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Überleben im Stahlharten Gehäuse

Eine häufig übersehene Seite der Persönlichkeitsethik Max Webers
  • Jessé de Souza
Chapter
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Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 107)

Zusammenfassung

Daß Weber neben einer Diagnose auch eine Therapie moderner Verhältnisse entworfen hat, hat in der Weber-Rezeption nur selten Beachtung gefunden. Auch Habermas (1981,11: 477ff) konzentriert sich in seiner Explikation von Webers Theorie der Moderne ausschließlich auf dessen Zeitdiagnose1. Die fast durchgängige Vernachlässigung der in Webers Gegenwartskritik implizierten therapeutischen Perspektive gründet sicher auch in der Eigenart der von Weber entworfenen „Therapie“ selbst. Die Gesellschaft als ganze kann nach Weber nicht Gegenstand von Handlungsintentionen individueller Subjekte sein. Eine „soziale Therapie“ im Sinn einer völligen „Umgestaltung der Verhältnisse“ durch Revolution würde unabwendbar in eine Katastrophe führen. Die modernen Lebensverhältnisse haben sachliche Zwänge von solcher Gewichtigkeit entstehen lassen, daß eine verantwortliche „Therapie“ sich darauf beschränken muß, den Handlungssubjekten individuelle und soziale Gestaltungsspielräume innerhalb prinzipiell unveränderlicher Grundtatsachen aufzuzeigen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Jessé de Souza

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