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Kommunale Wohnungspolitik und Wohnpräferenzen

  • Everhard Holtmann
  • Rainer Schaefer

Zusammenfassung

Im folgenden Kapitel wird die Verknüpfung der verschiedenen Untersuchungsebenen resümierend und interpretierend nachvollzogen: Welche Einflüsse und Wirkungen (oder auch Nichtwirkungen) haben die individuellen Wohnformen und -wünsche sowie die wohnungs- und stadtentwicklungspolitischen Forderungen gesellschaftlicher Gruppen auf den Wohnungsmarkt, welche Zielvorgaben leitet die Kommune daraus ab und wie setzt sie diese in kommunale Wohnungspolitik um? Dies geschieht in mehreren Schritten. Zunächst sind aus den feststellbaren individuellen Bedürfnissen die wohnungspolitischen Bedarfe der verschiedenen Nachfragergruppen zu entwickeln (Kap. 8.1). Anschließend zeigen wir auf, mit welchen „demands“ der Wohnbevölkerung und der organisierten Interessen die Kommunalpolitik bei der Formulierung ihrer Ziele konfrontiert ist. Dabei ist zu beachten, daß nicht allen Forderungen das gleiche Gewicht zukommt, sondern daß einige soziale Gruppen als besonders artikulations- und durchsetzungsschwach zur Befriedigung ihres Wohnungsbedarfs auf eine anwaltschaftliche kommunale Intervention angewiesen sind (Kap. 8.2).

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Literatur

  1. 406.
    Diese beiden Gruppen stellen in unserer Stichprobe ca. die Hälfte der neuen Haushaltstypen bzw. 11 Prozent aller befragten Haushalte.Google Scholar
  2. 407.
    Fast ein Viertel der Befragten (24%) beurteilte die Anstrengungen der Stadt, die gegenwärtige Wohnungssituation zu verbessern, als sehr schlecht. Weiter 36 Prozent bewerten sie eher negativ (2 bzw. 3 Punkte). 24 Prozent stufen die Bemühungen im mittleren Bereich ein (4 Punkte). Ein kleiner Teil der Befragten äußert, daß er sich darüber kein Urteil erlauben möchte (4%). Der Durchschnittswert liegt bei 2,9, der Median bei 3, 0.Google Scholar
  3. 408.
    Die Vermutung, daß ein Zusammenhang mit den tatsächlichen Schwerpunktsetzungen der Nürnberger Wohnungspolitik bestehen könnte, bei der der Sicherung des preiswerten Wohnungsbestands und der Förderung des Mietwohnungsbaus ein relativ hohes Gewicht zukommt, bestätigt sich nicht. Gegen diese Schlußfolgerung spricht, daß die Mieter insgesamt die Wohnungspolitik der Stadt negativer als die Eigentümer beurteilen: 30 Prozent der Mieter äußern, daß sie die Maßnahmen der Stadt als „sehr schlecht“ bewerten, bei den Eigentümern sind es aber nur 19 Prozent.Google Scholar
  4. 409.
    Der Zusammenhang von Kritikbereitschaft und Bildungsniveau wird z.B. dadurch deutlich, daß Wohngemeinschaften, deren Mitglieder die kommunale Wohnungspolitik am negativsten bewerten, die mit Abstand höchsten Bildungsabschlüsse aufweisen: in 80 Prozent der WG’s hat mindestens eine Person Abitur, während dies insgesamt (Kinder nicht mitgerechnet) nur in 34 Prozent der Haushalte der Fall ist.Google Scholar
  5. 410.
    Immerhin 16 Prozent der Befragten geben überhaupt keine Verbesserungsvorschläge an. Sie äußern, daß sie zu diesem Thema zu wenig informiert seien. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich nur auf Befragte, die mindestens einen Vorschlag gemacht haben (852 Befragte).Google Scholar
  6. 411.
    Die Interviewer sollten ausdrücklich darauf hinweisen, daß die Antworten nicht nur auf unmittelbare Wohnungsprobleme bezogen sein müssen, sondern auch das Wohnumfeld betreffen können.Google Scholar
  7. 412.
    Dies bekräftigt die These von Claus Offe, daß der Gemeinde die Rolle eines Puffers für Defizite zentralstaatlicher Politik zukomme. Indem Problemlagen formell partikularisiert werden, obwohl sie de facto auf zentralstaatliche Entscheidungen zurückzuführen sind, erfülle die Kommune die Funktion „als Ebene ausgegliederter Konfliktabsorption“ (OFFE 1975, S.308).Google Scholar
  8. 413.
    Von den Mietern sind lediglich 7 Prozent im Mieterverein, 2 Prozent bei der Initiative „Mieter helfen Mietern“ organisiert.Google Scholar
  9. 414.
    In Nürnberg dauert ein qualifizierter Bebauungsplan von der Voruntersuchung bis zum Inkrafttreten mindestens 1 Jahr und 9 Monate, die Planung kann sich aber auch 3 Jahre, bei besonderen Umständen noch länger, hinziehen. Eine klassische Sanierung kann, wie in Kap. 7.2 gezeigt, länger als ein Jahrzehnt dauern.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

  • Everhard Holtmann
    • 1
  • Rainer Schaefer
    • 2
  1. 1.Institut für PolitikwissenschaftMartin-Luther-Universität Halle-WittenbergHalleDeutschland
  2. 2.SonderforschungszentrumUniversität Erlangen-NürnbergNürnbergDeutschland

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