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Zum Wandel normativer Leitdifferenzen in der „Informationsgesellschaft“

  • Thomas Vesting
Part of the Mediensymposium Luzern book series (MESY, volume 5)

Zusammenfassung

In den vergangenen Jahren sind vor allem in den Sozialwissenschaften Beschreibungsformeln für die moderne Gesellschaft aufgetaucht, die eine Zunahme des Einflusses der Massenmedien auf die Produktion wissenschaftlicher Theorien signalisieren. Die Rede von der „Informationsgesellschaft“ ist ein solcher Fall. Nachdem Karl Steinbuch die Nachrichtentechnik als Zentrum der „informierten Gesellschaft“ entdeckt hatte (Steinbuch, 1968), nahm die Zahl an Anschlussveröffentlichungen, in denen das Phänomen der computerisierten Datenverarbeitung zu einem mehr oder weniger neuartigen Gesellschaftstypus hochgerechnet wurde, rasch zu. Die häufige Benutzung des Begriffs der „Informationsgesellschaft“ als Buch-oder Aufsatztitel bewirkte dann den Rest: War es zu Beginn vielleicht nur die Suche nach einem schlagkräftigen Titel, wurde die „Informationsgesellschaft“ schon in der nächsten Runde als Beschreibung gehandelt, die eine neue Epoche ankündigt: das Informationszeitalter, in dem die Gesellschaft nicht zuletzt mit einer selbsterzeugten Informationsflut konfrontiert wird. Auf einmal ist dann auch in den Massenmedien ganz selbstverständlich von der „Informationsgesellschaft“ die Rede, aber der semantische Gehalt, der durch den Begriff der „Informationsgesellschaft“ abgebildet und gespeichert werden soll, wird nun nicht mehr hinterfragt, sondern einfach als gegeben unterstellt.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Thomas Vesting

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