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Die „Gelehrtengemeinschaft“ und die Bildung der Massengesellschaft

  • Helene Kleine

Zusammenfassung

Der spannungsreiche Weg in die Moderne stand, wie ich im vorigen Kapitel dargestellt habe, in einer tendenziell antiaufklärerischen Tradition. Dies spiegelt sich auch in den Bemühungen um die Reformierung der Hochschulen in der Weimarer Republik, auf die ich im folgenden kursorisch eingehen werde,1 bevor ich die unterschiedlichen Rollen, die die Soziologen in diesem Kontext einzunehmen bestrebt waren, beschreibe, um dann die typischen Merkmale des Verhältnisses der Universität zur freien Erwachsenenbildung darzustellen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. dazu ausführlich Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des deutschen Hochschulwesens, München 1978. S.297ff.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des deutschen Hochschulwesens, a.a.O., S.302.Google Scholar
  3. 3.
    Carl-Heinrich Becker, Professor für Orientalistik an der Universität Bonn, wechselte 1916 in das preußische Kultusministerium als Referent für das Hochschulwesen. Er war derjenige, der, streng um parteipolitische Neutralität bemüht, “… die preußische Kulturpolitik der zwanziger Jahre lange maßgeblich gestaltet und ohne dessen Förderung eine akademische Institutionalierung der Soziologie sich schwer hätte durchsetzen lassen.” (Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, Berlin 1986, S.92)Google Scholar
  4. 4.
    “Die Mehrzahl der Hochschullehrer orientierte sich auch weiterhin an den Idealen der Wilhehninischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts und lehnte das ‘neue System’ des Weimarer Staates ab.” (Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des Hochschulwesens, a.a.O., S.71)Google Scholar
  5. 5.
    Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des Hochschulwesens, a.a.O., S.305.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. für viele: Otto Baumgarten: Die Not der akademischen Berufe, Tübingen 1919, siehe auch: Alfred Weber: Die Not der geistigen Arbeiter, München, Leipzig 1923.Google Scholar
  7. 7.
    Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des Hochschulwesens, a.a.O., S.309.Google Scholar
  8. 8.
    Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des Hochschulwesens, a.a.O., S.310.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des Hochschulwesens, a.a.O., S.314.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des Hochschulwesens, a.a.O., S.313.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des Hochschulwesens, a.a.O., S.303.Google Scholar
  12. 12.
    “Die wissenschaftliche Forschung sollte… auch im Zeichen der nach dem verlorenen Weltkrieg wieder aufkommenden ‘Kulturstaatsidee’ durch verstärkte staatliche Förderung an allgemeinen Zielen orientiert werden. So konnten auch die weniger verwertungsorientierten Wissenschaftsbereiche finanziell gefördert werden.” (Hans-Werner Prahl: Sozialgeschichte des Hochschulwesens, a.a.O., S.303)Google Scholar
  13. 13.
    Carl-Heinrich Becker: Gedanken zur Hochschulreform, Leipzig 1919.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. zu Georg v. Below: H. Aubin: Georg v. Below als Sozial-und Wirtschaftshistoriker, in: Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 21, 1928, S.1ff.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. Ferdinand Tönnies: Hochschulreform und Soziologie, Jena 1920.Google Scholar
  16. 16.
    Carl-Heinrich Becker: Gedanken zur Hochschulreform, a.a.O., S.VIII.Google Scholar
  17. 17.
    Carl-Heinrich Becker: Gedanken zur Hochschulreform, a.a.O., S.IV.Google Scholar
  18. 18.
    Carl-Heinrich Becker: Gedanken zur Hochschulreform, a.a.O., S.7.Google Scholar
  19. 19.
    Carl-Heinrich Becker: Gedanken zur Hochschulreform, a.a.O., S.9.Google Scholar
  20. 20.
