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Zusammenfassung

Verschmelzung oder Fusion bedeutet die betriebswirtschaftliche und zudem rechtliche Vereinigung von zwei oder mehreren Unternehmen gleich welcher Rechtsform. Dabei verliert in der Verschmelzung durch Aufnahme ein Unternehmen, das sein Vermögen auf ein weiterbestehendes überträgt, seine bisherige rechtliche und — soweit noch vorhanden — wirtschaftliche Selbständigkeit1), während bei der Verschmelzung durch Neubildung alle Beteiligten ein neues Unternehmen errichten, auf das sie ihr Vermögen übertragen.

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Literatur

  1. 1).
    Als einführendes Beispiel möge folgender Fusionsbericht dienen: „Die Brunsviga Maschinenwerke AG, Braunschweig, deren Aktienkapital von 6 Mill. DM sich seit Ende 1957 zu 98,8 vH im Besitz der Olympia Werke AG, Wilhelmshaven, befindet, genehmigte einstimmig den Abschluß für das verkürzte Geschäftsjahr und die Übertragung des Vermögens der Gesellschaft unter Ausschluß der Abwicklung auf den Hauptaktionär Olympia Werke AG, deren Aktien sämtlich der AEG gehören. Die ausscheidenden Aktionäre erhalten eine Abfindung in Höhe von 296 vH des Nennwertes ihrer Aktien. Die bereits durch einen Organvertrag eingeleitete Zusammenarbeit zwischen Brunsviga und Olympia wird durch die Verschmelzung zu einem Unternehmen zum Nutzen beider Teile organisatorisch abgeschlossen, das Programm der Brunsviga in das umfassendere Olympia-Programm eingefügt.“ Vgl. Handelsblatt vom 19. Januar 1959, Nr. 7, S. 6; ferner ist auf S. 126, Anmerkung 2 des Buches hinzuweisen.Google Scholar
  2. 1).
    Vgl. Baumbach — Hueck, Aktiengesetz, aaO, Anm. 1 zu § 255 Abs. 3 (AktG 1937, im neuen Aktiengesetz § 361 Abs. 3).Google Scholar
  3. 1).
    Zur horizontalen Verschmelzung ein Beispiel aus der Textilindustrie: Anfang Oktober 1957 wurde die Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen AG in Göggingen bei Augsburg mit der Zwirnerei Ackermann AG in Heilbronn-Sontheim zur Ackermann-Göggingen AG in München verschmolzen. Vorher betrug das Aktienkapital der Unternehmen je 9 Mill. DM, bei Göggingen nach Einziehung von 750 000 DM eigener Aktien. Nachdem eine außerordentliche Hauptversammlung der Göggingen AG der Fusion zugestimmt hatte, beschloß die Ackermann AG, im Hinblick auf das Umtausch Verhältnis von 1:1 ihr Grundkapital auf 18 Mill. DM durch Ausgabe neuer Inhaberaktien zu erhöhen und ihre Namensaktien, die überwiegend den Familien Ackermann gehören, gleichfalls in Inhaberaktien umzuwandeln. Vgl. Handelsblatt vom 7. September 1957, Nr. 105, S. 5; desgleichen vom 7. Oktober 1957, Nr. 117, S. 7. Zur vertikalen Verschmelzung ein Beispiel aus der Glasindustrie: Die Graf Schaffgottsch’sche Josephinenhütte GmbH in Schwäbisch-Gmünd, die hochwertige Bleikristallwaren sowie Zier- und Wirtschaftsgläser herstellt, und die Cäcilienhütte Schwäbisch-Gmünd GmbH, die aus ihren Schmelzöfen das dazu erforderliche Rohglas liefert, wurden Anfang i960 durch Übertrag des Vermögens der Cäcilienhütte, an deren Stammkapital von 220 000 DM die Josephinenhütte bisher schon mit etwa 98 vH beteiligt war, auf diese vereinigt, indem letztere ihr Stammkapital um 220 000 DM erhöhte. Vgl. Handelsblatt vom 22./23. Januar 1960, Nr. 15, S. 6.Google Scholar
  4. 1).
    Infolge Verschmelzung erlangte die Ackermann-Göggingen AG (vgl. Seite 103, Anm. 1) einen Marktanteil von etwa 50 vH. Beiden Firmen schien die Verwirklichung des seit Jahren erwogenen Planes schließlich besonders im Hinblick auf den Gemeinsamen Markt geboten. Das von jeher breite Sortiment von Näh- und Stopfgarnen sowie Leinenzwirnen, das in den letzten Jahren um die Synthetik-Zwirne noch erweitert wurde, legte eine möglichst rationelle Gestaltung der Fertigung nahe. Ferner erforderten die ständig vielseitiger und höher werdenden Anforderungen des Marktes intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Zur Zeit der Verschmelzung wurden in Heilbronn 1400, in Göggingen 1300 Arbeitskräfte beschäftigt.Google Scholar
  5. 1).
    An dieser Stelle sei vermerkt, daß Beherrschungs- und Organverträge die Selbständigkeit des beherrschten Betriebes bis zur völligen Aufgabe des eigenen Willens beschränken können und die Aufgabe der rechtlichen Selbständigkeit im Wege der Fusion nur der äußere Ausdruck einer wirtschaftlich bereits vollzogenen Tatsache ist. Vgl. Seite 123 f. des Buches.Google Scholar
  6. 2).
    Daß bei Verschmelzungen eine Planung auf lange Sicht nötig ist, zeigt z. B. die im Jahre 1955 durchgeführte Verschmelzung der aufnehmenden Rheinischen Röhrenwerke AG mit der übertragenden Hüttenwerke Phoenix AG. Dieser Wiedervereinigung der aus den Vereinigten Stahlwerken entflochtenen Gesellschaften zur Phoenix-Rheinrohr AG Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke, Düsseldorf, war „eine jahrelange enge Zusammenarbeit beider Unternehmen vorangegangen, in deren Verlauf die Liefer-, Versorgungs- und Investitionsprogramme abgestimmt wurden“. Vgl. Beilage zum Börsenbericht der Deutschen Bank AG für Januar 1958, ferner den Hinweis auf die Olympia-Brunsviga-Verschmelzung, S. 126, Anm. 2.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1967

Authors and Affiliations

  • Paul Deutsch
    • 1
  1. 1.Westfälischen Wilhelms-Universität MünsterDeutschland

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