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www.blocher.ch. Mediales Ereignis-Management und Störpotential einer schweizerischen Oppositionsbewegung

  • Roger Blum
Part of the Mediensymposium Luzern book series (MESY, volume 5)

Zusammenfassung

Das schweizerische Mediensystem ist stark beeinflusst vom politischen System und von der politischen Kultur der Schweiz (Saxer 1984: 192). Im politischen System haben sich viele Elemente des Neokorporatismus eingenistet, die sich ausprägen in Proporzregeln, Konsultationsverfahren und Minderheitenrechte, so dass sich das eidgenössische Konkordanzmodell vom Konkurrenzmodell der meisten parlamentarischen Demokratien unterscheidet (vgl. Linder 1999): Alle wichtigen Parteien des Landes sind seit 1959 nach einer festen Formel an der Regierung beteiligt,1 alle wichtigen Interessengruppen und die Kantone werden im „Vemehmlassungsverfahren“ vor jeder Gesetzesnovelle konsultiert, und das Sanierungsprogramm für die Bundesfinanzen wurde sogar am „Runden Tisch“ ausgehandelt — mit dem Effekt, dass das Parlament nur noch akklamieren konnte. Das System der direkten Demokratie verschafft umgekehrt den Stimmberechtigten zahllose Interventionsmöglichkeiten.2 Zur politischen Kultur gehört auch die Rücksichtnahme auf die vier Sprachgruppen und auf die föderalistische Struktur mit der stark dezentralen Kompetenzverteilung.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Roger Blum

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