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Variablen und Daten

Chapter
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Part of the Reihe Gesellschaftspolitik und Staatstätigkeit book series (GESPOL, volume 11)

Zusammenfassung

In der finanzwissenschaftlichen und ökonomischen Fachliteratur existiert eine Vielzahl von Budgetkonzepten und Verschuldungsindikatoren. Neben diesen unterschiedlichen Konzepten sind Definitionsfragen und die statistische Erfassungspraxis für eine exakte Abgrenzung der Verschuldung von Bedeutung. Je nach wirtschaftspolitischer Herkunft des Anwenders dieser Verschuldungsindikatoren lassen sich die verschiedensten Thesen (und Gegenthesen) statistisch belegen. Daher sollte niemals nur eine Verschuldungskennziffer zur Deskription und Argumentation benutzt werden, sondern es sollten stets mehrere Indikatoren verwendet werden (Dickertmann und Diller 1986: 168). Haushaltswirtschaftliche Kennziffern dienen — wie alle statistischen Maßzahlen — zur Informationsreduktion. Die Verdichtung auf eine Maßzahl soll die Informationen bündeln und verdichten. Daneben können diese Maßzahlen fir Vergleiche, sei es intertemporal oder international, herangezogen werden.

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Literatur

  1. 9.
    Ein Indiz, daß Nettoverschuldung und Nettokreditaufnahme in der Literatur nicht getrenntGoogle Scholar
  2. werden, laßt sich anhand des Haushaltsindikators „Defizitquote“ (siehe Tabelle 2.1 Nr. 11) zeigen, der in der Literatur auch als Nettoverschuldungsquote bezeichnet wird (Dickertmann und Diller 1986: 166). In den Publikationen der OECD und des IMF wird im Zahler der Defizitquote meistens der Finanzierungssaldo ausgewiesen.Google Scholar
  3. 10.
    betrug in Deutschland das Haushaltsdefizit der öffentlichen Gesamthaushalte nach der Abgrenzung des europäischen Systems volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (VGR) ca. 3,4 Prozent in Relation zum BIP und nach haushaltwirtschaftlicher Abgrenzung 4,5 Prozent in Relation zum BIP (DBB Monatsbericht Februar 1994: 40). Für den Staatsschuldenstand muß jedoch kritisch angefügt werden: „Eine exakte Definition von Schulden im Sinn der VGR existiert zur Zeit noch nicht.“ (Brief des BMinF an den Verfasser vom 06.10.93). Die Haushaltsdefizite werden dagegen voll erfaßt.Google Scholar
  4. 11.
    Für den Zentralstaat lautet die Abkürzung dieser Variable (in dieser Studie) DEBTRAT und für den Gesamtstaat, das heißt, für sämtliche staatliche Gebietskörperschaften: GEGODEBT. Im folgenden werden alle Variablennamen groß geschrieben. Die genauen Definitionen und Quellenangaben der einzelnen Variablen finden sich im Anhang A.Google Scholar
  5. 12.
    In der Fachliteratur hat sich bisher noch kein allgemein verwendeter Name für diese Größe eingebürgert. Der Name wurde deshalb gewählt, weil in Phasen der Haushaltskonsolidierung fast notwendig die Situation auftritt, daß die Höhe der Zinsausgaben die Höhe der Nettokreditaufnahme übersteigt. Allerdings wird bezügelich dieses Indikators negativ geäußert, daß die Nettokreditaufnahme nicht einmal mehr ausreichen würde, die Zinszahlungen zu decken, falls er den Wert 100 übersteigt. Diese Kritik ist nicht sachgemäß, da bei einer Verschuldungsrückführung der Wert zwangsläufig über 100 steigt.Google Scholar
  6. 13.
