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Bedeutung des Unternehmungswertes und Prinzipien seiner Ermittlung

  • Hans Münstermann
Part of the Betriebswirtschaftliche Beiträge book series (BB, volume 11)

Zusammenfassung

Wie wichtig es ist, Wert und Preis der Unternehmung auseinanderzuhalten, zeigt sich insbesondere beim Verkauf oder Kauf einer Unternehmung im ganzen als dem typischsten Anlaß zur Unternehmungsbewertung. Liegt der vom Verkäufer geforderte Preis höher als der Wert, den der potentielle Käufer einer Unternehmung ihr beimißt, so kann in ökonomischer Hinsicht eine Veräußerung nicht zustande kommen; zahlt doch niemand bei rationaler Handlungsweise mehr für ein Gut, als es ihm nach seinen augenblicklichen Informationen wert erscheint. Das gilt sowohl für einzelne Vermögensgegenstände wie für Güterkonglomerate in Gestalt einer ganzen Unternehmung.

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Referenzen

  1. 1).
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  2. 2).
    Vgl. die von mir angeregte Dissertation von H. Schulte, Der „fonds de commerce“ — Ein Beitrag zur Lehre der Bewertung der Unternehmungen, Diss., Mainz 1954, S. 49 f.Google Scholar
  3. 3).
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    Vgl. hierzu die Vorschrift für die Auseinandersetzung mit einem aus der bürgerlich-rechtlichen Gesellschaft ausscheidenden Gesellschafter: „Der Wert des Gesellschaftsvermögens ist, soweit erforderlich, im Wege der Schätzung zu ermitteln.“ (§ 738 II BGB).Google Scholar
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    Insbesondere kommen das Gesetz Nr. 59 der Militärregierung Deutschland —-Amerikanisches Kontrollgebiet, „Rückerstattung feststellbarer Vermögensgegenstände an Opfer der nationalsozialistischen Unterdrückungsmaßnahmen“ vom 10. November 1947, Art. 3 (3) und 22 ff. und das gleichnamige Gesetz im Britischen Kontrollgebiet vom 12. Mai 1949, Art. 3 (2) und 18 ff., in der Französischen Besatzungszone die Ordonnance Nr. 120 vom 10. Oktober 1947,1. Abschnitt, Rückerstattung geraubter Vermögensobjekte, Art. 5 in Verbindung mit Art. 1, sowie für Westberlin die Anordnung der Alliierten Kommandantur BK/O (49) 180 vom 26. Juli 1949, Art. 3 (2) und 19 ff., in Betracht. Das Bundesgesetz zur Regelung der rückerstattungsrechtlichen Geldverbindlichkeiten des Deutschen Reiches und gleichgestellter Rechtsträger (Bundesrückerstattungsgesetz) vom 19. Juli 1957 fußt auf dem Gesetz Nr. 59 und regelt entgegen seiner Kurzbezeichnung nur in Fällen, bei denen die Rückerstattung der entzogenen Vermögensgegenstände unmöglich ist, die sich aus dieser Unmöglichkeit ergebenden Geldverbindlichkeiten. Ist beispielsweise eine Unternehmung nach ihrer Entziehung untergegangen, so umfaßt der rückerstattungsrechtliche Ersatzanspruch den Gesamtwert des Betriebes einschließlich seines Firmenwertes. Bei Rückerstattung des Betriebes in Natur entfällt allerdings der Ersatz eines Firmenwertes und damit die für die Feststellung des Firmenwertes notwendige Bewertung des Unternehmens, weil der Einfachheit halber angenommen wird, daß mit der Rückgabe des Unternehmens sein Firmenwert, den es im Zeitpunkt seiner Entziehung hatte, zurückerstattet worden ist.Google Scholar
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    Bundesgesetz zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung vom 29. Juni 1956 in der Fassung des BEG-Schlußgesetzes vom 14. September 1965, § 26. Dieses Gesetz ist laut § 7 (1) gegenüber dem Rückerstattungsrecht subsidiär.Google Scholar
