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Die Geburt der Strafe und des Gefängnisses aus dem Geist der Disziplin

  • Werner Gephart
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Zusammenfassung

Die Transformation der Strafinstitution gehört zu den zentralen Verwerfungslinien, die aus der traditionalen Gesellschaft in die Moderne geführt haben. Es ist daher nicht verwunderlich, daß im Diskurs der Moderne die Rechtfertigung und institutionelle Gestaltung von Strafe einen außerordentlichen Platz eingenommen haben. Die Überwindung der grausamen und blutrünstigen Strafen wird als ein Sieg des „Humanismus“ gefeiert, an dem sich die „Humanisten“ eifrig beteiligen. Im “Lichte” der Aufklärung nimmt sich der Kampf gegen die Körperstrafe als Kampf für die moderne „Seele“ aus, die aber zugleich das neue Objekt der Strafe und den Gegenstand völlig neuer Funktionserwartungen an das Strafsystem hervorbringt. So vollzieht sich im „Schatten“ des „siècle des lumières“ eine radikale Verschiebung des Strafobjekts sowie der Techniken der Strafpraxis, deren sinnlicher Gestaltwandel aus den spektakulären Inszenierungen des kollektiven Zorns und dem Schauspiel der Torturen in die unheimliche Stille der neuen Strafordnung überleitet, deren ‚Ordentlichkeit‘ zum Paradigma der neuen sozialen ‚Ordnung‘ selbst herhalten wird.

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Literatur

  1. 418.
    Dies gilt insbesondere für die ‘Moderne’, wie sie in den Vereinigten Staaten von Amerika entsteht. Als klassische Untersuchung, die das Selbstverständnis der ’First New Nation’ repräsentiert, vgl. die gleichnamige Studie von Seymour Martin Lipset. The First New Nation. The United States in Historical and Comparative Perspective, New York 1963.Google Scholar
  2. 419.
    Vgl. z.B. Karl Marx, Das Kapital, Bd. 1, NEW 23, S. 93 f., wo Marx vom “Kultus des abstrakten Menschen” und der Entsprechung zwischen den versachlichten Beziehungen der Warengesellschaft und der Religionsform des Protestantismus, Deismus usf. spricht.Google Scholar
  3. 420.
    Das Verhältnis des Strukturalismus zur Geschichte war Gegenstand der Marc-BlochVorlesung von Lévi-Strauss, Paris, März 1983.Google Scholar
  4. 421.
    Der in Frankreich heute wohl einflußreichste Autor ist Pierre Bourdieu, der eine Verbindung der “Philosophie symbolischer Formen” im Sinne Cassirers mit einer kulturökonomischen Perspektive in der Theorie bzw. Philosophie des “Feldes” zusammenbringt. Vgl. z.B. in deutscher Übersetzung: Die feinen Unterschiede, Frankfurt a.M. 1982.Google Scholar
  5. 422.
    Der Begriff des “fait social” ist als Selektionsinstrument interessanter bzw. für “kulturbedeutende Phänomene” weit offener als der nachträglich imputierte Handlungsbegriff Max Webers.Google Scholar
  6. 423.
    So die soziologisch kaum ausgewertete “erkenntnistheoretische Studie” Georg Simmels, Leipzig 1907. (Interessanterweise wird diese Studie von Raymond Boudon, einem scharfen Kritiker des Strukturalismus in Frankreich, vgl. A qoui sert la notion de structure? Paris 1968, für theoretisch besonders fruchtbar erachtet.)Google Scholar
  7. 424.
    Vgl. John E. Craig, Die Durkheim-Schule und die Annales, in: Wolf Lepenies (Hrsg.), Geschichte der Soziologie, Bd. 3, S. 298–322.Google Scholar
  8. 425.
    Freilich ist Durkheim der einzige klassische Autor, der von Foucault der Zitation für wert befunden ist. Vgl. Surveiller et punir, Paris 1975, S. 28.Google Scholar
  9. 426.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénale, in: L’année sociologique 4, 1901, S. 65–95, S. 65; ebenfalls in: Journal sociologique, S. 245–273.Google Scholar
  10. 427.
    Die systemtheoretische jüngste Fassung des Komplexitätsbegriffs findet sich bei Niklas Luhmann, Soziale Systeme, Frankfurt a.M. 1984, S. 45 ff.Google Scholar
  11. 428.
