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Sport in den Medien — ein Feld semiotischer Markierung von Geschlecht?

  • Ilse Hartmann-Tews
  • Bettina Rulofs
Chapter

Zusammenfassung

Der internationale Volleybaliverband sorgte 1999 für Schlagzeilen, indem er seinen Sportlerinnen auferlegte, bei Wettkämpfen besonders enge Sportkleidung zu tragen. Die bis dahin im Frauenvolleyball üblichen Radlerhosen mit längerem Bein, die funktional sind, weil sie beim Hechten zum Boden unangenehme Schürfwunden vermeiden, wurden vom Verband verboten. Stattdessen mussten die Spielerinnen nun in knappen Höschen antreten. Lange Ärmel oder weit geschnittene Trikots waren ebenfalls nicht mehr erlaubt, sondern wurden durch hautenge ärmellose Einteiler ersetzt. Von Vielen wurden diese Maßnahmen des Volleyballverbandes als ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Spielerinnen wahrgenommen: Sie wurden gezwungen, ihre Haut zu Markte zu tragen. Von einigen Sportverbänden und aktiven Sportlerinnen wurde dies jedoch schlichtweg als Strategie gerechtfertigt, als eine Maßnahme, welche die Sportart Volleyball für die Medien attraktiver machen soll. Mediale Randsportarten wie Volleyball haben es schwer, sich für die Medien so interessant zu präsentieren, dass kontinuierlich über sie berichtet wird. Dieses Privileg genießen nur wenige Sportarten, insbesondere Fußball, Motorsport, Tennis und Boxen. Es verwundert deshalb nicht, dass Sportverbände nach Möglichkeiten suchen, die Medienattraktivität ihrer Sportart zu steigern. Dass dies jedoch ausgerechnet über eine Kleiderordnung erreicht werden soll, ist bemerkenswert. Der Maßnahme des Volleyballverbandes liegt die Annahme zugrunde, dass Sportlerinnen für die Medien interessanter werden, wenn sie ihre Körperformen präsentieren und den gängigen weiblichen Schlankheits- und Schönheitsattributen entsprechen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Ilse Hartmann-Tews
  • Bettina Rulofs

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