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Rechtssetzung in der „Informationsgesellschaft“: Renaissance für die Gesetzgebungslehre?

Entwicklung von Regulierungsprogrammen am Beispiel „Digitales Fernsehen“ in der Bundesrepublik Deutschland und in Großbritannien
  • Wolfgang Schulz
Part of the Mediensymposium Luzern book series (MESY, volume 5)

Zusammenfassung

Dass die Veränderungen, die mit dem Übergang in eine „Informationsgesellschaft“1 verbunden sind, zur Modifizierung von Regulierungsansätzen nötigen, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Weniger Einigkeit herrscht darüber, wie sich Regulierungsansätze und einzelne Instrumente verändern werden, ob und inwieweit Alternativen im Recht und zum Recht diskutiert werden müssen. Der folgende Beitrag will allerdings nicht die bestehenden Regelungsansätze und -instrumente analysieren und die Vorschläge zur Veränderung des Regelungsapparates diskutieren. Vielmehr soll — quasi auf der Meta-Ebene — im Mittelpunkt stehen, ob und wie die Rechtsordnungen und politischen Systeme, so wie sie derzeit konstruiert sind, die Fähigkeit besitzen, die Veränderungen im Regelwerk in adäquater Art und angemessenem Tempo zu prozessieren.

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  6. 12.
    Öffentlichkeit als Steuerungsressource im Gesetzgebungsverfahren und in den Steuerungsprogrammen selbst ist Gegenstand eines von der Volkswagen Stiftung geförderten Forschungsprojektes, das derzeit am Hans-Bredow-Institut bearbeitet wird.Google Scholar
  7. 13.
    Die Studie von Schulz/Seufert/Holznagel (1999) begleitete zwar den Prozeß, war aber von einer Landesmedienanstalt und nicht von den Rundfunkreferenten in Auftrag gegeben, so daß sie nicht systematisch in den Prozeß der Normformulierung einbezogen werden konnte.Google Scholar
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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Schulz

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