    Siehe vor allem für eine Verbindung von Etikettierungslehre und Marxismus: Fritz Sack, Definition von Kriminalität als politisches Handeln: Der labeling approach, in: Kriminologisches Journal 4, 1972, S. 3–31.Google Scholar
  12. 429.
    Siehe aber z.B. die Rezension Emile Durkheims zu Lutoslawski, Erhaltung und Untergang der Staatsverfassungen nach Plato, Aristoteles und Macciavelli, in: Revue Philosophique 27, 1889, S. 317–319; Leçons de sociologique, physique des moers et du droit, insbesondere S. 79–90; De la division du travail social, zweite Einleitung 1902 sowie die Sozialismusvorlesungen; aus der älteren Sekundärliteratur: Melvin Richter, Durkheim’s Politics and Political Theory, sowie: Lewis A. Coser, Durkheim’s Conservativism and its Implications for his Sociological Theory, beide in Kurt H. Wolff (Hrsg.), Emile Durkheim 1858–1917, Ohio 1960.Google Scholar
  13. 430.
    Umso problematischer ist der Versuch von Hans-Peter Müller, Durkheim von seinen “politischen” Schriften her deuten zu wollen, siehe: Wertkrise und Gesellschaftsreform. Emile Durkheims Schriften zur Politik. Stuttgart 1983, vgl. auch die Rezension von Werner Gephart, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.Google Scholar
  14. 431.
    Damit ergibt sich die Paradoxie, daB der Funktionalist Durkheim die um Funktionen zentrierten Differenzierungen einengt, um dafür die Rolle integrativer Institutionen zu differenzieren, während die Konzeption der Rationalisierung Webers erst die Spannweite widersprüchlicher Funktionsbereiche auffächert.Google Scholar
  15. 432.
    Vgl. auch die Textsammlung Mommsens, Max Weber. Gesellschaft, Politik und Geschichte, Frankfurt a.M. 1974.Google Scholar
  16. 433.
    Stephen Marks hat die verschiedenen institutionellen Lösungen des Krisenproblems in der Werkfolge der Schriften Durkheims vorbildlich herausgearbeitet. Siehe Stephen Marks, Durkheim’s Theory of Anomie, in: American Journal of Sociology 80, 1974, S. 329–363.Google Scholar
  17. 434.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 66.Google Scholar
  18. 435.
    Dies ist in dem allerersten Durkheim zugeschriebenen Text anläßlich der ‘distribution des prix’ im Lycée de Sens vom 6. August 1883 bereits vorgezeichnet. Abgedr. in: Textes, Bd. 1, S. 409–417: Le rôle des grands hommes dans l’histoire.Google Scholar
  19. 436.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 68.Google Scholar
  20. 437.
    Anderer Auffassung ist Bernard Lacroix in seiner hochinteressanten Studie, Emile Durkheim et le politique, Montreal 1981, eine Arbeit, die sich vergeblich bemüht, Durkheims Schwachstelle ins Zentrum einer weiterführenden Deutung zu stellen.Google Scholar
  21. 438.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 70.Google Scholar
  22. 439.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 72.Google Scholar
  23. 440.
    Vgl. Max Weber, Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. 3, Das antike Judentum, Tübingen 1921.Google Scholar
  24. 441.
    Emile Durkheim, ebda., S. 73.Google Scholar
  25. 442.
    Auch hier ist die Parallele zu Weber sinnfällig. Die Rolle von Fustel de Coulanges Arbeit, La Cité antique, Paris 1864, für Durkheim und Weber herauszupräparieren, sprengt den Rahmen dieser Studie.Google Scholar
  26. 443.
    Wenn man die Codierung der strafrechtlichen Passion auch in der bildnerischen Ebene verfolgt, ist festzustellen, daß in der griechischen Kunst der Klassik die Darstellung der Strafe undenkbar ist, weil sie nicht themenfähig ist!Google Scholar
  27. 444.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 76.Google Scholar
  28. 445.
    Emile Durkheim, ebda.Google Scholar
  29. 446.
    Emile Durkheim, ebda.Google Scholar
  30. 447.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 78.Google Scholar
  31. 448.
    ebda., S. 79.Google Scholar
  32. 449.
    ebda. (eigene Hervorhebung)Google Scholar
  33. 450.
    Emile Durkheim, ebda., S. 80 f. (eigene Hervorhebung).Google Scholar
  34. 451.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 82.Google Scholar
  35. 452.
    Emile Durkheim, ebda.Google Scholar
  36. 453.