    Carl-Heinrich Becker: Gedanken zur Hochschulreform, a.a.O., S.9.Google Scholar
  21. 21.
    v. Belows politische Einstellung war durch direkte Ablehnung der Weimarer Republik gekennzeichnet: “Politisch war er als deutsch-nationaler und ehemaliger Alldeutscher ein erbitterter Feind der Republik” (Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Repulik, a.a.O., S.95)Google Scholar
  22. 22.
    Georg v. Below: Soziologie als Lehrfach, in: Schmollers, Jahrbuch für Gesetzgebung und Verwaltung 43, 1919, S.1309.Google Scholar
  23. 23.
    Georg v. Below: Soziologie als Lehrfach, a.a.O., 5.1274.Google Scholar
  24. 24.
    Georg v. Below: Soziologie als Lehrfach, a.a.O., S.1278.Google Scholar
  25. 25.
    Georg v. Below: Soziologie als Lehrfach, a.a.O., 5.1278.Google Scholar
  26. 26.
    Georg v. Below: Soziologie als Lehrfach, a.a.O., S.1315.Google Scholar
  27. 27.
    Leopold v. Wiese: Die Soziologie als Einzelwissenschaft, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung und Verwaltung, 44, 1920, S.347.Google Scholar
  28. 28.
    Leopold v. Wiese: Die Soziologie als Einzelwissenschaft, a.a.O., S.350.Google Scholar
  29. 29.
    Leopold v. Wiese: Die Soziologie als Einzelwissenschaft, a.a.O., S.357.Google Scholar
  30. 30.
    Leopold v. Wiese: Die Soziologie als Einzelwissenschaft, a.a.O., S.354.Google Scholar
  31. 31.
    Leopold v. Wiese: Die Soziologie als Einzelwissenschaft, a.a.O., S.358. Hervorzuheben sind hier auch v. Wieses Ausführungen zum akademischen Lehrstil. Er wendet sich energisch gegen den autoritären professoralen Vortragsstil und schlägt statt dessen ein kombiniertes System von Vorlesungen, Seminaren und Vertiefungskursen vor.Google Scholar
  32. 32.
    Leopold v. Wiese: Die Soziologie als Einzelwissenschaft, a.a.O., S.354.Google Scholar
  33. 33.
    Karl Mannheim (1893–1947), Sohn deutsch-bzw. ungarisch-jüdischer Eltern, hatte in Berlin, Heidelberg und Paris Philosophie studiert. In Berlin gehörte Georg Simnel, in Heidelberg Max Weber zu seinen Lehrern. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges hatte er - während der ungarischen Revolution - mit einer Gruppe um Georg Lukàcs zusammengearbeitet. David Kettler bezeichnet diesen Zusammenschluß als ein “besonders aufschlußreiches und konsequentes Beispiel der revolutionären Kulturbewegung…” (David Kettler, Marxismus und Kultur, Neuwied, Berlin 1967, S.6) Die Gruppe stand politisch links, war jedoch zunächst nicht parteigebunden oder an einem orthodoxen Marxismus orientiert. Das Verbindende im Kampf gegen den Kapitalismus war eine idealistische Haltung, die in Erziehung und politischer Bildung ein Mittel zur Überwindung der bürgerlichen Gesellschaft sah. Während Georg Lukàcs 1918 in die kommunistische Partei Ungarns eintrat - und als Volkskommissar für Kultur den direkten politischen Weg der Veränderung suchte - setzte Mannheim auch weiterhin auf Erziehung und Bildung. So “… kann die Tätigkeit eines Mannes wie Mannheim als eine lebenslange und nicht sehr erfolgreiche Bemühung um politische Erziehung charakterisiert werden.” (David Kettler: Marxismus und Kultur, a.a.O., S.49) Von 1926 bis 1930 war Karl Mannheim Privatdozent für Soziologie an der Universität Heidelberg, wo er eng mit Alfred Weber zusammenarbeitete. 1930 übernahm er als ordentlicher Professor für Soziologie den Lehrstuhl des emeritierten Professors Franz Oppenheimer in Frankfurt. Mannheim gehörte zu den ersten, die Deutschland 1933 verlassen mußten. Bis zu seinem Tod 1947 lebte er in London, wo er zunächst an der London school of economics und ab 1941 am Institut of education der Universität, an der er 1945 zum Professor für Pädagogik ernannt wurde, arbeitete. Vgl. dazu seine von W.A.C. Stewart posthum herausgegebene Schrift: Einführung in die Soziologie der Erziehung, Düsseldorf 1973, (London 1962). Zu seiner Biographie vgl. Kurt H. Wolff: Karl Mannheim, in: Dirk Käsler (Hrsg.): Klassiker des soziologischen Denkens, Bd.2, a.a.O., S.286ff.Google Scholar
  34. 34.
