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Überdauernde Differenzen — fortwirkende Sozialisation?

Werte in West- und Ostdeutschland ein Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung
Chapter

Zusammenfassung

Die deutsche Wiedervereinigung war ein asymmetrischer Prozess: Die Verfassung, der institutionelle Rahmen Westdeutschlands wurde auf die DDR übertragen. Aber die Übertragung der Verfassung gewährleistet noch nicht, dass die Bevölkerung die Werte übernimmt, die in der Verfassung verkörpert sind. Der Gegensatz zwischen den Verfassungen der beiden früheren Teilstaaten sollte jedoch bewirkt haben, dass beide Bevölkerungen unterschiedliche Werte unterstützen. Die Ostdeutschen müssen also die Situation einer neuen Verfassung vor dem Hintergrund ihrer Sozialisation in die alte Verfassung bewältigen. Deshalb ist es keineswegs selbstverständlich, dass die Ostdeutschen sich in ihren Werthaltungen geradewegs an die Westdeutschen anpassen. Die neue Verfassung trifft in Ostdeutschland nicht auf eine tabula rasa,sondern auf eine Bevölkerung, die langfristig durch die DDR geprägt wurde. Nicht dass die Bevölkerung hilflos am alten festhielte; aber sie interpretiert das neue aus der Sicht des alten. Sozialisation und Situation sind nicht — wie häufig unterstellt — alternative Einflüsse; sie wirken zusammen.

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Literatur

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

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