Advertisement

Konflikte und Entwicklungen an der Grenze von Ehrenamt und Profession

Umsonst ist nicht vergebens
Chapter

Zusammenfassung

Die Auseinandersetzungen zwischen Laienhelfern1 und professionellen Helfern gewinnen aus den Veränderungen der modernen Gesellschaft neue Dimensionen und unerwartete Verwicklungen. Wir stehen heute in einer Periode des Übergangs von einer durch das Leitbild der Industriearbeit geprägten Kultur zu einer postmodernen Konsum- und Freizeitorientierung. Die Sicherung der Identität durch die Berufsarbeit schwindet; die im Reformoptimismus der 60er und 70er Jahre konzipierte Versorgung aller Bedürftigen mit sozialpädagogischen und therapeutischen Dienstleistungen stößt an materielle Grenzen. An die ehrenamtliche Arbeit richten sich neue Erwartungen:
  1. 1.

    Sie soll das von den Professionellen aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr angemessen versorgte Feld kostengünstig betreuen.

     
  2. 2.

    Sie soll als „Bürgerarbeit“ die schwindende Versorgung mit ausreichend finanzierten und sinnstiftenden Arbeitsplätzen kompensieren.

     
  3. 3.

    Sie soll soziale Innovationen tragen (Stichwort „Bürgerinitiative“), die von den Behörden und den behördennahen Organisationen (Kirche, öffentliche Träger) nicht geleistet werden.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Beck, U. (1996): Kapitalismus ohne Arbeit. Der Spiegel 20,S. 140–146Google Scholar
  2. Beck, U. (Hrsg.) (1997): Kinder der Freiheit. FrankfurtGoogle Scholar
  3. Belardi, N. (1996): Vom Ehrenamt zur Supervision — Beratung von Laien. In: OSC 4, S. 299–305 Belardi, N. ( 1996 ): Supervision. Eine Einführung für soziale Berufe. FreiburgGoogle Scholar
  4. Giarini, O., Liedtke, P.M. (1998): Wie wir arbeiten werden. Der neue Bericht an den Club of Rome. HamburgGoogle Scholar
  5. Gorz, A. (1985): Wege ins Paradies. Thesen zur Krise, Automation und Zukunft der Arbeit. BerlinGoogle Scholar
  6. Gumpinger, M. (1996): Das soziale Ehrenamt und sein Verhältnis zur Supervision, in: OSC 3, S. 305–323Google Scholar
  7. Illich, I. (1978): Die Nemesis der Medizin. Reinbek.Google Scholar
  8. Jakob, G. (1993): Zwischen Dienst und Selbstbezug. Eine biographieanalytische Untersuchung ehrenamtlichen Engagements. OpladenCrossRefGoogle Scholar
  9. Keupp, H. (1988): Riskante Chancen. HeidelbergGoogle Scholar
  10. Keupp, H. (1987): Soziale Netzwerke — Eine Metapher des gesellschaftlichen Umbruchs? In: Keupp, H., Röhrle, B. (Hrsg.), Soziale Netzwerke, FrankfurtGoogle Scholar
  11. Moeller, M.L. (1981): Anders Helfen. Selbsthilfegruppen und Fachleute arbeiten zusammen. StuttgartGoogle Scholar
  12. Multhaupt-Meckel, A. (1997): Supervision in einem Prostituiertenprojekt. Keine lustvolle Erfahrung. In: Forum Supervision 5, S. 100 — 112Google Scholar
  13. Mutz, G. (1998): Der Job ist nur die halbe Arbeit. Die Zeit Nr. 10 /1998, S. 25Google Scholar
  14. Pietscher, Ch. (1998): Kostenlos, aber nicht umsonst. Bericht in der Süddeutschen Zeitung v. 28.2.1998 Pühl, H. (Hrsg.) (1996): Supervision in Institutionen. Frankfurt (2. Aufl. 1997 )Google Scholar
  15. Rifkin, J. (1996): Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. FrankfurtGoogle Scholar
  16. Schmidbauer, W. ( 1983, 1992): Helfen als Beruf. Die Ware Nächstenliebe. ReinbekGoogle Scholar
  17. Schmidbauer, W. (1993): Die Identität des Laienhelfers. In: Hohl, J., Reisbeck,G. (Hg.): Individuum — Lebenswelt — Gesellschaft. Texte zu Sozialpsychologie und Soziologie. WienGoogle Scholar
  18. Schmidbauer, W. (1997): Laienkultur und professionelle Kultur in der Drogentherapie. In: Forum Supervision 5, S. 77 — 92Google Scholar
  19. Schumacher, M. (1996): Motivation und Supervision von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in der Telefonseelsorge, in: OSC 3, S. 323–337Google Scholar
  20. Schur, M. (1970): Sigmund Freud — Leben und Sterben. FrankfurtGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations