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Rohstoffe und Gerbverfahren im Überblick

  • Klaus Schlottau
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Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Basis der Gerbung wurde erst im Zuge der allgemeinen Verwissenschaftlichung in den letzten 200 Jahren gelegt. Insbesondere die Chemie, die Medizin und die Biologie trugen dazu bei, den Kenntnisstand über die Grundlagen der Gerberei, die über Tausende von Jahren aus Erfahrungswissen und gelegentlicher Intuition entstanden waren, zu verbessern und damit der Einsicht in die Wirkungsweise des eigentlichen Gerbvorgangs nahe zu kommen: Die Gerbung beruht darauf, ein Material der Natur, die Haut, unter Beibehaltung ihrer typischen Materialeigenschaften vor dem Zerfall und der Zersetzung durch Bakterien zu schützen. Dieses Ziel kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden: durch die Gerbung mit den Bestandteilen von Pflanzen, durch die Nutzung von Alaun und anderen Metallsalzen oder durch Fette.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. für die folgenden vier Seiten: W. Grassmann und Juliana Trupke: Chemie der Haut unter besonderer Berücksichtigung der Proteine. In: W. Grassmann und Juliana Trupke (Hrsg.): Handbuch der Gerbereichemie und Lederfabrikation, Bd. 1, Teil 1, Wien 1944, S. 362 ff; Guiseppe A. Bravo und Juliana Impke, a.a.O., S. 9 ff; Wilhelm Hausamt Konservierung und Desinfektion der Haut. In: W. Grassmann und J. Trupke (Hrsg.): Handbuch der Gerbereichemie und Lederfabrikation, Bd. 1, Teil 1, Wien 1944, S. 771 ff; A. Küntzel: Histologie der tierischen Haut. In: Ebd., Bd. 1, Teil 1, Wien 1944, S. 184 ff; Fritz Slather: Die Rohhautschäden. In: Ebd., Bd. 1, Teil 1, Wien 1944, S. 898 ff; Ders.: Gerbereichemie und Gerberei-technologie, 4. neubearbeitete Auflage, Berlin 1967, S. 46 ff.Google Scholar
  2. 2.
    Die innere Faserstruktur des Leders ist dem ungeordneten Faserbild handgeschöpften Papiers ähnlich. Die Fasern der Haut, bzw. des Leders sind jedoch dünner und relativ länger als die Fasern eines Hadern-papiers, so daß das Leder in allen Richtungen belastbarer ist, was auch dadurch bewirkt wird, daB zwischen den Lederfasern molekulare Verbindungen bestehen, während das Papier und Faserspinnstoffe überwiegend durch den Reibungswiderstand der Fasern und Fremdstoffe zusammengehalten werden.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. hierzu besonders die Kapitel 3 und 6 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
  4. 4.
    Hinsichtlich des Materials und einer Anzahl von Arbeitsschritten, die sich nach der Arbeit in der Was-serwerkstatt vollzogen, besag die Bereitung von Pergament und Chagrin eine gewisse Verwandtschaft zu den WeiB- und Fettgerbungen. Allerdings wurden sie keinem Gerbproze8, sondern lediglich einer Konservierung und einer daran anschließenden Zurichtung unterworfen, die sie für ihren Zweck tauglich machten. Pergament und Trommelleder wurde aus Kalbfellen oder Eselshaut hergestellt, nach dem Wassern und Weichen wurden die Häute geäschert, um sie zu enthaaren. Anschließend wurden sie beidseitig auf dem Bock geputzt, geschlichtet und ausgestrichen. Um den Restkalk zu neutralisieren und die Blößen aufzuschwellen, wurden sie sodann einer sauren Kleienbeize unterworfen, daraufhin in einem Streckrahmen ausgespannt, damit sie sich beim Trocknen nicht zusammenziehen konnte. Durch das Einreiben von Kreide und anschließendem Bimsen mit feinem Schleifmaterial, wurde das Pergament beschreibfähig gemacht. Nach einer abschließenden Trocknung wurde die Blöße nochmals ausgestrichen und fein nachbearbeitet. Chagrinleder wurde traditionell von den Buchbindern benutzt. Für die Chagrinzubereitung wurde meist Fischhaut, von Haien und anderen großen Fischen, seltener Kalbshaut, herangezogen. Die Fischhaut wurde nach dem Wässern mit dem Streicheisen gereinigt, dann waagerecht ausgespannt und mit Senfkörnern bestreut. Ein ganzer Packen bestreuter Häute wurde übereinandergestapelt und unter dem Druck einer Spindelpresse gelassen, bis die Haut aufgetrocknet war. Nach dem Trocknen wurde der Packen aufgelöst, die Körner ausgebürstet und dann mit dem Eisen ausgestrichen. Die Körnchen hatten sich in die Haut eingeprägt und verlieben ihr das gewünschte Aussehen. Zur Gerbung trugen sie allerdings nicht bei, so daß Pergament und Buchbinderleder von den Leimsiedem gerne angenommen wurden. Vgl. hierzu u.a.: Jerome de Lalande: Die Kunst des Weißgerbers, welcher die Felle ohne öl zubereitet. In: Daniel Gottfried Schreber (Hrsg.): Schauplatz der Künste und Handwerke oder vollständige Beschreibung derselben, 6. Band, Leipzig und Königsberg 1767, S. 130 ff.Google Scholar
  5. 5.
