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Soziale Konstruktion von Geschlecht: Neue Perspektiven der Geschlechterforschung in der Sportwissenschaft

  • Ilse Hartmann-Tews
Chapter

Zusammenfassung

Die Analyse der Ausdifferenzierung von Bewegung, Spiel und Sport zu einem eigenständigen gesellschaftlichen Teilsystem zeigt im interkulturellen Vergleich, dass die Inklusion der Bevölkerung nicht neutral gegenüber zentralen sozialstrukturellen Merkmalen wie Klasse, Geschlecht und Alter realisiert worden ist. Angehörige der oberen Klassen hatten vor denjenigen der unteren Klassen Zugang zu Turnen und Sport, Kinder und Jugendliche vor der erwachsenen Bevölkerung, Jungen vor Mädchen und Männer vor Frauen (vgl. Hartmann-Tews 1996, 47 ff). Die funktionalen Bezüge von Turnen und Sport zum Militär bestimmten weitestgehend die Inklusionsformeln und -mechanismen, mit denen Mädchen und Frauen ausgeschlossen wurden. Parallel wurde auch im Erziehungssystem eine differentielle Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in den Turn- und Sportunterricht vorgenommen. Die Einführung von Turnen und Sport als Pflichtfach wurde Ende des 19. Jahrhunderts zuerst für die Knaben in den höheren Schulen, dann für diejenigen in den Volksschulen, und erst sehr viel später für Mädchen eingeführt. Generell wurden turnerische und sportliche Aktivitäten von Mädchen und jungen Frauen nur unter strikter Einhaltung von zeitlicher, sozialer und sachlicher Differenzierung — und dies auch nur gegen großen Widerstand — akzeptiert (Müller-Windisch 1995; Pfister 1995). 2

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Ilse Hartmann-Tews

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