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Bundesrepublik Deutschland

  • Jürgen Hartmann
  • Udo Kempf
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Zusammenfassung

Die Entstehungsgeschichte des Präsidentenamtes der Bundesrepublik Deutschland ist ohne Blick auf seine monarchischen und republikanischen Vorläufer schwer verständlich. In den Beratungen des Parlamentarischen Rates zur Ausarbeitung des Grundgesetzes entschieden sich die Verfassungsväter dafür, den neuen Staat als parlamentarisches Regierungssystem zu konstituieren. Jedwede Anlehnung an ein „System bipolarer Exekutive“ wie in Weimar1 oder gar an die konstitutionelle Monarchie des Kaiserreiches stand außer Frage. Für das Verständnis des bundesrepublikanischen Amtes ist deshalb die Kenntnis der historischen Erfahrungen unentbehrlich.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Zum Begriff vgl. Werner Kaltefleiter,Die Funktionen des Staatsoberhauptes in der parlamentarischen Demokratie, Opladen 1970, S. 130ff.Google Scholar
  2. 2.
    Karl Erich Born Von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg, in: B. Gebhardt,Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd.16, 9.Aufl., Stuttgart 1973, S.14.Google Scholar
  3. 3.
    Hans Fenske Deutsche Verfassungsgeschichte — Vom Norddeutschen Bund bis heute, 2. Aufl., Berlin 1984, S.20 f.Google Scholar
  4. 4.
    Die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) hatte sich 1917 von der SPD abgespalten. Im Rat der Volksbeauftragten war die USPD bis zum 29.12.1918 (Tag ihres Ausscheidens) mit den Politikern Haase, Dittmann und Barth vertreten, die SPD mit Ebert, Scheidemann und Landsberg. Nach dem Weggang der USPD-Mitglieder wurde der Rat durch die Sozialdemokraten Noske und Wissell ergänzt und regierte bis zur Übergabe der Regierungsgeschäfte an die Nationalversammlung am 10. 2. 1919.Google Scholar
  5. 5.
    Für die Einzelheiten siehe Fenske,a.a.O., S.46ff, Kaltefleiter,a.a.O., S.153ff, Carl Schmitt,Verfassungslehre, 5. Aufl., 1928 (Nachdruck Berlin 1970), Ernst Rudolf Huber,Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd. VI: Die Weimarer Reichsverfassung, Stuttgart u.a. 1981, S.307ff und Bd. VII: Ausbau, Schutz und Untergang der Weimarer Republik, Stuttgart u.a. 1984, S. 956ff.Google Scholar
  6. 6.
    Reichspräsidentenwahlen 1925: 1. Wahlgang: Ludendorff (NSDAP, 0,28 Mill. Stimmen) Dr. Jarres (DVP, 10,41 Mill.) Dr. Marx (Zentrum, 3,89 Mill.) Dr. Held (Bayerische Volkspartei, 1,01 Mill.) Dr. Hellpach (DDP, 1,57 Mill) Braun (SPD, 7,8 Mill.) Thälmann (KPD, 1,87 Mill.) andere (0,02 Mill.) 2. Wahlgang: von Hindenburg (14,65 Mill.) Dr. Marx (13,75 Mill.) Thälmann (1,93 Mill.) andere (0,13 Mill.)Google Scholar
  7. 7.
    Reichspräsidentenwahlen 1932: 1. Wahlgang: von Hindenburg (Z, SPD, DVP, DStP, BVP, 18,65 Mill. Stimmen) Hitler (NSDAP, 11,34 Mill.) Duesterberg (Stahlhelm, 2,56 Mill.) Thälmann (KPD, 4,98 Mill.) andere (0,11 Mill.) 2. Wahlgang: von Hindenburg (19,36 Mill.) Hitler (13,42 Mill.) Thälmann (3,71 Mill.)Google Scholar
  8. 9.
    Vgl. dazu Gerhard Anschütz,Die Verfassung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919, 14. Aufl., Berlin 1924, Erläuterungen 2 und 6 zu Art. 53.Google Scholar
  9. 12.
