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Werteverfall oder Wertewandel? Soziale und politische Aspekte

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Zusammenfassung

In der traditionellen europäischen Morallehre, in der Ethik also, spielt der Begriff des Wertes nur eine marginale Rolle. Die maßgebende Unterscheidung, die wir im heute überwiegend üblichen Gebrauch des Wertbegriffs einzuebnen pflegen, war die Unterscheidung von Tugenden einerseits und Gütern andererseits. Es hat, wie mir scheinen will, seine Evidenz, dass wir auch heute immer wieder einmal besser als pauschal von „Werten“ mit einem unterscheidungsbewirkten Gewinn an Deutlichkeit je nachdem entweder von Tugenden, also etwa von der Mäßigkeit, der Klugheit, der Tapferkeit oder auch der Gerechtigkeit, sprechen sollten, oder eben von Gütern, also von Gesundheit, Wohlfahrt oder Sicherheit und ihren jeweiligen Bedingungen. — Historisch ist der Wertbegriff in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die Moralphilosophie gelangt, und zwar als ein aus der Ökonomie übernommener Begriff, innerhalb derer der Wertbegriff freilich alt ist. Die konzeptuelle Anleihe der Moralphilosophen bei den Ökonomen ist nun freilich kein Zufall. Der Wertbegriff ist ja, ökonomisch verstanden, ein Begriff für das Maß unserer Schätzung von etwas, von Gütern vorzugsweise und insbesondere von solchen, die auf Märkten angeboten werden und dort zu haben sind. Hier setzt sich unsere Schätzung von Gütern in Nachfrage um, und diese wirkt auf den Preis, in welchem sich insofern, mit gewissen Einschränkungen, dann auch der Wert eines Gutes spiegelt.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

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