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Lokalpolitikforschung — Die „Probleme beim Adressaten“ erfordern verstärkt interdisziplinäre Ansätze und Lösungen

  • Gerhard W. Wittkämper
Part of the Politische Vierteljahresschrift book series (PVS, volume 22)

Zusammenfassung

Im Jahre 1972 fand sich auf Initiative des Vorstandes der DVPW der Arbeitskreis „Lokale Politikforschung“ zusammen. Es tut gut, sich an die Ausgangspunkte dieser verdienstvollen Arbeit zu erinnern. Es war „die Überzeugung, daß sich angesichts der offenkundigen Abhängigkeiten der Gemeindeentwicklung von der gesellschaftlichen Gesamtentwicklung und der lokalen von der zentralen Politik die Gemeinde nicht mehr als ein eigenständiges ‘Subsystem’ auffassen und im wesentlichen aus sich selbst heraus untersuchen und erklären lasse. Diese Voraussetzung hatte der herkömmlichen Untersuchung lokaler Machtstrukturen und Entscheidungsprozesse, vor allem der amerikanischen ‘community-power-Forschung’, zugrunde gelegen. Demgegenüber sollte gerade der Stellenwert lokaler politischer Ereignisse und Problemlagen im gesellschaftlichen Gesamtsystem in den wissenschaftlichen Blick gerückt werden. Es ging also darum, die lokale Politikforschung aus dem Ghetto des kommunalpolitischen Systems, definiert durch die Institution der kommunalen Selbstverwaltung, zu befreien. Diese Zielrichtung sollte bereits im Namen des Arbeitskreises, der die institutionell geprägten Begriffe ‘kommunal’ und ‘regional’ vermied, zum Ausdruck gebracht werden. Damit mußten auch die gesellschaftlich geprägten Unterschiede innerhalb der lokalen Ebene selbst wieder an Interesse gewinnen, die vom Begriff einer einheitlichen ‘Kommunalpolitik’ im Gegensatz zur ‘Staatspolitik’ verdeckt worden waren. Es lag nahe, hier der modernen Entwicklung des Stadt-Land-Gegensatzes verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken. Und zwar nicht als einem Gegensatz innerhalb der kommunalen Ebene — als Problem der Gemeindegrößenklassen etwa —, sondern als dynamischen Prozeß der Verstädterung, der mit dem Industrialisierungsprozeß der entwickelten Gesellschaft einhergeht” (Grauhan 1975: 11f.).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Gerhard W. Wittkämper

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