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Lebensstile und Gesundheit

  • Monika Jungbauer-Gans

Zusammenfassung

In diesem und im folgenden Kapitel werden die Ergebnisse der empirischen Analysen dargestellt. Aufgrund zeitlicher Restriktionen war es nicht möglich, eine eigene Primärstudie zur Untersuchung der Forschungsfragen zu erheben. Deshalb wurde versucht, vorhandene und zugängliche Datensätze für eine Sekundäranalyse zu finden. Die Anforderungen der Fragestellung an das Design und den Inhalt der Daten sind relativ hoch. Eine Vielzahl an Informationen ist notwendig, um die verschiedenen Aspekte der sozialen Ungleichheit und Differenzierung, der sozialen Integration, der sozialen Unterstützung, der Netzwerkstruktur und nicht zuletzt des Gesundheitszustandes gleichzeitig operationalisieren zu können. Insbesondere die Operationalisierung neuerer Konzepte der Soziologie sozialer Ungleichheit und Differenzierung (Lebensstile, soziale Milieus oder multidimensional definierte, soziale Lagen) umfasst eine Vielzahl an Variablen. Während soziodemographische Variablen, die die Operationalisierung der sozialen Schicht und der sozialen Integration ermöglichen, in vielen Datenquellen vorhanden sind, schränkt der Wunsch nach Daten zur Netzwerkstruktur und zur sozialen Unterstützung die Auswahl erheblich ein.

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Literatur

  1. 45.
    Der Integration der Berliner Altersstudie in die Auswertungen der Arbeit hätte auch ein Problem der Vergleichbarkeit zur Folge gehabt, da die Grundgesamtheit dieser Studie eine Altersgruppe ist, die sich nicht mit den Zielpopulationen der anderen verwendeten Studien deckt.Google Scholar
  2. 46.
    Eine Alternative zur Verwendung der mit diesem Datensatz bereits entwickelten Typologie ware die Erstellung einer eigenen Klassifikation durch die Auswahl bestimmter Items oder die Anwendung eines anderen Clusterverfahrens gewesen. Sinnvoll wäre dieses Vorgehen gewesen, wenn man damit einen engeren inhaltlichen Bezug zu gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen und Einstellungen hätte herstellen können, z.B. durch die Berücksichtigung von Risikoverhaltensweisen (Ernährung, Drogengenuss, Sport), was aber mit den vorliegenden Daten nicht umsetzbar war.Google Scholar
  3. 47.
    Zur Bezeichnung der Lebensstiltypen werden in verschiedenen Arbeiten, die über Auswertungen mit dem Wohlfahrtssurvey 1993 berichten, sogar von denselben Autoren unterschiedliche Begriffe verwendet. Die Tabelle gibt die in der ausführlichsten Arbeit von Annette Spellerberg verwendeten Begriffe und die im Datensatz verwendeten Labels in Klammern wieder. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels werden die Datensatzlabels verwendet.Google Scholar
  4. 48.
    Die Goldthorpe-Beschäftigungsklassen (vgl. Goldthorpe/Keith 1974) konnten nur für 1168 der 3062 befragten Personen ermittelt werden (38,1 Prozent). Mit der Berücksichtigung dieser Variable wäre also eine erhebliche Reduktion der Fallzahl verbunden gewesen. Die probeweise berechneten Modellschätzungen zeigten keine Zusammenhänge zwischen den Beschäftigungsklassen und Gesundheit.Google Scholar
  5. 49.
    Hadaway et al. (1993) stellten fest, dass Selbstauskünfte zur Häufigkeit des Kirchenbesuches die tatsächliche Besuchsfrequenz um etwa 100% überschätzen. Zu erklären ist diese erhebliche Differenz mit sozialer Erwünschtheit, mit „telescoping“, d.h. einer generellen Tendenz, die zeitliche Distanz zu Ereignissen zu unterschätzen, und mit der Selektivität von realisierten Stichproben, in denen weniger religiöse Personengruppen (Singles, erwerbstätige Paare ohne Kinder) unterrepräsentiert sind.Google Scholar
  6. 50.
    Bei Luschen et al. (1997), die lediglich die Mitgliedschaft in einer Konfession einbezogen haben, zeigten sich ebenfalls ähnliche Unterschiede zwischen Ost-und Westdeutschen.Google Scholar
  7. 51.
    Bulmahn (1996b) hat mit den Daten des Wohlfahrtssurveys 1993 untersucht, welche Rolle objektive Lebensbedingungen, soziale Vergleichsprozesse und Bewertungen von einzelnen Lebensbereichen für die allgemeine Lebenszufriedenheit spielen und inwieweit zusätzlich Sorgen und Ängste die Lebenszufriedenheit mindern.Google Scholar
  8. 52.
    Vgl. zu Maximum-Likelihood-Schätzungen auch die Ausführungen in Abschnitt 9.4.Google Scholar
  9. 53.
    Ob sich die Koeffizienten der Lebensstil-Dummies in der Tabelle signifikant unterschieden, wurde durch die Berechnung von 95-Prozent-Konfidenzintervallen geprüft. Überschneiden sich die Intervalle nicht, dann wird von signifikanten Unterschieden ausgegangen.Google Scholar
  10. 54.
    Die in der Tabelle berichteten Koeffizienten können in Prozenteffekte (Einheitseffekte) umgerechnet werden (vgl. Abschnitt 8.4): Beispielsweise errechnet sich aus dem Koeffizienten -0,517 für expressiv Vielseitige in Westdeutschland eine um 40 Prozent niedrigere Zahl von Allgemeinbeschwerden im Vergleich zur Referenzgruppe der zurückgezogen Lebenden (Formel: (e“’ - 1)100).Google Scholar
  11. 55.
    Zwischen den anderen Lebensstilclustern gibt es keine signifikanten Unterschiede, wie die Berechnung von Konfidenzintervallen für die Koeffizienten gezeigt hat.Google Scholar
  12. 56.
    Der Vergleich der beiden Modelle erschwert sich durch die Erhebung der Lebensstilvariablen bei einer auf bestimmte Altersgruppen reduzierten Population. Zwar wird das Alter als Kontrollvariable berücksichtigt, aber die McFadden-R2-Werte sind aufgrund der unterschiedlichen Fallzahlen nicht vergleichbar.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Monika Jungbauer-Gans

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