    Durkheim spricht, ohne der methodologischen Problematik Aufmerksamkeit zu schenken, mit den gleichen Begriffen von der “explication” eines Gesetzes wie einer Tatsache.Google Scholar
  37. 454.
    Dieser wird folgendermaßen formuliert: “On pourrait être tenté d’expliquer cet adoucissement par l’adoucissement parallèle des moers, ebda. S. 85.Google Scholar
  38. 455.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 86.Google Scholar
  39. 456.
    ebda., S. 87Google Scholar
  40. 457.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 86.Google Scholar
  41. 458.
    ebda., S. 89Google Scholar
  42. 459.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 90.Google Scholar
  43. 460.
    Emile Durkheim, ebda.Google Scholar
  44. 461.
    Emile Durkheim, Deux lois de l’évolution pénal, S. 93 (eigene Hervorhebung).Google Scholar
  45. 462.
    Vgl. den ‘Grundriß der Strafrechtsgeschichte’ von Hinrich Rüping, München 1980 (siehe dort die Aufnahme von Steinmetz, S. 1).Google Scholar
  46. 463.
    Die Formulierung von Stefan Breuer, Die Evolution der Disziplin. Zum Verhältnis von Rationalität und Herrschaft in Max Webers Theorie der vorrationalen Welt, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 30, 1978, S. 409–437, hält den Sinnbezug zu Durkheim präsent.Google Scholar
  47. 464.
    In der französischen Ausgabe heißt es: “Les différences dans les développements historiques et les institutions rendraient trop lourde la tâche d’entrer dans le détail et trop schématique l’entreprise de restituer le phénomène d’ensemble”, in: Michel Foucault, Surveiller et punir, S. 35, Fußnote. 1.Google Scholar
  48. 465.
    Insofern steht Foucault gegen eine Charakterisierung der französischen Soziologie, wie sie bei Pierre Bourdieu und Jean-Claude Passeron zu finden ist, in: Sociologie et philosophie en France depuis 1945. Mort et resurrection de la philosophie sans sujet, in: Social Research 34, 1967, S. 162–222. Anläßlich eines Seminars zur Rechtssoziologie, das von Michel Foucault am Collège de France geleitet wurde, konnte ich erleben, wie wenig sich Foucault um disziplinäre Selbstzurechnung geschert hat. Der Grund liegt, wie unten zu sehen ist, in der unheilvollen Rolle von “Disziplin”.Google Scholar
  49. 466.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 15.Google Scholar
  50. 467.
    Vgl. zum Problem der Naturgeschichte aus dem Blickwinkel der Disziplingeschichte Wolf Lepenies, Das Ende der Naturgeschichte, Frankfurt a.M. 1976.Google Scholar
  51. 468.
    Marcel Mauss, Les techniques du corps, in: Journal de psychologie 32, 1935, S. 371–293, abgedr. in: Sociologie et anthropologie, Paris 1950, S. 363–386.Google Scholar
  52. 469.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 37.Google Scholar
  53. 470.
    Michel Foucault, ebda.Google Scholar
  54. 471.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 38.Google Scholar
  55. 472.
    In der verwickelten Geschichte der Machttheorien hat Georg Simmel das besondere Verdienst, auf den interaktiven Charakter der besonderen Wechselwirkungsform von “Über-und Unterordnung” - so das entsprechende Kapitel der ‘Soziologie’ - hingewiesen zu haben. Eine wichtige Rolle hat im übrigen die Community-power-Forschung für die Entwicklung des Machtparadigmas gespielt.Google Scholar
  56. 473.
    Vgl. Talcott Parsons, On the Concept of Political Power, in: ders., Politics and Social Structure, New York 1969, S. 352–404; siehe auch Niklas Luhmann, Macht, Stuttgart 1975; in dieser Tradition zunächst: Richard Münch, Legitimität und politische Macht, Opladen 1976.Google Scholar
  57. 474.
    Die Skepsis von Habermas gegenüber den Arbeiten Foucaults, die er in die Tradition Horkheimers stellt, ist unübersehbar. Vgl. Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt a.M. 1981, Bd. 1, S. 493; Bd. 2, S. 165. Diese Kritik ist nunmehr in ‘Der philosophische Kurs der Moderne’, Frankfurt a.M. 1985, präzisiert.Google Scholar
  58. 475.