    Die schematische Übersicht über Arbeitsschritte und deren Abfolge für unterschiedliche Leder wurde zu-sammengestellt nach der Lektüre und Auswertung der im Literaturverzeichnis genannten Primär-und Sekundärliteratur. Das Schema ist stark vereinfacht. Eine große Zahl der Handarbeiten, die häufig wiederholt wurden, sind nicht aufgeführt worden. Das Arbeitsverfahren für jede Ledersorte ist in der Senkrechten zu lesen. In der linken Spalte sind die übergeordneten Verfahrensschritte aufgeführt. Je größer die Anzahl der verwendbaren Häute und Felle und je weiter die Differenzierung der Arbeitsschritte und eingesetzten Hilfsstoffe fortschritt, desto größer wurde die Variationsmöglichkeit der Lederherstellung. Vgl. hierzu auch Schema Nr. 2.Google Scholar
  6. 6.
    Zur Aufstellung und Anwendung des Schemas vgl. Anmerkung Nr. 5.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl.: Wolfgang Fahrion: Neuere Gerbemethoden und Gerbetheorien, Stuttgart 1915, S. 6. Ein weiterer Vorteil bestand darin, daß die reaktionsfähige Oberfläche 300 mal größer ist, als der sichtbare Teil.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl.: Georg Ebert, a.a.O., S. 44.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. hierzu Kapitel 2.2. „Hilfsstoffe und die dort genannten Quellen.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl.: 1. G. Kriinitz, Ledermanufakturist, a.a.O., S. 48.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. u.a.: Fritz Adler: Die Entwicklung des deutschen Häutemarktes, Braunschweig 1913; W. Freudenberg: Die Häute-und Fellmärkte der Welt, Darmstadt 1955; August Kaul: Die Wildhaut im internationalen Handel und in der Lederfabrikation, Freiberg/Sachsen 1910.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl.: Georg Ebert, a.a.O., S. 60 f.Google Scholar
  13. 13.
    Der Preis für einen Zentner Alaun: Im Jahre 1421 5 Mark, 1551 10 fl, 1552 aber 40 fl, 1782 5 1/2 Rtlr. Vgl.: Ebd., S. 70.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl.: Wolfgang Fahrion, a.a.O., S. 63 f.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl.: Georg Ebert, a.a.O., S. 71.Google Scholar
  16. 16.