    So der Titel eines Vortrages, den Karl Mannheim anläßlich des 6. Deutschen Soziologentages 1928 in Zürich hielt, vgl. dazu auch Seite 94 dieser Arbeit.Google Scholar
  35. 35.
    Karl Mannheim: Ideologie und Utopie, Frankfurt a.M. (1929) 1969, S.32.Google Scholar
  36. 36.
    Karl Mannheim: Ideologie und Utopie, a.a.O., S.33.Google Scholar
  37. 37.
    Karl Mannheim: Ideologie und Utopie, a.a.O., S.60.Google Scholar
  38. 38.
    Karl Mannheim: Ideologie und Utopie, a.a.O., S.64.Google Scholar
  39. 39.
    Karl Mannheim: Ideologie und Utopie, a.a.O., S.97.Google Scholar
  40. 40.
    Karl Mannheim: Ideologie und Utopie, a.a.O., 5.148.Google Scholar
  41. 41.
    Karl Mannheim: Ideologie und Utopie, a.a.O., S.101.Google Scholar
  42. 42.
    Die Schrift Baumgartens war das Ergebnis eines Kurses “über den Beruf des Akademikers in der Gegenwart”, der, so führt Baumgarten in seinem Vorwort aus, auf Veranlassung des preußischen Unterrichtsministeriums durchgeführt worden war. Baumgarten schließt sein Vorwort mit dem eindringlichen Appell, möglichst den Universitäten fern zu bleiben: “Möchte die Veröffentlichung die ernstliche Selbstprüfung vieler anregen und den Mut stärken, in anderen, nicht akademischen Berufen dem Vaterland wie der eigenen Zukunft zu dienen, damit wir vor dem Schrecklichsten der Schrecken bewahrt werden, vor dem akademischen Proletariat.” (Otto Baumgarten: Die Not der akademischen Berufe, a.a.O., S.IV)Google Scholar
  43. 43.
    Otto Baumgarten: Die Not der akademischen Berufe, a.a.O., S.6.Google Scholar
  44. 44.
    Otto Baumgarten: Die Not der akademischen Berufe, a.a.O., S.30.Google Scholar
  45. 45.
    Otto Baumgarten: Die Not der akademischen Berufe, a.a.O., S.4.Google Scholar
  46. 46.
    Otto Baumgarten: Die Not der akademischen Berufe, a.a.O., S.30.Google Scholar
  47. 47.
    Max Scheler: Universität und Volkshochschule, in: Leopold v. Wiese (Hrsg.): Soziologie des Volksbildungswesens, München, Leipzig 1921, S.173ff.Google Scholar
  48. 48.
    Max Scheler: Universität und Volkshochschule, a.a.O., S.174.Google Scholar
  49. 49.
    Max Scheler: Universität und Volkshochschule, a.a.O., S.178.Google Scholar
  50. 50.
    Max Scheler: Universität und Volkshochschule, a.a.O., S.154.Google Scholar
  51. 51.
    Max Scheler: Universität und Volkshochschule, a.a.O., S.174.Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, Bad Heilbrunn 1984, S.198. Das Protokoll der Tagung befindet sich im Besitz Laack’s, des späteren Geschäftsführers der ‘Deutschen Schule für Volksforschung und Erwachsenenbildung’, vgl. ders.: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., S.173 und S. 703, Anm. 73)Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., S.201.Google Scholar
  54. 54.
