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Transformationen im Geschlechterverhältnis — von der Kolonisierung zur Modernisierung

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Part of the Reihe Geschlecht und Gesellschaft book series (GUG, volume 27)

Zusammenfassung

Die Bevölkerung der palauanischen Inseln hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Handel mit Kopra und anderen in Europa begehrten Produkten und Rohstoffen verstärkt Kontakt mit weißen Händlern. Auch deutsche Handelsfirmen waren in den pazifischen Gebieten aktiv und konnten durch die Expansion des Koprahandels einen raschen Aufstieg verzeichnen. Die wirtschaftliche Entwicklung begünstigte Deutschland im Wettbewerb um den Erwerb der mikronesischen Karolinen-Inseln, zu denen auch das palauanische Inselgebiet gehört, als pazifische Rohstofflieferanten (vgl. Köhler 1982, 234). Die Auseinandersetzung zwischen Spanien und Deutschland um koloniale Interessen wurde 1885 von Papst Leo XIII. entschieden. Spanien bekam die Verwaltungshoheit über die Karolinen-Inseln zugesprochen, Deutschland und später auch Großbritannien wurden Handels-, Schifffahrts-, Fischerei- und Plantagenrechte für dieses Gebiet übergeben (vgl. Köhler 1982, 266).

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Literatur

  1. 1.
    James Gibbons begründete eine Machtdynastie in Palau, die über Eheschließungen und Adoptionen bis zum heutigen ranghöchsten männlichen Oberhaupt der Hauptstadt Koror, dem Ibedul Yutaka Gibbons, und seiner Schwester, der ranghöchsten Frau Korors, Bilung Gloria Salii reicht.Google Scholar
  2. 2.
    Gleichzeitig verbot die Kolonialregierung die Gewinnung eines zeremoniellen Getränks,des Palmweins, um die Arbeitskonzentration auf die Produktion von Kopra zu lenken.Google Scholar
  3. 3.
    Allerdings stieß die Verpflichtung zum Anbau von Kokospalmen auf den Widerstand derGoogle Scholar
  4. 4.
    Männer, da landwirtschaftliche Arbeit in der von geschlechtlicher Arbeitsteilung geprägten palauanischen Gesellschaft als Bereich der Frauen galt und Männer als Fischer und Jäger tätig waren (vgl. Vidich 1980, 175; Hiery 1995, 273).Vergleiche dazu Vidich 1980; Köhler 1982; Hiery 1995.Google Scholar
  5. 5.
    In der Literatur zur Kolonialpolitik der deutschen Reichsregierung wird darauf hingewie-sen, dass das Vorgehen der deutschen Kolonialverwaltungen in anderen Kolonien, vor allem in Südwestafrika, von ungleich größerer Brutalität gekennzeichnet war als in den pazifischen Kolonien (vgl. Köhler 1982; Hiery 1995). 6 Hempenstall betont, dass der Schlüssel zum Verständnis des Umgangs der pazifischenGoogle Scholar
  6. 6.
    Bevölkerung mit den Europäern in ihrem eigenen Umgang untereinander und mit ranghohen Gruppen zu suchen ist. Der massenhafte und gewaltbetonte Widerstand war selten ein Weg der gesellschaftlichen Auseinandersetzung innerhalb mikronesischer Gesellschaften.Google Scholar
  7. 7.
    Vergleiche dazu Vidich 1980; Hempenstall 1980; Köhler 1982; Hiery 1995.Google Scholar
  8. 8.
    Die Aufteilung von Gebieten und Gesellschaften als Mandate unter internationaler Kon- trolle wurde vom Viererrat der Großmächte, der sich nach dem Ersten Weltkrieg gebildet hatte, übernommen und in folgender Weise bestimmt:A-Mandat: mit dem Ziel baldiger Unabhängigkeit;B-Mandat: mit weitgehenden Handelsfreiheiten aller Mächte;C-Mandat: mit umfassenden Befugnissen für einzelne Mandatsmächte, das jeweilige Gebiet als integralen Bestandteil des Mutterlandes zu behandeln (vgl. Köhler 1982, 340).Google Scholar
  9. 9.
    Vergleiche dazu Kodama-Nishimoto 1975, 10; Peattie 1988, 157.Google Scholar
  10. 10.
    Siehe dazu PCAA 1978, 381ff; Aoyagi 1980, 41ff; Goh 1986, 170.Google Scholar
  11. 11.
    Mit dem Begriff der Religion werden in Palau alle eingeführten Glaubenssysteme bezeichnet. Das palauanische Glaubenssystem der Ahnenverehrung, der Naturgottheiten und Schamanen wird dagegen als grundlegende symbolische Ordnung betrachtet, die im Alltag der Verwandtschaftsgruppen verwurzelt ist.Google Scholar
  12. 12.
    Japanische Soldaten zerstörten als Vergeltungsaktion für die entdeckte Zusammenarbeit von Palauanern mit US-Truppen bis auf achtzig alle der einst 1500 Kanus der palauanischen Fischer und verwüsteten Dörfer und Pflanzungen (vgl. Köhler 1982, 434 ).Google Scholar
  13. 13.
    Vidich stellt einen signifikanten Statuswechsel bei der Gruppe junger Männer fest, die von der japanischen Kolonialverwaltung durch Ausbildung und Lohnarbeit einen privilegierten Platz in der palauanischen Ökonomie eingenommen hatten und die jetzt keine Arbeitsplätze fanden, weil die amerikanischen Behörden wenig Interesse an der ökonomischen Entwicklung zeigten (vgl. Vidich 1980, 306).Google Scholar
  14. 14.
    kamen auch die ersten Peace-Corps-Mitarbeiterinnen auf die mikronesischen Inseln, deren Anzahl in kurzer Zeit auf 650 Personen anwuchs. Sie sollten Sprachunterricht erteilen und soziale Arbeit für das Gemeinwesen leisten.Google Scholar
  15. 15.
    Der für Mikronesien von den USA eingesetzte „High Commissioner“ hatte allerdings volle Kontrollmacht und konnte Gesetze des „Congress of Micronesia” jederzeit stoppen (vgl. Köhler 1982, 497).Google Scholar
  16. 16.
    Die Marianen-Inseln schlossen mit den USA einen Vertrag über einen „Commonwealth Status“, die Inseln Yap, Truk, Ponape und Kosrae gründeten die „Federated States of Micronesia” (vgl. Köhler 1982, 499).Google Scholar
  17. 17.
    Vergleiche dazu: Constitution of the Republic of Palau 1979, S: 8.Google Scholar
  18. 18.
    Vergleiche dazu die Schilderung der Vorgänge in Kapitel 9.4.Google Scholar
  19. 19.
    Danach sind 75% der Wählerstimmen notwendig, um die Verfassung und den politischen Status Palaus grundlegend zu ändern. Die Festschreibung dieser Klausel wurde von William A., ehemaliger Inhaber eines hohen politischen Amtes, mit der Übernahme des Grundgedankens des Konsensprinzips in die palauanische Verfassung begründet.Google Scholar
  20. 20.
    Während in der westlichen Welt die Selbstmordgefährdung im Alter zunimmt, neigen in den mikronesischen Gesellschaften eher junge Männer zu Selbstmord und die Suizidrate geht im Alter zurück (vgl. Hezel 1993, 27).Google Scholar
  21. 21.
    Siehe dazu Lutz 1984, 54; Hezel 1987, 17; Rubinstein 1987,128.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

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