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Zum Verhältnis von Fremd- und Selbstregulierung in der Medienpolitik

  • Manfred Mai
Part of the Mediensymposium Luzern book series (MESY, volume 5)

Zusammenfassung

Moderne Gesellschaften sind im Unterschied zu traditionellen dadurch gekennzeichnet, dass immer mehr Teilbereiche (Subsysteme) entstehen, die sich gegenüber anderen Teilbereichen abgrenzen (Willke 1991, Giddens 1996). Diese Abgrenzung geschieht u.a. durch Spezialisierung auf die Lösung bestimmter Aufgaben innerhalb der Gesellschaft. Dieser Differenzierungsprozess betrifft nicht nur die aggregierten Ebenen wie die der Wirtschaft, der Wissenschaft und auch der Politik, sondern auch einzelne Institutionen innerhalb dieser Subsysteme — seien es Unternehmen, Verbände, Professionen, Rundfunkanstalten oder Verlage. Auf der anderen Seite kann der Modernisierungsprozess auch als die wechselseitige Durchdringung gesellschaftlicher Institutionen und Subsysteme interpretiert werden: So sind z.B. auch Unternehmen in ethische Diskurse eingebunden, und Verlagshäuser sehen sich — ihrem Idealbild als unabhängige Instanz („Vierte Gewalt“) zum Trotz — nicht nur publizistischen Imperativen, sondern mehr noch ökonomischen und politischen gegenüber. Umgekehrt ist die Politik zur Beschaffung von Zustimmung immer mehr auf die Medien angewiesen.l

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Manfred Mai

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