    Zitiert nach Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., S.202.Google Scholar
  55. 55.
    Zitiert nach Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., 5.203.Google Scholar
  56. 56.
    Die vor allem durch Sichtung des Archivmaterials ergänzt werden müßte.Google Scholar
  57. 57.
    Theodor Geiger (1891–1952) hatte, nach einem soziologisch orientierten Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg und München 1920 die Stelle einer wissenschaftlichen Hilfskraft an der Volkshochschule in Groß-Berlin angetreten, zu deren Geschäftsführer er 1926 wurde. 1927 wurde er Lehrbeauftragter und 1929 ordentlicher Professor für Soziologie an der Technischen Hochschule Braunschweig. 1933 mußte auch Geiger Deutschland verlassen. Er lebte bis zu seinem Tod in Skandinavien. Zu seiner Biographie vgl. Paul Trappe: Teodor Geiger, in: Dirk Käsler (Hrsg.): Klassiker des soziologischen Denkens, a.a.O., S.254ff. Sein volksbildnerisches Engagement blieb auch während der vorwiegend soziologischen Tätigkeit erhalten. “Seine letzten Schriften kreisen immer wieder um Erziehungsprobleme, um Erziehung für ein demokratisches Leben unter den Bedingungen der Industriegesellschaft.” (Paul Trappe: Theodor Geiger, a.a.O., S.257) Sein volksbildnerisches Wirken fand in zahlreichen, verstreut veröffentlichten Aufsätzen, Stellungnahmen und Broschüren seinen literarischen Niederschlag. Zusammengestellt und herausgegeben wurden sie 1984 von Johannes Weinberg im Auftrag des deutschen Volkshochschulverbandes unter dem Titel: Theodor Geiger: Erwachsenenbildung aus Distanz und Verpflichtung, Bad Heilbrunn 1984.Google Scholar
  58. 58.
    Hans Tietgens: Vorbemerkungen, in: Theodor Geiger: Erwachsenenbildung aus Distanz und Verpflichtung, zgest. und hrsg. von Johannes Weinberg, Bad Heilbrunn 1984, S.8.Google Scholar
  59. 59.
    Hans Tietgens: Vorbemerkungen, a.a.O., S.11.Google Scholar
  60. 60.
    Theodor Geiger: Kulturerneuerung-Proletariat-Volkshochschule (1921) in: Theodor Geiger: Erwachsenenbildung aus Distanz und Verpflichtung, a.a.O., S.41.Google Scholar
  61. 61.
    Theodor Geiger: Die Kulturaufgabe der Volkshochschule (1921), in: Theodor Geiger: Erwachsenenbildung aus Distanz und Verpflichtung, a.a.O., S.55.Google Scholar
  62. 62.
    Hans Tietgens: Vorbemerkungen, a.a.O., S.9.Google Scholar
  63. 63.
    Theodor Geiger: Gesellschaft und Recht als Aufgabe der Volkshochschule (1923) in: Theodor Geiger: Erwachsenenbildung aus Distanz und Verpflichtung, a.a.O., S.106.Google Scholar
  64. 64.
    Theodor Geiger: Gesellschaft und Recht als Aufgaben der Volkshochschule, a.a.O., S.113.Google Scholar
  65. 65.
    Vgl. diese Arbeit, S.75/76.Google Scholar
  66. 66.
    Vgl. diese Arbeit, S.55.Google Scholar
  67. 67.
