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Zusammenfassung

Wechsel in der politischen Herrschaft schlagen sich immer auch als Personalwechsel nieder; die Elitezirkulation greift jedoch je nach Typus des Herrschaftswechsels unterschiedlich breit und tief. Das Ausmaß personeller Veränderungen ist bei Macht- und Regierungswechseln größer als bei Kanzlerkontinuität nach Wahlen, und es ist wesentlich geringer als die Elitezirkulation nach Regimewechseln (Derlien 1997). Von Machtwechseln in demokratischen Systemen sind in erster Linie die Politiker, speziell die Exekutivpolitiker (Bundesminister und parlamentarische Staatssekretäre) betroffen; in vielen Regierungssystemen erfassen, ja erschüttern Regierungswechsel aber auch die Spitzenbeamten. Daß sich in parlamentarischen Regierungssystemen nach Wahlen personelle Veränderungen in der Regierungsmannschaft vollziehen, wurde und wird als Normalität angesehen. Schließlich handelt es sich um eine Delegationselite, die unter dem Gesichtspunkt der Representativität für die Regierungsfraktionen und die sie tragenden Parteien rekrutiert wird; auch stehen Personen für ein Programm. Mit der Repräsentationsfunktion geht einher die vom Regierungschef unter Politics-Gesichtspunkten, zur Absicherung seiner politischen Position betriebene Kooptation möglicher Kritiker und Patronage treuer Gefolgsleute. Dabei sind Herrschaftspatronage und Versorgungspatronage (Eschenburg 1961) zu unterscheiden; letztere bezieht sich aber in der Regel nicht auf Positionen im ersten Glied der Regierungsmannschaft — dafür ist die Zahl der verfügbaren Positionen zu niedrig und das Risiko zu groß, Inkompetenz zu befördern.

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