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Die Überwindung der Gegenwart: Hans Freyer und die Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft

  • Helene Kleine

Zusammenfassung

Curt Johannes Freyer wurde am 3. Juli 1887 in Plagwitz, einem Vorort von Leipzig, geboren. Die Familie, ökonomisch abgesichert, aber keineswegs wohlhabend, übersiedelte 1902 nach Dresden. Die Erziehung im Elternhaus war stark religiös geprägt. Der Vater war evangelisch-lutherisch, die Mutter gehörte einer pietistischen Sekte an.1

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. Jerry Zucker Muller: Radical conservatism and social theory, Hans Freyer and the other God that failed, unv. Dissertation, Columbia University 1984, S.30f.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Elfriede Üner: Hans Freyer in der deutschen Soziologie bis 1933, unv. Diplom-Arbeit, München 1980, S.26.Google Scholar
  3. 3.
    Elfriede Üner: Hans Freyer in der deutschen Soziologie bis 1933, a.a.O., S.26. Frau Üner zitiert aus einem Vortrag Karl Buchheim’s, der, so geht aus den Ausführungen hervor, zur gleichen Zeit wie Hans Freyer das Königliche Gymnasium besuchte. Der Vortrag trägt den Titel: “Beziehungen des alten königlichen Gymnasiums in Dresden zur sächsischen Geschichte und Kulturgeschichte”, unv. Manuskript, 1966.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.35.Google Scholar
  5. 5.
    Felix Krüger übernahm 1917, nach Wilhelm Wundt’s Tod, das Institut für experimentelle Psychologie. Erhard Stölting beschreibt als Zentralbegriffe seiner Psychologie “Ganzheit und Struktur”: “… der Begriff der Ganzheit im Sinne Krügers band die Psychologie unmittelbar in die Philosophie zurück. Wie Othmar Spann reflektierte bei Krüger der Ganzheitsbegriff zugleich ein konservatives Engagement.” (Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, Berlin 1986, S.135)Google Scholar
  6. 6.
    “… naturwissenschaftliche Methoden, wie Statistik, sollen die individualistische und politische Geschichtsschreibung, die nicht das Gebiet des reinen Wissens, sondern das Gebiet des Glaubens… darstellt, überwinden helfen.” Elfriede Üner: Hans Freyer in der deutschen Soziologie bis 1933, a.a.O., S.35.Google Scholar
  7. 7.
    Und einen Methodenstreit innerhalb der Profession auslöste, vgl. zu Karl Lamprecht auch: Hans Ulrich Wehler (Hrsg.): Deutsche Historiker, Bd. 1, Göttingen 1971, S.58ff.Google Scholar
  8. 8.
    Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, Hans Freyer and the other God that failed, a.a.O.… Der Untertitel: “the other god that failed” bezieht sich auf die zunächst sehr starke religiöse Orientierung Freyers, die jedoch für ihn als Erklärungsmuster für Geschichte und Gegenwart versagte und abgelöst wurde durch den Glauben an das “Volk”.Google Scholar
  9. 9.
    Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.49.Google Scholar
  10. 10.
    Die Dissertation erschien in der von Lamprecht herausgegebenen Schriftenreihe: “Beiträge zur Kultur-und Universalgeschichte”.Google Scholar
  11. 11.
    Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.38. Vgl. hierzu auch Elfried Üner: Jugendbewegung und Soziologie, in: Rainer M. Lepsius (Hrsg.): Soziologie in Deutschland und Österreich 1918–1945, Opladen 1981, S.131ff.Google Scholar
  12. 12.
    “What was needed was a new Wissenschaft which would articulate the ethos of a new reform movement and could provide a sense of direction for it and for society as a whole.” (Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.62)Google Scholar
  13. 13.
    Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.61.Google Scholar
  14. 14.
    Von dem er keine Vorlesung versäumte, und den er auch in seiner Privatwohnung aufsuchte. Vgl. Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.65.Google Scholar
  15. 15.
    Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.70.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. hierzu insbesondere: Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig, Berlin 1930.Google Scholar
  17. 17.
    Johann Plenge versuchte die “Ideen von 1914” in Abgrenzung und als romantisch-konservatives Gegenbild zu den Ideen der Aufklärung zu benennen. Vgl. dazu: Johann Plenge: 1789 und 1914. Die symbolischen Jahre in der Geschichte des deutschen Geistes, Berlin 1916.Google Scholar
  18. 18.
    Zu den Vorgängen bis zur Errichtung des Lehrstuhls vgl. Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.230ff.Google Scholar
  19. 19.
    Zu den materiell und räumlich dürftigen Bedingungen des Instituts, die jedoch einen kameradschaftlichen und von persönlichen Beziehungen getragenen Umgangston und Arbeitsstil nicht verhinderten, vgl. Hans Linde: Soziologie in Leipzig, 1925–1945, in: Rainer M. Lepsius (Hrsg.): Soziologie in Deutschland und Österreich, 1918–1945, a.a.O., S.102ff. Prägend war darüber hinaus die enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der benachbarten Institute. So mit dem Religionsphilosophen Joachim Wach, der zum Institut für Kultur-und Universalgeschichte gehörte und am Freyerschen Institut religionssoziologische Seminare anbot. (vgl. Elfriede Üner: Hans Freyer in der deutschen Soziologie bis 1933, a.a.O., S.114) Hugo Fischer, Privatdozent ara philosophischen Institut, bot am Institut für Soziologie ebenfalls Seminare an. Über Fischer stellte sich auch ein Kontakt zwischen Ernst Jünger und Freyer her. (vgl. Elfriede Üner: Hans Freyer in der deutschen Soziologie bis 1933, a.a.O., S.117) Leider kann dieser Verbindung an dieser Stelle nicht nachgegangen werden. Auch Paul Tillich, Professor für Religions-und Kulturphilosophie, bot am Freyerschen Institut Veranstaltungen an. (vgl. Elfriede Üner: Hans Freyer in der deutschen Soziologie bis 1933, a.a.O., S.115)Google Scholar
  20. 20.
    Elfriede Üner: Hans Freyer in der deutschen Soziologie bis 1933, a.a.O., S.111. Vgl. auch Hans Linde: Soziologie in Leipzig 1925–1945, a.a.O., S.102f.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. Hans Linde: Soziologie in Leipzig 1925–1945, a.a.O., S.103.Google Scholar
  22. 22.
    So hielt Gunther Ipsen im Wintersemester 1930–31 eine Vorlesung über “Soziologie des deutschen Volkstums” vgl. Elfriede Üner: Hans Freyer in der deutschen Soziologie bis 1933, a.a.O., S.116.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. dazu: Gunther Ipsen: Soziologie des deutschen Volkstums, in: Archiv für angewandte Soziologie 4, 1931–32, S.145ff, sowie ders.: Programm einer Soziologie des deutschen Volkstums, Berlin 1933.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. dazu Elfriede Üner: Jugendbewegung und Soziologie, a.a.O..Google Scholar
  25. 25.
    Elfriede Üner: Jugendbewegung und Soziologie, a.a.O., S.142. Zum Leuchtenburg-Kreis als loser Organisation gehörten etwa 50 bis 100 Personen; sowohl Studenten als auch Absolventen der Hochschule. Man traf sich 1–2 mal jährlich in Leuchtenburg bei Jena, um gesellschaftliche und politische Fragen zu diskutieren.Google Scholar
  26. 26.
    Hermann Heller, der nach seiner Emigration 1933 als 42-jähriger starb, wird als Vertreter einer “funktionellen” Staatssoziologie bezeichnet. So “… vertritt Heller in seiner Soziologie die Grundthese, daß ein Aufbau der gesellschaftlichen Wirklichkeit aus ‘inselhaft getrennten Ichs’ unmöglich sei. Vielmehr sind Ich und Du in der Gruppe in einem ’erlebten und gewußten Wechselbezug’ miteinander verbunden, wie es Theodor Litt in seiner Theorie von der ’Reziprozität der Perspektiven’ darlegt.” (Wilhelm Bernsdorf, Stichwort: Hermann Heller, in: Wilhelm Berndorf und Horst Knospe (Hrsg.): Internationales Soziologenlexikon, Stuttgart 1980, S.175)Google Scholar
  27. 27.