    Im Siegerland existierte eine enge gewerbliche Bindung zwischen der Landwirtschaft, der Eisenhüttenindustrie und den Gerbern: die Haubergswirtschaft. Der Begriff charakterisierte einen lokalen Wirtschaftskreislauf, der um die Eisenhütten und Hammerwerke der Region gravitierte, aber auf der speziellen Form einer landwirtschaftlichen Nutzung basierte. Der Hauberg, eine genossenschaftlich genutzte Fläche, wurde im jährlichen Umtrieb landwirtschaftlich genutzt, bestand aber aus einer Eichenmonokultur mit höchstens 20jährigen Pflanzen. Die jeweils älteste Teilfläche des Haubergs wurde jährlich kahlgeschlagen, die Rinde der Eichen diente den Gerbern, die Stämme wurden als Grubenholz oder Holzkohle in der Eisenhüttenindustrie eingesetzt. Die freie Fläche wurde dann einmal umgebrochen und mit Getreide besät. Nach der Ernte lief. man die Fläche für 6 — 7 Jahre ruhen, so daß die Eichen aus dem Stock wieder ausschlugen. Nach dieser Zeit waren die Triebe so groß, dal) die Flächen als Hude für das Milchvieh genutzt werden konnten, bis die Eichen gefällt wurden und der Kreislauf von neuem begann. Vgl.: Rolf-Jürgen Gleitsmann: Rohstoffmangel und Lösungsstrategien: Das Problem vorindustrieller Holzknappheit. In: Freimut Duve (Hrsg.): Technologie und Politik. Das Magazin zur Wachstumskrise, Bd. 16, Reinbek 1980, S. 132.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl.: Helmtraud Hendinger, a.a.O., S. 55.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl.: Ludwig Gall, a.a.O., S. 24. Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts setzte in England der Import von Hemlockextrakten aus Neu-Schottland ein. Es wurden zusätzlich, nachdem in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts der Export deutscher Lohe wegen der Schutzzölle des Zollvereins — der Zollverein belegte die Ausfuhr von Lohe mit einem Ausfuhrzoll von 1 Rtlr und 20 Sgr. pro Zentner — nach England fast gänzlich zum Erliegen gekommen war, Valonea importiert. In Amerika ging man dazu über, auch Kastanie zu verarbeiten, von der noch Hermbstädt keinerlei positive Gerbwirkung erkannt hatte.Google Scholar
  19. 19.
    Pfund Eichenrinde kosteten 1744 in Paris 3 Livres. Der Lohmüller erhielt für das Mahlen von je 80 Pfund 3 Sou. Die Rinde wurde bündelweise verkauft, jedes Bündel hatte einen Umfang von 5 FuB und die Rinde war 5 FuB lang geschnitten. Je fünf Bündel kosteten, sofem die Rinde von Eichen mit einem Alter von 10-12 Jahren stammten, 15-16 Livres, stammte sie hingegen von älteren Eichen, so kostete diese Menge nur 12 Livres. Jedes Bündel ergab etwa 30 Pfund Lobe. Vgl.: Jerome de Lalande: Die Lohgerberkunst, a.a.O., S. 342; Knoppern oder Galläpfel, die besonders im Österreichischen eingesetzt wurden, kosteten pro Zentner 6 1/4 Rdr. Vgl.: Carl Freiherr v. Meidinger: a.a.O., S. 346. Bezogen auf den reinen Gerbstoff kostete 1903 ein kg Eichenlohe 1,14 Mark, während die billigsten Reingerbstoffe, hergestellt aus der Mangrovenrinde, dem Quebrachoholz und den Myrobalanen im Preis zwischen 40 und 50 Pfennigen für das Kilogramm zu stehen kamen. Ein Kilogramm reiner Fichtenlobe war kaum teuerer, 56 Pfennige. Vgl.: Hans Hanisch, a.a.O., S. 17 f.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl.: Beatrix Piezonka und Klaus Schlottau: Die Hamburger Mühlen und ihr Einfluß auf den Wirtschaftsraum der Stadt. In: Beiträge zur deutschen Volks-und Altertumskunde, Bd. 24 (1985), S. 65 f. In Hamburg und Umgebung gab es am Ende des 18. Jahrhunderts bereits 15 Farbholzmühlen. Zur gleichen Zeit gab es in Deutschland nur fünf weitere Farbholzmühlen. Je eine in Bremen, Halberstadt, Würzburg, Nürnberg und Heilbronn.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl.: Hans Hanisch, a.a.O., S. 24. Bis zur Jahrhundertwende waren nicht mehr allein die Besitzer der Eichenschälwaldungen in Deutschland an diesem Schutzzoll interessiert, ihnen hatten sich die „Pflanze? in den deutschen Kolonialgebieten hinzugesellt, die „nachwachsende Rohstoffe, darunter auch in besonderem Maße subtropische Gerbstoffpflanzen, anbauten.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl.: R. Schubert: Die Entwicklung der chemischen Gerbereiprodukte und ihre Bedeutung für die Lederindustrie. In: Taschenbuch für die deutsche Lederindustrie, Krefeld 1953, S. 29.Google Scholar
  23. 23.
