Advertisement

Verbände und Sozialpolitik: Das Beispiel der Jugendhilfe

  • Sybille Stöbe-Blossey
Part of the Bürgerschaftliches Engagement und Nonprofit-Sektor book series (BENPS, volume 5)

Zusammenfassung

Sozialpolitik in Deutschland ist traditionell vom Zusammenwirken zwischen der öffentlichen Hand — also dem Staat und den Kommunen — einerseits und den Wohlfahrtsverbänden andererseits geprägt. Von zentraler Bedeutung ist dabei bis heute das Subsidiaritätsprinzip (Nell-Breuning 1990): Die größeren Einheiten des Gemeinwesens — insbesondere also der Staat — sollen nicht tätig werden, wenn kleinere Einheiten — Individuen, Familie, bürgerschaftliche Gruppen — in der Lage sind, eine Leistung zu erbringen; damit die kleineren Einheiten wiederum ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten können, sollen sie angemessene Unterstützung erhalten. In der deutschen Sozialpolitik versteht man das Subsidiaritätsprinzip nicht zuletzt als Votum für die Leistungserbringung durch die Verbände der freien Wohlfahrtspflege. Zum einen waren sie in vielen sozialpolitischen Feldern bereits engagiert, bevor es zu staatlichen Regelungen und Leistungen kam, zum anderen gelten sie traditionell als Ort für die Entfaltung und Organisation von ehrenamtlichem Engagement. Darüber hinaus verstehen sie sich als Anwalt ihrer Klienten. Wohlfahrtsverbände übernehmen damit vielfältige Funktionen und sind zentrale sozialpolitische Akteure, was sich auch in gesetzlichen Regelungen und in Förderstrukturen manifestiert. Inzwischen allerdings befindet sich die Rolle der Verbände im Umbruch. In diesem Beitrag sollen diesbezügliche Entwicklungen skizziert und nach den Auswirkungen gefragt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Anheier, Helmut. K./Priller, Eckhard/Seibel, Wolfgang/Zimmer, Annette (Hrsg.), (1997): Der Dritte Sektor in Deutschland. Organisationen zwischen Staat und Markt im gesellschaftlichen Wandel. Berlin: sigmaGoogle Scholar
  2. Bauer, Rudolph (1997): Zivilgesellschaftliche Gestaltung in der Bundesrepublik: Möglichkeiten oder Grenzen? — Skeptische Anmerkungen aus der Sicht der NonProfit-Forschung. In: Schmals, Klaus M./Heinelt, Hubert (Hrsg.): Zivile Gesellschaft. Entwicklung, Defizite und Potentiale. Opladen: Leske+Budrich, S. 133–154CrossRefGoogle Scholar
  3. Berthelmann, Ronald/Niehaus, Josef (1996): Selber lenken — Das Neue Steuerungsmodell aus der Sicht der Jugendverbands- und Jugendringarbeit. In: Merchel, Joachim/Schrapper, Christian (Hrsg.): „Neue Steuerung“. Tendenzen der Organisationsentwicklung in der Sozialverwaltung. Münster: Votum, S. 276–295Google Scholar
  4. BMFSFJ/JSB (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend/Dr. Jan Schröder Beratungsgesellschaft mbH), (1998): Kongress „Wettbewerb in der Kinder- und Jugendhilfe“. Dokumentation. BonnGoogle Scholar
  5. Brandel, Rolf/Stöbe-Blossey, Sybille/Wohlfahrt, Norbert (Hrsg.), (1998): Modernisierung der Jugendhilfe — welche Rolle spielt die Politik? Projektbericht des Instituts Arbeit und Technik. GelsenkirchenGoogle Scholar
  6. Brandel, Rolf/Stöbe-Blossey, Sybille/Wohlfahrt, Norbert (1999): Verwalten oder Gestalten? Ratsmitglieder im Neuen Steuerungsmodell. Modernisierung des öffentlichen Sektors Band 13. Berlin: sigmaGoogle Scholar
  7. Corsa, Mike (1997): Eine Einmischung in die Diskussion über neue Steuerungsmodelle. In: deutsche jugend 2/1997, S. 67–75Google Scholar
  8. Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.), (1997): Literaturreport 1997. München: DJI Verlag Deutsches JugendinstitutGoogle Scholar
  9. Evers, Adalbert/Olk, Thomas (Hrsg.), (1995): Wohlfahrtspluralismus. Opladen: Leske+BudrichGoogle Scholar
  10. Flösser, Gaby/Otto, Hans-Uwe (Hrsg.), (1996): Neue Steuerungsmodelle in der Jugendhilfe. Neuwied/Kriftel/Berlin: LuchterhandGoogle Scholar
