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Interkulturelle Kommunikation vor Gericht

Verständigungsprobleme beim fremdsprachlichen Handeln in einer kommunikationsintensiven Institution
  • Armin Koerfer

Zusammenfassung

Die nachfolgenden Analysen verstehen sich als Beitrag zur Rekonstruktion von spezifischen Verständigungsproblemen in der Kommunikation mit Fremden, und zwar am besonderen Fall der Gerichtskommunikation, d.h. unter Berücksichtigung einer spezifisch institutionellen Bindung interkultureller Kommunikation. Gerichtskommunikation ist nicht nur durch den Sachbeweis, sondern wesentlich durch den Personenbeweis bestimmt.2 Entsprechend kommt den Aussagen von Angeklagten und Zeugen eine zentrale Verfahrensbedeutung zu, die einen stetigen Verständigungsvorbehalt nahelegt. Nach den bisherigen Beobachtungen am empirischen Material von Gerichtsverhandlungen mit libanesischen Jugendlichen kann davon ausgegangen werden, daß Aussagen, die von und gegenüber Mitgliedern einer jeweils anderen Sprach- und Kulturgemeinschaft gemacht werden, unter verschiedenen Aspekten einer besonderen Akzeptabilitätsprüfung unterzogen werden. Diese für unser Erkenntnisinteresse günstige Eigenschaft interkultureller Kommunikation vor Gericht soll im folgenden methodisch besonders genutzt werden: Es geht um den Nachweis von handlungspraktisch wirksamen Modellen interkultureller Kommunikation,3 die vor Gericht eine institutionsspezifische Ausprägung erfahren.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Armin Koerfer

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