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Großbritannien

  • Jürgen Hartmann
  • Udo Kempf
Chapter

Zusammenfassung

Die gegenwärtige Stellung der Krone im britischen Verfassungssystem ist das Resultat eines jahrhundertelangen Prozesses, der in gleicher Weise, wie er die Stellung der Krone veränderte, zunächst die Macht des Parlaments stärkte und später de facto einen großen Teil der Parlamentsmacht auf das Kabinett und den Premierminister übertrug. Insofern ist die Entwicklung der Krone im politischen System Großbritanniens von der allgemeinen Verfassungsentwicklung nicht zu trennen. Als die wichtigsten Ereignisse seien in diesem Zusammenhang erwähnt: die Magna Charta Libertatum (1215), die den englischen König verpflichtete, beim Erlaß von Steuern den Rat der weltlichen und geistigen Lords einzuholen; die Beratung des Königs erfolgte in der „Curia Regis“, für die sich später die Bezeichnung „Parlament“ einbürgerte. Aus der „Curia Regis“, dem Thronrat, entstand mit der Zeit eine voll ausgebildete ständische Körperschaft, die sich darüber hinaus in „Lords“ und „Commons“, in „Oberhaus“ und „Unterhaus“ differenzierte. Im Jahr 1628 ließ sich das jetzt so genannte „Parlament“ in der „Petition of Rights“ von König Karl I. aus der Stuart-Dynastie bestätigen, daß es in bestimmten Abständen tagen durfte und daß der König Beschwerden der Untertanen gegen seine Beamten auszuräumen hatte, bevor es ihm die geforderten Steuern und Ausgaben bewilligte.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. dazu die Sammlung der wichtigsten britischen Verfassungsgesetze bei Peter Cornelius Mayer-Tasch,Die Verfassungen Europas, 2. Aufl., München 1975, S.229ff.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. zum Gesamtkomplex des britischen Verfassungsrechts das umfassende Werk von Karl Löwenstein, Staatsrecht und Staatspraxis von Großbritannien, Tübingen 1967.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. dazu grundlegend das klassische Werk von A. V. Dicey, Introduction to the Study of Law of the Constitution, zuerst erschienen in London 1885.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Karl-Ulrich Meyn,Die „Constitutional Conventions“ in der britischen Verfassungsordnung. Zugleich ein Beitrag zum Dreiparteiensystem und Europa-Referendum, in: Jahrbuch des öffentlichen Rechts,N. F., 25. Jg. (1976), S.133–192. Meyn erläutert im Zusammenhang mit den Verfassungskonventionen die wichtigsten Grundlinien des britischen Verfassungsverständnisses.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Ivor Jennings, Cabinet Government, London 1959.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. insbesondere die durch ihren systematischen Zugriff vor den üblichen verfassungsrechlichen Darstellungen ausgezeichnete Studie von S. A. de Smith,Constitutional and Administrative Law, 2.Aufl., Harmondsworth 1974.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Economist vom 14.7.1986.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. dazu bereits Walter Bagehot, The English Constitution (Erstaufl. 1867), Introduction by R. H. S. Crossman, London und Glasgow 1963, S. 119.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. de Smith,a.a.O., S.111.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Times vom 17.1.1984.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Guardian vom 18.7.1985.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. dazu und zum folgenden Kurt Kluxen,Geschichte und Problematik des Parlamentarismus, Frankfurt/M. 1983, sowie Kluxens eigene Beiträge in: Kluxen (Hg.), Parlamentarismus, 3.Aufl., Köln und Berlin 1971.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. John P. Mackintosh,The British Cabinet, 3.Aufl., London 1977.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. Meyn,a.a.O. S.167.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. David Butler (Hg.), Coalitions in British Politics, London und Basingstoke 1978.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Bagehot,a.a.O., S.111.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. de Smith,a.a.O., 5.101.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. Rainer Klemmt, Die Verantwortlichkeit der Minister in Großbritannien, Tübingen 1983.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Robert T. McKenzie, British Political Parties, 2. Aufl., London 1964.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. de Smith,a.a.O., S.101 f.Google Scholar
  21. 21.
    Dies gilt auch für den sonst überaus mitteilungsfreudigen früheren Premierminister Harold Wilson,The Governance of Britain, London 1976.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. Financial Times vom 23.7.1986.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. de Smith,a.a.O., S.144 f.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Economist vom 26.7.1986.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. dazu auch R. H. S. Crossman,einen früheren Labour-Politiker, dessen Analysen an die Tradition Bagehots anknüpfen: Inside View: Three Lectures on Prime Ministerial Government, London 1972, S.41, 53.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Richard Rose und Dennis Kavanagh,The Monarchy in Contemporary Political Culture, in: Comparative Politics,8.Jg. (1975/76), S.548–576.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Jürgen Hartmann
  • Udo Kempf

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