    Preußen hatte seit 1920 - mit kurzen Unterbrechungen - eine Regierung aus SPD, Zentrum, DDP und zeitweise auch DVP. Erst mit den Landtagswahlen im April 1932 verlor sie ihre parlamentarische Mehrheit. Am 20. Juli 1932 ließ Reichskanzler von Papen durch eine Notverordnung des Reichspräsidenten die amtierende preußische Regierung für abgesetzt erklären unter dem Vorwand, sie sei nicht mehr Herr der Lage in Preußen. Von Papen übernahm als Reichskommissar die preußischen Regierungsgeschäfte.Google Scholar
  10. 13.
    Heinz Rausch, Der Bundespräsident, 2. Aufl., München 1984, S.43.Google Scholar
  11. 14.
    Vgl. dazu Friedrich Karl Fromme, Von der Weimarer Verfassung zum Bonner Grundgesetz, Tübingen 1960.Google Scholar
  12. 15.
    Vgl. die Worte des Abgeordneten Walter, abgedruckt in: Franz Spath, Das Bundespräsidialamt, 3. Ausgabe, Düsseldorf 1982, S. 27.Google Scholar
  13. 16.
    Klaus Stern,Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland, Band II, München 1980, S.198 f.Google Scholar
  14. 17.
    Rundfunkerklärung vom 8.4.1959, in: Archiv der Gegenwart 1958, S. 7645.Google Scholar
  15. 18.
    Hartmut Maurer,Hat der Bundespräsident ein politisches Mitspracherecht?, in: Die öffentliche Verwaltung 19, 1966, S.668.Google Scholar
  16. 19.
    Abgedruckt in: Hannoversche Allgemeine vom 20.12.1986 „Gespräch mit Bundespräsident von Weizsäcker zur Halbzeit seiner Amtsperiode“.Google Scholar
  17. 20.
    Theodor Eschenburg,Staat und Gesellschaft in Deutschland, 4. Aufl., Stuttgart 1960, S.650.Google Scholar
  18. 21.
    Werner Billing,Die Rolle des Bundespräsidenten im Bereich der Außenpolitik, in: Handbuch der deutschen Außenpolitik, hrsg. von Hans-Peter Schwarz,München 1975, S.143.Google Scholar
  19. 22.
    Für Einzelheiten siehe Kaltefleiter, a.a.O., S.248ff.Google Scholar
  20. 23.
    Theodor Maunz, Günter Dürig, Roman Herzog, Rupert Scholz,Grundgesetz, Kommentar, Bd. II, Erläuterungen zu Art.59GG, Rnr.5.Google Scholar
  21. 24.
    Billing, a.a.O., S.146.Google Scholar
  22. 25.
    Drs., a.a.O., S.147.Google Scholar
  23. 26.
    Zitiert in: Stern, a.a.O., S.232.Google Scholar
  24. 27.
    Vgl. Hans Joachim Winkler,Der Bundespräsident - Repräsentant oder Politiker?, Op-laden 1967, S. 50 f.Google Scholar
  25. 28.
    Theodor Eschenburg,Zur politischen Praxis in der Bundesrepublik, Bd. 1, München 1964, S.130 und 134.Google Scholar
  26. 29.
    Vgl. dazu Kaltefleiter, a.a.O., S.208ff.Google Scholar
  27. 30.
    Friedbert Pflüger,Von Heuss bis Weizsäcker: Hüter des Grundkonsenses. Das Amt des Bundespräsidenten in Theorie und Praxis, in: M. Funke/ H. A. Jacobsen/ H. H. Knütter/ H. P. Schwarz (Hrsg.): Demokratie und Diktatur. Festschrift für Karl Dietrich Bracher, Bonn/Düsseldorf 1987, S.386.Google Scholar
  28. 31.
    Vgl. dazu Stern,a.a.O., S. 183.Google Scholar
  29. 32.