    René König verweist auf die Nähe des Ansatzes Karl Dunkmanns zu dem Hans Freyers, und zwar insofern als der Terminus ‘angewandte Soziologie’ nicht im Sinne von empirischer Ausrichtung, sondern im Sinne von ’engagierter Soziologie’ zu verstehen sei. Das Engagement ergibt sich dabei aus der Annahme, daß in der Soziologie ’die Wirklichkeit sich selbst erkennt’ und das erkennende Subjekt diesem Vorgang existentiell verhaftet ist. Für König endet dies in einer “… rein verbale(n) Orgie des Voluntarismus,… die im Grunde völlig unverbindlich ist, da ja nur das ’unvorstellbare Neue’ zählt, solange nicht ein höchst konkreter politischer Wille sich diesem begrifflichen Instrumentarium bedient, um sie ad majorurn dei gloriam, d.h. zum eigenen Nutzen einzusetzen.” (René König: Soziologie in Berlin um 1930, in: Rainer M. Lepsius (Hrsg.): Soziologie in Deutschland und Österreich 1918–1945, Opladen 1981, S.48)Google Scholar
  68. 68.
    Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, a.a.O., S.115 und 211.Google Scholar
  69. 69.
    “Dunkmann sah seine Gemeinschaftsorientierung als Teil einer größeren sozialen Bewegung, die u.a. durch die Jugendbewegung mitinitiiert worden war? (Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, a.a.O., S.185)Google Scholar
  70. 70.
    “Es seien ‘Führerschulen’ nötig, und das Institut für angewandte Soziologie, dessen Zuhörerschaft nach Dunkmanns Aussage Arbeiter, Akademiker, Volkswirte und Ingenieure umfasse, war als eine solche gedacht? (Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, a.a.O., S.185f)Google Scholar
  71. 71.
    Vgl. Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, a.a.O., S.188.Google Scholar
  72. 72.
    Vgl. Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, a.a.O., S.188.Google Scholar
  73. 73.
    Zu Johann Plenge vgl. insbesondere: Berhard Schäfers: Soziologie und Sozialismus, Stuttgart 1967.Google Scholar
  74. 74.
    Die Gründung wurde ermöglicht durch die Stiftung eines Großindustriellen, vgl. Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, a.a.O., 5.131.Google Scholar
  75. 75.
    Erhard Stölting: Akademische Soziologie in der Weimarer Republik, a.a.O., S.130. Das Engagement Plenges im Ruhrkampf führte zunächst zur Schließung des Instituts, 1925 konnte es jedoch unter dem Namen: “Forschungsinstitut für Organisationslehre und allgemeine und vergleichende Soziologie bei der Universität Münster” die Arbeit wieder aufnehmen. Plenge konzentrierte sich nunmehr jedoch weniger auf die politische Bildung, als auf begriffliche Klärung, was ihn in einen Diskussionszusammenhang mit Leopold v. Wiese - der ihm das “System der Soziologie” widmete - brachte.Google Scholar
  76. 76.
    “Bemühungen um die Erwachsenenbildung auf bürgerlicher Seite waren häufig mit der Absicht verbunden,… der vom Sozialismus sich anbahnenden Bildungsrevolution den Wind aus den Segeln zu nehmen.” (Wolfgang Scheibe: Die reformpädagogische Bewegung, 1900–1932, Weinheim (1969) 1978)Google Scholar
  77. 77.
    Vgl. als Kritiker insbesondere Robert v. Erdberg: Vom Bildungsverein zur Volkshochschule (1920), in: Jürgen Henningsen: Die Neue Richtung in der Weimarer Zeit, Stuttgart 1960.Google Scholar
  78. 78.
    Helmut Keim, Horst Siebeck und Josef Olbrich: Strukturprobleme der Weiterbildung, Düsseldorf 1973, S.32.Google Scholar
  79. 79.
    Johannes Tews: Aufgaben, Aufbau, erzieherische Ziele und unterrichtliche Maßnahmen des Volksbildungswesens, in: Leopold v.. Wiese (Hrsg.): Soziologie des Volksbildungswesens, a.a.O., S.192.Google Scholar
  80. 80.
    Johannes Tews: Aufgaben, Aufbau, erzieherische Ziele und unterrichtliche Maßnahmen des Volksbildungswesens, a.a.O., S.195.Google Scholar
  81. 81.
    Johannes Tews: Aufgaben, Aufbau, erzieherische Ziele und unterrichtliche Maßnahmen des Volksbildungswesens, a.a.O., S.197.Google Scholar
  82. 82.