    Die nachfolgende ausführliche Darstellung verfolgt über den unmittelbaren Kontext des Durkheimschen ‘Erbes’ die Absicht, den mitunter eigenwilligen Text Foucaults im Vergleich mit anderen theoretischen Perspektiven in eine soziologisch und juristisch rezipierbare Form zu bringen.Google Scholar
  59. 476.
    Kafkas Erzählung ‘In der Strafkolonie’ - während des ersten Weltkrieges geschrieben - ist vom Schrecken der scheinbar nüchtern geschilderten, technisierten Folter geprägt, die buchstäblich den Körper mit den Schriftzügen der Schuld bedeckt; in: Max Brod (Hrsg.), Franz Kafka. Gesammelte Werke 4, S. 151–181, Frankfurt a.M. 1976.Google Scholar
  60. 477.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 57.Google Scholar
  61. 478.
    Gerade wenn man den symbolischen Aspekt der Strafe betont, wie es mit aller Deutlichkeit bei Günter Jakobs, Strafrecht. Allgemeiner Teil, geschieht, kann die Geschichte der Strafe auch auf der Ebene der Symbole geschrieben werden.Google Scholar
  62. 479.
    Die Metapher ist der ‘Lesbarkeit der Welt’ von Hans Blumenberg entnommen.Google Scholar
  63. 480.
    Die Theorie des politischen Rituals ist relativ unentwickelt. Vgl. aber von Edelmann, Politik als Ritual.Google Scholar
  64. 48.
    Vgl. Michel Foucault, Überwachen und Strafen, Kap. II.Google Scholar
  65. 482.
    Vgl. Michel Foucault, Überwachen und Strafen, Kap. III.Google Scholar
  66. 483.
    In Anlehnung an die Arbeiten von Niklas Luhmann zu ‘Gesellschaftsstruktur und Semantik’ läßt sich von der Strafsemantik reden.Google Scholar
  67. 484.
    Michel Foucault, S. 116.Google Scholar
  68. 485.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 119.Google Scholar
  69. 485.
    Es ist vor allem Eisenstadt, der die Anwendung der Linguistik auf die Evolutionstheorie in fruchtbarer Weise praktiziert hat. Vgl. z.B. das Einleitungskapitel zur deutschen Ausgabe von ‘Tradition, Change and Modernity’, dtsch. Frankfurt a.M. 1979.Google Scholar
  70. 487.
    Foucault spricht be“zeichnender”weise von Semiotik im Sinne der reinen Zeichentheorie, während Luhmann im Konzept der “Semantik” ja durchaus den Bedeutungsaspekt im Auge hat. Die Bedeutung der modernen Linguistik für die Soziologie reicht eben über Lévi-Strauss hinaus, in dessen Schriften zugleich die Wahlverwandtschaft von Ferdinand de Saussure und Emile Durkheim eingeholt wird.Google Scholar
  71. 488.
    Vgl. aus der Sicht der Strafrechtsgeschichte Hans-Ludwig Schreiber, Gesetz und Richter, 1976.Google Scholar
  72. 489.
    Vgl. hierzu schon Feuerbach: “Dieser sinnliche Antrieb (zu Übertretungen, W.G.) wird dadurch aufgehoben, daß jeder weiß, auf seine That werde unausbleiblich ein Uebel folgen, welches grösser ist, als die Unlust, die aus dem nichtbefriedigten Antrieb zur That entspringt.” (eigene Hervorhebung), vgl. Paul Hoh. Anselm Feuerbach, Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen Peinlichen Rechts, 2. Aufl., Giessen 1903, §13, S. 15; siehe auch §14, S. 16.Google Scholar
  73. 490.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 125.Google Scholar
  74. 491.
    Man sollte bedenken, daß in Poppers ‘Logik der Forschung’ die Idee der kritischen Prüfung aus der Gerichtsmetapher entwickelt ist!Google Scholar
  75. 492.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 125.Google Scholar
  76. 493.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 127.Google Scholar
  77. 494.
    Die Verzeitlichung der Strafe müßte man zu parallelen Prozessen der Umstrukturierung der sozialen Zeit in Verbindung bringen. Vgl. hierzu Wolf Lepenies, Das Ende der Naturgeschichte, Frankfurt a.M. 1976.Google Scholar
  78. 495.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 139.Google Scholar
  79. 496.
    Michel Foucault, S.145.Google Scholar
  80. 497.