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    Nach dem westdeutschen „Lastenausgleichsrecht“ sind Vertreibungsschäden, Kriegssachschäden und Ostschäden am Betriebsvermögen gemäß dessen laut Bewertungsgesetz ermittelten Einheitswert oder in dessen Ermangelung durch Ermittlung eines Ersatzeinheitswertes festzustellen (Gesetz über die Feststellung von Vertreibungsschäden und Kriegssachschäden [Feststellungsgesetz] vom 14. August 1952, §§ 3 [1], 3 [2]e, 12 bis 14, 18). Auch für die Vermögensabgabe nichtgeschädigter Unternehmungen ist deren Einheitswert maßgebend (Gesetz über den Lastenausgleich vom 14. August 1952 mit späteren Änderungen, §§ 16 [2], 17 [2] und 24). Der Begriff Demontageschäden deckt sich weitgehend mit den Begriffen Reparationsschäden, Restitutionsschäden — letztere durch die Rückgabe von Gegenständen entstanden, die während des zweiten Weltkrieges aus anderen Ländern nach Deutschland gebracht worden sind — und Entmilitarisierungsschäden. Alle diese Schäden, mögen sie zu Betriebseinschränkungen oder gar Betriebsverboten geführt haben oder nicht, gelten nicht als Besatzungsschäden (Gesetz über die Abgeltung von Besatzungsschäden vom 1. Dezember 1955, § 3), können jedoch zwecks Abwendung einer Notlage zur Gewährung von Härtebeihilfen führen (Gesetz zur allgemeinen Regelung durch den Krieg und den Zusammenbruch des Deutschen Reiches entstandener Schäden [Allgemeines Kriegsfolgengesetz oder Kriegsfolgenschlußgesetz] vom 5. November 1957, § 68).Google Scholar
  11. 11).
    Gesetz über die Umwandlung von Kapitalgesellschaften und bergrechtlichen Gewerkschaften vom 12. November 1956.Google Scholar
  12. 12).
    § 12 dieses Umwandlungsgesetzes in der Fassung von § 39 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Aktiengesetz vom 6. September 1965 bestimmt: „Die ausscheidenden Aktionäre haben Anspruch auf angemessene Barabfindung. Die Barabfindung muß die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft im Zeitpunkt der Beschlußfassung ihrer Hauptversammlung über die Umwandlung berücksichtigen.“Google Scholar
  13. 13).
    Da infolge des Gesetzes über Steuererleichterungen bei der Umwandlung von Kapitalgesellschaften und bergrechtlichen Gewerkschaften (Umwandlungs-Steuer-gesetz) vom 11. Oktober 1957 die in der Zeit vom 1. Januar 1957 bis 31. Dezember 1959 gemäß dem Umwandlungsgesetz beschlossenen Umwandlungen in der Besteuerung begünstigt wurden und nicht wenige Gesellschaften diesen Vorteil ausnutzten, zweifelten insbesondere hinausgedrängte Gesellschafter an der Vereinbarkeit der „Rausschmeißer-Paragraphen“ des Umwandlungsgesetzes mit der Eigentumsgarantie des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (Art. 14). Das führte am 23. Mai 1960 zu der Vorlage des Düsseldorfer Registergerichtes an das Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung, ob die am 22. Dezember 1959 in der Hauptversammlung der Feldmühle Papier- und Zellstoffwerke AG, Düsseldorf-Oberkassel, auf Betreiben ihres Hauptaktionärs Friedrich Flick mit mehr als drei Vierteln des Grundkapitals beschlossene Umwandlung dieser Gesellschaft in die Aktiengesellschaft für Papier- und Zellstoffinteressen, Düsseldorf, das Eigentumsrecht und den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes verletzt. Das Bundesverfassungsgericht hat am 7. August 1962 die Verfassungsmäßigkeit der Umwandlung der Feldmühle und somit einer Aktiengesellschaft in eine andere Aktiengesellschaft gemäß § 15 des Umwandlungsgesetzes bejaht und mit diesem Urteil sich grundsätzlich zum Verhältnis von Mehr- und Minderheitsaktionären im Konzern geäußert (1 BvL 16/60). Vgl. E. Rösch-Saffran, Das Feldmühle-Urteil, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 182 vom 8. August 1962, S. 13.Google Scholar
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    Vgl. L. von Wiese, Gebilde, soziale, Handwörterbuch der Sozialwissenschaften, 4. Band, Stuttgart—Tübingen—Göttingen 1965, S. 222.Google Scholar
  15. 15).
    Hiervon zeugen schon seine ersten Ausführungen über Fragen des Gesamtwertes des Betriebes: Vergütung für den Wert des Geschäfts bei dessen Übergang in andere Hände, Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung, 7. Jg. (1912/13), S. 36 f.; Die Werte von Anlagen und Unternehmungen in der Schätzungstechnik, Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung, 12. Jg. (1917/18), S. 1 ff.Google Scholar