    Die Kontrollfunktion ist eine der fünf Funktionen eines demokratischen Parlamentarismus, wie sie von Bagehot im 19. Jahrhundert entwickelt wurden. Die fünf Funktionen sind: Wahlfunktion, Artikulationsfunktion, lnitiativfunktion, Kontrollfunktion und Gesetzgebungsfunktion (Thaysen 1976: 13 ).Google Scholar
  7. 14.
    Für die Variable ELECFREQ sieht die Berechnung wie folgt aus: 9 Wahlen dividiert durch die Zeitspanne von 30 Jahren (1961 bis 1990) und multipliziert mit 100 ergibt 30,0.Google Scholar
  8. 15.
    Die Kodierung der Variable PARTSYST lautet wie folgt: Mit 0 = System einer hegemonialen Partei im polarisierten Pluralismus; 1 = Zweiparteiensystem mit alternierender Regierung; 2 = Gemäßigter Pluralismus mit alternierenden Flügelparteien ohne Koalition; 3 = Gemäßigter Pluralismus mit dauerhaftem Koalitionspartner; 4 = Gemäßigter Pluralismus mit Koalitionen der Mitte; 5 = Polarisierter Pluralismus.Google Scholar
  9. 16.
    Die Zahl der relevanten Parteien in einem Parteiensystem legt Sartori (Sartori 1976: 120f.) fest, indem er diejenigen Parteien zählt, die über zwei Prozent der Stimmen erhalten haben.Google Scholar
  10. 17.
    Ökonomen wie Alesina würden zwar gerne die Polarisierung zwischen den Parteien messen, haben aber diese verschiedenen Möglichkeiten (und vorhandenen Daten) bisher nicht wahrgenommen:,;this example is a useful reminder that it is quite difficult to account for ideological distances between parties in different countries and the propose index suffers from this defect.“Google Scholar
  11. 18.
    Der Korrelationskoeffizient zwischen den Links-Rechts-Positionen aus den Experteninterviews (Laver und Bunt 1992) und aus den Inhaltsanalysen (Laver und Budge 1992) betragt r°+0,85.Google Scholar
  12. 19.
    Laver und I tunt verwenden aus Gründen der Einfachheit für ihren Links-Rechts-Indikator nur einen Policy-Bereich (I.aver und Hunt: 126ff.). Die Auswahl der vier Policy-BereicheGoogle Scholar
  13. 20.
    Sartori gibt allerdings keine Korrelationen an, sondern diskutiert seine Befunde verbal. Auch in seinem Standardwerk „Parties and Party Systems“ weist er an mehreren Stellen auf diesen Zusammenhang hin (Sartori 1976: 127ff. und 314).Google Scholar
  14. 21.
    Bei der Auswertung der Daten gab es kleine Probleme, da einige „typographische“ Fehler im Datenanhang von Laver und Hunt waren und außerdem die Werte für die Labour Party und der National Party in Neuseeland vertauscht waren, wie Laver nach Korrespondenz bestätigte.Google Scholar
  15. Schaubild 2.2: Die Position nationaler Parteien auf einer Links-Rechts-Skala in 21 westlichen IndustrieländernGoogle Scholar
  16. 22.
    In der bereits erwähnten Studie von Laver und Hunt (1992) wurde auch die Frage nach den wichtigsten Ressorts gestellt: In der Rangfolge der wichtigsten Ministerien wurden die Bereiche Haushalt (Treasury) und Finanzen (Finance) 17 mal (bei 24 Ländern) - als wichtigste Ministerien genannt.Google Scholar
  17. 23.
    Ileinemann (1994: 48) scheint den Index von Roubini und Sachs nicht genau rezipiert zu haben, wenn er schreibt: „Die Regierungsstärke wird durch einen Index gemessen, der für Einparteienregierungen mit absoluter Mehrheit den höchsten und für Minderheitsregierungen den niedrigsten Wert ausweist.“ Wie die Definition zeigt, ist die Kodierung genau umgekehrt.Google Scholar
  18. 24.
    Das Kollegialsystem der Schweiz kann, analog nach Steffani (Steffani 1992: 293), ebenfalls als präsidentielles System klassifiziert werden.Google Scholar
  19. 25.
