Advertisement

Das sich entwickelnde Kind

  • Gerold Scholz

Zusammenfassung

Piaget schreibt:

„Üblicherweise wird freilich das Wasser des Regens auf eine Fabrikation im eigentlichen Sinne des Wortes zurückgeführt, wobei man sich oft fragen darf, ob das Schweigen oder Kichern der jüngeren Kinder, wenn sie von den ‘Hahnen’ oder Schläuchen sprechen, nicht in bestimmten Fällen bis zu einem gewissen Grade eine ziemlich eindeutige symbolische Bedeutung habe (mehr soll damit nicht unterschoben werden).“1

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Piaget 1981, S. 248.Google Scholar
  2. 2.
    Es mag einen Zusammenhang zwischen beidem geben, der Person Piaget und dem Wissenschaftler. Im Rahmen einer Untersuchung von Kindheitskonstruktionen interessiert hier der Wissenschaftler.Google Scholar
  3. 3.
    “In seiner eigenen Praxis als Entwicklungspsychologe verhält sich Piaget jedoch anders; während es in seiner erkenntnistheoretischen Selbstreflexion so erscheint, als würde er das Kind auf analoge Weise als Objekt behandeln, wie die Naturwissenschaft mit ihren Gegenständen verfährt, als würde er das Individuum wie ein Ding studieren, weil es sich wie eine Monade entwickeln soll, ohne irgendwelche struktiven Einwirkungen der Methode auf den Gegenstand zu erkennen, hat sein tatsächliches Verhalten gegenüber dem Kind - und dies gilt vor allem für die frühen Schriften - durchaus den Charakter einer hermeneutischen Kommunikation mit dem Ziel, die Besonderheiten des kindlichen Denkens zu erkennen, statt ihm einen vorweg feststehenden Maßstab anzulegen und es daran lediglich zu messen” (Harten 1977, S. 1430.Google Scholar
  4. 4.
    Piaget 1981, S. 36.Google Scholar
  5. 5.
    A.a.O., S. 13.Google Scholar
  6. 6.
    “Solche Fakten zeigen zumindest, daß es eine zum Teil vom äußeren Druck unabhängige Struktur gibt” (S. 35) “Der Begriff ‘Lebewesen’ ist vom Kind von einem erwachsenen Wort her konstruiert worden. Er hat aber einen ganz anderen Inhalt als der erwachsene Begriff ‘Leben’ und zeugt von einer durch und durch eigenständigen Vorstellung von der Welt.” (S. 36)Google Scholar
  7. 7.
    A. a. O., S. 33.Google Scholar
  8. 8.
    A.a.O., S. 37.Google Scholar
  9. 9.
    Dazu gehört vor allem der Kreis der Phänomenologen (Langeveld, Beekmann, MeyerDrawe etc. oder Donaldson)Google Scholar
  10. 10.
    Piaget 1981, S. 107.Google Scholar
  11. 11.
    Piaget 1981, zit. n. Meyer-Drawe 1984, S. 165.Google Scholar
  12. 12.
    Langeveld 1987, S. 157.Google Scholar
  13. 13.
    In einer fast untergehenden Bemerkung greift Piaget zu einer historisch ausholenden Bewertung aus: “Der Realismus: das ist die anthropozentrische Illusion, das ist der Finalismus, das sind all diese Täuschungen, von denen die Geschichte der Wissenschaften übervoll ist.” (S. 40)Google Scholar
  14. 14.
    Hier wird verständlich, warum Piaget sich später von seinen frühen Beobachtungen an seinem Sohn im wissenschaftlichen Sinne distanzierte (Vgl. Kap. 2.2).Google Scholar
  15. 15.
    Piaget 1976, S. 19.Google Scholar
  16. 16.
    Wünsche 1988, S. d59. Mit “er” ist Piagets Sohn gemeint.Google Scholar
  17. 17.
    Kesselring 1988, S. 9.Google Scholar
  18. 18.
    Dazu zählen vor allem Lippitz, Danner und Meyer-Drawe von den lebenden deutschen Autoren; Ton Beekmann von den holländischen. Der Kreis beruft sich auch sehr stark auf Langeveld, was zum Teil zutreffend ist, zum Teil nicht. Langeveld hat sich selbst nicht als Phänomenologen gesehen. In einem Gespräch sagte er sinngemäß, er habe so etwas wie “Feld und Wiesen Phänomenologie” betrieben. Ich verkenne nicht die Unterschiedlichkeit der Ansätze und Auffassungen der verschiedenen Autoren auch zu dem von mir vorgetragenen Problem. In meinem Zusammenhang würde es zu weit führen, diese Differenzen und Differenzierungen auszuführen, was angesichts der Breite des Begriffes “Phänomenologie” auch kaum zu bewältigen wäre.Google Scholar
  19. 19.
    Lippitz 1980.Google Scholar
  20. 20.
    Beekmann 1984, S. 79.Google Scholar
  21. 21.
