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Ökonomik der Steuerungs- und Regelungsmöglichkeiten des Mediensystems — Rezipientenorientierung der Kontrolle

  • Jürgen Heinrich
Part of the Mediensymposium Luzern book series (MESY, volume 5)

Zusammenfassung

Aus ökonomischer Sicht ist prinzipiell der Rezipient der angemessene Kontrolleur der Medienproduktion. Dies entspricht dem ökonomischen Basispostulat des normativen methodologischen Individualismus. Allerdings stößt eine Rezipientenorientierung der Steuerung und Regelung des Mediensystems auf eine Reihe von Problemen, die im Rahmen der Ökonomie mit dem Paradigma von Markt, Marktversagen und Politikversagen konzeptionell erfasst werden (Abschnitt 2). Dieses Konzept, mit der jedenfalls grundsätzlichen Akzeptanz der Rezipientenkontrolle, kann aber nicht vorbehaltlos auf alle Bereiche der Medienproduktion angewendet werden (Abschnitt 3). Das Ergebnis dieser Überlegungen ist ein normatives duales System der Medienproduktion, in dessen einem Teil der ökonomische Wettbewerb als Steuerungs- und Regelungsverfahren grundsätzlich akzeptiert wird und in dessen anderem Teil nach Alternativen in Form eines publizistischen Wettbewerbs gesucht werden muss (Abschnitt 4). Überlegungen zur Organisation des dualen Systems der Medienproduktion in Form eines Forumbereiches (Abschnitt 5) und in Form eines Gebrauchswertbereiches (Abschnitt 6) schließen diesen Beitrag ab. Dass eine solche Trennung schwierig aber gleichwohl notwendig ist, zeigt die immer weiter zunehmende „Ökonomisierung“ des Mediensystems, die nur in einer strikten funktionalen Trennung überwunden werden kann (Abschnitt 1).

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Jürgen Heinrich

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