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    E. Schmalenbach, Finanzierungen, 2. Aufl., Leipzig 1921, S. 6Google Scholar
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    Diese Auffassung vertreten insbesondere Osbahr und Rieger. Vgl. W. Ruf, Die Grundlagen eines betriebswirtschaftlichen Wertbegriffs, Bern 1955, S. 100.Google Scholar
  23. 22).
    W. Ruf, ebenda.Google Scholar
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    Vgl. F. Moral, a. a. O., S. 130 und 134.Google Scholar
  33. 32).
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  34. 33).
    Vgl. K. Kolbe, Ermittlung von Gesamtwert und Geschäftswert der Unternehmung, Düsseldorf 1959, S. 26.Google Scholar
  35. 34).
    Vgl. z. B. die Schätzung des Wertes der Aktien der C. H. Knorr Aktiengesellschaft, Heilbronn, durch sechs Gutachter auf 560 bis 940 %! (Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 299 vom 22. Dezember 1960, S. 10). Ich selbst habe bei Gerichtsverfahren besonders in zwei Prozessen mit noch krasseren Unterschieden Gutachten erstatten müssen. Im ersten Falle schwankten die geschätzten Gesamtwerte beim Tausch von Steinkohlenzechen gegen Braunkohlengruben für die Steinkohlenzechen zwischen 75 und 165 Millionen RM und für die Braunkohlengruben zwischen 61 und 181 Millionen RM. Im zweiten Falle wurden komparable Werte nicht an der Börse gehan-delter Aktien einer Maschinenfabrik-Aktiengesellschaft von 100 bis 350% ermittelt.Google Scholar
  36. 35).
    Vgl. die von mir angeregte und betreute Monographie meines Schülers W. Busse von Colbe, Der Zukunftserfolg — Die Ermittlung des künftigen Unternehmungserfolges und seine Bedeutung für die Bewertung von Industrieunternehmen, Wiesbaden 1957, S. 16 ff.Google Scholar
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    G. Sieben, Neue Aspekte der Unternehmungsbewertung, Zeitschrift für Betriebswirtschaft, 33. Jg. (1963), S. 42.Google Scholar
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    W. Krelle, Preistheorie, Tübingen und Zürich 1961, S. 611.Google Scholar
  39. 37).
    Vgl. hierzu die Auseinandersetzung in der Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung zwischen Voß und Warneke (H. Voß, Unternehmungsbewertung und Körperschaftsteuer, Neue Folge, 12. Jg. [1960], S. 229 ff.Google Scholar
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  41. 37b).
    H. Warneke, Unternehmungsbewertung und Körperschaftsteuer, Neue Folge, 12. Jg. [1960], S. 519 ff.).Google Scholar
  42. 38).
    Zum Begriff des Kapitalwertes vgl. E. Schneider, Wirtschaftlichkeitsrechnung — Theorie der Investition, 4. Aufl., Tübingen und Zürich 1962, S. 15 ff.Google Scholar
  43. 39).
    F. Brinckmann, Illusionen bei der Unternehmens-Bewertung, Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, 8. Jg. (1955), S. 747 f.Google Scholar
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  45. 40a).
    ders., Betriebswirtschaftliche Bewertungslehre im Licht der Entscheidungstheorie (Band 18 der „Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Forschung“, hrsg. von E. Gutenberg, W. Hasenack, K. Hax und E. Schäfer), Köln und Opladen 1962, S. 8. Engels lehnt allerdings auch die subjektive Unternehmungsbewertung ab, wendet sich damit aber nur gegen die Verwendung des Terminus „subjektiv“, den er durch den Ausdruck „gerundiv“ ersetzt sehen möchte, da auch dieser Wert „rechenhaft, d. h. genau quantifizierbar und auch nicht willkürlich“ sei.Google Scholar
  46. 41).
    Vgl. z. B. K. Mellerowicz, Der Wert der Unternehmung als Ganzes, a. a. O., S. 13.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1966

Authors and Affiliations

  • Hans Münstermann
    • 1
  1. 1.Universität zu KölnDeutschland

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