    “Das Volksbildungsamt der Stadt Leipzig als das ‘Kultusministerium für Leipzig’ sollte nicht nur zu einer Integration der bestehenden Erwachsenenbildungseinrichtungen werden, sondern darüber hinaus die gesamte Bildungsarbeit der Stadt Leipzig koordinieren.” (Helmut Keim, Josef Olbrich, Horst Siebert: Strukturprobleme der Weiterbildung, Düsseldorf 1973, S.39)Google Scholar
  28. 28.
    Theodor Litt war seit 1920 Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Leipzig. In seinen soziologisch orientierten Schriften - vgl. insbesondere “Individuum und Gesellschaft” von 1919 - wandte er sich “… gegen Individualismus und Universalismus. Er bemängelte besonders die auf der Simmelschen Soziologie weiterbauenden Lehren Vierkandts… und L.v. Wieses… denen er Substanzialisierung des Einzelwesens und Funktionalisierung der Gesellschaft vorwirft.” (Horst Knospe, Stichwort: Theodor Litt, in: Wilhelm Bemsdorf und Horst Knospe (Hrsg.): Internationales Soziologenlexikon, Bd. 1, a.a.O., S.254)Google Scholar
  29. 29.
    Elfriede Üner: Jugendbewegung und Soziologie, a.a.O., S.142. Vgl. auch, in der Beurteilung wesentlich kritischer, Jerry Z. Muller: “It was the increasing alienation of these groups from the social and political structure of the weimar Republik which formed the sociaological basis of Freyer’s prediction from the right in the spring of 1931.” (Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.253)Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, Bad Heilbrunn 1984, S.91.Google Scholar
  31. 31.
    Hans Linde: Soziologie in Leipzig 1925–1945, a.a.O., S.109.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. dazu Seiten 96/97 dieser Arbeit.Google Scholar
  33. 33.
    Veröffentlicht in: Die Erziehung 9, 1928–29, bzw. Die Erziehung 9, 1933–34. Zum Mitarbeiterkreis der “Erziehung” zählten auch Wilhelm Flitner und Theodor Litt.Google Scholar
  34. 34.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.213.Google Scholar
  35. 35.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.215.Google Scholar
  36. 36.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.220.Google Scholar
  37. 37.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.220.Google Scholar
  38. 38.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.221.Google Scholar
  39. 39.
    “In the late 1840 both had concluded that historical change was to be explained not as the development of Geist but as a result of social processes; as both come to regard the state and bourgois society not as moments of the ethical develmopment but as real historical forces.” (Jerry Z. Muller: Radical conservatism and social theory, a.a.O., S.288)Google Scholar
  40. 40.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.290.Google Scholar
  41. 41.
    Hans Freyer: Revolution von rechts, Jena 1931, S.53.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. dazu Seite 68 dieser Arbeit.Google Scholar
  43. 43.
    Zur immanenten Bürgerlichkeit der Revolution von rechts vgl. auch Siegfried Marck: ’Überfaschismus?’ Betrachtungen zu Hans Freyers Revolution von rechts, in: Die Gesellschaft 8, 1931, S.412ff.Google Scholar
  44. 44.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.6f.Google Scholar
  45. 45.
