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Das persönlichkeitspsychologische Messmodell von G. Allport

  • Stefan Huber
Part of the Veröffentlichungen der Sektion „Religionssoziologie“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie book series (DGSRELIGION, volume 9)

Zusammenfassung

Der Gegenstand dieses Kapitels ist das persönlichkeitspsychologische Messmodell der Religiosität von Gordon W. Allport. Dieser Ansatz ist insbesondere in der Form von Skalen zur Messung einer intrinsisch und extrinsisch motivierten Religiosität sehr verbreitet. In diesem Zusammenhang wird auch von dem I/E-Konzept gesprochen.

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Referenzen

  1. 1.
    Bereits in ‚The Individual and his Religion‘ hat Allport auf den Zusammenhang zwischen unreifer Religiosität und rassistischen Vorurteilen hingewiesen. Bei seiner Beschreibung des Kriteriums der Differenziertheit reifer Religiosität postuliert er, dass „subjects who accept religion unreflectively und uncritically tend to react in an equally unreflective way to their parents, to political issues, to social institutions” (Allport, 197614, S. 67). Als Beleg verweist er auf Studien (Frenkel-Brunswik und Sanford, 1945; Allport und Kramer, 1946), die zunächst gezeigt haben, „that among people with strong religious sentiments race prejudice is often marked. Closer analysis indicates that the religious sentiment in these cases is blindly institutional, exclusionist, and related to self-centered values. Among people with reflective and highly differentiated sentiments, race prejudice is rarely found” (ebd.).Google Scholar
  2. 2.
    Diese Überlegung kann durch eine Analogie aus dem Bereich der Musik verdeutlicht werden. Bei einem musikalischen Interesse liegt es nahe, dass vielfältige spezifische Aktivitäten ausgeführt werden, die sich unmittelbar auf dieses Interesse beziehen. Weitere Beispiele sind: ein Instrument spielen, Konzerte besuchen, mit anderen Musikliebhabern Kontakte pflegen, musikalische Literatur lesen, eine Sammlung von CDs anlegen. Warum sollte dies bei einem religiösen Interesse anders sein?Google Scholar
  3. 3.
    Ich zitiere in meiner Darstellung häufig aus dem jüngsten Text, der von Grom et al. zur Veröffentlichung vorbereitet wird. Bernhard Grom hat mir das Manuskript dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Bei Zitaten gebe ich die Seitenzahlen des Manuskripts an.Google Scholar
  4. 4.
    Für das wissenschaftstheoretische Reflexionsniveau von Grom spricht, dass er zwischen den Perspektiven einer Religionspsychologie im allgemeinen und im speziellen bzw. praktischen Sinn differenziert (1992, S. 368–380). Religionspsychologie im allgemeinen Sinn definiert er als „ein Anwendungsfach der Psychologie (Angewandte Psychologie), das jedoch in größter Nähe zu deren Grundlagenfächern (Allgemeine-, Persönlichkeits-, Ent-wicklungs-, Sozial- und Physiologische Psychologie) bleibt” (ebd., S. 369). Sein Buch von 1992 und seine Ausdifferenzierung intrinsischer religiöser Motive ist dieser Perspektive verpflichtet. Demgegenüber definiert er Religionspsychologie im speziellen bzw. praktischen Sinn unter anderem „auch als Teil der Praktischen Theologie in den Dienst einer bestimmten Glaubensgemeinschaft, um unter psychologischer Rücksicht zu untersuchen, wie deren Erziehungs-, Bildungs- und Beratungsziele wirksam erreicht werden können” (ebd., S. 369f). In dieser Perspektive hat Grom auch publiziert, doch er empfiehlt, derartige Publikationen „nicht als Religionspsychologie, sondern — je nach ihrem Arbeitsbereich — als Pastoralpsychologie (H. Pompey 1972; I. Baumgarner 1990) und als Religionspädagogische Psychologie (B. Grom 1986) zu bezeichnen” (ebd., S. 370).Google Scholar
  5. 5.
    Motive werden von Grom et al. (in Vorbereitung) „mit Heckhausen (1989) als personspezifische, relativ konstante, situationsübergreifende (aber auch interaktiv zu verstehende, d.h. auch situationsabhängige) Erlebens-, Denk- und Verhaltensdispositionen bzw. als generalisierte Präferenzen für bestimmte Weisen des Erlebens, Denkens und Handelns verstanden” (ebd., S. 3).Google Scholar
  6. 6.
    Gorsuch et al. (1997) definierten fünf Inhalte der Religiosität. „They reflected motivations for Growth (G), Meaning (M), Personal Morality (PM), Security (SC), and Social Morality (SM)” (ebd., S. 255). Bei zwei verschiedenen Stichproben wurden 20 Interkorrelationskoef-fizienten zwischen diesen Skalen berechnet. Bis auf zwei ‚Ausreißer‘ variieren diese Koeffizienten zwischen .56 und .73 (vgl. ebd., S. 259). Auf den Beitrag von Gorsuch et al. gehe ich nicht vertieft ein, da in ihm nicht alle Items veröffentlicht sind. Dies schmälert die Aussagekraft einer semantischen Analyse dieser Skalen.Google Scholar
  7. 7.
    Leider hat Gorsuch seine Kritik nicht auf das von ihm selbst konstruierte Messinstrument angewandt. Die von ihm und McPhearson 1989 publizierte revidierte I-Skala ist auch ein derartiges Gemisch. Sie setzt sich aus drei Aussagen zum religiösen Selbstbild (Items 1, 6 und 8 in Tabelle 2.11), zwei Aussagen zur ethischen Relevanz der Religiosität (Items 2 und 7 in Tabelle 2.11) und drei Aussagen zu spezifisch religiösen Aktivitäten (Items 3 bis 5 in Tabelle 2.11) zusammen.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Stefan Huber

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