    Barritt u.a. 1983. Ich greife auf diesen Aufsatz statt auf seine deutsche Fassung zurück, erstens weil er zeitlich später liegt und zweitens klarer formuliert ist. Die deutsche Fassung findet sich bei Barritt u.a. 1984, wobei die Erstauflage 1982 erschien.Google Scholar
  22. 22.
    A.a.O., S. 160.Google Scholar
  23. 23.
    A.a.O., S. 154f.Google Scholar
  24. 24.
    A.a.O., S. 141.Google Scholar
  25. 25.
  26. 26.
    A.a.O., S. 140f.Google Scholar
  27. 27.
    Meyer-Drawe 1984, S.248.Google Scholar
  28. 28.
    Meyer-Drawe 1984, S.20.Google Scholar
  29. 29.
    Biemel 1972.Google Scholar
  30. 30.
    Husserl 1962, S. 322.Google Scholar
  31. 31.
    A.a.O., S. 342.Google Scholar
  32. 32.
    Biemel 1972, S. 55.Google Scholar
  33. 33.
    Krisis S. 329.Google Scholar
  34. 34.
    Meyer-Drawe 1984, S. 59.Google Scholar
  35. 35.
    A.a.O., S. 260; in verständlicherer Formulierung bei Langeveld 1987, S. 157.Google Scholar
  36. 36.
    A.a.O., S. 167.Google Scholar
  37. 37.
    Waldenfels 1980, zit. n. Meyer Drawe 1984, S. 202.Google Scholar
  38. 38.
    Lippitz 1989.Google Scholar
  39. 39.
    A.a.O., S. 43.Google Scholar
  40. 40.
    A.a.O., S. 45Google Scholar
  41. 41.
    a.A.a.O., S. 45.Google Scholar
  42. 42.
    A.a.O., S. 46.Google Scholar
  43. 43.
    Mollenhauer schreibt: “Fingererzählungen repräsentieren, mit Bezug auf Leib, Du, Sprache und Naturbeherrschung die Gehamt des Ich.” (S. 49)Google Scholar
  44. 44.
    Vgl. Wälde 1988.Google Scholar
  45. Weyand 1972, Spalte 550.Google Scholar
  46. 46.
    Zum Begriff siehe Lippitz 1989.Google Scholar
  47. 47.
    Boas 1966.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. Boas 1966, S. 60.Google Scholar
  49. 49.
    A.a.O., S. 61.Google Scholar
  50. 50.
  51. 51.
    Ebd. Boas unterscheidet zwei Formen dieser Vorstellung, deren Gemeinsamkeit er in die Formel faßt: “Law of Recapitualtion”. Die eine Form verbindet eben Phylogenese mit Ontogenese; die andere “… asserted a parallelism between the child and primitive man…” (Ebd.).Google Scholar
  52. 52.
    Es ist u.a. Paul Radin, der gegen die Vorstellung der Primitivität der Naturvölker zu Felde zieht und dabei auch vor bekannten Namen keinen Halt macht: “… there are a number of comparative philogists and philosophers of language, such as E. Cassirer and L.Levy-Bruhl, who seem to believe that aboriginal peoples do not think abstractly and cannot form generalized concepts because most of their abstract words can be shown to be built up of stems that, etymologically, possess concrete meanings”. (Radin 1927, S. xxii). Dagegen schreibt er: “… it would be easy to demonstrate that the languages of aboriginal peoples are frequently more complex structurally than our own…” (Ebd.) und beweist dies auch in seinem Buch.Google Scholar
  53. 53.
    Kesselring 1988, S. 64.Google Scholar
  54. 54.
    A.a.O., S. 83f.Google Scholar
  55. 55.
    Ich möchte auf einen weiteren Strang hinweisen, dessen Aufarbeitung eine eigene Arbeit erforderte. Ich erwähne ihn, um zu zeigen, welche unterschiedlichen Grundvorstellungen sich der These der Parallelität von Ontogenese und Phylogenese bedienen. Helmut Stoffer, der mit seinem Buch “Die Bedeutung der Kindlichkeit in der modernen Welt” (1964) eine “Philosophische Pädologie” vorlegt, siedelt seine Überlegungen im Kontext der Phänomenologie Heideggers an. Stoffer schreibt: “Der Gedanke, eine Parallelität zwischen kindlicher Reifung und Reifung der Menschheit in der Geschichte anzunehmen, liegt nach alledem immer noch nahe. Nur kann damit keine einsinnige, durchgängige Reifung im Sinne des ständigen Fortschritts gemeint sein. Ein solcher Gedanke bleibt, was er für Kant in seiner Schrift ‘Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht’ war: regulative Idee.” (S. 44) Am Ende des Buches wird deutlich, was mit “regulativer Idee” gemeint ist: “Der gegenwärtige Mensch […] dieser ‘Mensch im Widerspruch’ hat - um mit Kierkegaard zu reden - das Kind als existierendes Korrektiv” (S. 118). Hier wird das Kind zum Garanten der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Gerold Scholz

There are no affiliations available

Personalised recommendations