    Anzahl der 520 Ländervertreter nach §2, Abs. 1 des Wahlgesetzes zum Amt des Bundespräsidenten 1984: Baden-Württemberg: 77 Hessen: 46 Bayern: 94 Niedersachsen: 64 Berlin: 15 Nordrhein-Westfalen: 141 Bremen: 6 Rheinland-Pfalz: 32 Hamburg: 13 Saarland: 9 Schleswig-Holstein: 23Google Scholar
  30. 33.
    Vgl. auch Kaltefleiter, a.a.O., S.208.Google Scholar
  31. 34.
    Vgl. Grundgesetzkommentar, hrsg. von Ingo von Münch, Bd.2, München 1976, 5. 712.Google Scholar
  32. 35.
    Pressemitteilung der SPD vom 20.8.1986.Google Scholar
  33. 36.
    Vgl. die Zusammenstellung bei Kaltefleiter, a.a.O., S.224ff.Google Scholar
  34. 37.
    Konrad Adenauer, Erinnerungen 1955–1959, Stuttgart 1967, S.503.Google Scholar
  35. 37a.
    Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 13. 3. 1987.Google Scholar
  36. 38.
    Vgl. dazu Spath,a.a.O., S.66 ff.Google Scholar
  37. 39.
    Drs., a.a.O., S.68f.Google Scholar
  38. 40.
    Rausch,a.a.O., S.83; auch Stern,a.a.O., S.250, billigt dem Bundespräsidenten kein Recht zu „sachlicher Nachprüfung“ der Wahl zu; zulässig ist für ihn nur eine Rechtmäßigkeitskontrolle. Anders aber Kaltefleiter,a.a.O., S. 236.Google Scholar
  39. 41.
    Vgl. Spath, a.a.O., S.69.Google Scholar
  40. 42.
    Vgl. dazu die sehr informative Darstellung von Spath, a.a.O.Google Scholar
  41. 43.
    Für Einzelheiten siehe Spath, a.a.O., insbesondere S. 85 ff.Google Scholar
  42. 44.
    Vgl. dazu: Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 16.2.1983, abgedruckt einschließlich der Minderheitsvoten in: Urteil des Bundesverfassungsgerichts, hrsg. von Peter Schiwy (Verlag R. S. Schulz), Percha 1983; Willi Geiger, Die Auflösung des Bundestages nach Art. 68 GG, in: Jahrbuch des öffentlichen Rechts N. F. 33/1984, S. 41–61; Hans Hugo Klein, Die Auflösung des Deutschen Bundestages nach Art. 68 GG, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen Heft 3/1983, S.402–422; Werner Heun, Die Stellung des Bundespräsidenten im Lichte der Vorgänge um die Auflösung des Bundestages, in: Archiv des öffentlichen Rechts (109/1) 1984, S. 13–36.Google Scholar
  43. 45.
    Bulletin der Bundesregierung vom 10.1. 1983, S. 17f.Google Scholar
  44. 46.
    Bundesverfassungsgericht (BVerf.GE 62,1), a.a.O., S. 8f.Google Scholar
  45. 47.
    Klein, a.a.O., S.420.Google Scholar
  46. 48.
    So auch Heun, a.a.O., S. 33 ff.Google Scholar
  47. 49.
    Für Werner Kaltefleiter „kann es nur die Pflicht des Präsidenten sein, im Regelfall jedem Kanzler eine Auflösung zu garantieren; eine willkürliche Handhabung dieser Waffe durch den Präsidenten würde diesen in den Geruch eines Parteigängers bringen…“, a.a.O., S.246.Google Scholar
  48. 50.
    Stern, a.a.O., S.1378.Google Scholar
  49. 51.
    Abgedruckt in: Stefanie Berger,Materielles Prüfungsrecht des Bundespräsidenten, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen,Heft 1/1971, S.3.Google Scholar
  50. 52.