    Der Zusammenhang zwischen Calvinismus und der Institution des Gefängnisses ist nahezu ein Topos der Strafgeschichte. (Vgl. z.B. Helmut Ortner, Gefängnis. Eine Einführung in seine Innenwelt, Weinheim und Basel 1983, S. 23.) Hierbei bleibt die Art des Zusammenhangs zwischen “protestantischer Ethik und dem Geist der Disziplin” m.E. unklar.Google Scholar
  81. 498.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 197.Google Scholar
  82. 499.
    In Bizets Carmen singt der Chor der Gassenjungen: “Nous marchons la tete haute Comme de petits soldats, Marquant sans faire de faute, Une, deux, marquant le pas. Les épaules en arrière Et la poitrine en dehors, Les bras de cette manière Tombant tout le long du corps?Google Scholar
  83. 500.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 255.Google Scholar
  84. 50.
    Michel Foucault, a.a.O., S. 287.Google Scholar
  85. 502.
    Man vergleiche den interessanten “Débat sur le dressage et l’éducation” zwischen Emile Durkheim und Mendousse in: Revue de métaphysique et de morale 18, 1909, S. 31–32, abgedr. in: Textes 3, S. 361–363.Google Scholar
  86. 503.
    Vgl. Emile Durkheim, L’éducation morale, mit einem ‘Avertissement’ von Paul Fauconnet, Paris 1922.Google Scholar
  87. 504.
    Auch im französischen liegt die Assoziation an die ‘Education sentimentale’ nahe.Google Scholar
  88. 505.
    Hier ist der Bezug zu Kant deutlich. Freilich ist bei Kant die “Disziplinierung” eine Vorstufe der Moralisierung. Vgl. ‘Ober Pädagogik’, hrsg. von D. F. Theodor Rink, Königsberg 1803, in: Immanuel Kant, Werke in zwölf Bänden, hrsg. von Wilhelm Weischedel, Bd. 12, Frankfurt a.M. 1968.Google Scholar
  89. 506.
    Emile Durkheim, L’éducation morale, Paris 1963, S. 129.Google Scholar
  90. 507.
    Emile Durkheim, ebda., S. 125 (eigene Hervorhebung).Google Scholar
  91. 508.
    Michel Foucault, Überwachen und Strafen, S. 393.Google Scholar
  92. 509.
    Michel Foucault, ebda.Google Scholar
  93. 510.
    Vgl. hierzu die faszinierende Deutung in: Überwachen und Strafen, S. 251 ff.Google Scholar
  94. 51.
    Im übrigen wiederholt sich die Strukturgeschichte sozialer Kontrolle, wie Foucault sie beschreibt, in der Strukturgeschichte von Durkheims Soziallehre, wenn man die Interpretation von Parsons’ Structure of Social Action zugrundelegt.Google Scholar
  95. 512.
    Vgl. die Darstellung der “neuen” Ökonomie des Strafens bei Victor Vanberg, Verbrechen, Strafe und Abschreckung. Tübingen 1982. Der Untertitel ‘Die Theorie der Generalprävention im Lichte der neueren sozialwissenschaftlichen Diskussion’ ist allerdings irreführend, weil die soziologische Kritik der neuen Ökonomie unterschlagen wird. Die an Parsons orientierte Utilitarismuskritik, so auch Richard Münch, scheint mir das ökonomische Fundament von Parsons’ Theoriegebäude allzu gering einzuschätzen. Sollte sich der Streit am Ende auf die wirtschaftswissenschaftlichen Spannungen zwischen Mikro-und Makroökonomie reduzieren lassen?Google Scholar
  96. 513.
    Als Paradigma einer soziologischen Institutionengeschichte ist die Vorlesung Durkheims zur ‘Evolution pédagogique en France’ noch kaum genutzt. Soziale Organisation und Ideen sind in ihrer Wechselwirkung beleuchtet. Gegenüber Webers kulturvergleichenden Studien fehlt das Bewußtsein einer spezifischen Rationalität des Okzidents.Google Scholar
  97. 514.
    Vgl. zur historischen Kriminologie in Deutschland Dirk Blasius, Bürgerliche Gesellschaft und Kriminalität, Göttingen 1976.Google Scholar
  98. 515.
    Vgl. insbesondere W. H. Dray, Singular Hypotheticals and Historical Explanation, in: L. Gross (Hrsg.), Sociological Theory. Inquieries and Paradigms, New York 1967; siehe auch Richard Münch, Soziologische Theorie und historische Erklärung, in: Zeitschrift für Soziologie 2, 1973, S. 163–181.Google Scholar

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  • Werner Gephart

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