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Zusammenfassung

Die Notwendigkeit und die Möglichkeit zur Integration in einer Gesellschaft und ihre Mechanismen untersucht Ulrich Beck (1997a; 1997b) in mehreren Arbeiten. Implizit beantwortet er die Frage nach der Notwendigkeit von Integration durch ein Plädoyer fur einen bislang unbeachteten Integrationsmechanismus. Beck dechiffriert vier Mechanismen, die im Zuge der Entwicklung der Gesellschaft hin zur „zweiten Moderne“ eine Bedeutungsverschiebung erfahren. Traditionelle Mechanismen der Integration sind (1) Religion, (2) Blutopfer sowie (3) Erwerbsarbeit und Massenkonsum (Beck 1997a: 224). Diese Integrationsmotoren sind Auflösungsprozessen unterworfen, die in der Soziologie hinlänglich beschrieben wurden. Durch Säkularisierungsprozesse hat die Religion an Überzeugungskraft verloren und der Integrationsmechanismus, der in der Hinnahme diesseitiger Unzulänglichkeiten mit dem Hinweis auf eine umso größere Heilserwartung im Jenseits bestand, funktioniert demzufolge nicht mehr (Beck 1997a: 227). Die zweite Quelle der Integration sind Gewalt und Kriege („Blutopfer”), die ethnische Identitäten und Identifikationsmöglichkeiten stärken, und eine Form von Zwangsintegration darstellen (Beck 1997a: 228). Die dritte Integrationsform durch Erwerbsarbeit hat verschiedene Facetten (Beck 1997a: 230): soziale Kooperationszwänge im Rahmen von Erwerbsarbeit, Ansprüche auf Leistungen der sozialen Sicherung, die vor allem durch Erwerbsarbeit erworben werden, und Massenkonsum als zentrale Integrationserfahrung. Mit zunehmender Arbeitslosigkeit, der Auflösung des Normalarbeitsverhältnisses (ungesicherte Arbeitsverhältnisse durch geringfügige Beschäftigung, Scheinselbständigkeit, Abbau freiwilliger und gesetzlicher Sozialleistungen etc.) und einer Globalisierung der Produktion fallen immer größere Personengruppen aus diesen integrierenden Zusammenhängen heraus.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Monika Jungbauer-Gans

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