    Wilhelm Diltheys “Versuch einer Grundlegung für das Studium der Gesellschaft und der Geschichte”, - so der Untertitel der “Einleitung in die Geisteswissenschaften” - zielte darauf ab, die Eigenständigkeit der Geisteswissenschaften gegenüber den Naturwissenschaften herauszuarbeiten. Das Werk steht historisch im Spannungsfeld zwischen “dem naturwissenschaftlich gerichteten Positivismus von Auguste Comte und von John Stuart Mill… und (der) Abkehr von der absterbenden Metaphysik” (Bernhard Groethuysen: Vorwort des Herausgebers, in: Wilhelm Dilthey: Gesammelte Schriften, Bd. 1, Einleitung in die Geisteswissenschaften, Stuttgart, Göttingen (1883) 1973, S.V)Google Scholar
  46. 46.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.26.Google Scholar
  47. 47.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.27.Google Scholar
  48. 48.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.26.Google Scholar
  49. 49.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.46.Google Scholar
  50. 50.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.9.Google Scholar
  51. 51.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.4. Die “Revolution in der Wissenschaft” konterkarierte durchgängig die reale “Reform der Universitäten”, vgl. etwa Ernst Krieck: Die Revolution der Wissenschaft, ein Kapitel über Volkserziehung, Jena 1920; Ernst Troeltsch: Die Revolution in der Wissenschaft, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung und Verwaltung 45, 1921. In diesem Aufsatz reagiert Troeltsch auf Angriffe gegen Max Webers Thesen zur “Wissenschaft als Beruf”, die Erich von Kahler unter dem Titel: Der Beruf der Wissenschaft, Berlin 1920 und von Arthur Salz unter dem Titel: Für die Wissenschaft, gegen die Gebildeten unter ihren Verächtern, München 1921 vorgebrachte hatten. Troeltsch bezeichnet die “Revolution” “… als eine ganz von innen heraus erwachsene Umwälzung des wissenschaftlichen Denkens und des Bildungsideals selbst”, die Revolutionäre versuchten, ein Gegenbild gegen den nüchternen “Intellektualismus”, “Rationalismus” und die “Relativierung” zu entwickeln. Die Stichworte “Vereinfachung”, “künstlerischer Geist”, “Erlebnisunmittelbarkeit”, “Lebendigkeit”, die auf Befreiung von Konventionen und stärkeren Bezug auf die Lebenswelt verweisen, werden jedoch sofort konterkariert durch Termini wie “neue Gesetzmäßigkeit”, bindende “Symbole” und “Hingabe” an “starke Persönlichkeiten”, (vgl. Ernst Troeltsch: Die Revolution in der Wissenschaft, a.a.O., S.1003). Troeltsch erkennt die Gefahr dieses Denkens, das die Verdrängung der Geisteswissenschaften durch die Naturwissenschaften, und damit: des Geistes durch die Materie fürchte und verweist auf den wirklichkeitsfremden Anachronismus, da “… dieses Wertsystem allen modernen Lebensgewohnheiten, vor allem der Massenhaftigkeit des menschlichen Geschlechts mit ihren Folgen der industriellen Arbeit, des Kapitalismus und Sozialismus scharf entgegensteht…” (Ernst Troeltsch: Die Revolution in der Wissenschaft, a.a.O., S.1008) Die Revolution in der Wissenschaft ist nach dieser Lesart “das Kriegsmanifest… der neuen Ideen des schöpferischen Lebens gegen die bitter verachteten Universitäten und Fachwissenschaften, des neuen Gesetzes gegen den von der alten Wissenschaft gezüchteten Relativismus, der in Demokratie und Volksbildung nur seine natürliche, wenn auch ungewollte Auswirkung findet.” (Ernst Troeltsch: Die Revolution in der Wissenschaft, a.a.O., S.10191) Im weiteren Verlauf zeigte sich, daß die Stoßrichtung der “Revolution” immer mehr und immer ausschließlicher gegen die ungewollten Auswirkungen, und keineswegs gegen neue Bindungen sich richtete.Google Scholar
  52. 52.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.210.Google Scholar
  53. 53.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.210.Google Scholar
  54. 54.
