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„Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Biographien, Institutionen und Pädagogik zweier Kriminalserien des Fernsehens in beiden deutscher Staaten

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Zusammenfassung

Neben der Wissensvermittlung ist es eine wichtige Aufgabe von Bildungsveranstaltungen, ihre Teilnehmer bzw. Adressaten bei der Lebensgestaltung zu unterstützen, und dies heißt in modernen Gesellschaften vor allem bei der Gestaltung ihrer Biographien. Dabei gewinnen neben den traditionellen, personal vermittelten Formen von Bildungsangeboten, den „Encounter- und Veranstaltungsöffentlichkeiten“ (vgl. Neidhardt 1994), zunehmend massenmediale populäre Formen der Wissens- und Biographievermittlung an Einfluß (vgl. Schörken 1995; Kade/Lüders 1996). Die gegenwärtig publikumswirksamste Institution massenmedialer Wissens- und Biographievermittlung ist das Fernsehen mit seinen vielfältigen Sendungen, wie etwa Ratgebersendungen, Talkshows, aber auch Spielfilmen (vgl. Scheuer 1979; Neumann-Bechstein 1994; Foltin 1994; Kade 1996). Das Fernsehen ordnet Lebensgeschichte und macht sie dadurch kommunikabel, leistet also einen Beitrag zur gesellschaftliche Aufgabe des „Biographisierens“ (Marotzki 1991).

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