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Die Crux mit den kleinen Zahlen — zum Generalisierungsproblem bei qualitativer Sozialforschung

  • Werner Kudera
Chapter

Zusammenfassung

Was mich dazu bewogen hat, vor Industriesoziologen1 über das Thema „Verallgemeinerung“ als methodisches Problem zu sprechen, ist mein Eindruck, daß sich die Industriesoziologie gegenüber Fragen der Methodologie immer ziemlich abstinent verhalten hat und sich auch — von einigen Ausnahmen abgesehen — von dem Diskussionsschub, wie er mit dem Vordringen der sog. qualitativen Methoden verbunden war, nicht sonderlich hat beeindrucken lassen. Die Ausnahmen sind zu lokalisieren im Umfeld der Bewußtseinsforschung, die inzwischen so gut wie ad acta gelegt ist — sowie in dem, was im Gefolge der Biografieforschung an die Gestade der Industriesoziologie gespült wurde. Methodische Reflexion fand und Emdet im wesentlichen dort statt, wo als Untersuchungseinheit Personen fungieren, nicht dort, wo es sich um Betriebe, um institutionalisierte Austauschbeziehungen oder um die Industriegesellschaft schlechthin handelt. Dies ist um so verwunderlicher, als sich auch und gerade die harte industriesoziologische Forschung immer qualitativer Methoden bedient hat. Denn gerade Fallstudien mit ihrem typischen Methodenmix aus Beobachtung, Expertenbefragung, Interview und Dokumentenanalyse sind das Instrument industriesoziologischer Forschung überhaupt. Was also mag der Grund für die Enthaltsamkeit gegenüber der Reflexion von Methoden sein, die man doch ständig anwendet? Diese Frage wäre einer genauen Analyse wert — ich habe dazu nur einige Vermutungen, gespeist aus einiger Forschungserfahrung.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

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  • Werner Kudera

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