    Gerade bei der Zentralbankautonomie gilt dies nur bedingt, nämlich in Abhängigkeit der Änderung der wirtschaftspolitischen Strategie. Einen Richtungswechsel hin zu einer Konsolidierung der Staatslinanzen würde von der Zentralbank sicher begrüßt werden.Google Scholar
  20. 26.
    Wie die folgende kleine Spearman-Rangkorrelationstabelle zeigt, sind beide Korporatismusvariablen im Querschnittsvergleich (n = 18) hoch miteinander korreliert, während mit der Variable „Konsens-demokratie“ relativ starke Korrelation vorliegen.Google Scholar
  21. 27.
    Hicks und Swank (1992: 671) verwenden eine „künstliche Variable“, die sie aus einer Faktoranalyse generiert haben, während die Variable LEFTKORP hier anders berechnet wird (vgl. Anhang A).Google Scholar
  22. 28.
    Die Bewertung erfolgte nach der Auswertung zweier Zeitungsserien über die Unabhängigkeit der Zentralbanken: FAZ v. 10.10.89, 18.10.89, 24.10.89, 30.10.89 und 7.11.89: „Geldpolitik in Europa“ (Serie); HB: „Wie autonom sind die Währungshüter in der EG” (Serie) v. 13.10.89, 15.11.89, 16.11.89, 17.11.89, 1.12.89, 18.1.90, 6.2.90. Dieser Vorgehensweise wurde gewählt, um für alle Länder Daten zu haben.Google Scholar
  23. 29.
    Griechenland und Portugal werden bei Cukierman et al. (1992: 362) auf Grund einer Klassifikation der UNO, die auf dem BSP beruht, als sich entwickelnde Länder kodiert. In der vorliegenden Studie gehören sie jedoch zu den Industrieländern.Google Scholar
  24. 30.
    Seine abhängige Variable ist das Nettofinanzierungsdefizit.Google Scholar
  25. 31.
    Eta ist ein Assoziationsmaß, das für den Zusammenhang zwischen einer nominalskalierten Variable (hier der Föderalismus) und einer intervallskalierten Variable (hier der Zentralisierungsgrad) geeignet ist. Eta kann zwischen 0 und 1 liegen, wobei der Wert 1 einen vollständigen Zusammenhang beschreibt und 0 keinen statistischen Zusammenhang.Google Scholar
  26. 32.
    BERI-Index ist die Abkürzung für „Business Environment Risk Intelligence“. Die beiden anderen Indikatoren des BERI-Instituts sind der ORI (Operations Risk Index), der das Geschäftsklima in den einzelnen Ländern bewertet, sowie der „R-Factor” (Rückzahlungsfaktor), der das Risiko repräsentieren soll, ob die im Ausland erwirtschafteten Ertrage in das Heimatland zurücküberwiesen werden können.Google Scholar
  27. 33.
    Die Delphi-Methode ist eine spezielle Form der Expertenbefragung, wobei die Experten untereinander anonym bleiben. Die Expertenbefragung findet in mehreren Stufen statt. Nach jeder Stufe erhalten die Experten zusammenfassende Ergebnisse als Information.Google Scholar
  28. 34.
    Die Daten wurden mir freundlicherweise von Dr.-Ing. habil. Hake von der Societät für Unternehmensplanung (SUP) in Wiesbaden zur Verfügung gestellt. Die SUP ist der Vertreiber der BERI-Indikatoren in Deutschland. Stand der Daten ist 1988.Google Scholar
  29. 35.
    Die Berechnung des Indizes erfolgt mit einer sogenannten „Skala Mobile“ (oder auch sliding scale). Die einzelnen Länder werden im Kontext der zu vergleichenden Länder bewertet. Die Spannweite zwischen dem besten und schlechtesten Länderwert ist ausschlaggebend für den Wert, den jedes Land erhält.Google Scholar
  30. 37.
    Wie erwähnt, mißt der Vanhanen-Index (unzureichend) das „Niveau“ der Demokratie. Der möglichen Verwendung als Indikator für politische Stabilität wird nicht weiter gefolgt.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

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