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Zusammenfassung

Ministerialdirektor Dr. Werner Mansfeld, von 1933 bis 1942 der für die Lohnpolitik des Reichsarbeitsministeriums zuständige Mann, hatte häufig und auch recht informativ in Artikeln und Vorträgen zur Lohnpolitik der Reichsregierung Stellung genommen. 1939 mutete Mansfeld jedoch aufmerksamen Lesern seiner Artikel einige Verwirrung zu: Im Mai 1939 mußte er in seinem Beitrag „Leistungssteigerung und Sozialpolitik“ in der Zeitschrift „Der Vierjahresplan“ zugeben, daß die tatsächliche Lohn- und Einkommensentwicklung dem Staat aus der Hand geglitten sei1. Im November 1939 hingegen betonte er im „Reichsarbeitsblatt“, „daß in den inzwischen vergangenen Jahren die der Lohnpolitik gestellte Aufgabe in vollem Umfange erfüllt und dem Befehle des Führers entsprechend die Löhne und sonstigen Arbeitseinkommen trotz der gewaltigen Strukturveränderungen unserer Wirtschaft stabil geblieben sind“2. Weiterhin stellte er in demselben Beitrag einerseits fest, die Kriegslohnpolitik sei „nichts anderes als die logische Fortentwicklung der Friedenspolitik“, kündigte andererseits aber an, die Treuhänder der Arbeit würden nun die „seit langem geplante Neuordnung auf dem Lohngebiet“ in Angriff nehmen3.

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Hinweise

  1. 83.
    Am bekanntesten ist hierzu die Auseinandersetzung zwischen Mason und Czichon: Timothy W. Mason, Der Primat der Politik — Politik und Wirtschaft im Nationalsozialismus, in: Das Argument, 8. Jg., H. 6 (Dez. 1966), S. 473–494.Google Scholar
  2. Eberhard Czichon, Der Primat der Industrie im Kartell der nationalsozialistischen Macht, in: Das Argument, 10. Jg., H. 3 (Juli 1968), S. 168–192. Schon vor dieser Auseinandersetzung hatte Arthur Schweitzer die Zeit der NS-Herrschaft in eine Periode des partial fascism (bis 1936) und eine Periode des full fascism (ab 1936 mit totaler Macht der Partei) unterteilt. Seiner Ansicht nach war diese Machtverschiebung zugunsten des Primats der Politik nicht eine zwangsläufige Entwicklung, sondern eher der „Dummheit“ und Profitgier der Kapitalisten zuzuschreiben. „Die Erfahrung liefert ein sehr lehrreiches Beispiel dafür, wie der Reiz des Profits Kapitalisten dazu verleiten kann, in einer Weise zu handeln, die letztendlich dazu tendiert, das Wirtschaftssystem zu verletzen, für welches sie eigentlich eintreten.“ (Big Business, S. IX/X; vgl. auch ebd., S. 556). Zu dieser Thematik siehe auch Tilla Siegel, Thesen zur Charakterisierung faschistischer Herrschaft, in: Ästhetik und Kommunikation, Juni 1978, S. 59-70.Google Scholar
  3. 107.
    Karl Andres, „Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934. Ein Überblick über die Grundgedanken“, RABl. II, 1934, S. 37.Google Scholar
  4. 151.
    So z.B. Werner Mansfeld, Der Lohnstopp als Mittel der Kriegslohnpolitik, RABl. II, 1939, S. 403.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Tilla Siegel

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