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Einleitung

  • Clemens Dannenbeck
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Part of the DJI — Reihe Jugend book series (DJI, volume 14)

Zusammenfassung

Stuart Hall positioniert sich in seinem Referat über das theoretische Vermächtnis der britischen Cultural Studies, wie sie schwerpunktmäßig im institutionalisierten Kontext des Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) in Birmingham vorangetrieben wurden, durch eine Erzählweise, die er autobiographisch verstanden wissen möchte. „Normalerweise meint man, Autobiographie bedeute, die Autorität der Authentizität zu beanspruchen“ (Hall 2000a, S. 34) — ein Anspruch, den zu erheben sich Hall jedoch hütet:

„Ich werde über meinen Umgang mit einigen Aspekten des theoretischen Vermächtnisses der Cultural Studies und mit einigen ihrer vergangenen Momente sprechen — nicht, weil es sich dabei um die Wahrheit handelt, oder um die einzige Art und Weise, die Geschichte zu erzählen. Ich habe sie selbst schon oft anders erzählt und ich beabsichtige, sie später wieder anders zu erzählen.“ (ebd. S. 34f)

Die Einnahme einer solchen essayistisch — wenn nicht bisweilen gar belletristisch — anmutenden Erzählperspektive pflegt in Wissenschaftskreisen nicht selten den Verdacht der Willkür und des Relativismus zu erregen. Dennoch möchte ich mich von dieser Perspektive Stuart Halls anregen lassen. Verbirgt sich doch hinter der Berufung auf die Autorität der Authentizität nicht nur die Annahme, es gäbe jeweils eine Wahrheit, sondern auch die Unterstellung, diese Wahrheit könnte letztendlich nur von wahrhaft berufenen Erzählern vermittelt werden, „als seien diese zweifelsfrei Bürgen für ein authentisches Wissen, das einem Fremden grundsätzlich versagt bleibt“ (Dannenbeck/ Eßer/Lösch 1999, S. 25). Ich möchte diesen Vorspann daher als eine Art Erzählung verstanden wissen, die den Spuren nachgeht, wie ich zu meinem Thema gelangte und wie sich die Fragen, die ich mir im Kontext des Forschungsprojekts Jugendliche in ethnisch heterogenen Milieus und im Zuge dieser Dissertation stellte, entwickelt haben.

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Literatur

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    Vgl. dazu auch Niethammer (2000), der in seinem Einleitungskapitel „Annäherungen an ein Plastikwort“ die Genese kollektiver Identitätspolitiken mit ihren Konjunkturen bis in die Gegenwart hinein verfolgt.Google Scholar
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    Das Projekt wurde in der Zeit von Oktober 1995 bis September 1998 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Folgen der Arbeitsmigration für Bildung und Erziehung“ (FABER) gefördert und im Deutschen Jugendinstitut ( DJI) von Hans Lösch, Felicitas Eßer und Clemens Dannenbeck durchgefiihrt.Google Scholar
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    Vgl. Grossberg (1996). Er verdeutlichte, dass allen Identitätskonzepten eine differenztheoretische Logik der Moderne geme in ist.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Clemens Dannenbeck

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