    So z. B. Konrad Hesse,Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 7. Aufl. Karlsruhe 1974, S. 259; Roman Herzog,Entscheidung und Gegenzeichnung, in: Festschrift für Gebhard Müller, Tübingen 1970, 5.129; Stern,a.a.O., S.233 f.; Handbuch des Verfassungsrechts, hrsg. von E. Benda/W. Maihofer/ H.J. Vogel,Berlin 1984, S.1109 f. Die Gegenposition beziehen vor allem: Ernst Friesenhahn,Zum Prüfungsrecht des Bundespräsidenten, in: Festschrift für Gerhard Leibholz, Bd. II, Tübingen 1966, S. 679 ff. und Karl Heinrich Friauf,Zur Prüfungszuständigkeit des Bundespräsidenten bei der Ausfertigung der Bundesgesetze, in: Festschrift für Karl Carstens, Köln 1984, S.545ff.Google Scholar
  51. 53.
    Stern, a.a.O., S.235.Google Scholar
  52. 54.
    Klaus von Beyme,Das politische System der Bundesrepublik Deutschland, 2. Aufl., München 1980, S.181.Google Scholar
  53. 55.
    Zur tabellarischen Übersicht vgl. Datenhandbuch zur Geschichte des Deutschen Bundestages 1949 bis 1982, verfaßt und bearbeitet von Peter Schindler, Bonn 1982, S. 720.Google Scholar
  54. 56.
    Zitiert nach Friauf, a.a.O., S.546.Google Scholar
  55. 57.
    Zitiert nach Pflüger, a.a.O., S.387.Google Scholar
  56. 58.
    Winkler, a.a.O., S.19.Google Scholar
  57. 59.
    Vgl. für alle Nominierungen die entsprechenden Kapitel in: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in fünf Bänden, hrsg. von Karl Dietrich Bracher/Theodor Eschenburg/Joachim C. Fest/Eberhard Jäckel,Stuttgart - Wiesbaden 1981–1985.Google Scholar
  58. 60.
    Rausch, a.a.O., S.68.Google Scholar
  59. 61.
    Vgl. für Einzelheiten: Arnulf Baring,Machtwechsel - Die Ara Brandt-Scheel, München 1984, S.34ff.Google Scholar
  60. 62.
    Vgl. Baring,a.a.O., S.102 ff. und Friedrich Karl Fromme: Deuter ihrer Zeit oder deren Geschöpfe?, in: Die politische Meinung 214, Mai/Juni 1984, S.10.Google Scholar
  61. 63.
    Vgl. Baring, a.a.O., S.626ff.Google Scholar
  62. 64.
    Vgl. Rausch, a.a.O., S.71.Google Scholar
  63. 65.
    Baring, a.a.O., S.28f.Google Scholar
  64. 66.
    Alle Angaben aus: Allensbacher Archiv, IfD-Umfragen, Mitteilung vom 31.3.1987.Google Scholar
  65. 67.
    Institut für praxisorientierte Sozialforschung (Ipos),Einstellungen zu aktuellen Fragen der Innenpolitik 1985, S.92ff., in: Veröffentlichungen des Bundesministeriums des Innern,7. Oktober 1985.Google Scholar
  66. 68.
    Pflüger, a.a.O., S.389.Google Scholar
  67. 69.
    Abgedruckt in dem Sammelband: Ulrich Gill/Winfried Steffani (Hrsg.): Eine Rede und ihre Wirkung - Die Rede des Bundespräsidenten vom B. Mai 1985, Betroffene nehmen Stellung, Berlin 1986.Google Scholar
  68. 70.
    Vgl. Richard von Weizsäcker,Reden und Interviews (1), 1. Juli 1984–30.Juni 1985, hrsg. von Presse-und Informationsamt der Bundesregierung,Bonn 1986, und Pflüger,a.a.O., S.395ff.Google Scholar
  69. 71.
    Reden und Interviews, a.a.O., S.364.Google Scholar
  70. 72.
    Joachim Braun,Die Autorität der Machtlosigkeit, in: Werner Filmer/Heribert Schwan (Hrsg.): Richard von Weizsäcker, Profile eines Mannes, 11.Aufl., Düsseldorf, Wien 1986, S.284.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Jürgen Hartmann
  • Udo Kempf

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