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Landtags- und Bundestagswahlen in Rheinland-Pfalz

Ein überblick zu Wahlsystem, Wahlergebnissen und Abgeordnetenstruktur
  • Ulrich Sarcinelli

Zusammenfassung

Wahlsystemfragen sind keine rechtsorganisatorischen Fragen, die lediglich die mathematischen Regeln für die Umrechnung von Wählerstimmenzahlen in Mandate festschreiben. Wahlrechtsentscheidungen sind immer in hohem Maße politische Entscheidungen, die nicht ohne Auswirkungen auf die Struktur des Parteiensystems, das Verhältnis von Kandidaten zur Wählerschaft, die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger und letztlich auf die politische Machtverteilung bleiben. (1)

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Anmerkungen

  1. 1).
    Vgl. u. a. Emil Hübner, Wahlsysteme und ihre möglichen Wirkungen unter spezieller Berücksichtigung der Bundesrepublik Deutschland, München 1976 (4. überarbeitete Aufl.); Rüdiger Bredthauer, Das Wahlsystem als Objekt von Politik und Wissenschaft. Die Wahlsystemdiskussion 1967/68 als politische und wissenschaftliche Auseinandersetzung, Meisenheim 1973; Werner Kaltefleiter/Peter Nillen, Empirische Wahlforschung. Eine Einführung in Theorie und Technik, Paderborn u. a. 1980, insb. S. 36ffGoogle Scholar
  2. 2).
    Vgl. dazu den Gesetzentwurf der FDP-Landtagsfraktion: Landtag Rheinland-Pfalz 9. Wahlperiode Drucksache 9/978 vom 23.10.1980; den Gesetzentwurf der CDU-Landtagsfraktion: Landtagsdrucksache 9/1925 vom 3.12.1981 sowie die Beschlußempfehlung des Innenausschusses zum Gesetzentwurf der CDU-Fraktion: Landtagsdrucksache 9/2363 vom 2. 7. 1982Google Scholar
  3. 3).
    Wahlschlüssel war der Quotient, der sich aus der Teilung der Summe aller nicht von der 5%-Klausel betroffenen Parteistimmen durch die Zahl der im Wahlkreis zu zählenden Abgeordneten ergibt. Auf jeden Kreiswahlvorschlag entfielen soviele Sitze, wie der Wahlschlüssel in der Zahl der für ihn abgegebenen Stimmen enthalten ist. Vorschläge, die den in den ehemals 6 Wahlkreisen unterschiedlichen Wahlschlüssel nicht erreichten, wurden bei der Zuteilung der Sitze nicht berücksichtigt. Die Wahlschlüssel-und Reststimmenvorschrift wurden 1972 vom Bundesverfassungsgericht für verfassungwidrig erklärt und die Sitzverteilung nachträglich korrigiert. (Vgl. auch Tab. 1)Google Scholar
  4. 4).
    Landtag Rheinland-Pfalz - 9. Wahlperiode, Drucksache 9/1063, S. 2; siehe dazu auch die Plenardebatte im Landtag: Stenographische Berichte, 9. Wahlperiode, 28. Sitzung, 17. Dezember 1980, Bd. 2 1980/81, S. 1582–2214Google Scholar
  5. 5).
    Zu den Ausführungen vgl. im folgenden den Enquête-Bericht, Landtagsdrucksache 9/1063Google Scholar
  6. 6).
    Vgl. den Beitrag 3.3 (Czerwick) “Zum Verhältnis von Landtags- und Bundestagswahlen” sowie 4.2 (Engel) “Die Bundestags- und Landtagswahlergebnisse 1983 in Rheinland-Pfalz...” in diesem BandGoogle Scholar
  7. 7).