    Robert v. Erdberg: Vom Bildungsverein zur Volkshochschule (1920), a.a.O., S.25.Google Scholar
  83. 83.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, in: Leopold v. Wiese (Hrsg.): Soziologie des Volksbildungswesens, a.a.O., S.79ff. Vgl. auch: Werner Picht: Das Schicksal der Volksbildung in Deutschland, Berlin 1936.Google Scholar
  84. 84.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.83f.Google Scholar
  85. 85.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.86.Google Scholar
  86. 86.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.86.Google Scholar
  87. 87.
    Robert v. Erdberg: Betrachtungen zur alten und neuen Richtung im freien Volksbildungswesen (1921), in: Jürgen Henningsen: Die Neue Richtung in der Weimarer Zeit, a.a.O., S.42f.Google Scholar
  88. 88.
    “… in den Vordergrund trat in den mannigfaltigen Volksbildungsgründungen seit Anfang der neunziger Jahre mehr und mehr das Bestreben, ohne politische Nebenabsicht und aus der sozialen Fürsorge verwandten Impulsen…” heraus zu arbeiten (Werner Picht: Das Schicksal der Volksbildung in Deutschland, a.a.O., S.39)Google Scholar
  89. 89.
    “Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Abdankung des Kaisers hatten sich die politischen Verhältnisse zugunsten der demokratischen und fortschrittlich eingestellten Kräfte entwickelt; eine deutliche Wende in der Bildungspolitik zeichnet sich ab.” (Dirk Luckow: Museum und Moderne. Politische und geistesgeschichtliche Voraussetzungen von Museumskonzeptionen in der Weimarer Republik“, in: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Museum der Gegenwart - Kunst in öffentlichen Sammlungen bis 1937, Düsseldorf 1987. Die Entwicklung ging dahin, die Museen zu popularisieren ”… und die institutionellen Zugangsbeschränkungen, die man formal längst abgeschafft hatte, nun tatsächlich an die sozialen Bedingungen breiten Bevölkerungsschichten anzugleichen. Angestrebt wurden freier Eintritt, Öffnungszeiten am Abend, regelmäßige Führungen, wissenschaftlich aufgearbeitete Museumsführer, Vortragssäle und Studiensammlungen.“ (Dirk Luckow: Museum und Moderne, a.a.O., S.33) Damit sollte auch das Museum in die allgemeine Bildungs-und Kulturerneuerung einbezogen werden.Google Scholar
  90. 90.
    Vgl. Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.92ff.Google Scholar
  91. 91.
    - Robert v. Erdberg-Krczenciewski (1866–1929) war der akademischen Ausbildung nach Nationalökonom, hatte aber ausgeprägte künstlerische Neigungen, die ihn zeitweilig zum Theater geführt hatten. Nach dem ersten Weltkrieg trat er in das preußische Kultusministerium ein “… zunächst als Berater, ab 1920 als Referent unter Paul Kästner, dessen Volksschulabteilung die Erwachsenenbildung angegliedert war.” (Jürgen Henningsen: Die Neue Richtung in der Weimarer Zeit, a.a.O., S.195) v. Erdberg “war zweifellos die bedeutendste Persönlichkeit der deutschen Volksbildungsbewegung. Seine scharfe Kennzeichnung der hergebrachten Praxis als extensiv und oberflächlich setzte sich durch, sein schon vor dem ersten Weltkrieg… geführter Kampf um die ‘neue Richtung’ ließ viele nachdenkliche Volksbildner in der Erkenntnis gemeinsamen Wollens sich zusammenfinden.… Der Hohenrodter Bund (seit 1923) und die Deutsche Schule für Volksforschung und Erwachsenenbildung (1927–33) wären ohne ihn nicht möglich gewesen.” (Jürgen Henningsen: Die Neue Richtung in der Weimarer Zeit, a.a.O., S.159) Vgl. zu Robert v. Erdberg auch: Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., insbesondere S.573ff.Google Scholar
  92. 92.