    “Was Hegel das ‘Substanzielle’ eines Zeitalters nennt, heißt, wenn man nur diesen geschichtsphilosophischen Begriff in die Zukunft hinein erstreckt, genau das hier Gemeinte. Es mag gestattet sein, für diesen Sachverhalt den kühnen Begriff des ’wahren Willens’ zu bilden. Dann gilt für die Soziologie der Satz: ’Wahres Wollen fundiert wahre Erkenntnis’. Es gibt keine andere Wissenschaft, mit der die Soziologie diese eigentümliche Grundlage teilt. Für die Soziologie aber ist sie gültig, nur durch sie wird Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft möglich.” (Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.307) Etwas früher formuliert Freyer: “Alle Bewegungen, die durch sie (die gesellschaftlichen Gebilde, HK) hindurchgehen, alle offenen Widersprüche, die sie in sich tragen, sind Fragen an unseren Willen und Fragen unseres Willens an sie. Wir sind in der Dialektik ihres Geschehens Partei, aktive Kraft” (Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.89)Google Scholar
  55. 55.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.81.Google Scholar
  56. 56.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.223.Google Scholar
  57. 57.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.225.Google Scholar
  58. 58.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.226.Google Scholar
  59. 59.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.225.Google Scholar
  60. 60.
    “Für die meisten modernen (soziologischen HK) Systeme sind Gemeinschaft und Gesellschaft die beiden grundsätzlich möglichen Formen sozialen Zusammenhangs.… Nur scheinbar können sich diese Systeme auf Ferdinand Tönnies berufen. Tönnies hat… den Begriff der Gemeinschaft als sehr bestimmten, psychologisch erfüllten, vor allem aber historisch gesättigten Strukturbegriff gefaßt. Gemeinschaft ist ihm nicht eine Möglichkeit, sondern eine Wirklichkeit, nicht eine Form, sondern eine Epoche des gesellschaftlichen Lebens? (Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.240)Google Scholar
  61. 61.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.241.Google Scholar
  62. 62.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.241.Google Scholar
  63. 63.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.244.Google Scholar
  64. 64.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.245.Google Scholar
  65. 65.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.246.Google Scholar
  66. 66.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.247.Google Scholar
  67. 67.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.248.Google Scholar
  68. 68.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.248.Google Scholar
  69. 69.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.249.Google Scholar
  70. 70.
    Hans Freyer: Gemeinschaft und Volk, in: Sonderheft der deutschen philosophischen Gesellschaft, Leipzig 1929, S.9.Google Scholar
  71. 71.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.252.Google Scholar
  72. 72.
    Vgl. dazu Hans Freyer: Der politische Begriff des Volkes, Neumünster 1933.Google Scholar
  73. 73.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.254.Google Scholar
  74. 74.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.243.Google Scholar
  75. 75.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.255.Google Scholar
  76. 76.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.256.Google Scholar
  77. 77.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., 5.250.Google Scholar
  78. 78.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.23 1f.Google Scholar
  79. 79.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.232.Google Scholar
  80. 80.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirldichkeitswissenschaft, a.a.O., S.268.Google Scholar
  81. 81.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.268.Google Scholar
  82. 82.
    Hans Freyer verweist hier auf Max Weber’s Arbeiten zur Standesehre, vgl. Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.265.Google Scholar
  83. 83.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirldichkeitswissenschaft, a.a.O., S.273f.Google Scholar
  84. 84.
    Hier deutet sich eine Auseinandersetzung mit Karl Mannheim an, den er einer prinzipiell “psychologistischen Ideologienlehre” verhaftet sieht. Eine fruchtbare Ideologienlehre müsse jedoch an der Erkenntnis ansetzen, “… daß in allen Gesellschaftsgebilden die geistigen Güter… notwendig einen neuen Sinn und damit eine neue Existenzweise bekommen. Sie sind nicht mehr selbstverständlicher Besitz aller, sondern Privileg und Monopol bestimmter Stände oder Klassen, Sonderwelt einzelner gesellschaftlicher Kreise.” (Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.275)Google Scholar
  85. 85.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.277.Google Scholar
  86. 86.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.278.Google Scholar
  87. 87.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.277.Google Scholar
  88. 88.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.279.Google Scholar
  89. 89.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.281.Google Scholar
  90. 90.
