließend summiert werden.Google Scholar
  6. 2).
    Da für 1962 nur das Berichtigungskapital, nicht auch das berichtigte Nennkapital statistisch ausgewiesen wurde, enthält die Zahl 4,1 Mrd. DM einen entsprechend dem Berichtigungsverhältnis der Nachbarjahre 1961/63 (1:0,95) geschätzten Wert von rund 400 Mill. DM (= 380,5: 0,95).Google Scholar
  7. 3).
    Die Bezugsgrößen lauten auf 2 456 Aktiengesellschaften mit 35,1 Mrd. DM Grundkapital und 41 665 Gesellschaften mit beschränkter Haftung mit 17,8 Mrd. DM Stammkapital. Vgl. WiSta 61/171 bis 66/196.Google Scholar
  8. 1).
    Vgl. Wilhelmi-Friedrich, Kleine Aktienrechtsreform, Berlin 1960, S. 37. 2) Vgl. Kropff, Bruno (Hrsg.), Aktiengesetz..., Düsseldorf 1965, S. 310.Google Scholar
  9. 1).
    Vgl. Wilhelmi-Friedrich, aaO, S. 32.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1967

Authors and Affiliations

  • Paul Deutsch
    • 1
  1. 1.Westfälischen Wilhelms-Universität MünsterDeutschland

Personalised recommendations