    Vgl. Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.99.Google Scholar
  93. 93.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.99.Google Scholar
  94. 94.
    Julius Gebhard: Alfred Lichtwark und die Kunsterziehungsbewegung in Hamburg, Hamburg 1947. Vgl. auch: Wilhelm Flitner und Gerhard Kudritzki (Hrsg.): Alfred Lichtwark und die Kunsterziehungsbewegung, in: dies.: Die deutsche Reformpädagogik, Stuttgart 1982, S.99ff.Google Scholar
  95. 95.
    Werner Picht: Das Schicksal der Volksbildung in Deutschland, a.a.O., S.40.Google Scholar
  96. 96.
    Jürgen Henningsen: Der Hochenrodter Bund. Zur Erwachsenenbildung in der Weimarer Zeit. Heidelberg 1958, S.13.Google Scholar
  97. 97.
    Robert v. Erdberg: Betrachtungen zur alten und neuen Richtung im freien Volksbildungswesen, a.a.O., S.53.Google Scholar
  98. 98.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.105.Google Scholar
  99. 99.
    “Es handelt sich also um Lehranstalten,… und durch diesen wissenschaftlichen Charakter unterscheiden sich diese Bestrebungen von einer Anzahl irrationalistischer Gemeinschaftsbewegungen unserer Tage. Auf diese Weise sollen nicht etwa enge geistige Kreise im Sinne des älteren Stephan-George-Kreises geschaffen werden, also nicht Menschen, die sich nun als lieblose Geistesaristrokraten vor der Mitwelt verschließen, sondern die weiter in ihrem Berufe bleiben und als Sauerteig unter ihresgleichen wirken zur Ausgestaltung einer Volkskultur, wie wir sie nicht mehr haben.” (Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.105) Zur “Gesellschaftsferne” - und gleichzeitigen “Soziologie-Feindschaft” vgl. auch Wolf Lepenies: “Gesellschaftsferne und Soziologie-Feindschaft im Kreis uni Stephan-George”, in: ders.: Die Drei Kulturen, a.a.O., S.335ff.Google Scholar
  100. 100.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.107.Google Scholar
  101. 101.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.108.Google Scholar
  102. 102.
    Paul Honigsheim: Übersicht über die bestehenden Volksbildungseinrichtungen und -strömungen, a.a.O., S.109.Google Scholar
  103. 103.
    “Die ‘vorläufigen Richtlinien’ des Hohenrodter Bundes” (1923), in: Jürgen Henningsen: Die Neue Richtung in der Weimarer Zeit, a.a.O., S.140.Google Scholar
  104. 104.
    Jürgen Henningsen: Der Hohenrodter Bund. Zur Erwachsenenbildung in der Weimarer Zeit, a.a.O., S. 81.Google Scholar
  105. 105.
    “Als Tagungsort diente das Erholungsheim des Stuttgarter Unternehmers Eduard Breuninger.” (Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., S.57)Google Scholar
  106. 106.
    “Die Hohenrodter Wochen waren keine offenen Veranstaltungen. Es wurde zur Teilnahme an ihnen eingeladen. Nach Hohenrodt eingeladen zu werden war eine Ehre und eine besondere Verpflichtung.” (Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., S.60)Google Scholar
  107. 107.
    Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., S.62.Google Scholar
  108. 108.
    Vgl. dazu Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., S.160ff.Google Scholar
  109. 109.
    Vgl. Fritz Laack: Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung, a.a.O., S.174.Google Scholar
  110. 110.
    Vgl. diese Arbeit, S.39/40.Google Scholar
  111. 111.
    Robert v. Erdberg: Vom Bildungsverein zur Volkshochschule (1920), in: Jürgen Henningsen: Die Neue Richung in der Weimarer Zeit, a.a.O., S.16.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Helene Kleine
    • 1
  1. 1.Studium der Soziologie, Erziehungswissenschaft und SozialpsychologieHeinrich Heine Universität DüsseldorfDeutschland

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