  11. Hasenclever, Christa (1978): Jugendhilfe und Jugendgesetzgebung seit 1900. Göttingen: Vandenhoeck & RuprechtGoogle Scholar
  12. Hederer, Josef (Hrsg.), (1975): Evolution in der Sozialpädagogik. Quellen und Kommentare. München: BardtenschlagerGoogle Scholar
  13. Herzig, Bernd (1999): Merkmale von neugegründeten Trägern in der Erziehungshilfe am Beispiel Niedersachsens. In: Weigel, Nicole/Seckinger, Mike/van Santen, Eric/Markert, Andreas: Freien Trägern auf der Spur. Analysen zu Strukturen und Handlungsfeldern der Jugendhilfe. München — Opladen: DJI Verlag Deutsches Jugendinstitut, S. 145–158Google Scholar
  14. Heinze, Rolf G. (1985): Verbandlichung der Sozialpolitik? Zur Neuen Diskussion des Subsidiaritätsprinzip. In: Krüger, Jürgen/Pankoke, Eckart (Hrsg.): Kommunale Sozialpolitik. München — Wien: Oldenbourg, S. 196–212Google Scholar
  15. JSB (Dr. Jan Schröder Beratungsgesellschaft mbH), (1998): Studie „Wettbewerb in der Kinder- und Jugendhilfe“. Manuskript. O. O.Google Scholar
  16. KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung), (1991): Dezentrale Ressourcenverantwortung: Überlegungen zu einem neuen Steuerungsmodell. KGSt Bericht Nr. 12, KölnGoogle Scholar
  17. KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung), (1992): Wege zum Dienstleistungsunternehmen Kommunalverwaltung: Fallstudie Til-burg. KGSt Bericht Nr. 19, KölnGoogle Scholar
  18. KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung), (1993): Das neue Steuerungsmodell. KGSt Bericht Nr. 5, KölnGoogle Scholar
  19. KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung), (1994): Outputorientierte Steuerung in der Jugendhilfe. KGSt Bericht Nr. 9, KölnGoogle Scholar
  20. KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung), (1995): Das neue Steuerungsmodell. Erste Zwischenbilanz. KGSt Bericht Nr. 10, KölnGoogle Scholar
  21. KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung), (1998): Kontraktmanagement zwischen öffentlichen und freien Trägern in der Jugendhilfe. KGSt-Bericht Nr. 12, KölnGoogle Scholar
  22. Klug, Wolfgang (1997): Wohlfahrtsverbände zwischen Markt, Staat und Selbsthilfe. Freiburg: LambertusGoogle Scholar
  23. Krüger, Jürgen/Pankoke, Eckart (Hrsg.), (1985): Kommunaler Sozialpolitik. München/Wien: OldenbourgGoogle Scholar
  24. Kühn, Dietrich (1994): Jugendamt — Sozialamt — Gesundheitsamt. Entwicklungslinien der Sozialverwaltung in Deutschland. Neuwied/Kriftel/Berlin: LuchterhandGoogle Scholar
  25. MAGS (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen), (Hrsg.), (1996): Zukunft des Sozialstaates. Freiwilliges soziales Engagement und Selbsthilfe. DüsseldorfGoogle Scholar
  26. Merchel, Joachim (1996): Wohlfahrtsverbände auf dem Weg zum Versorgungsbetrieb? Auswirkungen der Modernisierung auf Funktionen und Kooperationsformen der Wohlfahrtsverbände. In: Merchel, Joachim/Schrapper, Christian (Hrsg.): „Neue Steuerung“. Tendenzen der Organisationsentwicklung in der Sozialverwaltung. Münster: Votum, S. 296–311Google Scholar
  27. Merchel, Joachim/Schrapper, Christian (Hrsg.), (1996): „Neue Steuerung“. Tendenzen der Organisationsentwicklung in der Sozialverwaltung. Münster: VotumGoogle Scholar
  28. Münder, Johannes (1996): Einführung in das Kinder- und Jugendhilferecht. Münster: VotumGoogle Scholar
  29. Nell-Breuning, Oswald von (1990): Baugesetze der Gesellschaft. Solidarität und Subsidiarität. Freiburg: HerderGoogle Scholar
  30. Panter, Ulrich (1956): Jugend und Staat. Weinheim: BeltzGoogle Scholar
  31. Santen, Eric van (1998): „Output“ und „outcome“ der Implementierung Neuer Steuerung. In: Neue Praxis 1, S. 36–49Google Scholar
  32. Santen, Eric van (1999): Ehrenamtliches Engagement im Wandel — Bedeutung und Folgen für freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe. In: Weigel, Nicole/Seckinger, Mike/Santen, Eric van/Markert, Andreas: Freien Trägern auf der Spur. Analysen zu Strukturen und Handlungsfeldern der Jugendhilfe, München — Opladen: DJI Verlag Deutsches Jugendinstitut, S. 27–52Google Scholar
