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Zusammenfassung

Der Begriff Kapitalerhöhung läßt sich betriebswirtschaftlich in extensiver Weise dahingehend auslegen, daß er jede Erweiterung der finanziellen Basis eines Unternehmens durch eigene oder fremde Mittel umfaßt. Im engeren (aktien-)rechtlich orientierten Sinne aber wird darunter die Aufstockung lediglich des nominellen Eigenkapitals der Kapitalgesellschaft verstanden, gleichgültig, ob die Finanzmittel dem Unternehmen von außen oder von innen zufließen. Demgemäß ist die effektive oder echte Kapitalerhöhung mit externer Zuführung der neuen Mittel neben der nominellen oder formellen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durch bloße interne Umbuchung von nicht verteiltem Gewinn auf das Nennkapitalkonto zu unterscheiden1).

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Literatur

  1. 1).
    Zur Einführung in den Problemkreis der Kapitalerhöhung diene das folgende Beispiel: „Der Aufsichtsrat der Hein, Lehmann & Co AG, Düsseldorf, beschloß, der Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung um 2,6 auf 5,6 Mill. DM vorzuschlagen. Zunächst soll das Aktienkapital aus Gesellschaftsmitteln im Verhältnis 5: 2 um 1,2 auf 4,2 Mill. DM berichtigt werden. Ferner wird eine echte Kapitalerhöhung um 1,4 auf 5,6 Mill. DM zu pari vorgeschlagen. Zur Abrundung des Aktienkapitals auf 6 Mill. DM soll ein für die Dauer von vier Jahren genehmigtes Kapital von 0,4 Mill. DM geschaffen werden.“ Vgl. Handelsblatt vom 5. Juni 1961, Nr. 104, S. 8; desgl. vom 14. Juni 1961, Nr. 111, S. 7.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. hierzu Beste, Theodor, Aus Geschichte und Gegenwart der Publizität im Aktienwesen, in: Studium Berolinense, Gedenkschrift der Westdeutschen Rektorenkonferenz und der Freien Universität Berlin zur 150. Wiederkehr des Gründungs Jahres der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, Berlin 1960.Google Scholar
  3. 1).
    Vgl. ergänzend die Übersicht über die Motive für die nominelle Kapitalerhöhung auf Seite 156 f.Google Scholar
  4. 1).
    Über den Einfluß der Sperrminorität in der Hauptversammlung vgl. S. 118. 2) Vgl. hierzu den fünften Abschnitt dieses Kapitels, S. 148 ff.Google Scholar
  5. 1).
    In der Fassung der Bekanntmachung vom 27. Mai 1908.Google Scholar
  6. 1).
    Beispielsweise wurde im Frühjahr 1961 der Vorstand der Andreae-Noris Zahn AG, Frankfurt, durch die Hauptversammlung ermächtigt,,,das Grundkapital innerhalb der nächsten fünf Jahre um bis 1,5 Mill. DM unter Ausschluß des Bezugsrechts der Aktionäre zu erhöhen“. Die Schaffung dieses genehmigten Kapitals erklärte die Verwaltung als eine prophylaktische Maßnahme, die dem Vorstand die Möglichkeit geben sollte, von Gelegenheiten, die sich in Zukunft bieten könnten, im Interesse der Aktionäre Gebrauch zu machen. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26. April 1961, Nr. 97, S. 22.Google Scholar
  7. 1).
    Vgl. hierzu Baumbach — Hueck, Aktiengesetz, aaO, Anm. 2 zu § 153 AktG.Google Scholar
  8. 1).
    Über den zwischen Kursentwicklung und Kapitalerhöhung vor und nach ihrer Durchführung bestehenden Zusammenhang liegen bisher nur wenige exakte Aufschlüsse vor. Bemerkenswert sind die Darlegungen und Literaturhinweise zum Thema Bezugsrecht in: Rittershausen, Heinrich, Industrielle Finanzierungen, Wiesbaden 1964, S. 71 ff.Google Scholar
  9. 1).
    Die Frage, ob die gesonderte Veräußerung von Bezugsrechten, die als „Anwartschaft“ auf Beteiligungen zu den Anteilen nach § 17 EStG rechnen, zu einem steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn führt, wird im Schrifttum mit der Begründung bejaht, daß das Bezugsrecht im Preis einer nach dem Zeitpunkt des Beschlusses der Kapitalerhöhung erworbenen Aktie enthalten und deshalb bei deren Verkauf de facto auch der Kaufpreisanteil für das mitveräußerte Bezugsrecht besteuert würde. Bei solcher Sachlage müsse auch für den Verkauf von Bezugsrechten allein eine Steuerpflicht angenommen werden. Vgl. Littmann, Eberhard, Das Einkommensteuerrecht, aaO, S. 1226 f., ferner Brönner, Herbert, Die Besteuerung der Gesellschaften..., aaO, S. 849.Google Scholar
  10. 2).
    Vgl. Blümich — Falk — Steinbring, Einkommensteuergesetz, 9. Aufl., Berlin und Frankfurt a. M. 1964, Bd. 2, S. 1548.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1967

Authors and Affiliations

  • Paul Deutsch
    • 1
  1. 1.Westfälischen Wilhelms-Universität MünsterDeutschland

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