    Es wäre eine interessante Aufgabe, der These nachzugehen, daß die neuzeitliche Entwicklung der Gewerbe, bis in die Industrialisierung hinein, sich auf Kosten der Lebensmittelversorgung und des allgemeinen Lebensstandards entfaltet habe, und damit zumindest mittelbar zu dauernder Unterversorgung und gelegentlichen Hungerkrisen geführt habe. Für die Ledererzeugung allein ließe sich der behauptete Zusammenhang zwischen Produktionsausweitung für überregionale Märkte und Hungerkrisen, der im Übrigen bereits im 18. Jahrhundert hergestellt wurde und zu vorübergehenden Produktionsverboten führte, belegen. Die Gerbung jeder Haut vernichtete durchschnittlich folgende Lebensmittel: 10 kg Getreide, 4-5 kg Fette und 1-2 Eier; mittelbar wurden für den Anbau von Gerbstoff-und Farbstoffpflanzen pro Haut jährlich ein ha Fläche dem Nahrungsmittelanbau entzogen — Lalande (Lohgerberei, a.a.O., S. 383) schätzte, daß allein von dem Getreideverbrauch einer Rindshaut von 24 Pfund Trockengewicht ein Erwachsener einen Monat lang leben könne.Google Scholar
  24. 24.
    In Sibirien wurde im Sommer von Dörfern ein sogenannter „Gesellschaftsbrand durchgeführt, an dem sich alle Bewohner beteiligten. Indem sie in einer großen Grube etwa 500 Fuder Birkenrinde und Birkenreiser unter einer aufgestampften Erdabdeckung in Schwelbrand versetzten und über Röhren destillierten, erhielten sie etwa 7.000 1 Birkenteeröl, das weiter gereinigt werden mußte. Vgl.: Neues vollständiges Handbuch, a.a.O, S. 231 f.Google Scholar
  25. 25.
    In Frankreich wurde 1822 der von der Gewerbeaufmunterungsgesellschaft ausgelobte Preis von 4.500 Fr. für die Einführung der Juchtenlederherstellung verliehen. Vgl.: Ebd., S. 228.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl.: Jerome de Lalande: Die Kunst, das Leder auf ungarische Art zu bereiten. In: Daniel Gottfried Schreber (Hrsg.): Schauplatz der Künste und Handwerke oder vollständige Beschreibung derselben, 6. Bd., Leipzig und Königsberg 1767, S. 72.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl.: Neues vollständiges Handbuch, a.a.O, S. 182 f.Google Scholar
  28. 28.
    Im Jahr 1697 beteiligten sich folgende Nationen und Städte am Walfang vor Grönland: Vgl.: Georg Ebert, a.a.O., S. 79.Google Scholar
  29. 29.
    Rechnet man, daß bis zum Ende des 18. Jahrhunderts das jährliche Gefälle Deutschlands etwa 5 Millionen Häute betrug,- am Ende des 19. Jahrhunderts waren es 25 Millionen Häute und Felle — so benötigten diese eine Fettmenge von annähernd 25.000 t. Bei einem angenommenen FaBmaB von 8 hl entsprach der grönländische Walfang des Jahres 1697 etwa 38.000 t.Google Scholar
  30. 30.
    Der Albuminfabrikant stellte in erster Linie Eiweiß her, das an die Nahrungsmittelgewerbe, Konditoreien, Kastanienextraktfabriken, Papierfabriken und an Fotopapierfabriken verkauft wurde. Die Gewinnung von Eigelb erbrachte annähernd die Hälfte des Umsatzes. Vgl.: Georg Ebert, a.a. O., S. 83.Google Scholar
  31. 31.
    Durchschnittlich wurden für jedes Fell in der WeiBgerbung und in der Chromgerbung 1-2 Eigelb und 2 cl Öl benötigt. Vgl.: Jerome de Lalande: Die Kunst des Weißgerbers, a.a.O., S. 114 f; Georg Ebert, a.a.O., S. 85.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl.: Georg Ebert, a.a.O., S. 86 f.Google Scholar
  33. 33.