    Hans Freyer: Revolution von Rechts, a.a.O., S.35.Google Scholar
  91. 91.
    Richard Münch beschreibt den Zusammenhang zwischen diesem konservativen Denken und der Hegelschen Philosophie: “Das konservative Denken hat vor allem an Hegels Aufhebung der individuellen Freiheit im Staat angeschlossen…. Dieses Denken ist z.B. von Lorenz von Stein… vertreten worden.” (Richard Münch: Die Kultur der Moderne, Frankfurt 1986, S.790)Google Scholar
  92. 92.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.290.Google Scholar
  93. 93.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.297.Google Scholar
  94. 94.
    Hans Freyer: Revolution von Rechts, a.a.O., S.37.Google Scholar
  95. 95.
    Hans Freyer: Revolution von Rechts, a.a.O., S.53.Google Scholar
  96. 96.
    Hans Freyer: Der politische Begriff des Volkes, a.a.O., S.6.Google Scholar
  97. 97.
    Hans Freyer: Der politische Begriff des Volkes, a.a.O., S.18.Google Scholar
  98. 98.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.307, vgl. dazu auch Seite 61 der Arbeit.Google Scholar
  99. 99.
    Zum Begriff der “Konservativen Revolution” vgl. insbesondere: Armin Mohler: Die konservative Revolution in Deutschland 1918–1932, Darmstadt (1950) 1972. Zinn Begriff, der Hugo von Hofmannsthal zugeschrieben wird: Er “… stammt vermutlich von Thomas Mann, der ihn aber schon um 1920 gebrauchte. Hofmannsthal hat ihn erst später gebraucht, aber ihn mit seiner Rede ‘Das Schrifttum als geistiger Raum der Nation’(1927) in Deutschland heimisch gemacht.” (Martin Greiffenhagen: Das Dilemma des Konservativismus in Deutschland, München 1977, S.243, Anm.8)Google Scholar
  100. 100.
    Zu Arthur Moeller van den Bruck vgl. auch: Martin Greifenhagen: Das Dilemma des Konservativismus in Deutschland, a.a.O., S.268ff, sowie Kurt Sontheimer: Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik, München (1962) 1978.Google Scholar
  101. 101.
    Hans Freyer: Der politische Begriff des Volkes, a.a.O., S.18.Google Scholar
  102. 102.
    Hans Freyer: Der politische Begriff des Volkes, a.a.O., S.11.Google Scholar
  103. 103.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.249.Google Scholar
  104. 104.
    Vgl. dazu Max Weber.Google Scholar
  105. 105.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.253.Google Scholar
  106. 106.
    Hans Freyer: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, a.a.O., S.268.Google Scholar
  107. 107.
    Hans Freyer: Volkwerdung. Gedanken über den Standort und die Aufgaben der Soziologie, in: Volksspiegel 1, 1934, S.5.Google Scholar
  108. 108.
    Hans Freyer: Die Gegenwartsaufgaben der deutschen Soziologie, in: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, 95, 1935, S.127.Google Scholar
  109. 109.
    Hans Freyer: Volkwerdung. Gedanken über den Standort und die Aufgaben der Soziologie, a.a.O., S.6. Dennoch verzichtete er nicht auf wissenschaftliche Durchdringung des politischen Terrains, hier korrespondiert die theoretische Fortentwicklung mit der institutionellen: Das Institut für Soziologie wurde 1933 aufgelöst, Hans Freyer übernahm die Leitung des Instituts für Kultur-und Universalgeschichte - für dessen Leitung zeitweilig auch Oswald Spengler im Gespräch gewesen war - und seine Professur wurde in “politische Wissenschaft” umbenannt.Google Scholar
  110. 110.
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Helene Kleine
    • 1
  1. 1.Studium der Soziologie, Erziehungswissenschaft und SozialpsychologieHeinrich Heine Universität DüsseldorfDeutschland

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