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Wege in die Verschuldungskrise?

Chapter
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Part of the Reihe Gesellschaftspolitik und Staatstätigkeit book series (GESPOL, volume 11)

Zusammenfassung

In diesem Kapitel soll die Verschuldung in den einzelnen Ländern auf der Basis der vorhandenen Daten vergleichend dargestellt werden. Zunächst stellen sich hierbei vier Fragen:
  1. 1)

    Welche Länder weisen hohe Schuldenstände und Defizite auf, welche niedrige?

     
  2. 2)

    Waren die Verläufe der Verschuldung gleich, oder gibt es zwischen den einzelnen Ländern signifikante Unterschiede?

     
  3. 3)

    Ist es überhaupt gerechfertigt, von einer „Verschuldungskrise“ zu sprechen, oder wird dieser Begriff inflationär verwendet, um auf eine Problemlage aufmerksam zu machen, die sich in der Form gar nicht so stellt?

     
  4. 4)

    Inwieweit gibt es Ländergruppen, die sich durch einen ähnlichen Verlauf in der Verschuldung auszeichnen? Gehören diese Länder bestimmten Länderfamilien an?74

     

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Literatur

  1. 73.
    Lorenz von Stein unterscheidet drei historische Epochen, in denen die Staatsverschuldung unterschiedlich bewertet worden ist (von Stein 1886: 40ff.). Diese dritte Epoche auf die er sich bezieht ist die sogenannte Finanzklassik (vgl. Kapitel 3.2.1).Google Scholar
  2. 74.
    Diese Frage orientiert sich an der Vorgehensweise in dem Sammelband von Castles (1993), wo verschiedene Staatstätigkeitsfelder im Hinblick auf Charakteristika von Länderfamilien untersucht wurden.Google Scholar
  3. 75.
    Wie aus den Anmerkungen zu den Tabellen 4.1 und 4.2 hervorgeht, werden für die Berechnung der Zusammenhangsmaße in vier Fällen (Griechenland, Irland und Portugal für 76 Das negative Vorzeichen der Korrelationskoeffizienten rührt von der Defizitmessung her.Google Scholar
  4. 77.
    Der Boxplot ist ein Instrument aus der explorativen Datenanalyse zur Darstellung der Variation von Daten. Folgendes Schema soll die Interpretation erleichtern:Google Scholar
  5. 78.
    Das arithmetische Mittel aller Schuldenquoten beträgt 33,6 für alle Werte, was angesichts der Variabililitat einen relativ geringen Aussagegehalt hat. Der Anteil der fehlenden Werte für die Schuldenquote des Zentralstaates beträgt rund I I Prozent.Google Scholar
  6. 79.
    Die OECD weist in ihren Publikationen inzwischen mehrere Staatsschuldenquoten aus: I) die Bruttostaatsschuldenquote, 2) die Nettostaatsschuldenquote und 3) fur die Mitglieder der EU die Schuldenquoten nach der Maastrichter Definition. Dabei können sich im Einzelfall beachtliche Unterschiede zwischen diesen drei Ausweisen ergeben. In dieser Arbeit wird - wie erwähnt - durchgängig die Bruttostaatsschuldenquote verwendet.Google Scholar
  7. 80.
    Im Zuge der Deutschen Einheit kann man von keinem gelungenen Debt-Management sprechen. Wenn man den Finanzbericht des Finanzministeriums im Hinblick auf eine gelungene Zinslastminimierung auswertet (Finanzbericht 1995: 294ff), kann man feststellen, daß in der Regel höherverzinste Anleihen und Obligationen des Bundes einen größeren Umfang aufweisen als niedrigverzinste Anleihen, was eigentlich genau umgekehrt sein sollte. Dies gilt vor allem für die Jahre 1990 bis 1992. So wurden im Jahr 1990 sechs Anleihen aufgelegt, wovon eine mit 9 Prozent verzinst wurde und eine mit 7,25 Prozent. Der Umfang des Neunprozenters war 17 Milliarden DM und der der niedriger verzinsten Anleihe 5 Milliarden DM. Wäre der Umfang der Anleihen umgekehrt gewesen, hätte der Bund jährlich 210 Millionen DM an Zinsaufwendungen sparen können (allein bei diesen beiden Anleihen!). Berücksichtigt man zusätzlich die Laufzeit von 10 Jahren bei Anleihen und von 5 Jahren bei Bundesobligationen, wird die Bedeutung des Debt-Managements sichtbar. Die Korrelationen zwischen Nominalverzinsung und Umfang der entsprechenden Anleiheformen sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache: r = +0,67 für Anleihen, r = +0,84 für Bundesobligationen und r = +0,72, wenn sowohl Anleihen als auchnd Obligationen zusammen betrachtet werden ( Daten für 1990 ). Ziel müßte eine negative Korrelation sein, das heißt, niedrig verzinste Anleihen sollten einen hohen Umfang haben, während hoch verzinste Anleihen einen relativ geringen Umfang haben sollten.Google Scholar
  8. 81.
    Wie in Schaubild 4.3 ersichtlich hat zum Beispiel Norwegen negative Nettozinszahlungen bei einer positiven Schuldenquote. Dies kommt wegen der Berücksichtung von Vermögenserträgen zustande.Google Scholar
  9. 82.
    Dieses Ergebnis kann als „gutes“ Beispiel dafür dienen, wie durch die Wahl der statistischen Methode sowie durch die Transformation und Auswahl der Untersuchungsdaten ein „gewünschtes” Ergebnis erzielt werden kann. Deshalb wird dieses „problematische“ Ergebnis an dieser Stelle präsentiert.Google Scholar
  10. 83.
    In dem Schaubild 4.6 und in Tabelle 4.6 wird jeweils die City-Block-Metrik (Taxifahrer-Metrik) verwendet. Diese City-Block-Metrik wird berechnet (Backhaus et al. 1990: 126), indem man die Differenz bei jeder Eigenschaft (Variablen) für ein Objektpaar bildet und die sich ergebenden absoluten Differenzwerte addiert.Google Scholar
  11. 84.
    Die Reihenfolge der Länderdarstellung der einzelnen Lander sagt weder etwas über eine Rangfolge unter allen Ländern noch innerhalb der einzelnen Gruppen aus. Schweiz, die in anderen Clusteruntersuchungen (ohne fehlende Werte) hier einsortiert wurde. Schließlich gibt es noch eine relativ große Gruppe, deren Verschuldungsindikatoren zwischen den beiden Randclustern liegen. Diese Gruppe ist vergleichsweise heterogen. Es stellt sich die Frage, ob sich innerhalb der Cluster systematische Beziehungen zu „Länderfamilien“ oder zu anderen Klassifikationskriterien (z.B. EG-Mitgliedschaft) ausmachen lassen. Es fällt auf, daß vor allem katholische Länder und Mittelmeeranrainer im Cluster mit hoher Verschuldung sind. Bei den anderen Merkmalen ergeben sich lediglich zu der Mitgliedschaft in der EG mittelstarke Zusammenhänge.Google Scholar
  12. 85.
    Problematisch sind hier allerdings die geringen Besetzungszahlen der einzelnen Zellen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

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