    Die Forschung erbrachte 1904 eine Ermittlung der wirksamen Bestandteile dieser Kotbeizen. Seit 1907 bot die Firma Röhm unter dem Handelsnamen „Oropon eine industriell gefertigte Enzymbeize aus Fermenten der Bauchspeicheldrüse an. Ergänzt wurde dieses Angebot an Beizmitteln seither durch weitere Beizen, die auf der Basis von Schimmelpilzkulturen gezüchtet wurden. Vgl.: Schubert, a.a.O., S. 23.Google Scholar
  34. 34.
    Vgl.: Jerome de Lalande: Kunst das Leder auf ungarische Art zuzubereiten, a.a.O., S. 62. Das Glassalz sammelte sich während des Schmelzens auf dem Tiegel und wurde von dort zum Abkühlen in eine mit Wasser gefülltes Gefäß abgestrichen, wo es sofort auf dem Boden auskristallisierte.Google Scholar
  35. 35.
    Grundwasser, das gelöste Kohlensäure enthält, löst aus den Gesteins-und Bodenschichten Salze heraus, von denen sich einige durch Kochen oder Säuern wieder niederschlagen lassen. Es sind dies die Calcium-und Magnesiumkarbonate, die beim Kochen den bekannten Kesselstein ergeben. Die verbleibenden Salze, überwiegend Chloride und Sulfate, bilden die Resthärte des Wassers. Die Gesamthärte ist die Summe der vorübergehenden und der bleibenden Salze im Wasser. Ein deutscher Härtegrad entspricht einer Menge von 1 g Calciumoxyd in 100 Litern Wasser.Google Scholar
  36. 36.
    Die meisten Pariser Gerbereien lagen am sogenannten „Gobelin-Fluß, der diesen Namen erhielt, weil er in allen Farben schillerte. Das Wasser von Färbereien und Gerbereien floß hinein, so daß der Fluß im höchsten Maße durch Chemikalien, Farbstoffe und organische Schmutzfrachten verdreckt war.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl.: Schmidt, Handbuch der gesamten Lohgerberei, a.a.O., S. 134.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl.: Ebd., S. 90 und 135 f.Google Scholar
  39. 39.
    Im Jahre 1892 wurde die Verwendung von Arsensulfit für den Ascher im Deutschen Reich verboten. Gleichfalls durften Arsenkipse aus Indien nicht mehr eingeführt werden. Das Arsenik, das bei der Weiche der Kipse und dann beim Äschern anfiel, sammelte sich im Abwasser der Gerbereien. Dennoch wurden immer wieder Arsenkipse eingeführt und noch in den zwanziger Jahren fanden sich Rezepturen — auch veröffentlichte — die als Anschärfmittel für den Ascher und die Schwöde Arsenik angaben.Google Scholar
  40. 40.
    Die Verwendung von Schwelfelnatrium führte dazu, daß unter Bedingungen, die im Ausfluß der Lederfabriken regelmäßig auftraten, Schwefelwasserstoff in hohen Konzentrationen im Abwasser gelöst war. Da Schwefelwasserstoff giftiger als Zyankali ist, waren die Gewässer unterhalb der Lederfabriken für eine bestimmte Strecke, die von der Wasserführung und von der Abwassermenge abhängig war, unbelebt.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl.: R. Schubert: a.a.O., S. 22 f. Im Jahre 1839 erfolgte erstmals die Verwendung des im Gaswerk Berlin anfallenden Gaskalkes, der dort als Masse zur Reinigung benutzt wurde, für den Ascherkalk.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl.: Jerome de Lalande: Die Kunst des Weißgerbers, a.a.O., S. 102 f.Google Scholar
  43. 43.
    Vgl.: R. Schubert, a.a.O., S. 25.Google Scholar
  44. 44.
    Vgl.: Jerome de Lalande: Die Kunst der Lohgerbung, a.a.O., S. 375 ff.Google Scholar
  45. 45.
    Vgl.: Jerome de Lalande: Die Kunst des Weißgerbers, a.a.O., S. 112 ff.Google Scholar
  46. 46.
    Vgl.: Georg Ebert, a.a.O., S. 86.Google Scholar
  47. 47.
    Vgl.: Emanuel Stickelberger, a.a.O., S. 89 ff.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl.: R. Schubert, a.a.O., S. 31 f.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

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  • Klaus Schlottau

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