  33. Santen, Eric van/Seckinger, Mike (1999): Freien Trägern auf der Spur — ein Fazit. In: Weigel, Nicole/Seckinger, Mike/Santen, Eric van/Markert, Andreas: Freien Trägern auf der Spur. Analysen zu Strukturen und Handlungsfeldern der Jugendhilfe, München — Opladen: DJI Verlag Deutsches Jugendinstitut, S. 177–187Google Scholar
  34. Schmals, Klaus M./Heinelt, Hubert (Hrsg.), (1997): Zivile Gesellschaft. Entwicklung, Defizite und Potentiale. Opladen: Leske+BudrichGoogle Scholar
  35. Scholz, Ottilie (1996): Neue Steuerungsmodelle in der Jugendhilfe — Die Empfehlungen der KGSt und Ansätze einer Umsetzung in die kommunale Praxis. In: Merchel, Joachim/Schrapper, Christian (Hrsg.): „Neue Steuerung“. Tendenzen der Organisationsentwicklung in der Sozialverwaltung. Münster: Votum, S. 170–180Google Scholar
  36. Schrapper, Christian (1996): Organisation und Legitimation einer öffentlichen Verantwortung für private Lebensschicksale. Zur Bedeutung der Organisationsfrage in den Debatten über den fachlichen und sozialpolitischen Stellenwert des Jugendamtes. In: Merchel, Joachim/Schrapper, Christian (Hrsg.): „Neue Steuerung“. Tendenzen der Organisationsentwicklung in der Sozialverwaltung. Münster: Votum, S. 61–88Google Scholar
  37. Seckinger, Mike (1999): Organisationsentwicklung bei freien Trägern — neue Daten zum Umgang mit einer alten Herausforderung. In: Weigel, Nicole/Seckinger, Mike/Santen, Eric van/Markert, Andreas: Freien Trägern auf der Spur. Analysen zu Strukturen und Handlungsfeldern der Jugendhilfe, München/Opladen: DJI Verlag Deutsches Jugendinstitut, S. 159–175Google Scholar
  38. Seckinger, Mike/Weigel, Nicole/Santen, Eric v./Markert, Andreas (1998): Situation und Perspektiven der Jugendhilfe — eine empirische Zwischenbilanz. München: DJI Verlag Deutsches JugendinstitutGoogle Scholar
  39. Statistisches Bundesamt (1994): Einrichtungen und tätige Personen in der Jugendhilfe. Fachserie 13, Reihe 6.3. WiesbadenGoogle Scholar
  40. Stöbe-Blossey, Sybille (1998): Verwaltungsmodernisierung im Jugendamt — Die aktuelle Diskussion im Überblick. In: Brandet, Rolf/Stöbe-Blossey, Sybille/Wohlfahrt, Norbert (Hrsg.): Modernisierung der Jugendhilfe — welche Rolle spielt die Politik? Projektbericht des Instituts Arbeit und Technik. Gelsenkirchen, S. 11–29Google Scholar
  41. Struck, Norbert (1997): Neue Steuerung — Zwischenbilanz aus Sicht freier Träger. In: Forum Erziehungshilfen 4, S. 303–326Google Scholar
  42. Weigel, Nicole/Seckinger, Mike/Santen, Eric van/Markert, Andreas (1999): Freien Trägern auf der Spur. Analysen zu Strukturen und Handlungsfeldern der Jugendhilfe, München — Opladen: DJI Verlag Deutsches JugendinstitutGoogle Scholar
  43. Wendt, Wolf Rainer et al. (1996): Zivilgesellschaft und soziales Handeln. Bürgerschaftliches Engagement in eigenen und gemeinschaftlichen Belangen. Freiburg: LambertusGoogle Scholar
  44. Wilts, Herbert (1997): Jugendamt Wuppertal — über die Wupper? In: Forum Erziehungshilfe 2, S. 78–81Google Scholar
  45. Winklhofer, Ursula/Schneider, Helmut, unter Mitarbeit von Bruner, Claudia Franziska (1997): Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Ein Literaturbericht. In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Literaturreport 1997. München: DJI Verlag Deutsches Jugendinstitut, S. 123–191Google Scholar
  46. Zimmer, Annette (1997): Public-Private Partnerships: Staat und Dritter Sektor in Deutschland. In: Anheier, Helmut. K./Priller, Eckhard/Seibel, Wolfgang/Zimmer, Annette (Hrsg.): Der Dritte Sektor in Deutschland. Organisationen zwischen Staat und Markt im gesellschaftlichen Wandel. Berlin: sigma, S. 75–98Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Sybille Stöbe-Blossey

There are no affiliations available

Personalised recommendations