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Herrschaft und Naturaneignung in der „Dialektik der Aufklärung“

  • Harald Krusekamp
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Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 107)

Zusammenfassung

Die „Dialektik der Aufklärung“ hinterläßt nach dem ersten Lesen nicht den Eindruck, daß dem Text eine nachvollziehbare Struktur zugrunde liegt: Der Untertitel „Philosophische Fragmente“ scheint diese Einschätzung zu bestätigen.1 Tatsächlich sind diese Fragmente jedoch keine Sammlung loser, nicht verbundener Gedankensplitter, sondern sie ergänzen einander zu einer Theorie der Herrschaft (vgl. Lüdke 1981: 30), die auf einer Reflexion des Zusammenhangs von Formen der Naturbeherrschung und sozialer Herrschaft beruht. Auffällig an dieser Reflexion ist, daß die Autoren der „Dialektik der Aufklärung“ sich sehr ausführlich mit der Frage beschäftigen, wie das ursprüngliche Mensch-Natur-Verhältnis zu beurteilen ist, wie die Genese des selbstidentischen Ich durch dieses Verhältnis geprägt wurde. Diese Beschäftigung bleibt an die zentrale Fragestellung gebunden, „warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt“ (Horkheimer/Adorno 1984: 1). Max Horkheimer und Theodor W. Adorno fragen nach den Bedingungen, Umständen und Voraussetzungen dafür, wie es in einer angeblich aufgeklärten Welt zum Faschismus kommen konnte, und sie untersuchen, worin das selbstdestruktive Element der Aufklärung besteht, wo dessen Wurzeln liegen, um in der Reflexion darüber zur Überwindung der — wie sie es nennen — Selbstzerstörung der Aufklärung beizutragen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Harald Krusekamp

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