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Das Untersuchungsdesign der Oberhausen-Studie

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Part of the Stadtforschung aktuell book series (STADT, volume 88)

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung stehen die Stadtentwicklung in Oberhausen und die kollektiven Muster der Wahrnehmung, Bewertung und Bewältigung des strukturellen Wandels in der Stadt durch die hier ansässige Bevölkerung. Wie die Diskussion in Kapitel II gezeigt hat, muss eine angemessene Theoretisierung sozialen Wandels vor Ort nicht nur global ablaufende Entwicklungstendenzen (z.B. in Form von ökonomischen Restrukturierungszwängen) berücksichtigen, sondern auch die lokale Spezifität des Ortes. So hebt Keil (1994: 134f.) hervor, dass jeder Versuch, Stadtentwicklungstendenzen einzuordnen bzw. sie vorherzusagen, darauf angewiesen sei, von den in den Städten lebenden Menschen auszugehen, da die globalen Kräfte des Kapitals nur dann ihren Platz fänden, wenn sie durch lokale Akteure aktiviert bzw. gesteuert würden. Die in Kapitel II beschriebenen Formen postmoderner Urbanisierung vollziehen sich demnach auch in Oberhausen, jedoch in einer ganz spezifischen Weise, da hier die allgemeinen gesellschaftlichen Trends auf lokal spezifische Weise inkorporiert werden. Ohne zu verkennen, dass die Globalisierungs-Debatte zunächst ein sehr wirkungsmächtiger Diskurs ist und dass das spannungsreiche Verhältnis zwischen Globalität und Lokalität bisher keinesfalls hinreichend untersucht und verstanden worden ist (s. Blotevogel, Oßenbrügge und Wood 2000: 9), zeigt jedoch eine genauere Betrachtung der Formen der Stadtentwicklung in Oberhausen, dass globale Restrukturierungsprozesse (vor allem im Bereich der Ökonomie) in Bezug auf den Untersuchungsraum vor Ort ablaufende und dort zu beobachtende Phänomene darstellen.

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Literatur

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    In eine ähnliche Richtung zielt die Kritik von DANIELZYK (1998: 126), der vor allem die funktionale Blickverengung der Regulationstheorie moniert: „Wenn Entwicklungsmodelle im Sinne historischer Kompromisse das Resultat sozialer Auseinandersetzungen sind, dann können diese Auseinandersetzungen nicht nur rein funktional betrachtet werden, sondern müssen auch unter Berücksichtigung der Normen und Handlungsweisen der Akteure, d.h. von Organisationen, Gruppen und Individuen analysiert werden. Ansonsten entsteht durchaus die Gefahr, dass die Regulation als „Prozess ohne Subjekt“ erscheint.”Google Scholar
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    vgl. hierzu auch FLICK (1996: 45f.).Google Scholar
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    Sie hierzu auch FLICK (1996: 14): „Ziel der Forschung ist dabei weniger, Bekanntes (etwa bereits vorab formulierte Theorien) zu überprüfen, als Neues zu entdecken und empirisch begründete Theorien zu entwickeln.“ — Zur erstmaligen Begründung s. LAZARSFELD (1944)Google Scholar
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    HOPF (1979: 28) weist in diesem Zusammenhang auf die spezifischen Probleme einer „iterativen Heuristik“ hin, die vor allen Dingen darin lägen, durch die voreilige Selbstbindung an ein bestimmtes (theoretisches) Konzept die weitere empirische Erfahrung soweit zu strukturieren, dass die Entwicklung alternativer Möglichkeiten der theoretischen Interpretation faktisch ausgeschlossen sei.Google Scholar
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    Weitere, detailliertere Angaben zu den einzelnen Gesprächspartnern finden sich in Kapitel V.4.2 (S. 198).Google Scholar
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    Dieser Punkt ist deshalb von besonderem Belang, weil einige Autoren, wie SCHETSCHE (1993: 55) hervorhebt, explizit von „individuellen Deutungsmustern“ sprechen.Google Scholar
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    MEUSER und SACKMANN (1992: 20) bestimmen den Latenzbegriff forschungspraktisch als „in unterschiedlich starkem Umfang nicht bewusstes Wissen.“Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

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