    Vgl. diese Problematik zusammenfassend: Gerd Meyer, Wahlen, in: Martin Greiffenhagen/Sylvia Greiffenhagen/Rainer Prätorius (Hrsg.), Handwörterbuch zur politischen Kultur. Ein Lehr-und Nachschlagewerk, Opladen 1981, S. 520ff; Martin und Sylvia Greiffenhagen (Hrsg.), Ein schwieriges Vaterland. Zur politischen Kultur Deutschlands, München 1979 (2. Aufl.), S. 18ff; Peter Reichel, Politische Kultur der Bundesrepublik, Opladen 1981, insb. S. 140ffGoogle Scholar
  8. 8).
    Vgl. auch dazu den Beitrag 3.3 (Czerwick) sowie 4.2 (Engel) in diesem BandGoogle Scholar
  9. 9).
    Siehe zum Vergleich für den 9. Deutschen Bundestag die differenzierte Untersuchung von Heino Kaack, Die personelle Struktur des 9. Deutschen’Bundestages–ein Beitrag zur Abgeordentensoziologie, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 12. Jg. 1981, H. 2, S. 165–203Google Scholar
  10. 10).
    Vgl.Landesgesetz über die Unvereinbarkeit von Amt und Mandat vom 2. November 1970 (GVB1. S. 395) i.d.F. vom 10.11.1975 (GVBL. S. 397) sowie Landesgesetz über die Rechtsverhältnisse der Mitglieder des Landtags Rheinland-Pfalz vom 21. Juli 1978 (GVB1. S. 587) i.d.F. vom 8.2.1982 (GVB1. S. 66), siehe dort insb. die Paragraphen 29 und 30Google Scholar
  11. 11).
    Vgl. bereits: Adalbert Hess, Statistische Daten und Trends zur “Verbeamtung der Parlamente” in Bund und Ländern, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 6. Jg. 1975, H. 1, S. 34–39; Klaus Schrode, Beamtenabgeordnete in Landtagen der Bundesrepublik Deutschland, Heidelberg 1977, Schrode kommt allerdings aufgrundseiner vergleichenden Untersuchung über Beamtenabgeordnete in drei Landtagen zu dem Ergebnis, daß Beamtenabgeordnete wie andere Abgeordnete auch vielfältige Interessen vertreten und ihrer Kontrollfunktion ebenso gerecht werden wie Nichtbeamtenabgeordnete. (Vgl. insb. S. 273 )Google Scholar
  12. 12).
    Vgl. Rainer M. Lepsius, Sozialstruktur und soziale Schichtung in der Bundesrepublik Deutschland, in: Richard Löwenthal/Hans-Peter Schwarz (Hrsg.), 25 Jahre Bundesrepublik Deutschland, Stuttgart 1979, S. 263–288Google Scholar
  13. 13).
    Berechnung aufgrund der Angaben in den Statistischen Berichten zu den LandtagswahlenGoogle Scholar
  14. 14).
    Vgl. oben Anm. 10Google Scholar
  15. 15).
    Vgl. dazu das “Diätenurteil” des Bundesverfassungsgerichts vom 5. November 1975, auszugsweise dokumentiert, in: Zeitschrift.für Parlamentsfragen, 6. Jg. 1975, H. 1, S. 19–25. Siehe dazu auch den die unterschiedlichen Auffassungen zu diesem Bericht referierenden Beitrag: Uwe Thaysen, Die Volksvertretungen der Bundesrepublik und das Bundesverfassungsgericht..., in: ebenda, S. 3–18Google Scholar
  16. 16).
    Vgl. die Obersicht bei Herbert Schneider, Länderparlamentarismus in der Bundesrepublik, Opladen 1979, S. 150 und S. 154ffGoogle Scholar
  17. 17).
    Vgl. ebenda, S. 112ff. Zu dieser Diskussion siehe insb. Schneider (Anm. 16) sowie Manfred Friedrich, Landesparlamente in der Bundesrepublik, Opladen 1975; ders., Der Landtag als Berufsparlament?, Wiesbaden 1977Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1984

Authors and Affiliations

  • Ulrich Sarcinelli

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